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Zur Zeit bestimmt die Finanzkrise die Schlagzeilen und damit auch den Wahlkampf. Obamas Kampagnenmacher verlieren bei all dem Trubel aber nicht den Blick für das Wesentliche. Ein wichtiger Baustein in Obamas Kampagne ist es, mehr Wähler in den politischen Prozess zu bringen. In den USA ist dies gleichbedeutend mit der Intensivierung der Wählerregistrierung. Wir erinnern uns. In den Vereinigten Staaten gibt es kein automatisches Wahlrecht. Nur, wer sich im Vorfeld der Abstimmung als Wähler registriert hat, wird zum Urnengang zugelassen.
Barack Obama hat nicht nur ein neues Portal voteforchange.com geschaffen, auf dem man sich online für die Wahl registrieren lassen kann, sondern er wirbt auch auf Webseiten (s. unten) massiv für die „Register to Vote“-Kampagne. In diesem Falle hat uns das Geo-Targeting-System als Surfer aus dem Ausland identifiziert. Deswegen bekommen wir den Hinweis „Don´t miss the deadline to vote from abroad.“ Sehr interessant.
Obama als Antichrist?Dienstag, 12. August 2008
Eine neue Strategie der Republikaner versucht mit rhetorischen, visuellen und audiovisuellen Mitteln Obama als Antichristen zu stilisieren. Ein Instrument dafür war der T-Shirt Wettbewerb anlässlich von Obamas World Tour 2008, von dem ich in der letzten Woche berichtet habe.
Bahnhofsmission Bonn ![]() T-Shirt Wettbewerb Noch tiefgründiger sind die Beobachtungen des TechPresident Bloggers Micah L. Sifry, der in dem Video "The One", eine zweite Ebene entdeckt. Auf den ersten Blick scheint McCain die messianische Inszenierung Obamas und die Menschenmenge, die sich um ihn versammelt hat, zu belächeln. Die linke christliche Organisation Matthew 25 entdeckte jedoch eine weitere Lesart dieses Videos, das voller versteckter Botschaften ist und Obama als Antichristen bezeichnet. Danach bezieht sich das Video auf die Left Behind-Serie, einer Reihe von Bestseller-Romanen, die von 44 Millionen Amerikanern gelesen wurde und in denen das Ende der Welt beschrieben wird. Die McCain-Kampagne hat hier nicht etwa einen Praktikanten ein Video drehen lassen, sondern ganz professionell Zitate aus den Romanen ausgewählt und die Rolle des Antichristen, die im Buch ein gewisser Nicolae Carpathia inne hat, in Bezug mit Obama gesetzt. In der Left-Behind-Reihe gründet der Protagonist Nicolae Carpathia die Weltreligion THE ONE. Er beginnt seine Karriere als junger sympathischer Senator, der mit Hilfe des Satans aufsteigt und seine Botschaft von Einheit, Hoffnung und Frieden verbreitet. Kein Zufall also, dass McCains Kampagne das Video über Barack Obama auch „THE ONE“ betitelt? Zu diesem Thema lohnt sich auch ein Blick auf GodTube, der religiösen Alternative zu YouTube.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
11:50
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Virale Videos bestimmen den US-WahlkampfDienstag, 17. Juni 2008
Virale Videos werden zur schärfsten Waffe im US-Präsidentschaftswahlkampf, denn sie bringen den Zeitgeist auf den Punkt. Sie fangen einen Moment ein und brennen diese Stimmung in das kollektive Gedächtnis der Wähler. In den Vorwahlen bot das Hillary 1984-Video den Auftakt und erreichte in kürzester Zeit Millionen Klicks auf You Tube. Die Message war einfach: Hillary gehört zum Establishment – Obama bedeutet "Change". Damit wurde das Video zum prägendsten “Virus” der Vorwahlen. In dieser Woche wurde I Am Voting Republican, das erste Video des Präsidentschafts-Wahlkampfes, mit über einer Million Klicks bei YouTube zum neuen Star am Video-Himmel. Der zynische Humor dieses Clips scheint zu überzeugen. So sieht man nicht nur einen Soldaten, der sagt: “Ich wähle die Republikaner, damit ich im Irak bleiben kann”; sondern auch einen kleinen Jungen mit Maschinengewehr, der fortführt: “Ich wähle die Republikaner, damit ich in den Iran kann.”
Auf einer ironischen Website liefern die Produzenten Hintergrundinformationen. Warum dieses Video den US-Wahlkampf prägen wird, erklärt Liza Sabater bei TechPresident: 1. Es definiert klar den Kandidaten, den es zu schlagen gilt. 2. Es benennt genau die Gründe, die gegen den Konkurrenten sprechen. 3. Es nutzt die kognitive Kraft der Satire, um die “schlechten Nachrichten” in positiver Weise zu transportieren. 4. Es hat die erste Schwelle der Akzeptanz rasant übersprungen. Strategisch gilt “I Am Voting Republican” als besonders wertvoll, da es vornehmlich die Clinton-Unterstützer anspricht, die bereits angedroht hatten, lieber konservativ zu wählen als Obama ihre Stimme zu geben. Die Kommentare bei der Huffington Post zeigen, wie brilliant die Ironie des Videos wirkt. Es löste gleich eine Kettenreaktion von bereits mehr als 200 Kommentaren aus. Hier eine kleine Auswahl:
Strategieseminar mit John McCainDonnerstag, 12. Juni 2008
Offenheit und Partizipation, das sind die Trendwörter des Präsidentschaftswahlkampfes 2008. Sich transparent geben, Menschen in die Kampagne einbeziehen. Darum geht es. Obama gab diesen Trend vor. McCain folgt. Die neueste Innovation des „Mac“: Kampagnenmanager Rick Davis schickte kürzlich ein Web-Video über den Verteiler, das Einblicke in die Strategie McCains gewährt.
In einer ca. 15-minütigen PowerPoint-Präsentation gibt Davis seine Einschätzungen über das Rennen zwischen McCain und Obama ab. Zunächst bemerkt er, was selbst die überzeugtesten Parteigänger der Republikaner schon wissen: Das politische Klima ist für die Grand Old Party (GOP) so schlecht wie selten in der jüngeren Geschichte der USA. So weit so gut. Die Konsequenz für McCain: Er muss seine Strategie zuallererst auf die Mitte, die Wechselwähler, die Unentschlossenen ausrichten. Vorbei sind die Zeiten, als Karl Rove mit reiner Basismobilisierung Wahlen gewinnen konnte. O-Ton Rick Davis: „No longer can a Republican candidate win by running up the score with our base voters”. McCain kommt als Person gut an beim Wahlvolk, vor allem bei den Independents. Seine Umfragewerte liegen deutlich über denen seiner Partei (Angela Merkel lässt grüßen). Die Strategie McCains wird es sein, sich als Kandidat aus der Mitte des Volkes zu präsentieren. In einem immer noch mitte-rechts-denkenden Land geriert sich der politische Haudegen und Kriegsheld als „in touch“ mit den Amerikanern, ohne die Gelegenheit zu verpassen, Obama als zu liberal, zu elitär, zu abgehoben darzustellen. Beruhigt können die Strategen der GOP sein über die inhaltliche Ausrichtung der Kampagne. John McCain hat erkannt, dass es bei dieser Wahl primär um Wirtschaft und Arbeit geht, um die sog. „pocketbook issues“, die Davis besonders hervorhebt. Interessant ist der organisatorische Teil der Präsentation. McCain schafft eine neue, schlanke Kampagnenstruktur, die sehr dezentral angelegt ist, mit insgesamt zehn Regionalmanagern, die nahezu alle Freiheiten in den Bereichen Fundraising, Kommunikation und Wählermobilisierung haben. Dies bedeutet eine erstaunliche Abkehr von den Zentralisierungstendenzen republikanischer (Partei-)Organisationen in den letzten Jahren. Dennoch wird deutlich, dass McCain die Partei braucht. In seiner Präsentation führt Davis die Gelder von McCain und des Republican National Committee (RNC) geschickterweise zusammen auf. Das kann man so machen. Es bedeutet aber, dass die Parteiorganisation zu einem zentralen Element der Kampagne aufsteigen wird, insbesondere in den Bereichen Get-Out-The-Vote (GOTV), Wählertargeting und TV-Spots. Hier geht es zur Präsentation von Rick Davis. Viel Spaß beim Strategieseminar! Als Bonus hier noch der neueste TV-Spot von John McCain mit dem Titel “Safe“.
E-Mail von John McCainFreitag, 23. Mai 2008
Wer noch etwas Platz in seinem E-Mail-Fach hat, sollte sich bei Barack Obama und John McCain auf den Online-Verteiler setzen lassen. Zwar wird man dann alle zwei Tage mit einer elektronischen Nachricht der Kandidaten beglückt, man lernt aber viel über den unterschiedlichen Zugang, den die Kandidaten zum Online-Campaigning haben.
Obamas E-Mails sind immer kurz, immer auf den Punkt geschrieben. Die Botschaft der Nachricht ist klar, nach fast jedem Satz kommt ein Absatz. Videos sind genauso integriert wie ein dezenter, aber gut zu findender Spendenbutton. John McCains elektronische Post ist das komplette Gegenteil. Pattrick Ruffini von TechPresident fasste den Charakter von McCains E-Mails als „Tolstoy in My Inbox“ treffend zusammen. In der Tat wird man vom Inhalt förmlich erschlagen. In epischer Breite bringen McCain oder sein Wahlkampfmanager Rick Davis ihre Anliegen vor. Die E-Mails sind viel zu lang, die Zeilendichte ist katastrophal. Das hier abgebildete Beispiel zeigt, wo die Dinge im Argen liegen. Erst nach elf Abschnitten und 597 Wörtern findet man den ersten Link. In Zeiten von Blackberrys und überbordendem Spam fast schon eine Todsünde.
Der Hinweis „From the Desk of…“ ist übrigens ein Stilmittel, dass man in den 1980er und 1990er Jahren gerne in Direct Mailings eingesetzt hat. Ein weiterer Beweis dafür, dass die McCain-Kampagne den Sprung ins digitale Zeitalter noch nicht ganz geschafft hat. And the winner is ... „Obamacan“Dienstag, 20. Mai 2008
Die Gewinner des MoveOn-Videowettbewerbs sind bekanntgegeben worden: David Gaw und Lance Mungia produzierten das Video „Obamacan“. Wie man „Obamacan“ übersetzt, zeigt das Urban Dictionary. Es handelt sich dabei um ein Wortspiel aus den Namen des Kandidaten Obama und der Bezeichnung „Republican“ für Anhänger der konservativen Partei.
In „Obamacan“ erzählt ein Veteran, der jahrelang republikanische Kandidaten unterstützt hat, dass er voll hinter Barack Obama steht und ihn wählen wird. Die Prämierung dieses Videos gilt strategisch als brillianter Schachzug der MoveOn-Jury, da der Werbefilm sich an republikanische Wähler richtet, die sich zwischen Obama und John McCain noch nicht entschieden haben. Mit über 400.000 Clicks erreichte der Spot bereits enorme Aufmerksamkeit auf YouTube und wird nun auch in den Staaten Ohio, Colorado, and Wisconsin im US-Fernsehen ausgestrahlt. Laut Politico stehen dafür 200.000$ zur Verfügung. Wie die Kommentare im Politico-Blog zeigen, hinterlässt der Spot bereits erste Spuren bei Republikanern. So fragt EDFromNH die Obama-Kampagne, ob sie auch Buttons mit der Aufschrift „Republicans für Obama“ zur Verfügung stellen… Es lohnt sich auch ein Blick auf die anderen prämierten Videos des Wettbewerbs unter obamain30seconds.org.
Blogeintrag von Ute Pannen
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11:52
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Luft wird dünner für HillaryDonnerstag, 10. April 2008
Schlechte Nachrichten ist die Clinton-Kampagne mittlerweile gewöhnt. Doch was die Umfrage der Quinnipiac-Universität zu Tage brachte, geht ans Eingemachte. Hillary Clintons Vorsprung in Pennsylvania schmilzt wie das Packeis am Nordpol. Sie liegt derzeit nur noch mit 6 Prozentpunkten vor Barack Obama, also knapp an der Grenze zum psychologisch wichtigen statistischen Fehlerbereich (margin of error). Clinton kommt auf 50%, Obama auf 44%. Noch beunruhigender für Clinton: Obama schafft es erstmals, substantiell in die Wählerhochburgen der Senatorin einzudringen. Bei weiblichen Wählern liegt er nur noch 13 Punkte hinten, hier hat er vier Punkte innerhalb einer Woche aufgeholt.
Setzt sich dieser Trend fort, dann wird es für Clinton schwerer, ihr Durchhalten zu rechtfertigen. Sie braucht einen überzeugenden Sieg in Pennsylvania. Ansonsten wird sie von einer Welle von Forderungen nach einem Verzicht auf ihre Kandidatur überrollt werden. Clinton weiß, dass es um alles oder nichts geht. Deshalb startete sie (trotz knapper Kasse) kürzlich das, was die Amerikaner einen „media blitz“ nennen, einen intensiven TV-Wahlkampf mit einer Reihe von neuen Wahlkampfspots. Hier ein Spot mit Pennsylvanias politischem Urgestein, Gouverneur Ed Rendell:
Blogeintrag von Maik Bohne
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11:12
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Video-EffekteMontag, 10. März 2008
In der letzen Woche haben wir den Spot vorgestellt, mit dem Hillary Clinton erfolgreich in Ohio und Texas ihren Wahlkampf geführt hat. In der Zwischenzeit sorgte dieses Video für einige Reaktionen in der amerikanischen Öffentlichkeit:
Neben TV-Ausstrahlungen in Ohio und Texas brachte das Video über 150.000 Clicks auf YouTube. Aber Fernsehen und YouTube sind bei weitem nicht die einzigen Medien, die sich mit diesem Spot beschäftigt haben. Schnell brach in der Blogosphäre eine Diskussion aus, die thematisiert, ob Hillary Clintons Team Barack Obama in diesem Video schwärzer retuschiert hat, als er eigentlich ist.
Der Fernsehsender CNN fühlte sich motiviert, die Telefonszene des Videos aufzugreifen, in der die Frage gestellt wird, wen die Amerikaner sich im Weißen Haus wünschen, wenn um 3 Uhr morgens das Telefon klingelt. Die Botschaft des Videos ist klar, nur die fleißige und immer gegenwärtige Kandidatin Hillary Clinton ist in einer Gefahrensituation bereit. Dass CNN diese Szenerie ziemlich absurd findet, zeigte der Sender mit einer Meinungsumfrage unter seinen Zuschauern. Er rief auf, per Telefon abzustimmen: „Was vermuten Sie, wer ist der mürrischste Präsident, wenn er um 3 Uhr morgens durch einen Telefonanruf geweckt wird...“ Bevor diese Umfrage erste Ergebnisse aufwies, wurde schon der nächste Skandal aus dem Umfeld des Videos bekannt. Die Schauspielerin, die das schlafende Mädchen im Clinton-Werbespot darstellt, outet sich vor der Fernsehkamera als Obama-Unterstützerin, die sich schon auf verschiedenen Ebenen für die Kampagne des Konkurrenten engagiert hat. Warum sie dann überhaupt im Clinton-Video mitspielt, hat nur den einen Grund: Bei den verwendeten Aufnahmen von dem Mädchen handelt es sich um acht Jahre altes Filmmaterial, über dessen Verwendung sie selbst keine Kontrolle mehr hat. Aber sie würde gerne an einem Gegenvideo für ihren Favoriten Barack Obama mitwirken, lächelt sie unschuldig in die Kamera.Was auch immer der Wahrheit am nächsten kommt, eines steht fest, Werbespots und You Tube Videos sind zu Wahlkampfmedien geworden, die crossmedial ihre Wirkung entfalten.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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12:23
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Ritterschlag für BlogsDienstag, 11. September 2007Wer bis zuletzt daran zweifelte, dass Blogs im Wahlkampf eine wichtige Bedeutung erlangt haben, der ist nun eines Besseren belehrt. Denn die Online-Tagebücher sind im US-Wahlkampf jetzt auch rechtlich den Massenmedien gleichgesetzt. Das entschied die Bundeskommission, die in den USA für die Kontrolle der Wahlkampffinanzierung zuständig ist. Darüber berichtete auch Spiegel Online: „Die Federal Election Commission (FEC) entschied über zwei konkrete Fälle, in denen Blogger beschuldigt worden waren, am Gesetz vorbei Wahlkampf betrieben zu haben. Wahlkämpfer unterliegen in den USA bestimmten Einschränkungen, was die Finanzierung ihrer Aktivitäten angeht. Der konservative Blogger John Bambenek etwa hatte dem eher linksorientierten Blog Daily Kos vorgeworfen, für die Demokraten zu werben. Daily Kos nehme einerseits Geld für Werbung auf den eigenen Seiten, andererseits aber "schenke" das Blog-Angebot politischen Kandidaten "kostenlose Werbung und Mediendienstleistungen", weil dort Beiträge veröffentlicht werden, die einzelne Kandidaten unterstützen. Das hätte im Prinzip bedeutet, dass sich Daily Kos auf illegale - weil finanziell nicht offengelegte - Weise am Wahlkampf der Demokraten beteiligt. Die FEC widersprach nun: Die Aktivitäten von Daily Kos fielen exakt in den Ausnahmebereich, den das Gesetz für Medien vorsehe, so die Kommission.Laut sitemeter.com besuchen zwischen 14 und 24 Millionen Nutzer monatlich die Seiten von Daily Kos. Derweil machen sich die Konservativen Gedanken ob der Wunderwaffen im Netz, über die das demokratische Lager verfügt. Und ob man nicht ein konservatives Pendant zum Daily Kos benötige. Wenn man es schon nicht verbieten kann, dann sollte man es schließlich gekonnt imitieren. Doch die Ausgangslage für ein derart erfolgreiches konservatives Blog seien nicht gegeben, meinen die Kommentatoren hier und hier. “Conservative blogger Dean Barnett asks this interesting question in the Weekly Standard: Why isn't there a conservative version of liberal blogger Markos Moulitsas or his blog Daily Kos -- at least in terms of influence and power? Our quick answers to this question: 1) because the Republican Party is typically a top-down organization, which isn't necessarily a conducive environment for an uncontrollable blogger like Kos; and 2) the GOP has controlled the White House in these last six-plus years, and folks like Kos sprouted when the Democrats were out of power -- much like conservative radio flourishing during the Clinton years.”Wahlwerbung: Lobbyisten sind wieder im SpielFreitag, 29. Juni 2007
Die TV- und Radio-Wahlwerbung in den USA wird im kommenden Jahr einen Schritt zurück nach vorn machen. Am Montag erzielten die Republikaner vor dem Obersten Gerichtshof zwei wichtige Erfolge. Mit 5:4 Stimmen hat der Gerichtshof, mittlerweile wieder mehrheitlich konservativ besetzt, den Weg frei gemacht für die Rückkehr der TV- und Radio-Wahlwerbung, die durch Unternehmen und Gewerkschaften finanziert wird. Damit haben die Richter eine wichtige Regelung des Bipartisan Campaign Reform Act, im Sprachgebrauch der Wahlkämpfer „McCain Feingold Act“, der erst 2003 Gesetz wurde, wieder einkassiert – und den Republikanern eine Trumpfkarte zugespielt, sind doch die zahlungskräftigen Unternehmen zumeist im GOP(Grand old party)-Lager zu finden.
John G. Roberts, Sprecher der Supreme-Court-Richter, begründete die Entscheidung mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung im "First Amendment" zur US-Verfassung. Bisher war es Lobbies unmittelbar vor Wahlen verboten, TV- und Radiospots zu finanzieren. Nun gilt dieses Verbot nur noch für Einschaltungen, die eindeutig einen Kandidaten für ein öffentliches Amt bewerben – alle anderen Werbeformen sind erlaubt. Der McCain-Feingold-Act – wie es der Name verrät, angestoßen durch Senator John McCain – hatte 2003 wichtige Änderungen in der Wahlkampfunterstützung gebracht. Mit seiner Einführung wurde das Prinzip des „soft money“ durchbrochen. Dessen Existenz geht bereits auf die Auswirkungen des Watergate-Skandals 1974 zurück. Während des Watergate-Skandals war bekannt geworden, dass der Einbruch in das Hauptquartier der Demokraten, den Präsident Richard Nixon gebilligt hatte, mit illegalen Spenden finanziert worden war. Ähnliches sollte künftig ausgeschlossen werden. Seither müssen die Politiker die Namen ihrer Spender nennen, kein Bürger darf mehr als 1000 Dollar und kein Unternehmen mehr als 5000 Dollar pro Jahr an einen Kandidaten spenden, und die Spenden an Parteien zugunsten eines Kandidaten sind auf 20 000 Dollar pro Person begrenzt. Doch das System hat eine Lücke. Ein pfiffiger demokratischer Schatzmeister erfand 1980 das Soft-money-Prinzip. Mit "soft money" sind Gelder gemeint, die in unbegrenzter Höhe an Parteien fließen dürfen, um sie ganz allgemein zu stärken. Offiziell ist es zwar verboten, mit diesen Geldern einzelne Politiker direkt zu unterstützen, aber auf Umwegen war das durchaus möglich. So wurde etwa die so genannte thematische Fernsehwerbung damit bezahlt, in der zufälligerweise dieselben Aussagen verbreitet wurden, die der Kandidat machte. So wurde „soft money“ bis Anfang des 21. Jahrhunderst zu einem der wichtigsten Faktoren der Parteienfinanzierung. Bis der McCain-Feingold-Act diese Praxis abschaffte. Jetzt beginnt Anfang 2008 womöglich wieder eine alte, neue Zeitrechnung. Zwar wurde am Montag am Verbot des „soft money“ nicht gerüttelt, aber das darunter fallende Werbeverbot. Wie sich diese Umkehr nun auf die Parteienpraxis auswirken wird, darauf sind viele amerikanische Experten gespannt. 2003 hatten die Auswirkungen des neuen Gesetzes die Investitionen in Online-Wahlwerbung steigen lassen. Jetzt könnte es eine Rückverlagerung zu den alten Massenmedien geben. In der L.A.Times prophezeit ein Rechtsexperte bereits die Rückkehr der Corporations und Unions in den Wahlkampf: „The court's opinion "is a major victory for those who oppose campaign finance regulation," and it will lead to "a new proliferation of corporate- and union-funded campaigns ads in the 2008 election season," said Richard L. Hasen, a professor at the Loyola Law School in Los Angeles.”
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