Einen härteren Stil bringt seit kurzem Steve Schmidt, McCains neuer Kampagnenchef, in den Wahlkampf. Gelernt hat Schmidt sein Handwerk bei Karl Rove, einem der engsten Berater von George W. Bush.Die Videos „The One“ und „Celebrity“, die wir in der letzten Woche vorgestellt haben, zeigen, wohin der neue Kurs geht. Schmidts bewährte Strategie lautet: Verkehre die Stärken des Gegners ins Gegenteil. Im Falle Obamas greift er nun dessen Eloquenz und Popularität an. Mit dieser Methode zersetzte er bereits vor vier Jahren den militärischen Lebenslauf von John Kerry. Der Republikaner Schmidt leitete damals den so genannten „War Room“ des Wahlkampfes.
Schmidt war auch aktuellen Wahlkampf im engeren Zirkel McCains, erhielt aber nun die zentralen Aufgabenbereiche politische Strategie, Bündnisse, Zeitmanagement und Kommunikation. Jeden Morgen um Punkt acht Uhr stimmt Schmidt die Wahlkampfmaschine der Republikaner mit einer „Botschaft des Tages“ ein. Wer von dieser Linie abweicht, muss mit Ärger rechnen und selbst John McCain soll sich den strengen Ansagen seines Kampagnenchefs unterwerfen. Sein Kontakt zur Presse wurde reduziert und der direkte Draht zum Handy des Kandidaten eingeschränkt. Alte McCain-Vertraute sorgen sich derweil, Schmidts rabiate Botschaft verbiege den Kandidaten und schade seinem Image als Freidenker.