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Blogeintrag von Maik Bohne
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Horse Race: Das wöchentliche Kandidaten-Ranking IIIFreitag, 25. Januar 2008
Auch diese Woche gibt es wieder das offizielle Kandidaten-Ranking zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Das Rennen um die Kandidaturen ist weiterhin offen. Weiterhin lässt sich auf beiden Seiten des politischen Spektrums kein klarer Frontrunner ausmachen. Der Ton des Vorwahlkampfes verschärft sich allerdings zusehends. Die vergangenen Tage wurden bestimmt vom heftigen Schlagabtausch zwischen Clinton und Obama. Hillary blies Attacke, Barack musste reagieren. Bei den Republikanern nahm Freizeit-Kandidat Fred Thompson seinen Hut.
DEMOKRATEN 1. HILLARY CLINTON Hillary Rodham Clinton (HRC) ist in der Offensive. Spätestens seit ihrer Niederlage in Iowa heißt ihr Motto Attacke. Zusammen mit ihrem Mann hat sie ein "Tag Team" gebildet, das Obama aus allen erdenklichen Richtungen angreift. Obamas politische Erfahrung wird genauso in Zweifel gezogen wie seine Opposition gegen den Irak-Krieg. Zuletzt versuchten ihn die Clintons als Reagan-Bewunderer und Freund eines dubiosen Slum-Lords darzustellen. Ob diese Attacken auf Tatsachen beruhen, können andere klären. Sicher ist, dass Hillary Clinton der Obama-Bewegung den Zauber genommen hat. Zu Gute kommt HRC momentan sicher auch, dass die Themen Wirtschaft und Arbeit ganz oben auf der Wähleragenda stehen. Auf diesen Feldern kann sie ihre Trumpfkarten Erfahrung und sachpolitische Versiertheit besser ausspielen. Eine ABC/Washington Post-Umfrage fand heraus, dass ihr demokratische Vorwähler erheblich mehr Kompetenz (46%) beim Thema Wirtschaft bescheinigen als Barack Obama (33%). HRC setzt nun ganz auf eine nationale Strategie. Anstatt in South Carolina Wahlkampf zu machen, absolvierte sie diese Woche Auftritte in Kalifornien, Arizona und New York. In diesen Super Tuesday-Staaten liegt sie mit großem Abstand vorne. Wir sollten uns mit einer Kandidatin Hillary Clinton anfreunden. (letzte Woche: Rang 1) 2. BARACK OBAMA Barack Obama hatte sich geschworen, eine positive Kampagne führen, die auf Ausgleich, Optimismus und Idealismus fußen sollte. Obama weigerte sich, den üblich zynischen Spinmeister-Wahlkampf zu machen, den die professionelle Beraterkaste in Washington, DC seinen Kandidaten regelmäßig verordnet. Kein dumpfer Negativwahlkampf, kein Matschwerfen, kein Hin und Her von Anschuldigung und Gegen-Anschuldigung, so hieß sein Motto. Das Problem dieser Strategie: Was machen, wenn man offensiv angegriffen wird? Obama hat es bisher noch nicht geschafft, die demokratischen Vorwähler entscheidend gegen den Status-Quo-Wahlkampf Clintons zu mobilisieren. Seine Kampagne wird zwar in South Carolina erfolgreich sein, aber insgesamt hat sie ihren Schwung und ihren Glanz vorerst verloren. Obama muss seine divergente Wählerstruktur (Twens, gebildete Mittelschicht, Schwarze, Independents) ausweiten. Er muss zeigen, dass er auch die demokratischen Stammwähler (Ü-50, untere Mittelschicht, wenig formale Bildung) für sich gewinnen kann. (letzte Woche: Rang 2) 3. JOHN EDWARDS John Edwards führt die themenorientierteste Kampagne aller demokratischen Kandidaten. Seine ökonomisch-populistische Botschaft müsste in Zeiten einer drohenden Wirtschaftskrise eigentlich bestechen. Trotz eloquenter und kämpferischer Auftritte in den vergangenen TV-Debatten scheint er den Blick der Medien nicht vom Horse Race zwischen Clinton und Obama abwenden zu können. Ein zweiter Platz in South Carolina könnte seiner Kampagne noch einmal Leben einhauchen. Wir halten ein solches Ergebnis aber für unrealistisch. (letzte Woche: Rang 3) REPUBLIKANER 1. JOHN MCCAIN John McCain bleibt der aussichtsreichste Kandidat in einem republikanischen Kandidatenfeld, dass so fluide ist wie die Börsenentwicklung der letzten drei Tage. McCains Vorteile sind eindeutig seine Authenzität, seine politische Erfahrung und seine Wählbarkeit. Lässt man ihn in Umfragen fiktiv gegen Clinton und Obama antreten, so entscheidet er das Rennen deutlich für sich. McCains Nachteile liegen aber auch auf der Hand. Seine bisherigen Siege in New Hampshire und South Carolina basierten vor allem auf den Stimmen von Independents (unabhängigen Wählern). In geschlossenen Vorwahlstaaten wie Florida oder Kalifornien, in denen nur republikanische Stammwähler an die Urnen gehen dürfen, wird es für den Senator aus Arizona schwer. Hinzu kommt der Wandel der Themenagenda im Wahlkampf. McCains Aufschwung hatte viel mit der positiven Entwicklung im Irak zu tun, die nun aber medial durch die Wirtschaftskrise in den USA überlagert wird (letzte Woche: Rang 1) 1. MITT ROMNEY Mitt Romney hat sein Thema im Wahlkampf gefunden. Am Vorabend einer Rezession kann er sich als Wirtschaftsfachmann Nr. 1 im republikanischen Feld präsentieren. Romney ist (ähnlich wie McCain) nicht der Kandidat der konservativen Herzen, aber er könnte sich als der präsidialste Bewerber im volatilen republikanischen Feld profilieren. Ex-Gouverneure haben Vorteile. Sie können exekutive Erfahrung vorweisen, ohne den verhassten Washingtoner Stallgeruch zu haben. Ronald Reagan (Kalifornien), Bill Clinton (Alabama) und George W. Bush (Texas) haben es ihm vorgemacht. In Florida ist ein Sieg möglich. Falls ihm dies gelingt, geht er mit guten Aussichten in den Super Tuesday. (letzte Woche: Rang 2) 3. RUDY GIULIANI Rudy Giuliani hat alles auf die Vorwahl in Florida gesetzt und seinen Wohnsitz in den letzten Wochen mehr oder weniger in den Sunshine State verlegt. Eine kühne, fast schon visionäre Strategie des Hizzoners. Letzte Umfragen in Florida zeigen jedoch, dass ihm das Aussitzen der frühen Vorwahlen geschadet hat. Wie schon im Herbst von seinen Beratern geplant, will er sich in der entscheidenden Phase des Vorwahlkampfes als einzig wahrer fiskalkonservativer Kandidat im Feld profilieren (mit einem atemberaubenden Steuersenkungsplan im Gepäck). Es ist zweifelhaft, ob ihm dies gelingt. Wenn Rudy Giuliani in Florida verliert, ist seine kurzlebige Kampagne schon wieder vorbei. (letzte Woche: Rang 3) 4. MIKE HUCKABEE Mike Huckabee ist der Kandidat, der am meisten vom Ausstieg von Fred Thompson profitiert. Die beiden teilen sich das gleiche Wählersegment: sozialkonservative, religiöse Republikaner. Hier liegt aber auch Huckabees Problem. Er schafft es nicht, seine Basis zu erweitern. Der Stern des Prediger-Gouverneurs, der nach dem Sieg in Iowa noch hoch am Himmel stand, ist erheblich verblasst.(letzte Woche: Rang 4)
Blogeintrag von Maik Bohne
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Horse Race: Das wöchentliche Kandidaten-RankingFreitag, 11. Januar 2008
Mit den Siegen von Hillary Clinton und John McCain in New Hampshire ist das Rennen um die Kandidaturen in beiden Parteien wieder völlig offen. Der republikanische Wanderzirkus zieht weiter nach Michigan. Für die demokratischen Kandidaten heißt es kurz durchzuatmen, bevor sie ihren Fokus voll auf Nevada und South Carolina richten. Amerikaner lieben Wettbewerb, doch dieses Tempo von Sieg und Niederlage, von Licht und Schatten, von Auf und Ab ist auch für sie einzigartig. Die Chancen auf beiden Seiten des politischen Spektrums stehen gut, dass sich der Vorwahlkampf über den Super Duper Tuesday am 5. Februar hinaus erstrecken könnte. Wir wollen mit unserem Kandidaten-Ranking etwas Licht in das Dunkel der Nominierung bringen.
DEMOKRATEN 1.) HILLARY CLINTON Ein unglaubliches Comeback der Senatorin aus New York. Niemand, wirklich NIEMAND, hat mit einem Sieg in New Hampshire gerechnet. Er katapultiert sie wieder in die Führungsposition in unserem Ranking. Während das Land noch über die Präzision der Meinungsforschungsinstitute diskutiert, wird im Clinton-Lager an der Strategie für die kommenden Wochen gearbeitet. Aufschlussreich war hier Clintons Rede am Abend des Triumphs. Erstens betonte sie ein Thema, mit dem sie schon im Sommer und Herbst Wahlkampf gemacht hatte. Sie sprach davon, Menschen und ihre Probleme wieder sichtbarer zu machen nach acht Jahren elitärer Bush-Regierung. Sie präsentierte sich emotionaler als sonst, offener für die Probleme der Wähler (I want to put you first). Zweitens betonte sie ihre Rolle als erfahrene Kämpferin für Wandel. Das gibt die Richtung vor. Wandel ja, aber nur mit der nötigen Expertise und Erfahrung. Zukünftig wird sie Obamas Unerfahrenheit und blumige Rhetorik kontrastieren mit ihrem eigenen Lebenslauf. Dies wird sich auf die Frage zuspitzen, die Walter Mondale schon 1984 an seinen jungen, aufstrebenden demokratischen Herausforderer Gary Hart richtete: Where is the beef? Mondale hatte damit Erfolg, verlor jedoch den Hauptwahlkampf gegen Ronald Reagan. Mal sehen, wie es Hillary ergehen wird. 2.) BARACK OBAMA Obama hatte berechtigterweise damit gerechnet, sein Momentum aus Iowa mit nach New Hampshire zu nehmen. Das führte zu einer gewissen Selbstzufriedenheit, die sich schon darin äußerte, dass er seine Wahlkampfrhetorik nicht an die Menschen aus dem Granite State anpasste. Er blieb im Blumigen, im Narrativen, in der Poesie. Dies war den kritischen, bodenständigen New Hampsherites nicht genug. Aller Wahrscheinlichkeit nach muss er nun früher als gedacht die Ebene der großen Erzählung verlassen und in die Niederungen der Sachpolitik herabsteigen. Hier hat er allerdings Nachteile gegenüber der erfahrenen Hillary Clinton. Interessant war seine Rede am Wahlabend in New Hampshire. Er sprach zum ersten Mal von einer New American Majority. Dieser neue Slogan bringt seine künftige Strategie auf den Punkt: Er möchte eine neue post-politische Koalition aus Bildungsbürgern, jungen College-Studenten, Schwarzen, Independents und moderaten Republikanern schmieden, die ihn über die Vorwahlen ins Weiße Haus tragen soll. In den nächsten Vorwahlen in Nevada und South Carolina (offene Vorwahlen) hat er gute Chancen zu gewinnen, gerade auch mit dem endorsement von John Kerry. Danach geht es über Florida in den Super Tuesday, an dem die Hälfte der Staaten geschlossene Vorwahlen abhalten wird. Ein Nachteil für Obama, denn hier dürfen nur die treuen demokratischen Stammwähler an die Urnen, die mehrheitlich Hillary Clinton bevorzugen. 3.) JOHN EDWARDS Ein dritter Platz in New Hampshire leitete den Anfang vom Ende der Kandidatur des smart-populistischen John Edwards ein. Er hatte in den letzten Tagen ganz auf eine manichäische Rhetorik des Unten gegen Oben gesetzt. Armut war und ist sein Thema, das vergessene Amerika, das Amerika der Schwachen. Leider konnte Edwards mit diesem Anliegen nicht durch das mediale Tamtam um den Zweikampf zwischen Barack Obama und Hillary Clinton dringen. Nach zwei Anläufen auf das Präsidentenamt muss er sich nun wohl vom Traum verabschieden, noch einmal Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Spannend bleibt allerdings, wann er aus dem Rennen aussteigen und welchem Kandidaten er seine Unterstützung zukommen lassen wird. Wir tippen auf Obama. REPUBLIKANER 1.) JOHN MCCAIN John McCain ist mit 71 Jahren etwas zu alt, um das Comeback Kid des Vorwahlkampfes zu sein. New Hampshire hat seiner Kampagne aber einmal mehr die nötige Vitalität eingehaucht. Menschen hier schätzen das, was McCain zu seinem Slogan gemacht hat: Straight Talk. Der Senator aus Arizona steht für Aufrichtigkeit, Unabhängigkeit und Erfahrung. Attribute, die im Nordosten der USA bei vielen Republikanern und Independents gut ankommen. Mit einem Erfolg in Michigan und einem zweiten Platz in South Carolina hat er gute Chancen, einen Sieg Rudy Giulianis in Florida zu verhindern und als Favorit in den Super Tuesday zu gehen. John McCain hat jedoch zu vielen Teilen der Partei, euphemistisch ausgedrückt, ein durchwachsenes Verhältnis. Seine Unterstützung für eine Reform der Einwanderung, das Nein gegen Bushs Steuerkürzungen oder das vehemente Einstehen für eine umfassende Wahlkampffinanzierungsreform nährten zwar sein Image des Maverick (Einzelgänger), verleideten es ihm aber mit bedeutenden republikanischen Meinungsführern wie Grover Norquist oder Tony Perkins. Trotz allem ist John McCain der Kandidat, der für alle Lager der Partei am akzeptabelsten ist. 2.) MIKE HUCKABEE Mike Huckabee hatte New Hampshire schon vor der Wahl abgeschrieben. Das Ergebnis zeigte dennoch, dass er seine Wählerbasis bisher kaum über seinen evangelikalen Unterstützerkreis hinaus ausweiten konnte. In Michigan und South Carolina hat er dennoch gute Chancen, Siege einzufahren. Michigan hat eine nicht unerhebliche Anzahl von religiösen Wählern, die vor allem im ländlichen Westen des Staates wohnen. South Carolina war der erste Bundesstaat, in dem Huckabee eine Organisation aufgebaut hatte. Hier ist er erstaunlich gut aufgestellt. Alles wird davon abhängen, ob er am Super Tuesday Staaten außerhalb des Südens gewinnen kann. Falls nicht, sieht es schlecht für den Baptisten-Gouverneur aus Arkansas aus. 2.) RUDY GIULIANI Je diffuser sich das Feld am Vorabend der Wahl in Florida zeigt, desto besser für den Hizzoner (‚His Honor‘ – Bürgermeister). Seine Strategie des Aussitzens der ersten Vorwahlen ist unorthodox und gefährlich, könnte aber zum Erfolg führen. Mit einem Sieg im Sunshine State könnte sich Giuliani als Retter der republikanischen Partei darstellen, nach dem Motto: Ich habe euch Zeit gegeben, die anderen Kandidaten zu testen. Nun übernehme ich wieder das Ruder! Dies würde Rudy den nötigen Rückenwind für den Super Tuesday geben. In Umfragen liegt er in Florida weiter vorne. 4.) MITT ROMNEY Mitt Romneys Strategie war auf den Gewinn der beiden ersten Vorwahlstaaten ausgelegt. Das Ergebnis: 0-2. Im Romney´schen Jargon heißt das: Zwei Mal Silber. Mitt Romney hat bisher eine perfekte Kampagne geführt. Sein Team ist exzellent, sein Auftreten präsidentiell. Die Idee, als Gouverneur des liberalsten Staates des Landes um das konservativste Wählersegment der Partei zu werben, war jedoch zu aberwitzig. Romneys Geld konnte seinen Wankelmut auf nahezu allen Politikfeldern nicht überdecken. Authenzität und Glaubwürdigkeit sind entscheidende Parameter für Wähler. Mitt Romneys einzige Chance ist ein überzeugender Sieg in Michigan. Wir glauben aber nicht, dass der Staat, in dem er geboren wurde und in dem sein Vater als Gouverneur wirkte, ihm diesen Gefallen tun wird.
Blogeintrag von Maik Bohne
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11:03
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Mac is backMittwoch, 9. Januar 2008
Auf republikanischer Seite konnte John McCain einen eindeutigen Sieg einfahren, nachdem er vor einigen Monaten fast aufgegeben hätte. Allerdings fehlt es seiner Kampagne immer noch an finanziellen Mitteln, um in den nächsten Wochen und Monaten aktiv um Stimmen zu werben. Doch mit einem solchen Sieg in der Tasche sollte auch das Spendensammeln wieder leichter sein. Durch McCains Sieg in New Hampshire wird das Rennen der Republikaner noch unvorhersehbarer. Denn er selbst gilt in der republikanischen Basis als umstritten, insbesondere wegen seiner Pläne für die Integration illegaler Einwanderer. Mitt Romney, der eigentlich als Favorit gehandelt wurde, konnte bisher weder Iowa noch New Hampshire für sich entscheiden, obwohl er dort viel Zeit und auch sehr viel Geld investiert hatte. Mike Huckabee, der Sieger von Iowa, konnte in New Hampshire mit seinen streng religiösen Ansichten nur einen dritten Platz erreichen. Rudy Giuliani’s Strategie, sich auf die großen Staaten wie Florida zu konzentrieren, und dafür New Hampshire und Iowa quasi zu ignorieren, kann noch aufgehen. Wir werden sehen!
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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10:44
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Oh What A Night… Hillary ClintonMittwoch, 9. Januar 2008Für Experten und Meinungsforscher war klar, dass Barack Obamas Momentum ihn aus Iowa auch zu einem Sieg in New Hampshire führen würde. Eigentlich ging es nur noch um das Wie des Sieges für Obama, nicht aber um das Ob. Wie das Ergebnis von gestern zeigt, wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Wähler in New Hampshire sind unabhängig denkende, bodenständige Menschen. Sie sind bekannt dafür, sich nicht vom Hype eines Rennens anstecken zu lassen, sondern treffen ihre Entscheidungen sehr unaufgeregt. Wir wollen versuchen, Hintergründe des Vorwahlsieges von Hillary Clinton zu beleuchten. Verlor Hillary Clinton in Iowa noch die Mehrheit der weiblichen demokratischen Vorwähler an Barack Obama, so wandelte sich dieses Bild in New Hampshire komplett. Die Nachwahlbefragungen zeigen, dass sich 47 % der Frauen für Clinton entschieden, hingegen nur 34 % für Barack Obama. Eine ganz wichtige Zahl für HRC. Während Barack Obama wieder bei den unabhängigen Wählern (sog. Independents) eine klare Mehrheit erringen konnte, setzte sich Hillary Clinton bei den demokratischen Stammwählern durch. Sie hatte in dieser Wählergruppe einen Vorsprung von 11 Punkten (45% zu 34%). Es scheint sich hier die Unterstützung sowohl von Demokratischen Interessengruppen wie der Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes AFSCME und der Frauenorganisation EMILY´s List als auch die ihres Ehemannes Bill ausgezahlt zu haben. Insgesamt gab eine Mehrheit der demokratischen Vorwähler an, dass Themen wichtiger für die Wahlabsicht waren als die persönlichen Qualitäten der Kandidaten. Hillary Clinton scheint mit ihrer Botschaft angekommen zu sein, dass Wandel vor allem von erfahrenen, sachkenntlichen Politikern eingeleitet werden kann. Dieses Argument könnte zunehmend an Bedeutung gewinnen am Vorabend einer Rezession in den USA. 98 % der demokratischen Vorwähler gaben an, dass sie sich Gedanken um die wirtschaftliche Zukunft des Landes machen. 17 % der demokratischen Vorwähler entschieden sich erst am Wahltag, wem sie ihre Stimme geben wollten. Erstaunliches Ergebnis: Trotz des Rückenwindes und des Momentums, das Obama aus Iowa mitgenommen hatte, entschied Hillary Clinton diese Wählergruppe mit 3 Prozentpunkten Vorsprung für sich. Man darf spekulieren, inwiefern ihr Gefühlsausbruch am Montag dazu beigetragen hat. Für Hillary Clinton war es positiv, dass 76% der demokratischen Vorwähler in New Hampshire über 40 Jahre alt waren. Im Bereich Ü-40 hat sie klare Vorteile, dies zeigte sich schon in Iowa. Obama ist dagegen in der Tat der Kandidat der Jugend. Ein erstaunlicher Sieg für Hillary Clinton, ohne Frage. Dennoch bleibt das Rennen weiterhin vollkommen offen. Unglaublich, dieses Nominierungssystem!New Hampshire wählt schonDienstag, 8. Januar 2008
Barack Obama hat bereits einen weiteren, allerdings sehr kleinen Sieg errungen: In Dixville Notch und Hart's Location, zwei Ortschaften in New Hampshire sind alle Stimmen ausgezählt und Obama steht als Sieger fest. Und das, obwohl die Wahllokale eigentlich erst um 06:00 Uhr Ortszeit öffnen dürfen. Das Wahlgesetz von New Hampshire erlaubt es Gemeinden mit weniger als 100 Einwohnern, die Wahllokale bereits vor dem offiziellen Start um 06:00 morgens zu öffnen. Und so hat Obama mit sieben bzw. neun Stimmen in den beiden kleinen Dörfern in New Hampshire gewonnen. Hier finden Sie einen kurzen Film zum aktuellen Stand der Dinge: Link.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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12:50
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Überraschung in IowaFreitag, 4. Januar 2008Barack Obama ist als Sieger der Demokraten aus den Vorwahlen in Iowa hervorgegangen. Mit 37,54% liegt er relativ weit vor seinen Konkurrenten Hillary Clinton und John Edwards. Bisher war man davon ausgegangen, dass es zumindest knapp werden würde zwischen Clinton und Obama. Nun hat Obama nicht nur einen recht großen Vorsprung erzielt, auch Edwards (29,71%) ist an Clinton (29,43%) vorbeigezogen. Allerdings hatte Edwards am meisten Zeit von allen Kandidaten in Iowa verbracht. Das Rennen scheint also zwischen Barack Obama und Hillary Clinton entschieden zu werden. Wir schauen gespannt nach New Hampshire, wo schon in wenigen Tagen eine neue Runde eingeläutet wird. Bei den Republikanern gab es einen eindeutigen Sieg für Mike Huckabee; Romney, Thompson und Kollegen wurden auf die Plätze verwiesen. Man hatte eigentlich mit einem knapperen Ergebnis gerechnet. Doch gerade durch dieses deutliche Ergebnis ist es fast unmöglich, eine präzise Voraussage für die nächsten Wochen zu geben, wie der Politico hier erklärt. Ein aufschlussreiches Ergebnis auf beiden Seiten: In beiden Parteien liegen nicht die Kandidaten vorne, die die professionellste Kampagne oder die meisten Spenden zur Verfügung haben, sondern die, die einen direkten Kontakt zu den Wählern aufgebaut haben. Die sich auf bestimmte Themen konzentriert haben und diese dem Wähler vermittelt haben. Und hier noch einmal die Ergebnisse aus Iowa im Überblick:
(Quelle: Politico)
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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13:17
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Demokraten: This race is Hillary's to lose…Freitag, 28. Dezember 2007Die Zerstrittenheit während des demokratischen Vorwahlkampfes ist legendär. Im Jahr 1972 schlug Senator George McGovern den früheren Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey auf dem Parteitag; 1976 sicherte sich der Gouverneur von Georgia, Jimmy Carter, die Nominierung im Juni; 1980 forderte Edward M. Kennedy den amtierenden Präsidenten Carter heraus und unterlag erst auf dem Parteitag; 1984 trugen der frühere Vizepräsident Walter Mondale und der Ex-Senator Gary Hart einen langwierigen Vorwahlkampf aus und auch Bill Clinton kämpfte bis in das späte Frühjahr gegen Paul Tsongas und Jerry Brown. Die erneute Nominierung von Bill Clinton stand 1996 nicht zur Disposition. Al Gore sah sich im Jahr 2000 einer hartnäckigen Herausforderung von Bill Bradley gegenüber. Der amerikanische Komödiant Will Rogers fasste das Verhalten und den Zustand der Partei so zusammen: „I belong to no organized party. I’m a Democrat.“ Entgegen der historischen Vorbilder sah es lange Zeit nach einem sicheren Rennen für Hillary Clinton aus. Doch eine ziemlich schwache Strategie, die auf ihre politische Erfahrenheit setzte, die Überbetonung und zu starke Integration ihres Mannes Bill Clinton in den Wahlkampf und das Charisma von Barack Obama sorgen für eine knappe Entscheidung zwischen den Kandidaten in Iowa und New Hampshire. Zeitweise führte Obama in den beiden Bundesstaaten in den Umfragen. Zum Jahreswechsel liegen er und Clinton Kopf-an-Kopf in den ersten Vorwahl-Staaten. Zudem holt Edwards in Iowa beträchtlich auf. Schon 2004 schnitt er dort sehr gut ab. Gewinnt Obama Iowa, könnte Clintons Vorsprung in den nationalen Umfragen von teilweise bis zu 20 Prozentpunkten schnell schrumpfen. Die demokratische Entscheidung ist noch nicht gefallen – zumal in den folgenden Bundesstaaten die Kandidatur eines Afro-Amerikaners weit größere Folgen für die Mobilisierung innerhalb der Wählerschaften haben wird, als im kleinen überwiegend weiß geprägten Iowa. Andererseits bringt Clinton Geld, Bekanntheit und eine starke Organisation mit, um die Vorwahlen zu gewinnen. Daher gilt: This race is Hillary’s to lose. Tipp für Iowa: 1.Clinton, 2. Obama, 3. Edwards
Blogeintrag von Mario Voigt
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10:39
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Republikaner: All is different…Donnerstag, 27. Dezember 2007
Traditionell sind die Republikaner die geordnete Organisation des amerikanischen Parteienwesens: Frühzeitig bildet sich ein Kandidat heraus und wird von einem Großteil der Partei unterstützt – so war es bei George H. W. Bush 1988 und 1992 (obwohl sich Pat Buchanan lange Zeit als Außenseiterkandidat profilierte), bei Bob Dole 1996 und bei George W. Bush. Der spätere Präsident hatte 2000 zwar heftig gegen John McCain zu kämpfen, aber er war schon frühzeitig der designierte Spitzenkandidat. 2004 kam es nicht mal zu einer Herausforderung.
Angesichts dessen überrascht die momentane Ausgangslage im republikanischen Lager. Tatsächlich konkurrieren noch mindestens fünf Kandidaten um den Gesamtsieg - Mitt Romney, Rudy Giuliani, Fred Thompson, Mike Huckabee und John McCain; allerdings mit unterschiedlichen Chancen. Ihr gemeinsames Hauptziel ist es, die eigene Ausstrahlung, die Finanzen und das „Momentum“ bis zum 5. Februar zu steigern – dem „Super Tuesday“, wo in 22 Bundesstaaten republikanische Delegierte gewählt werden. Die Strategie des früheren Gouverneurs von Massachusetts, Mitt Romney, lag in der Profilierung in den frühen Vorwahlstaaten, um damit in den späteren Staaten Attraktivität und Bekanntheit zu gewinnen. Daher investierte er überproportional viel Geld und Zeit in Iowa und New Hampshire. Er muss wie kein anderer der Kandidaten den Iowa Caucus gewinnen, um für die erste Primary in New Hampshire weiter vorn zu bleiben. Glückt es ihm, mindestens einen der beiden Staaten zu gewinnen, wird er der designierte Spitzenkandidat sein, wenn es eine Woche später in Michigan weiter geht. Momentan dominiert der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, die Schlagzeilen. Seine Umfragewerte steigen national an und in Iowa liegt er knapp vorn. Ein Sieg in Iowa gibt ihm einen Freifahrtsschein für den Wahlgang in New Hampshire, wo niemand erwartet, dass ein früherer Baptistenpfarrer erfolgreich abschneidet. Zudem benötigt er frisches Geld aus Spendeneinnahmen, die nur nach einem Sieg fließen. Sein Lackmustest wird erst die Vorwahl in South Carolina (22. Januar), wo er beweisen muss, wie er als Südstaatler gesehen wird. Trotz seiner Führung in den nationalen Umfragen verlagerte Rudy Giuliani seine Hauptaktivitäten auf die größeren Staaten wie Michigan und Florida. Er vertraut auf seinen hohen Bekanntheitsgrad in Iowa und New Hampshire, um dort respektabel abzuschneiden. Dennoch kämpft er gegen die historischen Erfahrungen – ohne ein starkes Abschneiden in den beiden frühen Staaten ist noch niemand Kandidat seiner Partei geworden. Neben Huckabee ist John McCain überraschend in das Feld der Kandidaten zurückgekehrt. Nachdem seine Kampagne im Herbst abgeschrieben worden war, beginnt er mit seinem moderaten Image und seinen inhaltlichen Vorschläge (bspw. Irak-Krieg) zu punkten. Mögliche Außenseiterchancen hat auch Fred Thompson. Tipp für Iowa: 1. Romney, 2. Huckabee, 3. McCain
Blogeintrag von Mario Voigt
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09:41
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Iowa: Huckabee und Obama vornDienstag, 11. Dezember 2007Die Stimmung in New Hamphire und Iowa hat sich einen Monat vor den Vorwahlen in beiden Lagern gedreht. Bei den Republikanern profitiert Mike Huckabee von seinem guten Auftritt bei der YouTube-CNN-Debatte der Republikaner vergangene Woche. Er hat in Iowa bei der jüngsten Rasmussen-Umfrage mit 28 % der eigenen Anhänger die Nase knapp vorn. Mitt Romney kommt bei der Umfrage als Zweiter mit 25 % ins Ziel. Rudy Giuliani erreicht lediglich 12 % Unterstützung im eigenen Lager. Das Des Moines Register sieht Huckabee noch deutlicher vorn (29 % gegenüber 24 % für Romney). Eine Umfrage von Strategic Vision hat Romney noch leicht vorne mit 26 % vor Huckabee (24 %). In New Hampshire ist Romney weiter klar vorne. Auch dort hat Rasmussen neue Zahlen parat. Romney kommt auf 34 % Unterstützung bei republikanischen Wählern, Giuliani und McCain auf jeweils 15 %, Huckabee auf 14 %. Auf Seiten der Demokraten verliert Hillary Clinton ihren großen Vorsprung in Iowa, Barack Obama holt mächtig auf. Ob Obama in der Gunst vielleicht sogar vorne liegt, das mögen selbst Experten wie Mark Blumenthal von pollster.com nicht zu beantworten. Allerdings zeige alles in diese Richtung: “Has Barack Obama "moved ahead" of Hillary Clinton? Neither our chart, this "apples-to-apples" average nor any of the polls individually (if we consider sampling error), shows that yet, but the trend is clearly moving in his direction.” Jüngste Umfragen von der American Research Group bzw. der Des Moines Register (Obama 27% bzw. 28%, Clinton 25%, Edwards 23%) zeigen, dass Clinton in Iowa wird bangen müssen. Allerdings fällt Obamas Hauptaugenmerk weiterhin auf den „Großkampftag“ am 5. Februar. Dort werden die Ressourcen zusammengezogen, weiß Political Wire zu berichten: „Bucking the notion that the Democratic nomination will be decided in the early voting states, the Washington Post says Sen. Barack Obama is building campaign operations in state's that hold primaries on February 5th. (…) "To date, Obama has 19 offices in 13 states where Feb. 5 primaries are scheduled... Clinton, by contrast, has five total offices currently open in Feb. 5 states."
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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17:01
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Geiseln im Wahlkampfbüro und Blogger-AufruhrDienstag, 4. Dezember 2007
Nach dem Schock in Rochester (New Hampshire), wo ein psychisch kranker Mann am vergangenen Wochenende Mitarbeiter im Wahlkampfbüro von Hillary Clinton als Geiseln nahm, überhitzten sich auch die Gemüter der Blogger aus beiden Lagern. Das liberale Blog „Crooks& Liars“ postete Kommentare von republikanischen Anhängern, die hinter der Geiselnahme im umkämpften New Hampshire eine Auftragsaktion der Clinton-Mannschaft wähnten. Auch in der Blogosphäre geht es also mittlerweile weit unter die Gürtellinie. Zum Glück kamen die Geiseln unverletzt frei.
Amtlich: New Hampshire entscheidet am 8. Januar, Michigan eine Woche späterDienstag, 27. November 2007Der frühere Termin steht nun fest: Die Vorwahlen zur 56. Präsidentschaftswahl der USA werden am 8. Januar in New Hampshire ihren Auftakt nehmen. Bereits fünf Tage vorher, am 3. Januar, wird in Iowa der Caucus stattfinden, keine Vorwahl, aber dennoch eine erste Standortbestimmung. Michigan folgt mit dem 15. Januar, der Supreme Court hatte den Weg dafür frei gemacht. Alles konzentriert sich nun um die ominöse Phase zwischen 3. Januar und 5. Februar, an dem viele Staaten ihre Kandidaten küren, meint die Los Angeles Times. „With Iowa casting the first votes Jan. 3 and more than 20 states holding primaries or caucuses Feb. 5, the nominees for the White House could be decided in a one-month blitz of balloting -- and possibly in just a handful of days, if a candidate manages to win both Iowa and New Hampshire.” Hier ein Überblick über den Zeitraum der Vorwahlen: Donnerstag, 3. Januar: Iowa Samstag, 5. Januar: Wyoming (Republicans) Dienstag, 8. Januar: New Hampshire Dienstag, 15. Januar: Michigan Samstag, 19. Januar: Nevada; South Carolina (Republicans) Dienstag, 29. Januar: Florida; South Carolina (Democrats) Samstag, 2. Februar: Maine (Republicans) Am Dienstag, den 5. Februar, ist dann "national primary"-Tag: Alabama; Alaska; Arizona; Arkansas; California; Colorado; Connecticut; Delaware; Georgia; Idaho (Democrats); Illinois; Minnesota; Missouri; New Jersey; New Mexico (Democrats); New York; North Dakota; Oklahoma; Tennessee; Utah; and West Virginia (Republicans). Dann folgen: Samstag, 9. Februar: Louisiana; Nebraska (Democrats); Washington State Sonntag, 10. Februar: Maine Democrats Dienstag, 12. Februar: District of Columbia; Maryland; Virginia Dienstag, 19. Februar: Hawaii Democrats; Wisconsin Auch die Bedeutung verschiebt sich, weg von den großen Staaten Kalifornien, Florida und Michigan hin zu den vermeintlich unwichtigen Staaten: “Although the date for New Hampshire's first-in-the-nation primary was no surprise -- the campaigns had Jan. 8 circled in pencil -- the announcement set off a new round of speculation about which candidates might be helped or hurt. The contests in Iowa and New Hampshire -- which have drawn the vast majority of the candidates' time and attention -- are both exceedingly fluid, with the results in the first expected to heavily influence the outcome in the second. The one certainty is that big states like California, Florida and Michigan will not carry the weight they sought by scheduling their contests earlier than in previous elections. "It's obvious that the disproportionate influence of Iowa and New Hampshire is alive and well, and will live in 2008," said Northeastern University political scientist William Mayer.”
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Warten auf MichiganMittwoch, 21. November 2007Amerikas Wahlkämpfer schauen bereits gespannt nach New Hampshire und Iowa, wo die landesweiten Vorwahlen im Januar ihren Auftakt nehmen werden. Allerdings gibt es noch immer keine festen Termine, denn im Bundesstaat Michigan an der Grenze zu Kanada steht noch die Festlegung auf das Datum der Vorwahlen aus. Bislang im Angebot ist der 15. Januar. Mittlerweile liegt dieser Termin nach monatelangem Hin und Her zur Entscheidung vor Gericht. Michigans Datum ist deshalb so wichtig, weil die Vorwahlen in New Hampshire laut Gesetz mindestens sieben Tage vor denen in Michigan stattfinden müssen. „The early 2008 presidential primary calendar is riding on Michigan, where the state Supreme Court has to decide whether to allow the state to hold its Jan. 15 primary. Officials in New Hampshire must wait for the Michigan court to decide before setting that state’s primary date, which state law requires to be seven or more days before any other.” Eine Entscheidung wird für spätestens heute Mittag (Ortszeit) erwartet. “The court must decide by noon Wednesday to allow the primary to proceed as scheduled.” Viel Zeit bleibt also nicht mehr, was man auch an der Umtriebigkeit der Kampagnenteams erkennen kann. Die bereits gut bekannte „Rapid Response“ wird nun von beiden Seiten ausgebaut. Das berichtet unter anderem GOP-Stratege Phil Musser im Politico: “All the top contenders — Republican or Democrat — have a squad of coffee-fueled, 20-something hit men buried in a windowless HQ office breathing every factoid of their opponents’ political life. They’ve been champing at the bit to be unleashed through the first half of the primary season, but the past few weeks — when the whites of the eyes start to show — is where they whir into full gear.” Auch Mike Huckabee hat einen Rapid Responder engagiert: Joe Carter. „A sign of a mature campaign: Mike Huckabee's communications shop has hired Joe Carter, a new media whiz at the Family Research Council, to head their rapid response operation.” Und die ersten Trainingsstunden konnten die RRs bereits vergangenen Donnerstag in Las Vegas im Bundesstaat Nevada verbringen. Dort debattierten die Demokraten. Die Rollenverteilung war wie immer in den vergangenen Wochen: Hillary gegen die Republikaner und der Rest gegen Hillary: “The headline: Clinton spent her time going after Republicans, while Obama spent his time going after her.” Mehr Eindrücke aus dem Spin Room und der Presse gibt’s hier, hier und hier. Eine nette Posse in Vegas hat die L.A. Times eingefangen. Maria Luisa, eine der Studentinnen, die die Fragen an die Kandidaten stellten, ließ nach der Debatte via MySpace ihren Frust darüber ab, dass sie gegen Ende gezwungen wurde, Hillary Clinton zu fragen, ob sie lieber Diamanten oder Perlen möge. Eigentlich hatte sie Clinton Fragen zur Endlagerung von Atommüll in Nevada stellen wollen. Der Sender CNN war jedoch eingeschritten: “The low point came right at the end when Maria Luisa, a UNLV student, asked Clinton if she preferred diamonds or pearls. True to form, Clinton straddled the answer, saying she likes them both. CNN admitted the next day that a producer allegedly seeking to end the event on a light note gave the question to the student. Auf dem Weg zu Diamanten und Perlen ist es für Hillary auch nach dem vermeintlichen Sieg in Vegas keineswegs leichter geworden. Schließlich schrumpft ihr Vorsprung vor allem in New Hampshire. Dort gehen die Zustimmungswerte unter den demokratischen Anhängern sichtbar zurück, ermittelte das CNN/WMUR poll – von 43 % im September auf 36 %. Für Spannung ist also wieder gesorgt.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Illegale Anrufe: Steckt Romney dahinter?Dienstag, 20. November 2007Große Aufregung um Mitt Romney: Der aussichtsreiche republikanische Kandidat, ein Mormone, der aus seiner religiösen Einstellung keinen Hehl macht, steht zurzeit im Fokus von Anrufaktionen in New Hampshire und Iowa. Die Anrufer sollen nach Aussagen der Medien Romneys Vergangenheit, seine religiösen Grundsätze und sein Auftreten im Wahlkampf kritisch betont haben. “The AP reports that some voters in New Hampshire and Iowa "have received phone calls raising questions about Republican presidential hopeful Mitt Romney, his Mormon faith and the Vietnam War-era military deferments he received while serving as a missionary in France."” Solche Aktionen sind per se nichts Ungewöhnliches. Das so genannte „Push Polling“, auch mit Angriffen gegen die Gegner, gehört praktisch zum Wahlkampf-Alltag. Was jedoch stutzig macht, ist die Tatsache, dass die Anrufer weder ihren Auftraggeber nannten, noch, für welchen Kandidaten sie sprechen. Das aber ist von Gesetz wegen vorgeschrieben, was nun dazu geführt hat, dass der Staatsanwalt tätig wird: “The Concord Monitor reports that the New Hampshire state attorney general is investigating phone calls presented as opinion polls that attack the Mormonism of Republican presidential hopeful Mitt Romney while praising primary rival John McCain." (…) "Deputy Attorney General Bud Fitch said New Hampshire has never prosecuted a case involving such calls but was moving forward. He cautioned against expecting an immediate resolution." (…) "New Hampshire law requires that all political advertising, including phone calls, identify the candidate being supported. No candidate was identified in the calls."” Natürlich geistern wilde Spekulation durch die Blogosphäre: Wer war der Auftraggeber? Ein Gegner aus den eigenen Reihen? Rudy Giuliani? John McCain etwa? Beide bestritten energisch, für derlei Anrufe verantwortlich zu sein. McCain tat das mit Nachdruck, gerade er forderte den Staatsanwalt. Nun vermuten manche Beobachter gar, dass Romneys Truppe selbst hinter der Aktion stecken könnte, um kostenlose Medienpräsenz und eventuell gar die Solidarität der Öffentlichkeit einzuheimsen. Für diese Version würde zumindest sprechen, dass die Anrufe, wie nun zu erfahren ist, vermutlich von der Firma Western Wats aus getätigt wurden, die auch im Wahlkampf bereits für Romney tätig geworden ist. “To paraphrase, either the Romney campaign is behind it or someone allied with them is. An inoculation strategy.“ Mehr zu dieser mysteriösen Geschichte gibt es hier, hier, hier, hier und hier.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Dinner zu sechstDienstag, 13. November 2007
Die Spannung vor den ersten Vorwahlen, die Anfang Januar in Iowa mit dem Caucus starten werden, steigt weiter. In Iowa trafen die sechs chancenreichsten demokratischen Kandidaten zuletzt am Samstag, dem Jefferson Jackson Day, in Des Moines vor 9.000 Anhängern und mehreren hundert Journalisten zum Dinner aufeinander, mehr ein Aufwärmen für die Vorwahlen als ein wahrer Meinungsaustausch, meint zumindest die Presse.
“’The JJ is a place to deliver a message,’ Tommy Vietor, Obama’s Iowa spokesman told me, ‘but it is also a place to show organizing muscle. It shows you can get people to show up at the same place at the same time.’” Barack Obama und John Edwards taten das, was sie angesichts der Umfragewerte in den nächsten Wochen vermehrt tun werden, was zugleich das ist, worauf die Republikaner hoffen: Sie griffen Hillary Clinton an. Clinton verteidigte sich jedoch clever: “Clinton made no mention of her critics directly. ‘I am not interested in attacking my opponents,’ she said. ‘I am interested in attacking the problems of America.’” Barack Obamas Strategie ist, die Senatorin in Iowa und New Hampshire als „Washington Insider“ zu verkaufen und ihr damit ein schlechtes Image anzuhängen: "Barack Obama's shift in strategy from the politics of hope to portraying Clinton as a Washington insider is evident in Iowa and New Hampshire where he leads Clinton among independent voters saying they will definitely participate in the caucus or vote in the primary (28% to 25% in Iowa, and 41% to 25% in New Hampshire).” Einen schönen Video-Einblick hinter die Kulissen hält die NY Times parat.
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