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Für amerikanische Verhältnisse hat John McCain die Wahl gegen Barack Obama haushoch verloren. Aber auch der Senator aus Arizona hat seine Hochburgen, seine Horte der elektoralen Glückseligkeit. Zugewinne gegenüber 2004 verzeichnete er z.B. in der Appalachen-Gegend, die sich vom Südwesten Pennsylvanias über West Virginia bis hinunter nach Tennessee zieht.
Die Staaten, in denen er am besten abgeschnitten hat, liegen alle samt in den dünn besiedelten Teilen des Landes, das man gemeinhin als Heartland der USA bezeichnet. In Wyoming, Oklahoma oder Utah war nichts von der Obamania zu spüren. Hier gewann McCain im Schnitt mit über 30 Prozentpunkten Vorsprung.
Schaut man auf die einzelnen Kreise, dann findet man einige gallische Dörfer, die sich dem landesweiten Trend stur widersetzt haben. Das beste Ergebnis hatte John McCain in King County im Norden von Texas. Hier gewann er mit sagenhaften 88 Prozent (!) gegen Barack Obama. Laut Volkszählung aus dem Jahr 2000 leben in King County 365 Einwohner in 108 Haushalten, das macht 0,39 Menschen pro Quadratmeile. 94 Prozent der Bewohner sind weiß, immerhin 9 Prozent Latino und 1 Prozent African American. Die größeren Siedlungen haben dort so schöne Namen wie Guthrie, Grow oder Dumont. Der größte Wirtschaftszweig in King County? Rinderzucht.
Die Obama-KoalitionFreitag, 7. November 2008
Für Politikwissenschaftler ist diese Nachwahlphase ein Fest. Seit Jahren sind sie auf der Suche nach einer neuen realignment election, also einer Epoche machenden Wahl, bei der sich Wählerblöcke neu orientieren und sich die Machttektonik zwischen den Parteien massiv verschiebt. Es zu früh, diese Präsidentschaftswahl in eine solche Kategorie einzuordnen. Die ersten Daten aus den Nachwahlbefragungen verraten aber sehr interessante Trends.
Vorweg: Der Sieg Barack Obamas ist maßgeblich der aktuellen Wirtschaftslage geschuldet. Sie führte zu einem massiven Wechsel vieler Wähler in das demokratische Lager. Je schlechter die Bürger die Wirtschaftsentwicklung bewerteten, desto höher stiegen die Umfragewerte für Obama (s. Grafik). Unweigerlich erinnert man sich an die Flutkatastrophe 2002 in Deutschland, die Gerhard Schröder maßgeblich die Wiederwahl sicherte.
Insgesamt hat Barack Obama seinen Sieg aber einer sehr bunten, zukunftsfähigen Koalition von Wählern zu verdanken. Beginnen wir mit der Jugend. Selten gab es eine solch eklatante Spanne zwischen den Kandidaten im Segment der Jungwähler. Obama gewann die Gruppe der 18-bis 29-jährigen mit 34 Prozentpunkten (!) Vorsprung. Insgesamt wählten 11 Prozent des Elektorats zum ersten Mal. Diese Wähler waren mehrheitlich jung und farbig, sie gingen klar an Obama. Interessant auch die Werte bei jungen Latinos, von denen 76 Prozent den Demokraten wählten. Auch die Genderlücke ist wieder größer geworden. Frauen präferierten Barack Obama mehrheitlich gegenüber John McCain (56%-43%). Das ist ein deutlicher Zuwachs zu 2004. Diesen Vorsprung hat Obama vor allem allein stehenden (und oft auch allein erziehenden) Frauen zu verdanken, bei denen er einen Vorsprung von 41 Prozent gegenüber John McCain hatte. Auch bei Männern konnte Obama eine knappe Mehrheit erreichen. Auch wenn die Mehrheit der weißen Wähler für John McCain stimmte (43%-55%), so konnte Obama diesen Nachteil mit einem Zuwachs an minoritären Wählern wettmachen. Waren 90 Prozent der McCain-Wähler weiß, so hatte Obama eine buntere Zusammensetzung von Unterstützern. 61 Prozent seiner Wähler waren weiß, 23 Prozent schwarz, 11 Prozent Latino und 2 Prozent Asiaten. Insgesamt stimmten 95 Prozent der Afro-Amerikaner für ihn. Das ist ein Zuwachs von 7% gegenüber John Kerry in 2004. Bei Asian Americans hatte Obama einen Vorsprung von knapp 30 Prozent. Bedeutender ist jedoch der Stimmungswechsel bei den Latinos. Hatte George W. Bush es vor vier Jahren noch geschafft, viele (kulturell konservative) Hispanics mit einem ausgeprägten Wertewahlkampf ins Lager der Republikaner zu ziehen, so wanderten 2008 viele dieser Wähler zu den Demokraten. Obama konnte bei dieser überproportional wachsenden Bevölkerungsgruppe 23 Prozentpunkte gut machen. Sie bescherte ihm u.a. Siege in New Mexico und Colorado. Wichtiger Bestandteil der obamaschen Wählerkoalition waren zudem die affluenten, weißen, gebildeten Wähler in den Vororten der größeren Städte. Obama nahm diese Bastion des gemäßigten Konservatismus in vielen Teilen des Landes ein, egal ob im Norden Virginias oder im reichen Orange County in Kalifornien. Obwohl Obama im Wahlkampf offen zugab, Umverteilungspolitik betreiben zu wollen, holte er massiv bei Gutverdienern auf, die über 100.000 Dollar Jahreseinkommen haben (+8%). Diese Gruppe hatte George W. Bush 2004 noch klar für sich entschieden. Auch die Mehrzahl der besser Gebildeten im Land scheint vermehrt zur Demokratischen Partei zurückzukehren. Bei Wählern mit einem Master- oder PhD-Abschluss gewann Obama 18 Prozentpunkte dazu, auch die College-Absolventen gewann er knapp. Hinzu kommen die Arbeiter und Geringverdiener, die zwar mehrheitlich in den Primaries für Hillary Clinton gestimmt hatten, aber im Laufe des Hauptwahlkampfes – auch dank der effektiven GOTV-Kampagne der Gewerkschaften – zurück ins demokratische Lager gekommen sind. Das Bild lässt einen klaren Schluss zu. Barack Obama hat es geschafft, die demokratische Wählerkoalition massiv auszubauen. Ob er sie allerdings längerfristig in der Demokratischen Partei halten kann, bleibt abzuwarten. Immerhin hat er seiner Partei das Label „Zukunft“ anheften können. Die Republikaner werden dagegen mehr und mehr zur Partei der angry white men im Heartland und im Süden des Landes. Die einzigen Bezirke, in denen McCain dazu gewinnen konnte, waren strukturschwache Gegenden in den Appalachen. Das sagt einiges aus.
Blogeintrag von Maik Bohne
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Obama not amusedMittwoch, 16. Juli 2008
Der New Yorker ist ein feines, kleines, liberales Wochenblatt mit intelligenten Artikeln und geistreichen Kommentaren. Seine Titelseiten sind berühmt, weil sie bissig und kontrastreich daherkommen. Nun scheinen die Macher des Blattes die Schraube der Satire etwas zu weit gedreht zu haben. Auf dem neuesten Titel sind Barack Obama und seine Frau Michelle zu sehen.
Der Präsidentschaftskandidat mit Turban, Sandalen und einem afrikanischen Gewand. Seine Gattin mit überdimensionalem Afro, Tarnrock und Maschinengewehr. Im Hintergrund verbrennt gerade die amerikanische Flagge im Kamin, darüber prangt das Bild von Osama Bin Laden. Alle Gerüchte und Klischees über Obama und seine Frau scheinen in diesem Bild eingefangen worden zu sein. Und genauso wollte es der Chefredakteur des New Yorker, David Remnick, haben. Die Illustration vom bekannten Cartoonisten Barry Blitt sollte über das Vehikel der Satire deutlich machen, mit welch unverschämten Lügen sich Obama auseinandersetzen muss. Die meisten dieser Lügen kommen nie an die Oberfläche der massenmedialen Verwertung, kreisen aber per Internet durch die konservativen Teile des Landes. Das Team Obama hat deshalb extra eine eigene Webseite FightTheSmears.com eingerichtet, um diesem Problem Herr zu werden. Obama fand das Titelbild deshalb gar nicht komisch. Seine Kampagne bezeichnete es als geschmacklos und abstoßend. Auch John McCain sprang seinem Herausforderer bei und zeigte Mitgefühl für Obama. In der Tat ist das Cover nicht ganz ohne. Wie die neueste Umfrage von New York Times und CBS News zeigt, ist das Land geistig weiterhin gespalten. Schwarze und Weiße haben nicht nur unterschiedliche Auffassungen über Chancen und Gerechtigkeit in den USA, sondern auch über die beiden Präsidentschaftskandidaten. Obamas „Otherness“ ist nicht nur ein Vorteil in Zeiten des politischen Wandels, sondern leider auch der große Faktor X im Rennen um das Weiße Haus. Hier ein Video aus der NBC Today Show, in der der ehemalige Kongressabgeordnete Harold Ford zum Thema „New Yorker“ befragt wird. Der Afro-Amerikaner Ford, heute Leiter des Democratic Leadership Council, hatte im Senatswahlkampf 2006 selbst leidvolle Erfahrungen mit einer Schmutzkampagne machen müssen. Ein TV-Spot der Republikanischen Partei zeigte eine attraktive Blondine, die Ford daran erinnerte, mit ihr auf einer Party des Playboy-Magazins geflirtet zu haben. Ford hatte diese Party in der Tat besucht, die Blondine war jedoch vollkommen frei erfunden.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Washington Watch IIFreitag, 11. Juli 2008
Hier in Washington ist es genauso deutlich zu spüren wie in anderen Teilen des Landes. In Zeiten steigender Benzinpreise, einer kriselnden Wirtschaft, einer hartnäckigen Hypothekenkrise und dem militärischen Engagement im Irak wünschen sich die Menschen nichts Sehnlicheres als politischen Wandel.
Selten war ein Präsident so unpopulär, das Klima ist unterirdisch für die Republikanische Partei. Hätten die Republikaner nicht John McCain aufgestellt, dann könnten sie den Wahlkampf bereits ad acta legen. So aber bleibt es spannend. Es gibt in der Tat genug Szenarien, in denen McCain die Oberhand im Electoral College behalten würde. Denn es sei noch mal gesagt: Präsident wird nicht, wer die meisten Wählerstimmen im Land bekommt, sondern derjenige, der die Mehrheit der Wahlmännerstimmen (270) für sich gewinnen kann. Wir müssen also auf die einzelnen Bundesstaaten schauen. Zur Zeit liegt Obama in Schlüsselstaaten wie Ohio, Michigan oder Pennsylvania vorne. Diese Staaten haben aber eines gemeinsam: Eine große Zahl an weißen Arbeitern und weißer unterer Mittelschicht, die zwar ökonomisch in Richtung Demokraten tendiert, bei kulturellen und außenpolitischen Themen jedoch eher auf Seiten der Republikaner steht. John McCain hat in dieser bedeutenden Wählergruppe Chancen, mit seiner persönlichen Lebensgeschichte und seiner politischen Erfahrung zu punkten, sich als amerikanischer Held, als unabhängiger Kämpfer für das Gute zu präsentieren. Obama ist und bleibt gefühlte 3.000 Kilometer über dem Boden für diese Menschen. Man spürt, wie abgehoben und glatt er (noch) auf diese Wählergruppen wirkt. Er hat all das, was sie nicht haben. Einen Harvard-Abschluss, Eloquenz, Geld, ein schillerndes Starleben. Und er ist Afro-Amerikaner. Ein Punkt, den man leider nicht unterschätzen darf. Mike Podhorzer, leitender Stratege des Gewerkschaftsbundes AFL-CIO bringt all dies auf den Punkt, wenn er sagt: „People want change. But they don´t know if they want THAT much change.“ Bill Clinton war der letzte Demokrat, der bei weißen Wählern gut abgeschnitten hat. Dukakis, Gore, Kerry, sie alle verloren diese wahlentscheidende Gruppe deutlich. Clinton schaffte es ins Weiße Haus, der Rest bekanntlich nicht. Es bleibt spannend! Hier die neueste Battleground-State-Analyse von Brad Todd, einem der besten Wahlkampfexperten, den Amerika zu bieten hat:
Blogeintrag von Maik Bohne
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14:35
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Die Macht des TeamsMittwoch, 2. Juli 2008![]() Einen Tag der choreografierten Einheit nannte die New York Times den ersten gemeinsamen Auftritt von Hillary Clinton und Barack Obama. Nicht nur ihre Äußerungen, ihre Mimik, Gestik, Körpersprache, auch ihre Outfits waren an diesem Tag auf einander abgestimmt. „Unity is not only a beautiful place, it’s a wonderful feeling isn’t it?“ sagte Hillary Clinton und fügte an: „ I know what we start here in this field of unity will end on the steps of the Capitol when Barack Obama takes the oath of office.“ Mit diesen Worten lagen sich die vorherigen Rivalen in den Armen und winkten der jubelnden Menge zu. Was deutschen Beobachtern vielleicht unglaubwürdig erscheinen mag, scheint dennoch zu funktionieren. Zahlreiche „Hillary“- Plakate und –Rufe ragten aus der Menge. Die Demokraten sind noch gespalten in Hillary- und Obama-Fans. Um Clintons-Anhänger nicht an McCain oder die Passivität der Nicht-Wähler zu verlieren, muss Obama auf Einheit mit seiner vormaligen Konkurrentin setzen. Dabei geht es besonders um die Stimmen der weißen männlichen Arbeiterschaft, die bislang nur Clinton gewann. Vielleicht ist es auch gar nicht möglich einen Kandidaten so divers zu präsentieren und zu verbiegen, dass er allen Wählergruppen entspricht – ein Problem, das auch deutsche Kandidaten wie Kurt Beck teilen. Ein Blick auf Barack Obamas iPod-Playlist, die gerade in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde, zeigt dies:
Doch gerade diese weiße Arbeiterschicht und ihre musikalischen Vorlieben könnten wahlentscheidend sein. Die Ignoranz dieser Musikkultur wird von der Süddeutschen Zeitung als mutig empfunden. Es sieht ganz so aus, als würde Hillary Clinton demnächst ihre Vorliebe für Country-Musik bekannt geben... Vernetzter WahlkampfFreitag, 20. Juni 2008
Facebook, YouTube, Blogs… das sind die innovativen Begriffe des US-Wahlkampfes anno 2008. Das Internet ist in aller Munde, kein Wahlkämpfer kommt mehr an diesem Meta-Medium vorbei. Kürzlich hat das Pew Research Center deshalb eine neue Studie zur Internetnutzung im Präsidentschaftswahlkampf veröffentlicht. Die wichtigste Botschaft: Das Netz hat sich in den USA fest etabliert als bedeutender Raum für politische Informationen und Aktionen.
Erstaunliche 46 Prozent der Amerikaner nutzen das Internet, um sich über die Kampagnen zu informieren, um Gedanken über die Kandidaten auszutauschen und um zu mobilisieren. Diese Zahl ist deutlich höher als zu einem vergleichbaren Zeitpunkt in den Wahljahren 2004 (31%) oder 2000 (16%). Internetnutzung im Wahlkampf steigt aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Diejenigen, die im Netz auf der Suche nach politischen Informationen sind, nutzen es intensiver als zuvor. 35% der Nutzer haben sich bereits ein Web-Video der Kandidaten angeschaut, 10% sind auf sozialen Netzwerkseiten politisch aktiv, 8% haben bereits online Geld an einen der Kandidaten gespendet. Die Pew-Studie belegt, dass es vor allem jüngere Menschen sind, die das Internet für politische Zwecke nutzen. Da Jungwähler tendenziell stärker zu demokratischen Kandidaten tendieren, überrascht es nicht, dass Anhänger der Demokraten spürbar aktiver im Netz sind als ihre republikanischen Pendants. Die Differenzen sind nicht groß, aber erkennbar. Demokraten nutzen öfter soziale Netzwerkseiten (36%-21%), schauen häufiger Web-Vidoes (51%-42%) und informieren sich intensiver über die Kandidaten (36%-21%) als Republikaner. Wie zu erwarten war, sind die Anhänger Obamas so netzaktiv wie keine andere Gruppe. 74 Prozent der Obamaniacs nutzen das Internet, um sich politisch zu informieren, 17 Prozent haben bereits online gespendet, 14 Prozent haben eine eigene Gruppe auf sozialen Netzwerkseiten wie Facebook oder MySpace eingerichtet. Obwohl die Zahl derer steigt, die sich im WorldWideWeb bewegen, meldet eine große Zahl von Nutzern Zweifel an den Informationen im Netz an. 60 Prozent der Befragten sagten, dass das Internet voll von falschen Informationen und Propaganda sei. 35 Prozent meinten, das Internet sei ein Ort für extreme Ansichten und politische Schreihälse.
Obama mit VorsprungFreitag, 20. Juni 2008
Die neueste Umfrage von Washington Post und ABC News hält interessante Daten und Trends für den beginnenden Zweikampf zwischen Barack Obama und John McCain bereit. Das Wichtigste zuerst: 48 Prozent der Wähler würden sich derzeit für Obama entscheiden, 42 Prozent für McCain. Weitere Indikatoren deuten auf Vorteile für den jungen Senator aus Illinois hin. Es gibt aber auch Zahlen, die Obamas Team Kopfschmerzen bereiten sollten.
Das Land giert nach Wandel Die politische Stimmung in den USA steht eindeutig auf Wechsel. Die Zustimmungsraten für Präsident George W. Bush sind auf einem erneuten Tiefststand angelangt. Nur 29% der Befragten sind noch mit seiner Arbeit zufrieden, 68% stehen ihm ablehnend gegenüber (davon 54% sogar stark ablehnend). Erstaunliche 84% Amerikaner sehen das Land auf dem Weg in eine falsche Richtung, ein Allzeithoch. Fragt man Wähler nach ihren Parteipräferenzen für die Kongresswahlen, so entscheiden sich 52% für die Demokraten, nur 37% für die Republikanische Partei. Agenda ist günstig für Obama Das wichtigste Thema für die Wähler ist mit Abstand „Wirtschaft und Arbeitsplätze“ (33%), dahinter folgen „Irak“ (19%), „Krankenversicherung“ (8%) und „Energie“ (6%). Die Themen „Terrorismus“ (4%), „Steuern“ (2%), „Werte und Moral“ (2%) und „Kampf gegen den Terrorismus“ (2%) liegen vergleichsweise weit abgeschlagen dahinter. Beim Kernthema „Wirtschaft und Arbeit“ hat Obama einen deutlichen Kompetenzvorsprung von 16 Prozentpunkten vor McCain, ähnlich sieht es bei den Themen „Krankenversicherung“ (53-33), „Energie/Benzinpreise“ (50-30) und „Klimawandel“ (55-28) aus. Beim Thema „Irak“ geben die Befragten Obama ähnlich hohe Kompetenzen wie McCain (46-47). Nur bei den Punkten „Internationale Erfahrung“ und „Kampf gegen den Terrorismus“ liegt der politische Haudegen McCain vorne. Insgesamt sagen 60% der Wähler, dass Obama der Kandidat ist, der den nötigen Politikwechsel am Besten herbeiführen kann. McCain trauen dies nur 26% zu. Ein großes Plus in einem Wahlkampf, der von Wechsel und Wandel bestimmt ist. Mythos Obama lebt und motiviert Der teils erbittert geführte Zweikampf gegen Hillary Clinton konnte der positiven Sichtweise der Menschen auf Obama wenig anhaben. 63% haben eine positive Meinung von Barack Obama, nur 33% schätzen ihn negativ ein. Ein Traumwert für jeden Wahlkampfmanager! John McCains Zahlen (56-38) sind gut, die Mehrzahl der Wähler folgt Obamas Kandidatur jedoch enthusiastischer (55%) als McCains (45%). Obama hat zudem eine höhere Zahl an Festentschlossenen in seinen Reihen. 73% seiner Sympathisanten haben sich schon jetzt entschieden, ihre Stimme für ihn abzugeben. Von den 25% der unsicheren Obama-Kantonisten halten es nur 7% für wahrscheinlich, dass sich ihre Stimmung noch einmal ändern wird. Dagegen sind 31 Prozent von McCains Anhängern noch unschlüssig, ob sie dem „Mac“ ihre Stimme geben sollen, 17% davon halten einen Wechsel zu Obama sogar für wahrscheinlich. Ungemach inmitten positiver Daten Die Washington Post/ABC-Umfrage zeigt aber auch Schwachstellen Obamas auf. Bei den wichtigen Wählern der Mitte, den sog. Independents, liegen Obama und McCain weiterhin gleich auf. Obama scheint zudem Probleme zu haben, die Gräben innerhalb seiner Partei zu schließen. Nur acht von zehn Demokraten unterstützten Obama, McCain kann hingegen auf die Unterstützung von 90 Prozent der Republikaner bauen. Die Unzufriedenheit mit dem Ausgang des demokratischen Vorwahlkampfes sieht man auch bei der Frage nach einem möglichen Vizepräsidentschaftskandidaten für Obama. 46% geben an, dass er sich für Hillary Clinton entscheiden sollte. Alle anderen Kandidaten liegen abgeschlagen dahinter. Obamas größte Schwäche ist jedoch seine fehlende Erfahrung. Obwohl er sich politische Sporen im Duell mit Hillary Clinton verdient hat, haben sich seine Werte im Bereich „experience“ nicht verbessert. Nur 50 Prozent der Befragten gaben an, dass Obama die nötige Erfahrung besitzt für das Präsidentenamt, genauso viele wie im März. Ein klares Einfallstor für McCain. Campaigns will matter! Alles in allem bleibt das Rennen spannend. Die Kampagnen haben viel Arbeit vor sich. Das zeigen auch die Daten. Trotz eines langen, informationsgesättigten, zermürbenden Vorwahlkampfes geben über die Hälfte der Wähler an, wenig bis gar nichts über die Kandidaten und ihre Positionen zu wissen.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Jugendliches WahlverhaltenMittwoch, 28. Mai 2008
Das Internet hat die Schlagkraft des Fernsehens erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forschungsinstituts Greenberg Quinlan Rosner, in der das Medienverhalten der amerikanischen Jugend untersucht wurde.
Die Umfrage (PDF) richtete sich an die 18-29-jährigen. Im Zentrum stand die Frage, wie sich die Jugend über Politik informiert. Dabei stellt sich heraus, dass wenn es um den US-Präsidentschaftswahlkampf geht, die meisten Jugendlichen lokale TV-Nachrichten sehen und fast ebenso viele sich im Internet informieren. Erst danach folgt das landesweite Fernsehen, wie Fox, NBC, CBS und ABC, wenn es um tägliche oder mehrfach täglich genutzte Informationsquellen geht. Welche Webseiten dazu aufgerufen wurden, wurde ebenfalls ermittelt. Von 176 Befragten gaben 37 an, hauptsächlich über die Suchmaschinen von AOL, Yahoo, MSN oder Google zu recherchieren. An zweiter Stelle stehen Webseiten von TV-Nachrichtensendern wie zum Beispiel CNN, BBC, oder FoxNews. Politische Webseiten dagegen wurden nur von 5 Befragten aufgerufen, die Wahlkampf-Websites der Kandidaten von 7. Die Webseiten sozialer Netzwerke wie MySpace wurden auch nur von 7 Befragten besucht, um sich über Kandidaten zu informieren, Online-Blogs von nur einem Befragten. Das Fernsehen ist demnach immer noch das wichtigste Informationsmedium, aber nur, weil es auch im Netz mit Websites vertreten ist. Obamas Sieg… in ReichweiteMittwoch, 21. Mai 2008
Es muss ein gutes Gefühl für Barack Obama gewesen sein, zurückzukommen an einen Ort, der seine Kandidatur, vielleicht auch sein Leben, nachhaltig verändert hat. Keine Frage: Iowa war der Wendepunkt im Rennen gegen Hillary Clinton. Hier erzielte er seinen ersten Sieg, hier hielt er eine seiner besten Reden, hier zeigte er, dass er auch im Heartland der USA ein glaubwürdiger Kandidat ist.
Gestern verkündete Barack Obama in Des Moines, dass sein Sieg in Reichweite sei. Eine interessante Formulierung. In Reichweite? Gestern war klar geworden, dass er mit seinem Vorwahlsieg in Oregon und den nötigen Delegierten aus Kentucky die absolute Mehrheit der 3.253 „pledged delegates“ erreicht hat. Anders gesagt: Die Mehrheit der in Vorwahlen und Caucuses bestimmten Delegierten für den Parteitag ist ihm sicher. Da Obama aber noch nicht die nötige Anzahl von Superdelegierten hinter sich hat, wird er noch warten müssen auf den endgültigen Sieg gegen Hillary Clinton. Für die Ex-First Lady hatte Obama gestern nur Nettigkeiten im Gepäck. Er gratulierte ihr zu einem (überzeugenden) Wahlsieg in Kentucky und pries sie als erfahrene politische Kämpferin für das Gute in der Welt. Doch die Lobhudeleien dauerten nicht allzu lange. Schnell richtete Obama seinen Blick auf den Zweikampf mit John McCain. Zwei Argumentationslinien gegen McCain wurden gestern deutlich. Zum einen will Obama den Wettstreit mit dem 71-jährigen Senator aus Arizona zu einer Wahl zwischen Status Quo und Wandel machen, also zwischen Vergangenheit und Zukunft. Zum anderen versucht er, John McCains Image als unabhängiger, quer denkender Republikaner („Maverick“) einzureißen, indem er McCain so oft er kann mit dem Namen eines gewissen George W. Bush in Verbindung bringt. Was machte Hillary Clinton? Die gab sich gestern noch nicht geschlagen und feierte ihren überzeugenden Sieg in Kentucky mit dem Hinweis auf eine andere mathematische Begebenheit. Clinton erklärte, dass sie die Mehrheit der absoluten Wählerstimmen hinter sich habe, also die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen im Laufe der demokratischen Vorwahlen. Dies ist faktisch richtig, aber nur, wenn man ihre Siege in Michigan und Florida einbezieht. Die sind aber weiterhin wertlos, da sich das Democratic National Committee (DNC) bisher weigert, die Abstimmungen anzuerkennen. Zudem wäre ein Sieg bei der sog. „popular vote“ lediglich ein moralischer Erfolg. Was zählt, ist die harte Währung der Delegierten. Und in dieser Wertung liegt Obama eindeutig vorne. Die Zeichen stehen also, trotz allem mathematischen Hin und Her, klar auf Sieg für Obama. Immer mehr Superdelegierte kommen aus den Büschen, jeden Tag gewinnt er drei bis fünf Politiker aus dem Parteiestablishment für seine Sache hinzu. Das wird sich bald zu einer endgültigen absoluten Parteitagsmehrheit addieren, die er dann vielleicht in Springfield, Illinois feiern wird. Dem Ort, an dem seine bemerkenswerte Kampagne offiziell begonnen hatte. Bei all dem Jubel und der Begeisterung sollte Obama aber nicht vergessen, dass er weiterhin massive Probleme mit vielen Teilen der Wählerschaft hat. Die Niederlage in Kentucky zeigt einmal mehr, dass viele weiße, kulturell konservativere Wähler auf dem Land ein Problem mit dem als zu luftig und elitär stilisierten Obama haben. Auch bei Hispanics und älteren Wählern muss er gut Wetter machen, wenn er den Hauptwahlkampf gegen John McCain gewinnen will. Es bleibt wie immer … spannend.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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14:58
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Edwards für ObamaFreitag, 16. Mai 2008
Eigentlich wollte Hillary Clinton den Tag nach ihrem Sieg in West Virginia nutzen, um ihre Partei mit intensiver Medienarbeit davon zu überzeugen, dass ihre Kandidatur noch Chancen hat. Ihr Sieg in West Virginia mit 41 Prozentpunkten hatte ihr wieder Rückenwind im Vorwahlkampf gegen Barack Obama gegeben. Dieser Wind verkümmerte aber zu einem lauen Lüftchen, denn die Medien stürzten sich auf ein Ereignis, das viele Meilen von Washington, DC entfernt stattfand, im Chrysler-Werk in Grand Rapids, Michigan.
Hier trat Obama auf, um gutes Wetter bei weißen Arbeitern zu machen, sprich: bei seiner elektoralen Problemgruppe. Überraschend präsentierte er den 12.000 Besuchern einen neuen Unterstützer, der lange Zeit sein Rivale um die demokratische Kandidatur gewesen war: John Edwards. Clinton und Obama hatten sich intensiv bemüht, Edwards zu einer öffentlichen Unterstützungsbekundung für ihre Kandidatur zu überreden. Beide hatten sogar Hof gehalten in seinem Haus in North Carolina. Die Zeit des Sich-Zierens endete am Mittwoch mit dem Endorsement von John Edwards für Barack Obama. In seiner Rede pries Edwards den jungen Senator aus Illinois für seine Qualität, Amerika zusammenbringen zu können. O-Ton Edwards: “There is one man who knows in his heart that it is time to create one America — not two — and that man is Barack Obama”. Und dann folgte ein Satz, der Hillary Clinton sicher erstarren ließ: “ "The reason I am here tonight is that the voters have made their choice, and so have I." Ein klareres Signal an die Ex-First-Lady konnte Edwards nicht senden. Dennoch hatte er für die Senatorin auch Komplimente im Gepäck. Er lobte sie für ihre Beharrlichkeit und ihren Dienst für Amerika. Das war sicherlich auch ein Tribut an seine Frau Elizabeth, die sich intern für Hillary Clinton ausspricht und deshalb auch nicht mit nach Michigan gekommen war. Was bedeutet Edwards´ Endorsement für Obama? Zwei Dinge: Erstens wird John Edwards helfen, Obama mehr Glaubwürdigkeit bei weißen, ökonomisch benachteiligten Wählern zu verschaffen. Edwards war angetreten mit den Kernthemen Armut und universeller Krankenversicherung, die er mit populistischen Untertönen mischte. Er kam damit gut an bei Arbeitern und der unteren Mittelschicht. Das sah man zuletzt bei den Vorwahlen in West Virginia, bei der er sieben Prozent der Wähler gewann, ohne überhaupt noch im Rennen zu sein. Zweitens sendet Edwards öffentliche Unterstützung ein Zeichen an das Parteiestablishment, das heißt: „Es ist Zeit, sich hinter Barack Obama zu sammeln! Der Vorwahlkampf ist faktisch zu Ende.“
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Sieg für die MoralDonnerstag, 15. Mai 2008
Hillary Clinton hat den erwarteten Erfolg in West Virginia eingefahren. Sie schlug Barack Obama deutlich mit 41 Prozentpunkten Vorsprung (67-26%). Ein Sieg für die Moral der Clinton-Kampagne, mehr aber auch nicht. Denn trotz des guten Abschneidens im Mountain State hat die Ex-First Lady kaum noch Chancen auf die Nominierung der Demokraten. Roger Simon fragte in einem Kommentar auf Politico.com sogar schon überspitzt: „Hillary Wins – Does Anybody Care?“ In der Tat wird erwartet, dass sich Barack Obama bereits am 20. Mai zum faktischen Sieger der Demokraten erklären wird, wenn er (seinen Rechnungen zufolge) nach den Vorwahlen in Kentucky und Oregon uneinholbar bei den „pledged delegates“ vorne liegt.
Auch ein Blick in Obamas Terminkalender macht deutlich, dass seine Aufmerksamkeit hauptsächlich John McCain gilt. Nur sporadisch machte er in West Virginia Vorwahlkampf. Seine Kampagne führte ihn stattdessen nach Missouri, einem der wahrscheinlichsten „battleground states“ im November. In den nächsten Tagen wird er zudem Michigan und Florida bereisen, Staaten also, in denen er aufgrund von Restriktionen der Bundespartei noch nicht wahlkämpfen durfte, die aber für einen Sieg gegen John McCain unverzichtbar sind. Wir dürfen uns also allmählich mit einem Duell Obama-McCain anfreunden. Für diesen Zweikampf sind die Zahlen aus West Virginia allerdings nicht gerade erbaulich für Obama. Sein Problem mit weißen Arbeitern und Angehörigen der unteren Mittelschicht trat auch gestern wieder eklatant zu Tage. Er bekam dort kein Bein auf die Erde mit bodenständigen, ökonomisch benachteiligten Demokraten. Mit einer Klientel also, die im Wahlforscherjargon gemeinhin als „Reagan Democrats“ bekannt ist, weil sie trotz wirtschaftlich unsicherem Status zur kulturell konservativen Philosophie der Republikaner neigt. Auch zeigten die Nachwahlbefragungen in West Virginia, dass fast jeder fünfte Wähler offen angab, dass Obamas Hautfarbe ein entscheidendes Kriterium bei der Entscheidungsfindung war. Über 80% dieser Wähler stimmten für Clinton. Obama ist einmal mehr vor Augen geführt worden, dass er in den nächsten Wochen und Monaten viel zu tun hat, um die demokratische Basis hinter sich zu bringen. Drei Brücken muss er unbedingt schlagen. Erstens zwischen schwarz und weiß, zweitens zwischen jung und alt, drittens zwischen männlich und weiblich. Neueste nationale Umfragen belegen allerdings die elektorale Anziehungskraft Obamas. In der jüngsten Washington Post/ABC-Poll liegt er mit 51 zu 44 Prozentpunkten vor John McCain. In fast allen Landesteilen führt er deutlich gegen den „Mac“, selbst im Süden der USA, der republikanischen Hochburg schlechthin, liegt er nur 4 Punkte hinten.
Blogeintrag von Maik Bohne
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Kampf um das HeartlandDienstag, 6. Mai 2008
Der nächste Tag der Entscheidung ist gekommen. Heute finden die demokratischen Vorwahlen in Indiana und North Carolina statt, in denen zusammen 187 Delegierte vergeben werden, so viele wie an keinem anderen Wahltag mehr bis zum Ende der Vorwahlsaison am 3. Juni.
Barack Obama und Hillary Clinton haben in den vergangenen Tagen verbissen um jedes noch so kleine Segment von Wählerstimmen gekämpft. Eine Wählergruppe stand dabei im Fokus der Aufmerksamkeit: weiße Arbeiter und Angehörige der unteren Mittelschicht. Um die Gunst dieser in den USA gern als „blue collar voters“ bezeichneten Klientel ist ein intensiver Wettstreit ausgebrochen. Hillary Clinton, in den 1990er Jahren noch als elitär und abgehoben portraitiert, geriert sich in den vergangenen Wochen immer mehr als einzige echte Arbeiterführerin im Wahlkampf. Sie gibt sich offen dem ökonomischen Populismus hin, indem sie gegen den Rat von Wirtschaftsexperten empfiehlt, die Benzin-Steuern den Sommer über auszusetzen, um den autofixierten Amerikanern eine schnelle Netto-Entlastung zu bescheren. Auf Wahlkampftouren geißelt Clinton hohe Studentenkreditraten als moderne Schuldknechtschaft und bezeichnet die Hypothenkrise als groß angelegte Manipulation der gierigen Finanzdienstleister. Sie führt immer öfter Wahlkampf an den Kultstätten des bodenständigen Amerikas (NASCAR Hall of Fame, Community Colleges, Pickup-Truck-Händler) und konstruiert Barack Obama als elitär und entrückt von der Lebenswirklichkeit des Durchschnittsamerikaners. Wie wir kürzlich berichteten, hat auch Barack Obama seinen Stil bodenständiger gemacht. Immer öfter betont er seine Herkunft aus kleinen Verhältnissen, erzählt von seiner Zeit als Sozialarbeiter im Süden Chicagos und den finanziellen Schwierigkeiten, die seine Familie hatte, als er noch nicht der Politstar (inkl. zweier millionenschwerer Buchverträge) war, der er heute ist. Interessanterweise organisiert das Obama-Team weniger Massenveranstaltungen, die Zeit der schillernden Großkundgebungen scheint vorerst vorbei zu sein. Obama trifft Wähler in kleineren Settings, in Diners und Fabriken, auf Bauernhöfen oder bei Hausbesuchen in den Vororten von Indianapolis, um sich volkstümlicher und weniger abgehoben zu zeigen. Immer öfter sieht man ihn mit hoch gekrempelten Ärmeln und locker sitzendem Schlips. Auch seine Rhetorik ist weniger beladen mit blumigen Botschaften des Wandels und der Hoffnung, sondern geht gezielter ein auf die Ängste und Nöte der von der drohenden Rezession betroffenen Arbeiter- und Mittelschicht. Der Kampf um das Heartland bleibt spannend. Der wahrscheinlichste Ausgang der Vorwahlen: Barack Obama gewinnt North Carolina, Hillary Clinton setzt sich in Indiana durch. Diese Einschätzung unterfüttern die neuesten Umfragen in beiden Staaten. Fest steht auf jeden Fall, dass Clinton in Indiana gewinnen muss, wenn sie ihre Kampagne am Leben halten möchte. Aber diesen Druck ist die Steh-Auf-Frau des Vorwahlkampfes ja gewohnt. Hier gibt es den letzten Spin direkt von den Kandidaten, die brav ihre „Morning Media“ absolvierten:
Blogeintrag von Maik Bohne
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