Die Obama-Kampagne setzt in diesem Jahr die Standards im Bereich „Grassroots Campaigning“. Um junge Vorwähler zu erreichen und zu mobilisieren, haben sich die Wahlkampfmacher um David Plouffe und Steve Hildebrand jetzt ein Instrument der Handyindustrie einverleibt, das normalerweise benutzt wird, um Kids Klingeltöne ihrer Stars schmackhaft zu machen. In TV- und Radio-Spots, die sich an Erst- und Jungwähler richten, ruft Barack Obama zur Zeit auf, das Wort „Hope“ an die Nummer 62262 zu senden.Schickt man die SMS ab, so bekommt man postwendend eine Antwort, in der man um die Eingabe seiner Postleitzahl gebeten wird. Danach schickt die Obama-Kampagne den Interessierten Einladungen zu Veranstaltungen in ihrer Nähe, zu Treffen von freiwilligen Helfern, Informationen zum komplizierten Vorwahl- und Caucus-System, Aufrufe zur Wahl und sogar Aufkleber.
Der Vorteil: Obama kann Jungwähler nicht nur lebensnah erreichen, sondern bekommt auch deren Handynummern (durch ein geschicktes Opt-In-Verfahren). Dass SMS-Kommunikation die Wahlbeteiligung von Jungwählern steigern kann, hat kürzlich eine Studie der University of Michigan und der Princeton University herausgefunden. Text-Nachrichten steigerten danach die Wahrscheinlichkeit einer Stimmabgabe um 4,2 Prozent.