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Video war das absolute Wahlkampf-Highlight in der Obama-Kampagne.
Es wird in diesen Tagen viel darüber gesprochen, was den Erfolg seiner Kampagne ausgemacht hat. Auf einen Punkt lässt sich das Erfolgskonzept nicht herunter brechen, aber ein Tool sticht schon jetzt als das am meisten genutzte heraus: Online-Videos. Die Videos der beiden Präsidentschaftskandidaten verzeichnen 2008 insgesamt 1,45 Milliarden Views. Barack Obama, der seinen eigenen YouTube-Kanal hatte, veröffentlichte dort über 800 Videos, die täglich 80-100 Millionen Views hatten. Im Vergleich zu Fernseh-Spots bieten sie den Vorteil, dass sie nicht nur kostengünstiger sind, sondern auch durch die Möglichkeit des Weiterleitens an Freunde einen enormen viralen Effekt haben. Ein Paradebeispiel dafür ist Barack Obamas Rede über das Verhältnis zwischen Afro-Amerikanern und Weißen, die er im März 2008 in Philadelphia hielt. Das Video hatte im Internet 9 Millionen Zuschauer, während die Rede im Fernsehen von nur 4 Millionen Menschen verfolgt wurde. Bemerkenswert ist, dass ein "View" nur gezählt wird, wenn das Video komplett angesehen wurde, Obamas Rede dauerte 38 Minuten! Hier zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab. Das Fernsehen als unangefochtenes Leitmedium für politische Information wird in Zukunft vom Internet abgelöst oder zumindest eingeholt. Ein neues Genre des politischen Videos hat sich in diesem Wahlkampf auf dem Gebiet der viralen Videos außerhalb der offiziellen Kampagne etabliert. Mit „Vote Different“ hat Philip de Vellis im März 2007 das erste privat produzierte Video mit massenmedialer Aufmerksamkeit generiert. Er hat es an einem Sonntagnachmittag zu Hause an seinem Computer entworfen und an zwei Blogger geschickt, kurze Zeit später erreichte es 5 Millionen Views und redaktionelle Beiträge in allen Zeitung. Eine noch größere Öffentlichkeit erfuhren seine Nachfolger Obama Girl (12 Mio.), Yes We Can (14 Mio.), und mit 21 Millionen Views unangefochten das von MoveOn verbreitete Video "Obama's Loss Traced To ..." Wie die YouTube-Videos zu einem Massenphänomen werden, erforschte Riley Crane am Departement für Management, Technologie und Ökonomie (D-MTEC) der ETH Zürich in einer aktuellen Studie. Obama wird persönlichMittwoch, 17. September 2008
Barack Obama wollte eine explizit positive Kampagne zu führen. Er nahm sich vor, einen neuen kommunikativen Stil zu prägen, der ohne dumpfen Negativwahlkampf, ohne Verdrehung von Tatsachen, ohne Hin und Her von Anschuldigung und Gegen-Anschuldigung auskommen sollte. Er weigerte sich, die üblich zynische Spin-Doctor-Kampagne zu machen, den die professionelle Beraterkaste in Washington, DC seinen Kandidaten regelmäßig verordnete. Der Bruch mit dem alten Wahlkampfparadigma sollte radikal sein.
Nach zwei Monaten der harten Attacke von Seiten John McCains und der Republikaner wird nun auch Barack Obama persönlicher. Seine beiden letzten Wahlkampfspots sind ein Beleg dafür, dass der junge Senator, der als Gutmensch in das Haifischbecken Wahlkampf gestiegen war, nun auf dem Boden der Tatsachen angekommen ist, der da heißt: „Negatives drive the numbers“ – Negativwahlkampf wirkt! Im Spot „Honor“ greift Obama McCain für seine unlauteren Attacken an und schließt mit dem Satz: „Deception is all he has left.“ Der Spot „Still” macht sich offen über McCains Alter und Rückständigkeit lustig. Die implizite Botschaft: Dieser Mann ist „out of touch“ und viel zu alt, um Präsident zu werden. Fremdschämen mit Sarah PalinFreitag, 12. September 2008
Sarah Palin trat zu ihrem ersten großen Interview an. Lange hatte die McCain-Kampagne ihren Baraccuda vor der Presse geschützt. Nun bekam Charlie Gibson von ABC News das zweifelhafte Privileg, die Gouverneurin in Alaska zu besuchen und zu befragen. Palin hatte sich mit einem Heer von McCains Beratern auf diesen Termin vorbereitet. Es sollte um das Thema Außenpolitik gehen. Milde gesagt: nicht eines ihrer Steckenpferde.
Die Frau, die die Nummer Zwei im Staate werden will, machte keinen Riesenfehler. Aber das Interview lädt doch unweigerlich zum Fremdschämen ein. Charlie Gibson, ein alt ehrwürdiger Journalist mit viel Erfahrung, nahm Palin nur sanft in die Zange. Aber das reichte, um sie bloß zu stellen und Gibson sichtlich zu frustrieren. Die Gouverneurin wirkte gestelzt. Sie fiel in ihrer Unsicherheit immer wieder auf Worthülsen zurück – Lieblingssatz: „We will not second-guess“. Befragt nach ihrer außenpolitischen Erfahrung nannte sie ihre Kompetenzen in Energiefragen, sie sei ja schließlich Vorsitzende der Alaska Oil and Gas Conservation Commission. Aha? Zur Kaukasus-Krise gab sie bekannt, dass Russland georgisches Territorium „ohne Anlass“ angegriffen habe. Man mag zu Russland stehen, wie man will, aber das Wort „unprovoked“ ist in diesem Zusammenhang durchaus einseitig. Es wurde noch viel besser. Auf ihre Auslandsreisen angesprochen, gab sie stolz zu Protokoll, sie sei in Kanada und Mexiko gewesen. Hmm. Ach ja. Letztes Jahr hatte sie ja noch ihren „trip of a lifetime“ nach Kuwait und Deutschland, um amerikanische Truppenstützpunkte zu besuchen. Nun denn. Höhepunkt war die Frage Gibsons, wie Palin denn zu der Bush-Doktrin stehe. Sichtlich konsterniert antwortete sie: „In welcher Hinsicht?“ Gibson hatte keine Lust, ihr die Doktrin zu erläutern. Palin ruderte und ruderte und ruderte und fragte: „Meinen Sie seine Weltsicht?“ Nach langem Herumlavieren hatte Gibson dann ein Einsehen und teilte ihr völlig entnervt mit, die Doktrin ihres Parteigenossen ziele darauf ab, feindlich gesinnte Ländern mit präemptiven Schlägen zu schwächen, bevor sie die USA angreifen könnten. Ohne Worte! Interessante Teile aus dem Interview sind hier zu sehen: Palins Denken über Gott und den Krieg gibt es hier: Hillary At Her BestMittwoch, 27. August 2008
Es war ein emotionaler Tag für Hillary Clinton und ihre Anhänger. Gerne hätte die Kandidatin am Donnerstag gesprochen, um die Nominierung ihrer Partei anzunehmen. So blieb ihr nach der verlorenen Vorwahl nur der 20-minütige Prime-Time-Spot am Dienstag vorbehalten. Allerdings hätte dieser 26. August nicht symbolbeladener sein können, ist er doch der offizielle der Tag der Gleichberechtigung und der 88. Jahrestag der Einführung des Frauenwahlrechts in den USA.
Auch wenn Michelle Obama noch in ihrer Rede am Montag deutlich gemacht hatte, dass die viel beschworene gläserne Decke für Frauen in den USA durch Clinton und ihre Kampagne 18 Millionen Sprünge bekommen habe, so blieb doch ein fader Beigeschmack bei vielen Hillary-Unterstützern übrig. Sie dachten sicherlich: „Sprünge sind ja schön, aber Barack Obama verhinderte, dass die Decke komplett gesprengt worden ist.“ Nun zu Clintons Rede. Sie machte alles richtig. Die Ex-First Lady gab eine eindrucksvolle Unterstützungserklärung für Obama ab („Obama is my candidate“). Sie machte deutlich, dass es ab jetzt um mehr geht als um ihre Person, ergo: um die richtigen Problemlösungen für das Land ("Whether you voted for me, or voted for Barack, the time is now to unite as a single party with a single purpose. And you haven’t worked so hard over the last 18 months, or endured the last eight years, to suffer through more failed leadership”). Gleichzeitig griff Clinton das Duo John McCain und George W. Bush frontal an („it is hard to tell them apart“). So weit, so gut. Was den geschulten Beobachter aber ins Mark traf, war die Qualität von Clintons Rede. Jetzt erst, nach der bitteren Niederlage gegen Obama, scheint sie ihre Stimme gefunden zu haben. Wie weggeblasen schienen die künstlich wirkenden Auftritte der Sachpolitikerin, die auf ihre Stärke und Erfahrung setzte und dabei die emotionale Ansprache der Wähler vergaß. Hillary war witzig, rhetorisch auf der Höhe, Gestik und Mimik passten, sie war einfühlsam und bissig zugleich. In der Tat schien sie wie verwandelt. Eine Frage hat viele Zuhörer an diesem Abend sicher beschlichen: What if? Was hätte möglich sein können, wenn sie von Anfang an so aufgetreten wäre? Hier die komplette Rede in drei Teilen: Teil 1: Teil 2: Teil 3:
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
14:23
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Barack Obamas Fernsehspot “Book”Donnerstag, 14. August 2008
Das neue Video der Obama Kampagne greift McCains Ölpolitik und seine Haltung zum Irak an.
Auf dem Blog MYDD lobt Jonathan Singer dieses Video, weil es anspricht, dass der Krieg im Irak die amerikanische Wirtschaft lähmt. Singer beklagt aber zugleich, dass es nicht weit genug geht. Es versäumt aufzuzeigen, dass die irakische Regierung am Jahresende 79 Milliarden US$ Überschuss verzeichnen könnte. Diese Fakten sollten aus seiner Sicht vor allem deshalb ausgesprochen werden, weil der amerikanische Haushalt ein historisches Defizit erreicht hat. Dagegen mutet Obamas Forderung nach besseren Schulen als das Gegenteil von McCains Irakpolitik in diesem Video ein wenig deplaziert an. Diese 1,5 Sekunden hätte man vielleicht auch einfach weglassen können, um sich auf ein Thema zu konzentrieren. Je präziser ein Werbespot ist, umso besser. Obama als Antichrist?Dienstag, 12. August 2008
Eine neue Strategie der Republikaner versucht mit rhetorischen, visuellen und audiovisuellen Mitteln Obama als Antichristen zu stilisieren. Ein Instrument dafür war der T-Shirt Wettbewerb anlässlich von Obamas World Tour 2008, von dem ich in der letzten Woche berichtet habe.
Bahnhofsmission Bonn ![]() T-Shirt Wettbewerb Noch tiefgründiger sind die Beobachtungen des TechPresident Bloggers Micah L. Sifry, der in dem Video "The One", eine zweite Ebene entdeckt. Auf den ersten Blick scheint McCain die messianische Inszenierung Obamas und die Menschenmenge, die sich um ihn versammelt hat, zu belächeln. Die linke christliche Organisation Matthew 25 entdeckte jedoch eine weitere Lesart dieses Videos, das voller versteckter Botschaften ist und Obama als Antichristen bezeichnet. Danach bezieht sich das Video auf die Left Behind-Serie, einer Reihe von Bestseller-Romanen, die von 44 Millionen Amerikanern gelesen wurde und in denen das Ende der Welt beschrieben wird. Die McCain-Kampagne hat hier nicht etwa einen Praktikanten ein Video drehen lassen, sondern ganz professionell Zitate aus den Romanen ausgewählt und die Rolle des Antichristen, die im Buch ein gewisser Nicolae Carpathia inne hat, in Bezug mit Obama gesetzt. In der Left-Behind-Reihe gründet der Protagonist Nicolae Carpathia die Weltreligion THE ONE. Er beginnt seine Karriere als junger sympathischer Senator, der mit Hilfe des Satans aufsteigt und seine Botschaft von Einheit, Hoffnung und Frieden verbreitet. Kein Zufall also, dass McCains Kampagne das Video über Barack Obama auch „THE ONE“ betitelt? Zu diesem Thema lohnt sich auch ein Blick auf GodTube, der religiösen Alternative zu YouTube.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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11:50
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Paris Hilton antwortetMontag, 11. August 2008
Am vergangenen Montag habe ich über das Celebrity-Video von John McCain berichtet, das Barack Obama in einer Reihe mit Stars wie Paris Hilton zeigt, um am Ende zu fragen: „Is he ready to lead?“ Das Video kritisiert außerdem Barack Obamas Energiepolitik, die Off-Shore-Bohrungen nach Öl ausschließe. Da Bilder von Paris Hilton offenbar ohne ihr Einverständnis in den Wahlkampfsspot geschnitten wurden, meldet sich das It-Girl nun in einem eigenen Video zu Wort, das auf der Website Funny or Die veröffentlicht wurde. Darin nennt sie McCain den ältesten Cebrity Amerikas und untermalt ihre Beobachtung mit wenig schmeichelhaften Bildern.
Ihre Mutter Kathy Hilton hatte bereits am Sonntag in der Huffington Post verkündet, dass sie von McCains Celebrity Video nichts halte:
Es wäre nun interessant zu hören, wie sie das Video ihrer Tochter beurteilt. McCains Pressesprecher Tucker Bounds hat das Video, das seinen Kandidaten nicht gerade ins beste Licht stellt, bereits gegenüber der TMZ kommentiert. Er meint, dass Hilton den gleichen Ansatz zur Lösung der Energiekrise forciere wie John McCain und fügt an, sie hätte den besseren Energieplan als Barack Obama. Berlin im McCain-Spot(t)Montag, 4. August 2008
Die Bilder von Barack Obama vor der Siegessäule in Berlin sind uns noch in wacher Erinnerung. Vor allem die 200.000 Zuschauer haben den Eindruck von Obama als Pop-Star hinterlassen, der zunehmend das Image des charismatischen US-Präsidentschaftskandidaten prägt. Dieses Image zu demontieren, hat sich John McCain zum Ziel gemacht. Er benutzt Bilder des Obama-Auftritts in Berlin, um Anti-Campaigning zu betreiben. In einem offiziellen TV-Spot der McCain Kampagne werden die Bilder aus Berlin gezeigt und mit dramatischer Filmmusik unterlegt. Während eine Off-Stimme verkündet “He is the biggest Celebrity in the World”, wird noch ein Bild von Paris Hilton dazwischen geschnitten, um den Politiker in die Riege der Nonsense-Stars zu reihen. Dann folgt die rhetorische Frage der Republikaner: “But is he ready to lead?”
Die Frage “Is he ready to lead” wird auch in dem offiziellen McCain Internet-Spot “One” gestellt, der Obamas Rhetorik der Einheit auf die Schippe nimmt und sich über die messianische Sprache des Kandidaten mokiert: “Do you see the light?” Alle Berliner, die sich in den letzen Tagen auf den Titelblättern der Zeitungen wähnten und sich in den Fotos der Menschenmenge gesucht und eventuell gefunden haben, können nun in John McCains “Celebrity” Video weiter recherchieren. Wer sogar von der amerikanischen “Presse” zu Barack Obama befragt wurde, taucht eher in dem TV Spot “Obama Hasselhoff 2008” auf, das nicht nur Obama, sondern auch die Berliner durch den Kakao zieht. So berichtet ein Befragter, dass seine “marxistischen Freunde” in den USA Obama unterstützen. Ein anderer zieht einen Vergleich zu Che Guevara. Die Ästhetik des Videos nimmt Bezug auf den Lichtkranz, der zum Bildrepertoire der Obama-Kampagne gehört, und mixt ihn mit flackernden Neonfarben und Techno-Sound. Außer dem Image von Berlin als Zentrum der Techno-Szene, wird mit der Vorliebe der Deutschen für David Hasselhoff gespielt, die auf Amerikaner sehr komisch wirkt. Für die Schlussszene wurde noch Leonardo di Caprio ausgegraben, der in dem Film “Titanic” am Schiffsbug steht – in diesem Fall wurde Obamas Kopf auf den Promi-Körper montiert, er ruft: “I am king of the world!” Obamas Video-TeamMontag, 28. Juli 2008
Als „Geschichtsdokumentation in Echtzeit“ bezeichnet die TechPresident-Bloggerin Nancy Scola die Leistung von Barack Obamas Videoteam. Dahinter steckt jedoch mehr, denn außer der reinen Dokumentation von Events und Wahlkampfauftritten arbeitet ein Team von 50 Mitarbeitern daran, dass der Kandidat aus der richtigen Perspektive betrachtet wird. Arun Chaudhary ist Leiter der Video-Produktion für die Obama-Kampagne. Er sorgt - wie in dem Artikel „Campaigning Online“ beschrieben - dafür, dass mittels Schnitt, Kameraeinstellung und Montage Obama mit den Augen der Demokraten gesehen wird.
Die Verbreitung der Filme im Web 2.0 organisiert Chris Hughes, einer der Facebook-Gründer, der jetzt für soziale Netzwerke in der Obama-Kampagne zuständig ist. Arun Chaudhary verließ für den Wahlkampf seinen Job als außerordentlicher Professor für Film an der NYU. Jetzt produziert er Videos von öffentlichen Veranstaltungen, über Einzelinterviews bis zu Aufnahmen, die hinter die Kulissen führen. Diese kreativen Filme beleben BarackObama.com und einen YouTube-Kanal. Das New Media-Team der Obama-Kampagne kostet einen beachtlichen Teil des Budgets, aber es macht sich durch die crossmediale Nutzung bezahlt. Arun Chaudhary sagt: Die Kampagne hat die Medienabteilung als zu wertvoll eingestuft, als dass sie ein kreatives Risiko eingehen wollte. Als er von der Kampagne abgeworben wurde, sagte man ihm: „You can learn politics, you can learn how to navigate these worlds. But you can’t learn the trades very quickly.“ Der Film-Profi hat die Welt der Politik schnell verstanden und ist nicht ganz ohne Selbstironie in sie eingetaucht. In diesem Video, das zu einer Obama-Demo in New York aufruft, zeigt er sein Talent und gibt dem Genre Polit-Video einen neuen Stil.
Obama in Berlin – McCain in German VillageMontag, 28. Juli 2008
Mit scharfer Rhetorik attackiert der US-Präsidentschaftskandidat John McCain derzeit seinen Konkurrenten Barack Obama, während er selbst gerade Station in German Village, Columbus, Ohio machte. Dort traf er sich mit einer kleinen Runde deutscher Geschäftsleute zum Mittagessen in Schmidts’ Sausage Haus.
Im Zentrum seiner Kritik steht der Deutschlandbesuch Obamas am vergangenen Donnerstag und der am Folgetag abgesagte Besuch eines amerikanischen Militärkrankenhauses in Landstuhl. Obama ziehe einen „Haufen unterwürfiger Deutscher“ einem Besuch bei verwundeten Truppen vor, sagte McCains Sprecher Tucker Bounds am Samstag dem TV-Sender Fox News. Mit einem TV-Spot verbreitet McCain seine Attacke und meint, dass sein Gegner sogar Zeit hatte, es in die Sporthalle zu schaffen, aber leider nicht zu den Soldaten. An dieser Stelle hinkt der Vergleich ein wenig, da die Bilder, die dies untermauern sollen, aus Filmmaterial von Obamas Besuch bei den US-Truppen in Kuwait bestehen, mit denen er Basketball spielte.
Große Kunst im WahlkampfMontag, 21. Juli 2008
JibJab is back! Die Humorspezialisten, bekannt für satirisch-bissige Web-Videos, schalten sich wieder in den Präsidentschaftswahlkampf ein. Mit ihrem witzigen Film: „Time for Some Campaignin`“ haben sie einmal mehr einen Internet-Hit gelandet. Bekannt geworden ist die Gruppe mit ihrem Stück „This Land“, das der erste große virale Internet-Erfolg des Wahljahres 2004 war.
In ihrem neuen Video lassen die Macher nichts aus. George W. Bush, Dick Cheney, Hillary Clinton, John McCain und Barack Obama, sie alle bekommen ihr Fett weg. Die schönste Szene: Obama reitet auf einem Einhorn durch den Zauberwald des Wandels. Großartig! Sehen Sie selbst:
Blogeintrag von Maik Bohne
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10:55
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McCain entdeckt YouTubeDienstag, 8. Juli 2008
Die McCain-Girls haben die YouTube-Charts bereits seit Monaten erobert, seit einigen Tagen entdeckt auch John McCains Kampagne den Reiz des Video-Kanals.
Das Straight Talk Express-Video stellt einen der Tour-Busse vor, mit denen John McCain und sein Team wie eine Rock-Band durchs Land ziehen und zu seinen Wahlkampfveranstaltungen reisen. Einem kurzen Small-Talk mit dem Busfahrer, der schon zur „Familie“ gehört, folgt eine Besichtigung des Innenlebens. Küche, WC, Duschkabine ... es geht zu wie beim Campingurlaub, wenn John McCain sich auf den Weg macht, um mit den Menschen zu sprechen. Als weiteres intimes Detail wird Einblick unter die Motorhaube gewährt: 550 PS hat die Kampagne. Die Idee ist einfach und gut. Ein sportlicher Mitarbeiter im frisch gebügelten Hemd präsentiert den polierten, nicht minder sportlich wirkenden Straight Talk Express. Ohne großen technischen Aufwand wird eine persönliche Ebene aufgebaut und mit exklusiven Bildern eine neue Nähe zu John McCain hergestellt. Interessant ist auch, dass der nicht mehr ganz junge und athletische Kandidat selbst gar nicht in Erscheinung tritt. Sein Image wird über seine Mitarbeiter und die Volksnähe seines Gefährts generiert. Sicher bietet dieses Modell des Wahlkampf-Videos auch Anregung für deutsche Parteien, deren Wahlkampf-Budget nicht unbedingt ein professionelles Video-Team umfasst. „I’m voting like I never voted before...“Dienstag, 1. Juli 2008
Erinnern Sie sich an den Film Flashdance mit dem Song „Maniac“? „She’s a maniac on the floor – and she’s dancing like she’s never danced before“ Jetzt sind die McCain Girls zurück und tanzen in ihrem Video McCainiac
wie nie zuvor. Mit dieser satirischen Interpretation des Flashdance-Vorbilds, kehren die McCain Girls zurück. Durch „It’s Raining McCain“ haben sie bereits in den Vorwahlen großen Ruhm und fast 2 Millionen Klicks auf YouTube erreicht. Sie gelten als die konservative Antwort auf das Obama Girl, das im März 2007 das Genre des Polit-Musik-Videos einführte. Während Obama Girl im Pinup-Look und mit eingängiger Musik auftritt, besteht bei den McCain Girls keine Verwechslungsgefahr mit den üblichen Pop-Stars, im Gegenteil - sie persiflieren diesen Stil. Die Autorenschaft, so klärte kürzlich die New York Times, liegt bei dem Comedy-Team, das hinter der Website 23/6 steckt. Auch wenn sie in ihrem aktuellen Video „Vote McCain“ singen und wispern, so sind sie nicht als eindeutige McCain-Fans zu verstehen. Sie gestalten die Bildsprache und Liedtexte konsequent so ambivalent, dass der Betrachter nicht zwischen Ernst und Ironie zu unterscheiden vermag. Spätestens in der Schluss-Sequenz des Videos wird dies offenbar, denn mit Augenklappe und Armprothese mutiert McCain zur Rakete. In dieser Konfrontation von Tänzerin und Robotor wird gleichsam das Spiel von Vitalität und Morbidität auf die Spitze getrieben. YouTube richtig nutzen – Obama vs. BeckMittwoch, 25. Juni 2008
Der Hype um Barack Obamas Internetauftritt, um seine viralen Fähigkeiten und Facebook-Gemeinde ist groß. Er ist aber vor allem eines: Berechtigt! Kürzlich fand ich eine Botschaft von Barack in meinem Postfach. Er wollte ein Video mit mir teilen, das ihn bei einer Rede vor seinem Wahlkampfteam zeigt. In dieser Ansprache geht es emotional zu. Obama bedankt sich für die Erfolge, schwört sie ein auf neue, große Taten.
Wichtiger ist aber die Machart des Videos. Es zeigt die Kraft der wohl dosierten Authentizität. In Zeiten des Web 2.0 ist es fatal, das Internet als Fortsetzung des Fernsehens mit anderen Mitteln zu betrachten. Inhaltsschwere Politikeransprachen direkt in die Kamera, womöglich in steriler Umgebung, hinter dem Schreibtisch oder vor einer austauschbaren weißen Wand, strafen die meisten Internetnutzer mit Verachtung. Ein solches Format passt nicht zum Medium Internet, das nach Offenheit und Teilhabe giert; das sich absetzen möchte von der Einbahnstraßenkommunikation des Fernsehzeitalters. Zurück zu Obama: Mitarbeiter drehten seinen Auftritt aus verschiedenen Winkel des Raumes. Bewusst ruckeln und wackeln die Bilder ein bisschen. Obama wird kaum von vorne gezeigt, er ist zumeist im Profil zu sehen, immer als Teil des Ganzen. Zum Vergleich ein Auftritt von Kurt Beck auf dem neuen YouTube-Kanal der Sozialdemokraten: SPD.Vision. Okay, Beck ist kein Barack, das sei an dieser Stelle angemerkt. Dennoch können die Unterschiede in der Herangehensweise an Web-Videos kaum größer sein. Es gibt noch viel zu tun für deutsche Parteien, sich mit der neuen Technik anzufreunden. Mein Tipp: Packt es an! Jetzt! Vernetzter WahlkampfFreitag, 20. Juni 2008
Facebook, YouTube, Blogs… das sind die innovativen Begriffe des US-Wahlkampfes anno 2008. Das Internet ist in aller Munde, kein Wahlkämpfer kommt mehr an diesem Meta-Medium vorbei. Kürzlich hat das Pew Research Center deshalb eine neue Studie zur Internetnutzung im Präsidentschaftswahlkampf veröffentlicht. Die wichtigste Botschaft: Das Netz hat sich in den USA fest etabliert als bedeutender Raum für politische Informationen und Aktionen.
Erstaunliche 46 Prozent der Amerikaner nutzen das Internet, um sich über die Kampagnen zu informieren, um Gedanken über die Kandidaten auszutauschen und um zu mobilisieren. Diese Zahl ist deutlich höher als zu einem vergleichbaren Zeitpunkt in den Wahljahren 2004 (31%) oder 2000 (16%). Internetnutzung im Wahlkampf steigt aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Diejenigen, die im Netz auf der Suche nach politischen Informationen sind, nutzen es intensiver als zuvor. 35% der Nutzer haben sich bereits ein Web-Video der Kandidaten angeschaut, 10% sind auf sozialen Netzwerkseiten politisch aktiv, 8% haben bereits online Geld an einen der Kandidaten gespendet. Die Pew-Studie belegt, dass es vor allem jüngere Menschen sind, die das Internet für politische Zwecke nutzen. Da Jungwähler tendenziell stärker zu demokratischen Kandidaten tendieren, überrascht es nicht, dass Anhänger der Demokraten spürbar aktiver im Netz sind als ihre republikanischen Pendants. Die Differenzen sind nicht groß, aber erkennbar. Demokraten nutzen öfter soziale Netzwerkseiten (36%-21%), schauen häufiger Web-Vidoes (51%-42%) und informieren sich intensiver über die Kandidaten (36%-21%) als Republikaner. Wie zu erwarten war, sind die Anhänger Obamas so netzaktiv wie keine andere Gruppe. 74 Prozent der Obamaniacs nutzen das Internet, um sich politisch zu informieren, 17 Prozent haben bereits online gespendet, 14 Prozent haben eine eigene Gruppe auf sozialen Netzwerkseiten wie Facebook oder MySpace eingerichtet. Obwohl die Zahl derer steigt, die sich im WorldWideWeb bewegen, meldet eine große Zahl von Nutzern Zweifel an den Informationen im Netz an. 60 Prozent der Befragten sagten, dass das Internet voll von falschen Informationen und Propaganda sei. 35 Prozent meinten, das Internet sei ein Ort für extreme Ansichten und politische Schreihälse.
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