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E-Mail von John McCainFreitag, 23. Mai 2008
Wer noch etwas Platz in seinem E-Mail-Fach hat, sollte sich bei Barack Obama und John McCain auf den Online-Verteiler setzen lassen. Zwar wird man dann alle zwei Tage mit einer elektronischen Nachricht der Kandidaten beglückt, man lernt aber viel über den unterschiedlichen Zugang, den die Kandidaten zum Online-Campaigning haben.
Obamas E-Mails sind immer kurz, immer auf den Punkt geschrieben. Die Botschaft der Nachricht ist klar, nach fast jedem Satz kommt ein Absatz. Videos sind genauso integriert wie ein dezenter, aber gut zu findender Spendenbutton. John McCains elektronische Post ist das komplette Gegenteil. Pattrick Ruffini von TechPresident fasste den Charakter von McCains E-Mails als „Tolstoy in My Inbox“ treffend zusammen. In der Tat wird man vom Inhalt förmlich erschlagen. In epischer Breite bringen McCain oder sein Wahlkampfmanager Rick Davis ihre Anliegen vor. Die E-Mails sind viel zu lang, die Zeilendichte ist katastrophal. Das hier abgebildete Beispiel zeigt, wo die Dinge im Argen liegen. Erst nach elf Abschnitten und 597 Wörtern findet man den ersten Link. In Zeiten von Blackberrys und überbordendem Spam fast schon eine Todsünde.
Der Hinweis „From the Desk of…“ ist übrigens ein Stilmittel, dass man in den 1980er und 1990er Jahren gerne in Direct Mailings eingesetzt hat. Ein weiterer Beweis dafür, dass die McCain-Kampagne den Sprung ins digitale Zeitalter noch nicht ganz geschafft hat. Die soziale Dimension der PolitikDienstag, 8. April 2008
Nach einer Studie des PEW- Meinungsforschungsinstitut nimmt der Gebrauch sozialer Netzwerke und Videos im US-Wahlkampf stark zu.
Die Untersuchung zeigt, dass sich unter den jungen Amerikanern ein neues Medienverhalten verzeichnen lässt. Nachrichten werden nicht mehr in erster Linie aus Tageszeitungen oder Nachrichtensendungen im Fernsehen entnommen, sondern aus E-Mails von Freunden. Damit werden die Jugendlichen nicht nur zu Konsumenten von Nachrichten, sondern auch zu Sendern. In der New York Times wird die 25 jährige Lauren Wolfe zitiert, die als „President of College Democrats of America“ aktiv ist: „Oft lese ich eine interessante Meldung im Internet und sende die URL an zehn Freunde.“ Sie fügt hinzu, dass sie lieber einen Artikel liest, der sie in einer E-Mail eines Freundes erreicht, als den Artikel selbst in der Zeitung zu suchen. Somit wächst die Bedeutung sozialer Netzwerke wie Facebook und sozialer Medien wie YouTube von reinen Unterhaltungsformaten zu Nachrichtenmedien. Dieses Phänomen lässt sich auch in den Kampagnen der Kandidaten beobachten. Allen voran nutzt Barack Obama die Möglichkeiten des wachsenden Interesses an Web 2.0. Als Barack Obama im Januar auf die letzte „State of the Union“-Rede von George W. Bush mit einem fünfminütigen Video-Kommentar reagierte, erreichte diese Rede wenig Aufmerksamkeit von Zeitungen und Fernsehen. Aber das Video war vielmehr für das Internet geschaffen und schnell auf YouTube veröffentlicht, wo es auf der Liste der populärsten Videos erschien und auf Googles Liste der meist gebloggten Themen. Es wurde über 1,3 Millionen Mal angeschaut und von mehr als 500 Blogs verlinkt. Außerdem zirkulierte es weitreichend in sozialen Netzwerken wie Facebook. Zwei Drittel der unter 30-jährigen amerikanischen Web-Nutzer geben an, soziale Netzwerke zu nutzen, während weniger als 20% der Älteren sich dort registrieren. MySpace und Facebook dienen auch als Bindeglied zu den Kandidaten. Die Nase vorn hat in diesem Rennen um die Wählergunst eindeutig Barack Obama mit zirka 1 Million „Freunden“ auf den beiden Webseiten. Hillary Clinton, seine Rivalin innerhalb des demokratischen Lagers, folgt mit kaum 330.000 Freunden und der Republikaner John McCain verzeichnet dort über 140.000 Anhänger. Nach Angaben des PEW Instituts haben vier von zehn jungen Wählern Kandidaten-Reden, Interviews und Spots im Internet angesehen. Sie bezeichnen die Online-Diskussionen und Videos als relevante Quelle für Wahlkampfinformationen. So war in den Tagen nach Barack Obamas Speech on Race der Link zu dem Video und dem Text das meistversandte Thema auf Facebook.
Blogeintrag von Ute Pannen
um
10:04
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Was macht eigentlich... John McCain ?Mittwoch, 12. März 2008Die Medien beschäftigen sich zur Zeit fast ausschließlich mit dem Duell Obama-Clinton, mit Superdelegierten und der Frage, ob die Vorwahlen in Florida und Michigan wiederholt werden sollten. Aber was macht eigentlich John McCain? Eigentlich könnte er sich ja erst einmal zurücklehnen und entspannt zusehen wie sich die Demokratische Partei autistisch mit sich selbst beschäftigt. Nichts dergleichen. John McCain und sein Team arbeiten intensiv daran, die Weichen für den Hauptwahlkampf zu stellen. Drei große Aufgaben stehen auf der To-Do-Liste des Senators. Erstens: John McCain muss die Republikanische Partei hinter seiner Kandidatur sammeln. Dies ist ihm bisher gut gelungen. George Bush gab ihm den offiziellen Ritterschlag und nannte ihn einen „true conservative“. Mitt Romney gab ein öffentliches Endorsement für ihn ab. Die Spitzen der Republikaner im Kongress söhnten sich mit dem manchmal etwas heißblütigen Senator aus. Grover Norquist, Gralshüter des Steuerkürzer-Flügels der Partei, gab seine Opposition gegen McCain auf und fragte konzilliant: „How can we work together?“ Auch mit den (vermeintlichen) Sprachrohren der sozialkonservativen Bewegung konnte McCain ein Waffenstillstandsabkommen schließen. Die Erzengel der konservativen Medienmaschine wie Rush Limbaugh, Ann Coulter und James Dobson sinnieren nicht mehr breitenwirksam darüber, ob sie sich der Wahl enthalten sollten. Das böse A-Wort („abstain“) ist erst einmal aus ihrem öffentlichen Sprachgebrauch verbannt worden. Ob die konservative Basis sich jedoch mit John McCain aussöhnen wird, bleibt offen. Die Grand Old Party (GOP) könnte das SPD-Problem ereilen: Die unzufriedene Basis wechselt zwar nicht die Seiten, bleibt am Wahltag aber trotzdem zu Hause. Zweitens: Der Vorwahlkampf hat gezeigt, dass die Republikaner zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte ein eklatantes Fundraising-Problem haben. Bis Ende Januar diesen Jahres nahm John McCain spärliche 55 Millionen Dollar ein. Hillary Clinton schaffte hingegen 138 Millionen, Obama sogar 141 Millionen. McCain muss also in den nächsten Monaten zum Telefon greifen, um die einflussreichen Geldgeber der Partei zu vergewissern, dass er der beste Mann ist, um das Weiße Haus vor den Demokraten zu retten. Zudem muss er die Stars der Partei verpflichten, um mit ihm auf Fundraising-Tour zu gehen. Präsident Bush mag zwar wenig Rückhalt in der Bevölkerung haben, er ist aber immer noch die beste Geldmaschine der Republikaner. Veranstaltungen mit ihm spülen regelmäßig mehrere Millionen Dollar in die Kasse von Kandidaten und Parteiorganisationen. Apropos Parteien: McCain kann sich nun offiziell auf das Republican National Committee (RNC) stützen. Als einziges der drei nationalen Parteikomitees ist es nicht in finanziellen Schwierigkeiten. Das RNC hat bisher 97 Millionen Dollar einsammeln können, nahezu doppelt so viel wie sein Pendant, das Democratic National Committee (DNC). McCain kann sich also auf die Dienste der Partei verlassen, die auch in diesem Wahljahr wieder den Basiswahlkampf und das Wählertargeting für ihren Kandidaten organisieren wird. Drittens: John McCain muss seine Kampagnenkommunikation auf den Hauptwahlkampf ausrichten. Dies läuft nach dem üblichen Schema ab. Zunächst stellt sich der Kandidat dem großen Wahlpublikum noch einmal persönlich vor. Geplant ist eine „national bio tour“, die McCain an die wichtigen Orte seines Lebens führen wird, wie etwa die US Naval Academy in Annapolis oder die Naval Air Station in Meridian, Mississippi, die nach seinem Großvater benannt ist. Danach folgen medienwirksame Reden zu innen- und außenpolitischen Themen, um sich auch inhaltlich zu positionieren. McCain machte zudem deutlich, dass er seine Kampagnenmethoden aus dem Vorwahlkampf beibehalten will. So oft und gut es geht will er mit seinem Straight Talk Express im Land unterwegs sein, um sich den Fragen der Wähler in sog. Town Hall Meetings zu stellen. Dass McCain in den derzeitigen Umfragen hinter den beiden Demokraten liegt, kommt ihm zu Pass. Der alte Polit-Fuchs ist immer dann stark, wenn er sich als Underdog und Außenseiter stilisieren kann. Dann ist er am glaubwürdigsten. Trotz der verworrenen Vorwahlsituation finden die Demokraten Zeit, um erste Botschaften gegen McCain zu testen. Hier ein Web-Video, das das DNC kürzlich in die Internet-Rotation eingespeist hat:
Blogeintrag von Maik Bohne
um
12:15
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Giuliani legt nach, McCain hofft auf ComebackMontag, 30. Juli 2007
Unruhe herrscht derzeit vor allem im konservativen Lager. Während unter den republikanischen Anhängern immer mehr ihre Hoffnungen in Ron Paul und Fred Thompson legen, versucht das Kampagnenteam von Rudy Giuliani eine Schwächephase zu überwinden. Nach Rückschlägen bei Umfragen soll nun eine neue Medienstrategie für positive Schlagzeilen sorgen.
Im Zentrum steht dabei die Pflege der Medienkontakte und das Versorgen der Presse mit eigenen Nachrichten aus dem Kampagnenzentrum. Positive Wirkung hat der Branchendienst Politico bereits ausgemacht: “But the campaign of the former New York mayor seems to be finding its equilibrium. Just this week, the campaign has e-mailed 24 press releases, research documents and advisories to the national media—about twice as many as it would have sent in any given week earlier in the year. Also this week, the campaign began sending a daily e-mail alerting reporters to the message of the day and Giuliani’s schedule. Additionally, campaign staff have engaged individual reporters on a near-daily basis, seeking to get ahead of the news cycle.” Doch man hat nicht nur an Fahrt gewonnen, auch werden mittlerweile Presseschlagzeilen erfolgreich gekontert, wie im Fall eines Videos der Gewerkschaft der Feuerwehrleute, in dem Giulianis Politik kritisiert wurde. “The campaign is also playing better defense. When the firefighters union released a long-expected video last week criticizing Giuliani’s post-9/11 performance, the campaign was ready. It attacked the messengers as Democratic water-carriers and lined up two retired firefighters to counter the criticism in a news conference.” Die Zuversicht scheint zurückgekehrt in Giulianis Team. “There is no doubt that we are better organized and in a better position on the communications side than we were three months ago,” said Katie Levinson, Giuliani’s communications director. But, she added, “the same holds true on the political side and on the fund-raising side of the operation.” Senator John McCain hat derweil ganz andere Sorgen. Für ihn geht es zurzeit um die letzte Chance, im Rennen zu bleiben. Sein neuer Comeback-Plan klingt banal: Weniger ausgeben und mehr einnehmen. Doch die Strategie ist konkret ausformuliert, so sollen die Botschaften verstärkt via „free media“, also über Interviews und Talkshows, unters Volk gebracht werden, und gleichzeitig der organisatorische Wasserkopf auf Veranstaltungen so gering wie möglich gehalten werden. Der Politico hat zwei Dokumente aus McCains Team ausfindig gemacht, die die neue Strategie untermauern.
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