Umfrage
TagsBarack Obama Bill Clinton blogosphäre Demokraten Facebook Florida Frauen fred thompson Fundraising George Bush grassroots Hillary Clinton Internet iowa Irak Joe Biden John Edwards John McCain Kampagnenmanager michigan mike huckabee Mitt Romney moveon.org MySpace negative campaigning new hampshire pennsylvania Primaries Republikaner Ron Paul Rudy Giuliani Sarah Palin strategie TV Umfrage Wählergruppen YouTube
|
Verwandte Tags
afro-amerikaner al gore Ann Coulter arnold schwarzenegger Barack Obama bill clinton Bill Richardson blogosphäre delegierte demokraten dnc endorsement Facebook florida fred thompson Fundraising Gallup george bush Hillary Clinton Howard Dean internet iowa irak James Kotecki Joe Biden Joe Trippi john kerry John McCain Kampagnenmanager kandidaten michigan mike huckabee Mitt Romney moveon.org negative campaigning nevada new hampshire primaries puerto rico Republikaner Ron Paul Rudy Giuliani rücktritt Sam Brownback south carolina Spenden stadt strategie Super Tuesday TV Twitter Umfrage Wählergruppen Waffen wahlrecht West Virginia YouTube zielgruppenNiederlage am Grünen TischMontag, 2. Juni 2008
Hillary Clinton konnte zwar gestern einen lockeren Sieg bei den Vorwahlen in Puerto Rico verbuchen, das Wochenende wird die Kampagne allerdings als nicht gelungen bezeichnen müssen. Der Parteiausschuss der Demokraten, das sog. Rules and Bylaws Committee, entschied am Samstag, dass die Delegierten aus Florida und Michigan zwar am Parteitag in Denver (25.-28. August) teilnehmen dürfen, aber nur mit halber Stimmkraft.
Florida und Michigan hatten ihre Vorwahlen gegen die Bestimmungen des Democratic National Committee (DNC) auf einen früheren Termin vorverlegt und damit den behutsam ausgehandelten Vorwahlkalender der Demokraten durcheinander gebracht. In keinem der beiden Staaten machten die Kandidaten deshalb aktiv Wahlkampf; in Michigan hatten Barack Obama und John Edwards ihre Namen sogar vom Wahlzettel nehmen lassen. Das Problem: Hillary Clinton hatte die Abstimmungen in Florida und Michigan deutlich gewonnen und drängte in den vergangenen Wochen darauf, die Delegierten vollständig (inkl. voller Stimmkraft) auf dem Parteitag zuzulassen. So hätte sie zwar den Vorsprung Obamas bei den Delegierten auch nicht aufgeholt, aber zumindest mehr absolute Wählerstimmen als der junge Senator aus Illinois auf ihrem Konto gehabt. Ein symbolisches, aber wichtiges Argument, um die restlichen Superdelegierten doch noch von ihrer Kandidatur zu überzeugen. Daraus wird nun nichts mehr. Nach fünfstündiger Diskussion, die immer wieder von Buhrufen und Jubel der Anhänger beider Kandidaten unterbrochen worden war, einigten sich die Mitglieder des Parteiausschusses darauf, Clinton einen Nettogewinn von 24 Delegiertenstimmen gegenüber Obama zuzusprechen (19 in Florida und 5 in Michigan). Es war vor allem die Michigan-Frage, die die Gemüter erhitzte. Mit einer bisher einmaligen (und kruden) Rechenweise, basierend auf den Abstimmungsergebnissen, Nachwahlbefragungen und sog. Write-In-Wahlzetteln, ermittelte der Ausschuss, dass Clinton in Michigan 69 und Obama 59 Delegierte zugesprochen bekommen. Das brachte Harold Ickes, Hillarys Vertreter im Rules and Bylaws Committee, vollends auf die Palme. Er sprach von Geiselnahme der Wählerstimmen und machte auf einer Pressekonferenz nach der Sitzung deutlich, dass Clinton sich das Recht vorbehalte, diese Zählweise auf dem Parteitag in Denver anzuzweifeln. Das wäre der Super-Gau für die Partei, die sich natürlich nichts Sehnlicheres wünscht als einen harmonischen Ablauf der Krönungsmesse. Ob es aber so weit kommt, ist fraglich. Obwohl sich Hillary weiter kämpferisch gibt, drängen sie immer mehr Demokraten, nach dem Ende der Vorwahlsaison am morgigen Dienstag aus dem Rennen auszusteigen. Um die Nominierung zu gewinnen, braucht es nun 2.118 Delegierte. Obama fehlen nach Berechnungen der Associated Press nur noch 47 Delegierte. Die Ziellinie ist (endlich) in Sicht…
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
10:33
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: delegierte, demokraten, dnc, florida, hillary clinton, john edwards, michigan, puerto rico
Edwards für ObamaFreitag, 16. Mai 2008
Eigentlich wollte Hillary Clinton den Tag nach ihrem Sieg in West Virginia nutzen, um ihre Partei mit intensiver Medienarbeit davon zu überzeugen, dass ihre Kandidatur noch Chancen hat. Ihr Sieg in West Virginia mit 41 Prozentpunkten hatte ihr wieder Rückenwind im Vorwahlkampf gegen Barack Obama gegeben. Dieser Wind verkümmerte aber zu einem lauen Lüftchen, denn die Medien stürzten sich auf ein Ereignis, das viele Meilen von Washington, DC entfernt stattfand, im Chrysler-Werk in Grand Rapids, Michigan.
Hier trat Obama auf, um gutes Wetter bei weißen Arbeitern zu machen, sprich: bei seiner elektoralen Problemgruppe. Überraschend präsentierte er den 12.000 Besuchern einen neuen Unterstützer, der lange Zeit sein Rivale um die demokratische Kandidatur gewesen war: John Edwards. Clinton und Obama hatten sich intensiv bemüht, Edwards zu einer öffentlichen Unterstützungsbekundung für ihre Kandidatur zu überreden. Beide hatten sogar Hof gehalten in seinem Haus in North Carolina. Die Zeit des Sich-Zierens endete am Mittwoch mit dem Endorsement von John Edwards für Barack Obama. In seiner Rede pries Edwards den jungen Senator aus Illinois für seine Qualität, Amerika zusammenbringen zu können. O-Ton Edwards: “There is one man who knows in his heart that it is time to create one America — not two — and that man is Barack Obama”. Und dann folgte ein Satz, der Hillary Clinton sicher erstarren ließ: “ "The reason I am here tonight is that the voters have made their choice, and so have I." Ein klareres Signal an die Ex-First-Lady konnte Edwards nicht senden. Dennoch hatte er für die Senatorin auch Komplimente im Gepäck. Er lobte sie für ihre Beharrlichkeit und ihren Dienst für Amerika. Das war sicherlich auch ein Tribut an seine Frau Elizabeth, die sich intern für Hillary Clinton ausspricht und deshalb auch nicht mit nach Michigan gekommen war. Was bedeutet Edwards´ Endorsement für Obama? Zwei Dinge: Erstens wird John Edwards helfen, Obama mehr Glaubwürdigkeit bei weißen, ökonomisch benachteiligten Wählern zu verschaffen. Edwards war angetreten mit den Kernthemen Armut und universeller Krankenversicherung, die er mit populistischen Untertönen mischte. Er kam damit gut an bei Arbeitern und der unteren Mittelschicht. Das sah man zuletzt bei den Vorwahlen in West Virginia, bei der er sieben Prozent der Wähler gewann, ohne überhaupt noch im Rennen zu sein. Zweitens sendet Edwards öffentliche Unterstützung ein Zeichen an das Parteiestablishment, das heißt: „Es ist Zeit, sich hinter Barack Obama zu sammeln! Der Vorwahlkampf ist faktisch zu Ende.“
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
14:42
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: Barack Obama, Endorsement, Hillary Clinton, John Edwards, michigan, Wählergruppen, West Virginia
Web 2.0-WählerMontag, 10. März 2008
Wenn es um soziale Netzwerke geht, ist Fred Stutzman, Autor des Weblogs TechPresident, Muttersprachler. Facebook, YouTube, Twitter – diese Anwendungen sind tief in seinen Alltag integriert. Er stellte in dieser Woche die Bedeutung von Web 2.0 für den amerikanischen Wahlkampf vor. Dabei betont er, dass soziale Medien nie die alleinigen Kampagneninstrumente sind, aber die Stoßkraft und Eigendynamik einer Bewegung unterstützen. Barack Obamas Momentum bietet das beste Beispiel, wie soziale Netzwerke Wähler aktivieren können: online und offline. Sie spenden, senden E-Mails, SMS und YouTube-Videos, doch allem voran generieren sie Aufmerksamkeit und Interesse.
In diesem US-Wahlkampf interagieren eine beträchtliche Zahl von Wählern auf sozialen Netzwerken mit ihren Kandidaten. Millionen schauten YouTube-Videos an, Tausende pflegen Facebook-Freundschaften mit Kandidaten. Diese Wähler tragen massiv zur Verbreitung von Informationen rund um die Kandidaten bei, und manche von ihnen nehmen wichtige Funktionen ein. Wer sind also diese Web 2.0-Wähler? Offensichtlich gibt es verschiedene Typen: 1. Der Schaufenster-Typus Nach Angaben des Pew Research Centers haben fast 70 Millionen Amerikaner ein Profil in einem sozialen Netzwerk und viele Millionen haben sich YouTube-Videos angesehen. Der Schaufenster-Typus repräsentiert die große Mehrheit der Web 2.0-Wähler. Sie nehmen aus der Distanz am Geschehen in den sozialen Netzwerken teil: Sie schauen Videos an, beobachten Freunde, wie diese in sozialen Netzwerken politische Positionen einnehmen, aber sie nutzen sie nicht selbst zur politischen Meinungsäußerung. Das Pew Forschungsinstitut geht davon aus, dass fast ein Viertel der Amerikaner einen Teil ihrer politischen Informationen aus dem Internet zieht. Man kann sich also vorstellen, wie verbreitet der Schaufenster–Typus ist. 2. Die Zehen-Eintunker Die Zehen-Eintunker gehen einen Schritt weiter als die Schaufenster-Typen, sie kommunizieren ihre Interessen aktiv in sozialen Netzwerken. Sie unterstützen Kandidaten auf Facebook oder nutzen traditionelle Möglichkeiten wie E-Mails, um im Sinne von viralem Marketing eine politische Botschaft zu verbreiten. Die Gruppe der Zehen-Eintunker ist kleiner und jünger als die der Schaufenster-Typen. Nach Angaben von Pew pflegen 3% der Amerikaner eine „Freundschaft“ mit einem Kandidaten innerhalb eines sozialen Netzwerkes. 3. Der Kommunikator Der Kommunikator ist in etwa die Person, die man als Web 2.0-Muttersprachler bezeichnen würde. Sie benutzen Blogs, Foren oder soziale Netzwerke, um ihre politische Information zu streuen. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass sie selber Blogger sind, aber sie nutzen sie gelegentlich, um Botschaften zu versenden. Laut der Blogads-2008-Erhebung haben 17% der Leser politischer Blogs ihr eigenes Blog. Die Kommunikatoren sind wichtige Produzenten von Inhalten in sozialen Netzwerken. 4. Experte Zu den Experten auf dem Gebiet des sozialen Netzwerkens gehören zum Beispiel die 14.000 Amerikaner, die Barack Obama auf Twitter Es sind interessante Parallelen zwischen diesen Gruppen zu beobachten. Sowohl Schaufenster-Typen als auch Experten neigen dazu, im Internet zu spenden. Beide besuchen die Kandidaten-Webseiten und abonnieren Newsletter. Der Unterschied liegt nicht im Konsumieren von Nachrichten, sondern im Produzieren. Soziale Netzwerke sind also zu einem wichtigen Instrument des US-Wahlkampfes geworden, weil jeder, der etwas zu sagen hat, das auch tun kann. Die Zahl der Schaufenster-Typen überwiegt natürlich über allen anderen, aber mit der Zeit entwickeln sich immer mehr Wähler zu Web2.0-Muttersprachlern. Es ist eine Langzeitentwicklung, aber eine vielversprechende - auch für Deutschland.
Blogeintrag von Ute Pannen
um
12:58
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: Barack Obama, blogosphäre, Facebook, John Edwards, Twitter, YouTube, zielgruppen
Horse Race VI: Zeit für DuelleDonnerstag, 31. Januar 2008Das Kandidatenfeld im Vorwahlkampf der Republikaner und Demokraten war in den letzten Wochen so stabil wie die Aktienkurse an den Weltmärkten. Keine leichte Aufgabe, in diesem Tohuwabohu den Überblick zu behalten. Nach den Vorwahlen in Florida hat sich das Feld nun endlich gelichtet. Wir haben auf beiden Seiten handfeste Duelle, echte Zweikämpfe, Kandidat gegen Kandidat, eins gegen eins. Auch diese Woche wollen wir versuchen, Licht ins Dunkel des Vorwahlkampfes zu bringen. HILLARY vs. BARACK Unterstützung erfährt Obama auf seinem Weg von immer mehr demokratischen Politikern. Das Endorsement von Ted Kennedy hat hohe Wellen geschlagen. Der Altmeister des liberalen Amerika ließ sich nicht lumpen, Obama den Mantel des großen JFK überzustreifen. Wichtig sind aber auch Unterstützungsbekundungen von moderaten Demokraten wie Gouverneurin Janet Napolitano aus Arizona, Sen. Claire McCaskill aus Missouri, Sen. Ben Nelson aus Nebraska und Sen. John Kerry aus Massachussetts. Diese Politiker haben ein nicht zu unterschätzendes Gewicht in ihren jeweiligen Bundesstaaten. Am Super Tuesday wird sich Obama a) auf Staaten konzentrieren, die einen hohen Anteil an schwarzen Vorwählern aufweisen (Georgia, Tennessee und Alabama). Zudem fokussiert er sich b) auf Staaten mit Caucus-Systemen (Colorado, New Mexico, Minnesota, Kansas, North Dakota). Bei diesem Verfahren kann er sich gezielter auf seine gut mobilisierten Truppen von Freiwilligen und Sympathisanten verlassen. Und c) wird er die großen Staaten wie Kalifornien, Missouri, New York und seinen Heimatstaat Illinois nicht aus den Augen verlieren. Trotz der harten Konkurrenz von Barack Obama hält Hillary Clinton die Karten weiter in der Hand. Im Gegensatz zu Obama setzt sie voll auf die Mobilisierung der alten demokratischen Wählerkoalition (Frauen, Mittelschicht, Arbeiter, Minoritäten, weniger Gebildete, U-50). Ihre Botschaft an diese Gruppen: In Zeiten einer drohenden Wirtschaftskrise wollt ihr Taten und Ergebnisse, keine schönen Worte und leeren Versprechungen. Wie in ihrem neuesten Wahlkampfspot in Kalifornien zu sehen, geriert sie sich als erfahrene Kandidatin, auf die die Menschen in Krisenzeiten vertrauen können. In Umfragen liegt sie in den wichtigsten Super-Tuesday-Staaten unangefochten vorn. Natürlich sollte man nicht zu viel auf das Gerede von Meinungsforschern geben, aber die Zahlen sind doch ein eindeutiger Indikator dafür, dass sie den Großwahltag am 5. Februar erfolgreicher als Obama beenden könnte. Hillary wird sich vor allem auf die großen Staaten Kalifornien, Missouri, Tennessee und ihre Heimatterritorien New York, New Jersey, Massachusssetts, Connecticut und Arkansas konzentrieren. JOHN vs. MITT Auch bei den Republikanern läuft alles auf ein Duell hinaus. Mike Huckabee ist zwar noch im Rennen, aber er wird es schwer haben, in den nächsten Wochen von Medien und Wählern wahrgenommen zu werden. Zur Zeit liegt er lediglich in Georgia vorne, einem Staat mit vielen sozialkonservativen Republikanern. Bei dieser transzendental wählenden Klientel wird Huck auch weiterhin Erfolg haben, aber das Rennen um die Nominierung kann er so gut wie abhaken. Also auf in das Duell McCain gegen Romney! Wie sich in Florida und während der letzten TV-Debatte in der Reagan Library in Kalifornien andeutete, fahren beide Kandidaten schwere Geschütze auf. McCain attackiert Romney aus allen Rohren. Er bezeichnet ihn wahlweise als Umfaller, Flip-Flopper, Steuernerhöher oder als unerfahrenen Außenpolitiker. Romney schlägt zurück mit Attacken auf McCains vermeintlich liberale Positionen zu konservativen Herz- und Magenthemen wie Steuersenkungen und Einwanderungspolitik. John McCain hat den Rückenwind jedoch eindeutig auf seiner Seite, sein Wahlkampfmanager Rick Davis bezeichnet ihn schon als den republikanischen De-Facto-Kandidaten. Immer mehr Politiker werden in den nächsten Tagen Endorsements für den Senator aus Arizona abgeben. Christ, Giuliani und Schwarzenegger waren da erst der Anfang. Dennoch hat McCains Kampagne weiterhin ein Problem, das nicht geleugnet werden sollte. Staaten wie Kalifornien, New York und Illinois sind geschlossene Vorwahlstaaten, in denen lediglich republikanische Stammwähler an die Urnen gehen dürfen. Hier könnte Mitt Romney einen Vorteil haben, da er die konservativere Wählerklientel an sich bindet. Romney bleibt also im Rennen, er wird in den nächsten Tagen immer mehr zum Anti-McCain-Kandidaten aufsteigen. Fraglich ist jedoch, ob er in der Lage ist, das Momentum des Mac zu stoppen. Romney besitzt aber einige Vorteile. Erstens kann er sich in Zeiten einer drohenden Wirtschaftskrise als Wirtschaftsfachmann stilisieren. Zweitens hat er unerschöpfliche private Geldquellen, die er in den Vorwahlkampf pumpen kann. Drittens wird Romney nichts unversucht lassen, um McCain als Teil des verhassten Washingtoner Establishments darzustellen. Problem ist aber, dass der Ex-Gouverneur weiterhin als Flip-Flop-Kandidat gilt, der wenig Authenzität versprüht, dafür aber eine Menge Kalkül und Plastik. Ein klarer Kontrast zu McCain. Mitt Romney wird sich am Super Tuesday auf die Staaten im Westen und im Nordosten fokussieren. Ob das allerdings reicht, ist fraglich. Die Umfragen in den meisten Vorwahlstaaten verheißen nichts Gutes für ihn. Interessanterweise kann das Rennen auf Seiten der Republikaner früher beendet sein als bei den Demokraten. McCain hat gute Chancen, sich am Wahlabend des Super Tuesday als faktischer Kandidat der Grand Old Party (GOP) küren zu lassen. Erstaunlich. Das Kandidatenfeld der GOP galt lange als das instabilere und fluidere. Bei den Demokraten deutet hingegen alles auf einen Zweikampf hin, der über den Super Dienstag hinausgeht.
Blogeintrag von Maik Bohne
um
20:12
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: arnold schwarzenegger, barack obama, bill clinton, endorsement, john edwards, john kerry, john mccain, mike huckabee, mitt romney, rudy giuliani, super tuesday
Abschied und AufbruchDonnerstag, 31. Januar 2008
Gestern war ein Tag des Abschieds und des Aufbruchs im Rennen um die Präsidentschaftskandidaturen. Rudy Giuliani und John Edwards beendeten ihre Kampagne. Sie machten Platz für die Frontrunner in ihren jeweiligen Parteien, die sich am Super Tuesday duellieren werden. Alle Augen richten sich nun auf die Zweikämpfe Clinton-Obama und McCain-Romney.
Giuliani nutzte seine Abschiedsrede, um John McCain seine Unterstützung auszusprechen. Über den Effekt eines solchen Endorsement wird eifrig spekuliert. Gepaart mit der Unterstützung von Kaliforniens Gubernator Arnold Schwarzenegger wird es McCain sicherlich bei den moderaten Wählern in der Republikanischen Partei helfen. Das Problem McCains bleibt es jedoch, sozialkonservative Segmente zu erreichen. Dabei können ihm Giuliani und Schwarzenegger wenig helfen. Rudy Giulianis Unterstützerrede für John McCain: John Edwards beendete seine Kampagne dort, wo sie begonnen hatte: Im Ninth Ward von New Orleans. Noch einmal bekam er eine nationale Bühne, um das Thema seines Wahlkampfes anzusprechen: Armut in Amerika. Edwards führte insgesamt eine couragierte Kampagne, die aber kaum durch die mediale Mauer dringen konnte, die sich um das Duell Clinton-Obama aufgebaut hatte. Auch im Fall Edwards spekuliert die amerikanische Journalistenschar fleißig, welchem Kandidaten sein Ausstieg nutzen könnte. Öffentlich unterstützen wird John Edwards zumindest keinen der beiden demokratischen Frontrunner. Das machte er gestern deutlich. John Edwards` Abschied:
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
11:23
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: arnold schwarzenegger, barack obama, hillary clinton, john edwards, john mccain, mitt romney, rudy giuliani, rücktritt
Florida: Ein republikanischer Fingerzeig gen Super Tuesday?Mittwoch, 30. Januar 2008John McCain heißt der strahlende Sieger der Vorwahlen in Florida. Mit 36% der Stimmen konnte er sich gegen seinen ärgsten Herausforderer Mitt Romney (31,1%) durchsetzen. Rudy Giuliani landete mit 14,6% abgeschlagen auf dem dritten Platz. John McCain hat mit diesem wichtigen Sieg seinen Status als Frontrunner der Republikaner untermauert. Er geht definitiv als aussichtsreichster Kandidat in den Super Tuesday, an dem in 22 Bundesstaaten Vorwahlen abgehalten werden. Nachwahlbefragungen zeigen, dass McCains Sieg vor allem auf moderaten republikanischen Vorwählern basierte, von denen viele unzufrieden mit der Bush-Regierung sind. Mitt Romney konnte hingegen das konservative Segment der Partei für sich gewinnen, mit 13 Prozentpunkten Vorsprung. McCain sahen die Wähler jedoch mehrheitlich als den wählbarsten Kandidaten im November und als besseren Commander-in-Chief. Einflussreich schien auch das Endorsement von Gouverneur Charlie Christ gewesen zu sein, das er kurz vor der Wahl für McCain abgegeben hatte. 4 von 10 Wählern gaben an, dass diese Unterstützungsbekundung sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung gewesen sei. Erstaunlicherweise gewann McCain auch die Mehrheit der Wähler, die Wirtschaft und Arbeit als ihre Top-Themen bezeichneten. Um dieses Wählersegment hatte Romney massiv geworben, indem er sich als erfahrener Wirtschaftsfachmann gerierte. Eindeutiger Verlierer des Abends war hingegen Rudy Giuliani. Seine Strategie des Aussitzens der frühen Vorwahlen, ob aus der Not heraus geboren oder kühn geplant, ging nicht auf. Dies bestätigt einmal mehr die entscheidende Bedeutung der ersten Abstimmungen in Iowa, New Hampshire und South Carolina. ABC News berichtet derweil, dass Rudy Giuliani heute noch ein offizielles Endorsement für John McCain abgeben wird. Das undurchsichtige Kandidatenfeld bei den Republikanern hat sich mit dieser Wahl gelichtet. Rudy ist raus, Huckabee hat kaum Chancen. Es geht nun um einen Zweikampf zwischen John McCain und Mitt Romney. Romney hat bereits angekündigt, keine Ressourcen zu schonen, um die Kandidatur für sich zu entscheiden. Will heißen: Er wird eine große Summe seines privaten Vermögens in die Hand nehmen, um nahezu alle Super-Tuesday-Vorwahlstaaten mit TV-Spots und Direct Mailings zu überziehen. Das Geld nicht alles ist, zeigt aber das Beispiel Florida. Romney hat hier 10mal mehr TV-Spots geschaltet als McCain. Bei den Demokraten gewann Hillary Clinton mit 49,7% vor Barack Obama (33%) und John Edwards (14,4%). Ihr Sieg war jedoch rein symbolisch. Delegierte wurden auf Seiten der Demokraten nicht vergeben, da sich der Staat Florida entschieden hatte, die Vorwahlen auf einen früheren Zeitpunkt als geplant vorzuverlegen. Das Democratic National Committee hatte daraufhin die Wahl für nicht gültig erklärt. Alle demokratischen Kandidaten zeigten sich solidarisch und vermieden es, aktiv im Sunshine State Wahlkampf zu machen.
Blogeintrag von Maik Bohne
um
15:49
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: barack obama, florida, hillary clinton, iowa, john edwards, john mccain, mike huckabee, mitt romney, new hampshire, rudy giuliani, south carolina, super tuesday
Obamas Sieg in South Carolina: Eine AnalyseDienstag, 29. Januar 2008Das Auf und Ab im demokratischen Vorwahlkampf geht weiter. Mit einem überzeugenden Sieg in South Carolina hat Barack Obama wieder neuen Rückenwind für seine Kampagne bekommen. Deutlicher als erwartet gewann der junge Senator aus Illinois mit 55% der Stimmen vor Hillary Clinton (27%) und John Edwards (18%). Sein Sieg fußte vor allem auf den Stimmen der afro-amerikanischen Bevölkerung, die die Mehrheit der Vorwählerschaft bei den Demokraten stellte. In dieser Wählergruppe erhielt Obama 78% der Stimmen, Hillary Clinton hingegen nur 19%. Obama siegte insgesamt in fast allen Wählerkategorien, besonders hoch jedoch bei jungen Urnengängern unter 40, bei Independents und bei Menschen, die sich einen umfassenden Politikwechsel wünschen. Auch 24% der weißen Wählerschaft South Carolinas konnte er für sich mobilisieren. Der Sieg in South Carolina zeigte jedoch auch, wie schwierig es für Obama werden wird, am Ende als Sieger aus dem Zweikampf mit Hillary Clinton hervorzugehen. Erstens hat sich die Agenda des Wahlkampfes rasant gewandelt, weg vom Irak-Krieg hin zu den Themen Wirtschaft und Arbeit. Nannten in Iowa nur 35% der Vorwähler Wirtschaft als ihr Top-Thema, waren es in South Carolina bereits 53%. Bei diesen Themen kann Hillary Clinton ihre politische Erfahrung und Führungsstärke besser ins Spiel bringen. Zweitens scheint Obama mit in den Strudel des Negativwahlkampfes gerissen zu werden, den Hillary und Bill Clinton in den vergangenen Tagen losgetreten hatten. Obwohl Obama bei seinem positiv-idealistischen Wahlkampf blieb, gab mehr als die Hälfte der Vorwähler an, dass Clinton und Obama gleichermaßen unfair attackierten. Drittens gibt es nur wenige Super-Tuesday-Staaten mit einer vergleichbaren sozialstrukturellen Wählerzusammensetzung wie South Carolina. Legt man die Werte aus den demokratischen Vorwahlen des Jahres 2004 an, so hatte nur Georgia einen ähnlichen hohen Anteil von schwarzen Vorwählern (47%) wie South Carolina. Ein Nachteil für Obama. Obamas Chance liegt aber darin, den Vorwahlkampf als Wahl zwischen Vergangenheit/Status Quo (Clinton) und Zukunft (Obama) zu stilisieren. Wähler entscheiden zwar zunehmend situativ, jedoch fast immer zukunftsorientiert. Um die Zukunft muss sich die Demokratische Partei insgesamt kaum Sorgen machen. In South Carolina nahmen rekordverdächtige 530.000 Bürger an den Vorwahlen der Demokraten teil. Das sind 100.000 mehr als bei den Republikanern. Eine erstaunliche Zahl in einem solch konservativen Staat wie dem Palmetto State. Barack Obamas Siegerrede:
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
09:59
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: afro-amerikaner, barack obama, hillary clinton, john edwards, south carolina, zielgruppen
Horse Race: Das wöchentliche Kandidaten-Ranking IIIFreitag, 25. Januar 2008
Auch diese Woche gibt es wieder das offizielle Kandidaten-Ranking zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Das Rennen um die Kandidaturen ist weiterhin offen. Weiterhin lässt sich auf beiden Seiten des politischen Spektrums kein klarer Frontrunner ausmachen. Der Ton des Vorwahlkampfes verschärft sich allerdings zusehends. Die vergangenen Tage wurden bestimmt vom heftigen Schlagabtausch zwischen Clinton und Obama. Hillary blies Attacke, Barack musste reagieren. Bei den Republikanern nahm Freizeit-Kandidat Fred Thompson seinen Hut.
DEMOKRATEN 1. HILLARY CLINTON Hillary Rodham Clinton (HRC) ist in der Offensive. Spätestens seit ihrer Niederlage in Iowa heißt ihr Motto Attacke. Zusammen mit ihrem Mann hat sie ein "Tag Team" gebildet, das Obama aus allen erdenklichen Richtungen angreift. Obamas politische Erfahrung wird genauso in Zweifel gezogen wie seine Opposition gegen den Irak-Krieg. Zuletzt versuchten ihn die Clintons als Reagan-Bewunderer und Freund eines dubiosen Slum-Lords darzustellen. Ob diese Attacken auf Tatsachen beruhen, können andere klären. Sicher ist, dass Hillary Clinton der Obama-Bewegung den Zauber genommen hat. Zu Gute kommt HRC momentan sicher auch, dass die Themen Wirtschaft und Arbeit ganz oben auf der Wähleragenda stehen. Auf diesen Feldern kann sie ihre Trumpfkarten Erfahrung und sachpolitische Versiertheit besser ausspielen. Eine ABC/Washington Post-Umfrage fand heraus, dass ihr demokratische Vorwähler erheblich mehr Kompetenz (46%) beim Thema Wirtschaft bescheinigen als Barack Obama (33%). HRC setzt nun ganz auf eine nationale Strategie. Anstatt in South Carolina Wahlkampf zu machen, absolvierte sie diese Woche Auftritte in Kalifornien, Arizona und New York. In diesen Super Tuesday-Staaten liegt sie mit großem Abstand vorne. Wir sollten uns mit einer Kandidatin Hillary Clinton anfreunden. (letzte Woche: Rang 1) 2. BARACK OBAMA Barack Obama hatte sich geschworen, eine positive Kampagne führen, die auf Ausgleich, Optimismus und Idealismus fußen sollte. Obama weigerte sich, den üblich zynischen Spinmeister-Wahlkampf zu machen, den die professionelle Beraterkaste in Washington, DC seinen Kandidaten regelmäßig verordnet. Kein dumpfer Negativwahlkampf, kein Matschwerfen, kein Hin und Her von Anschuldigung und Gegen-Anschuldigung, so hieß sein Motto. Das Problem dieser Strategie: Was machen, wenn man offensiv angegriffen wird? Obama hat es bisher noch nicht geschafft, die demokratischen Vorwähler entscheidend gegen den Status-Quo-Wahlkampf Clintons zu mobilisieren. Seine Kampagne wird zwar in South Carolina erfolgreich sein, aber insgesamt hat sie ihren Schwung und ihren Glanz vorerst verloren. Obama muss seine divergente Wählerstruktur (Twens, gebildete Mittelschicht, Schwarze, Independents) ausweiten. Er muss zeigen, dass er auch die demokratischen Stammwähler (Ü-50, untere Mittelschicht, wenig formale Bildung) für sich gewinnen kann. (letzte Woche: Rang 2) 3. JOHN EDWARDS John Edwards führt die themenorientierteste Kampagne aller demokratischen Kandidaten. Seine ökonomisch-populistische Botschaft müsste in Zeiten einer drohenden Wirtschaftskrise eigentlich bestechen. Trotz eloquenter und kämpferischer Auftritte in den vergangenen TV-Debatten scheint er den Blick der Medien nicht vom Horse Race zwischen Clinton und Obama abwenden zu können. Ein zweiter Platz in South Carolina könnte seiner Kampagne noch einmal Leben einhauchen. Wir halten ein solches Ergebnis aber für unrealistisch. (letzte Woche: Rang 3) REPUBLIKANER 1. JOHN MCCAIN John McCain bleibt der aussichtsreichste Kandidat in einem republikanischen Kandidatenfeld, dass so fluide ist wie die Börsenentwicklung der letzten drei Tage. McCains Vorteile sind eindeutig seine Authenzität, seine politische Erfahrung und seine Wählbarkeit. Lässt man ihn in Umfragen fiktiv gegen Clinton und Obama antreten, so entscheidet er das Rennen deutlich für sich. McCains Nachteile liegen aber auch auf der Hand. Seine bisherigen Siege in New Hampshire und South Carolina basierten vor allem auf den Stimmen von Independents (unabhängigen Wählern). In geschlossenen Vorwahlstaaten wie Florida oder Kalifornien, in denen nur republikanische Stammwähler an die Urnen gehen dürfen, wird es für den Senator aus Arizona schwer. Hinzu kommt der Wandel der Themenagenda im Wahlkampf. McCains Aufschwung hatte viel mit der positiven Entwicklung im Irak zu tun, die nun aber medial durch die Wirtschaftskrise in den USA überlagert wird (letzte Woche: Rang 1) 1. MITT ROMNEY Mitt Romney hat sein Thema im Wahlkampf gefunden. Am Vorabend einer Rezession kann er sich als Wirtschaftsfachmann Nr. 1 im republikanischen Feld präsentieren. Romney ist (ähnlich wie McCain) nicht der Kandidat der konservativen Herzen, aber er könnte sich als der präsidialste Bewerber im volatilen republikanischen Feld profilieren. Ex-Gouverneure haben Vorteile. Sie können exekutive Erfahrung vorweisen, ohne den verhassten Washingtoner Stallgeruch zu haben. Ronald Reagan (Kalifornien), Bill Clinton (Alabama) und George W. Bush (Texas) haben es ihm vorgemacht. In Florida ist ein Sieg möglich. Falls ihm dies gelingt, geht er mit guten Aussichten in den Super Tuesday. (letzte Woche: Rang 2) 3. RUDY GIULIANI Rudy Giuliani hat alles auf die Vorwahl in Florida gesetzt und seinen Wohnsitz in den letzten Wochen mehr oder weniger in den Sunshine State verlegt. Eine kühne, fast schon visionäre Strategie des Hizzoners. Letzte Umfragen in Florida zeigen jedoch, dass ihm das Aussitzen der frühen Vorwahlen geschadet hat. Wie schon im Herbst von seinen Beratern geplant, will er sich in der entscheidenden Phase des Vorwahlkampfes als einzig wahrer fiskalkonservativer Kandidat im Feld profilieren (mit einem atemberaubenden Steuersenkungsplan im Gepäck). Es ist zweifelhaft, ob ihm dies gelingt. Wenn Rudy Giuliani in Florida verliert, ist seine kurzlebige Kampagne schon wieder vorbei. (letzte Woche: Rang 3) 4. MIKE HUCKABEE Mike Huckabee ist der Kandidat, der am meisten vom Ausstieg von Fred Thompson profitiert. Die beiden teilen sich das gleiche Wählersegment: sozialkonservative, religiöse Republikaner. Hier liegt aber auch Huckabees Problem. Er schafft es nicht, seine Basis zu erweitern. Der Stern des Prediger-Gouverneurs, der nach dem Sieg in Iowa noch hoch am Himmel stand, ist erheblich verblasst.(letzte Woche: Rang 4)
Blogeintrag von Maik Bohne
um
11:57
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: barack obama, bill clinton, florida, fred thompson, hillary clinton, iowa, irak, john edwards, mike huckabee, negative campaigning, new hampshire, rudy giuliani, south carolina, strategie, super tuesday
Funken sprühen: Clinton und Obama attackieren sich in CNN-DebatteDienstag, 22. Januar 2008
Ihren bisher heftigsten Schlagabtausch lieferten sich Hillary Clinton und Barack Obama gestern im Rahmen einer TV-Debatte, die vom Black Congressional Caucus und dem Nachrichtensender CNN in Myrtle Beach, South Carolina, veranstaltet wurde. Nachdem eine Stunde lang zivilisiert über Arbeit, Wirtschaft und Krankenversicherung diskutiert worden war, entzündete sich ein persönlicher Schlagabtausch zwischen den beiden aussichtsreichsten demokratischen Kandidaten. Obama warf Hillary Clinton vor, ihren Mann als Negativwahlkämpfer einzusetzen, der Unwahrheiten über den jungen schwarzen Senator verbreite. Die pointierteste Riposte des Abends gelang ihm jedoch mit dem Ausspruch: „While I was working as a community organizer on the streets of Chicago, you served as a corporate lawyer on the board of Wal-Mart.” Obama spielte hier auf eine Rechtsanwaltstätigkeit Hillary Clintons für den Großdiscounter an. Wal-Mart wird von Gewerkschaften und anderen progressiven Interessengruppen wegen seiner schlechten Arbeitsbedingungen heftig kritisiert. Hillary Clinton sparte daraufhin auch nicht mit Kritik. Sie warf Obama vor, in der Vergangenheit keine klaren Positionen bei Abstimmungen über heikle Gesetze bezogen zu haben. Anschließend behauptete sie, Obama hätte die Politik von Ronald Reagan gut geheißen (Obama hatte in einem Interview die transformatorische Kraft Reagans gelobt, Mehrheiten aus unterschiedlichen politischen Lagern zu formen). Clintons Attacken kumulierten in einem Angriff auf einen ehemaligen Geldgeber Obamas, Antoin Rezko, der dubiose Immobiliengeschäfte in Chicago getätigt hatte.John Edwards hatte es bei dieser Fokussierung auf die beiden Frontrunner schwer, mit seiner Botschaft durchzudringen. An einer Stelle hakte er sogar ein mit den Worten: „Hey, there is a third person in this race.“ Trotz fehlender Aufmerksamkeit machte Edwards eine gute Figur. Er betonte die Bedeutung von Themen und Sachfragen, die wichtiger seien als persönliche Eitelkeiten und Angriffe. Zudem erwähnte er das Thema Wählbarkeit. Als gebürtiger Südstaatler könne er viele konservative Staaten des Südens und des Südwestens gewinnen, die Clinton und Obama nicht für sich entscheiden würden, so Edwards.Die Temperatur im Vorwahlkampf steigt. Wir sind gespannt, ob dieser Schlagabtausch Auswirkungen auf den Ausgang der Vorwahlen in South Carolina haben wird.Der Schlagabtausch zwischen Clinton und Obama:
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
14:35
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: Barack Obama, Bill Clinton, Hillary Clinton, John Edwards, south carolina, TV
Vorwahlen in South Carolina und Nevada: Eine NachleseMontag, 21. Januar 2008
Der Vorwahl-Wanderzirkus machte am Samstag in Nevada und South Carolina halt. In South Carolina siegte John McCain knapp vor Mike Huckabee, den Nevada Caucus konnte Hillary Clinton für sich entscheiden. Hier eine kurze Nachlese zu den Vorwahlen.
SOUTH CAROLINA John McCain hat Frieden mit South Carolina geschlossen. Acht Jahre nach seiner bitteren Niederlage gegen George W. Bush konnte er den Palmetto State nun für sich entscheiden. Den Ausschlag für seinen Sieg gaben Independents (also unabhängige Wähler). Sie machten zwar nur ein Fünftel der Wähler aus, bei ihnen hatte McCain jedoch einen Vorsprung von 17 Prozentpunkten. Dies reichte, um sich mit 33% der Gesamtstimmen gegen Mike Huckabee (30%) durchzusetzen. Auch bei Vorwählern, die sich als politisch moderat oder liberal bezeichneten, hatte der Senator aus Arizona einen erheblichen Vorsprung. In South Carolina trat jedoch ein altes Problem McCains zu Tage: Er ist nicht in der Lage, die Stammwähler der Partei entscheidend für sich mobilisieren. Sieben von zehn Vorwählern in South Carolina bezeichneten sich als konservativ. Diesen Block verlor McCain gegen Mike Huckabee mit 35% zu 29%. Auch die offiziell als Republikaner registrierten Wähler verlor er mit einem Prozentpunkt gegenüber Huckabee. Kein gutes Zeichen also für McCain in Richtung Florida. Der Sunshine State ist ein geschlossener Vorwahlstaat. Hier dürfen keine Independents an die Wahlurnen, sondern nur republikanische Stammwähler. John McCains Siegerrede: NEVADA Hillary Clinton ging offiziell als Siegerin aus dem Caucus in Nevada hervor. Sie konnte eine knappe Mehrheit von 50,7% der Stimmen auf sich vereinen. Barack Obama gewann 45,2% der Caucus-Gänger für sich. John Edwards landete abgeschlagen auf dem dritten Platz mit 4%. Clintons Sieg basierte vor allem auf Delegiertenstimmen aus Clark County, dem größten Bezirk Nevadas, der auch die Millionenstadt Las Vegas beheimatet. Es zeigte sich, dass das Endorsement der in Nevada äußerst einflussreichen Culinary Workers Union (Gaststättengewerkschaft) für Obama wenig Effekt hatte. Barack Obama gewann vor allem die ländlicheren Wahlkreise im Norden und Nordwesten des Staates. Da die Delegiertenanteile in diesen Gegenden stärker gewichtet wurden als die im bevölkerungsreichen Clark County, konnte Obama sogar insgesamt mehr Delegiertenstimmen (13) auf sich vereinigen als Hillary Clinton (12). Wichtiger als die Delegiertenzahlen ist für Hillary jedoch, dass ihr gutes Abschneiden nicht nur auf weiblichen Wählern basierte, sondern auch auf Hispanics, von denen sich zwei Drittel für die New Yorker Senatorin aussprachen. Dieser Wählerblock kann entscheidend in Staaten wie Kalifornien, Texas oder Arizona sein. Obama entschied hingegen 80% der schwarzen Caucus-Gänger für sich. Ein gutes Signal in Richtung South Carolina, an dessen demokratischer Primary sich bis zu 60% Afro-Amerikaner beteiligen könnten. Hillary Clintons Siegerrede: Bei den Republikanern gewann, wie erwartet, Mitt Romney (51,7%). Ron Paul gelang ein überraschender zweiter Platz mit 13,7% der Stimmen. Seine Botschaft der individuellen Freiheit und des außenpolitischen Isolationismus machte Eindruck bei libertären Wählern im Südwesten des Landes.
Blogeintrag von Maik Bohne
um
13:52
| Kommentar (1)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: barack obama, george bush, hillary clinton, john edwards, john mccain, mike huckabee, mitt romney, nevada, ron paul, south carolina
Horse Race: das wöchentliche Kandidaten-Ranking IIFreitag, 18. Januar 2008
Der Vorwahlkampf geht in seine entscheidende Phase. In Nevada und South Carolina finden am Samstag die nächsten Abstimmungen statt, am Horizont tauchen aber schon Florida (29. Januar) und der Super Tuesday (5. Februar) auf. Die Kriegskassen der Top-Kandidaten sind gut gefüllt, die Teams sind bereit für einen semi-nationalen Vorwahlkampf. Bei den Demokraten hat sich das Rennen endgültig auf Hillary Clinton und Barack Obama zugespitzt. Auf Seiten der Republikaner haben aufgrund des Sieges von Mitt Romney in Michigan weiterhin vier Kandidaten Chancen auf die Kandidatur. Anlass genug für unser wöchentliches Kandidaten-Ranking:
DEMOKRATEN 1.) HILLARY CLINTONObwohl Hillary Clinton und Barack Obama vorerst Frieden geschlossen haben, zeigten die Kontroversen der letzten Tage doch eindeutig einen Strategiewandel der Clinton-Kampagne. Hillary geht in die Offensive, sie hat die Samthandschuhe abgelegt. Grundtenor ihres Wahlkampfes ist es, vehementer als zuvor Kontraste zwischen ihr und Obama aufzuzeigen. In Zeiten eines drohenden Wirtschaftsabschwunges präsentiert sich Hillary Clinton als erfahrene, sachpolitisch versierte Arbeiterin für die breite Mittelschicht. Obama versucht sie hingegen das Jimmy-Carter-Image eines eloquenten Idealisten anzuheften, der zwar Energie und Aufbruchsstimmung verbreitet, aber der in letzter Konsequenz nicht die Erfahrung und Führungsstärke hat, Amerika als Präsident zu führen. Zunehmend stellt Clinton auch Obamas Lebens- und Politikergeschichte in Frage, die er bisher so intelligent in seine Kampagnenbotschaft eingeflochten hatte. Hillary Clinton hat es sicherlich geschafft, den Kampagnendiskurs auf die Themen Substanz und Erfahrung auszurichten. Sie geht mit dieser kontrollierten Offensive aber auch ein Risiko ein. Hillary könnte schnell wieder in die Zeiten zurückfallen, in denen sie als zu berechnend, zu kühl und zu negativ wahrgenommen worden war. Das Betonen von Erfahrung und politischer Bilanz ist zudem vergangenheitsorientiert, Wähler stimmen jedoch über die Zukunft ab. Insgesamt liegt Hillary Clinton aber in den jüngsten Umfragen erstaunlich weit vorne in Florida, Kalifornien und New York (letzte Woche: Rang 1) 1.) BARACK OBAMADer Wahlkampf des jungen Senators aus Illinois ist weiterhin beeindruckend. Selten hat es eine Kampagne gegeben, bei der Botschaft und Kandidat so gut zusammengepasst haben wie bei Obama. Die Massen strömen zu seinen Veranstaltungen, seine Kampagne hat bereits über 500,000 registrierte Spender (!). Obama besetzt das Thema Wandel mit Eloquenz, Verve, Charisma und Simplizität. Wandel ist ein uramerikanischer Wert, die Gesellschaft gründet sich geradezu auf Veränderung, Neuerfindung und Optimismus. Allerdings ist der Begriff Wandel ein sehr diffuses Etwas und hier fangen die Probleme Obamas an. Seine Kampagne fußt auf einem sehr wolkigen Narrativ, den Obama bisher wenig mit inhaltlicher Substanz geerdet hat. Genau auf diesen Punkt zielt Hillary Clinton ab. Obama ist zudem taktisch unflexibel. Da er einen strikt positiven Wahlkampf führen möchte, bietet sich ihm die Option Attacke nur sehr eingeschränkt. Er könnte damit in die Defensive gedrängt werden, Reaktion statt Aktion sozusagen. Dennoch bietet Obama den Wählern einen Pfad in die Zukunft an. Seine Kampagne ist, wie alle guten Präsidentschaftswahlkämpfe, nach vorne gewandt. Das ist ein Plus (letzte Woche: Rang 2). 3.) JOHN EDWARDS Wenn Zwei sich streiten, freut sich ja gerne der Dritte. Bei John Edwards ist dies zur Zeit sicher nicht der Fall. Edwards prallt mit seiner ökonomisch-populistischen Botschaft vollkommen an der medialen Mauer ab, die sich um das Duell Obama-Clinton aufgebaut hat. Ironischerweise ist seine Botschaft am Vorabend einer Rezession aber aktueller denn je. Ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig Personen und mediale Inszenierung in einem solchen Horse Race sind. Es geht erst in zweiter oder dritter Linie um Themen und politische Lösungsansätze. (letzte Woche: Rang 3) REPUBLIKANER 1.) JOHN MCCAIN Trotz seiner Niederlage in Michigan bleibt John McCain in unserem Ranking auf Platz eins. In einem äußerst diffusen und fragmentierten Kandidatenfeld hat der Senator aus Arizona immer noch die besten Chancen, eine Mehrheit von republikanischenVorwählern hinter sich zu bringen. Siege in South Carolina und Florida sind möglich. Wenn ihm dies gelingen sollte, dann geht er als Favorit in den Super Tuesday. McCain ist sicher nicht der republikanische Kandidat der Herzen, aber einer der wenigen, die die aufbrechende Wählerkoalition von Fiskalkonservativen, Sozialkonservativen und Nationalkonservativen zusammenhalten kann. Problem für McCain ist jedoch, dass er aufgrund seines Alters und seiner langen Jahre im Kongress schlechter als viele andere Kandidaten den von den Wählern beider Seiten eingeforderten Wandel verkörpern kann. (letzte Woche: Rang 1). 2.) MITT ROMNEY Der Aufsteiger der Woche. Sein Sieg in Michigan war sicherlich keine allzu große Überraschung. Wichtiger als der Erfolg in seinem Heimatstaat wiegt jedoch, dass Mitt Romney die richtige Botschaft für seine Kampagne gefunden zu haben scheint. Er setzt zunehmend auf zwei Dinge: Wirtschaftskompetenz und Anti-Washington-Rhetorik. In Zeiten zunehmender ökonomischer Unsicherheit hilft Romney sein Image als Wirtschaftsfachmann. Folgerichtig lautet seine Botschaft: Ich kämpfe für jeden einzelnen Job in Amerika! Als Ex-Gouverneur von Massachussetts hat Romney zudem die Möglichkeit, gegen das verhasste Washington Wahlkampf zu machen. Washington steht für Bürokratisierung, Abgehobenheit und Korruption. Ein äußerst beliebtes Wahlkampfspiel in den USA, mit dem er implizit auch John McCain angreift (s. oben). Unverständlich ist allerdings die Entscheidung, sich nicht auf South Carolina zu fokussieren, sondern den Wahlkampf nach Nevada zu verlegen. South Carolina hat Symbolkraft. Seit 1980 hat sich auf Seiten der Republikaner immer derjenige Kandidat durchgesetzt, der South Carolina gewann. Wir dürfen gespannt sein. (letzte Woche: Rang 4) 3.) RUDY GIULIANI Rudy hat all seine Ressourcen nach Florida verlegt. Es war eine gewagte Strategie von ihm, die ersten Vorwahlen auszusitzen. Aber das diffuse Kandidatenfeld spielt Giuliani in die Hände. Noch hat sich kein klarer Frontrunner etabliert, auch in Florida ist noch alles möglich und alles offen. Allerdings ist sein Absturz in den Umfragen nicht mehr zu vertuschen. Sowohl auf nationaler Ebene als auch in Florida musste er die Führung an John McCain abgeben. Giuliani sendet zur Zeit Wahlwerbespots im Sunshine State, in denen er genau das anspricht, was wir schon letzte Woche angedeutet hatten. Seine Botschaft ist: Ich habe Euch Zeit gegeben, die anderen Kandidaten zu testen. Nun übernehme ich das Ruder! Wir sind gespannt, ob es funktioniert. (letzte Woche: Rang 2) 4.) MIKE HUCKABEE Mike Huckabee hat eindeutig Schwächen, seine Basis über die evangelikalen Christen hinaus zu vergrößern. South Carolina, in dem die sozialkonservativsten Wähler des Landes beheimatet sind, wird ihm sicher wohl gesonnen sein. Aber wir melden große Zweifel an, ob Huckabee in den großen Staaten außerhalb des Südens wettbewerbsfähig ist. Die Kandidatur des Prediger-Gouverneurs scheint sinnbildlich für ein letztes politisches Aufbäumen der sozialkonservativen Basis zu sein. Ihren Machtanspruch innerhalb der Republikanischen Partei scheinen sie aber langfristig zu verlieren. (letzte Woche: Rang 2)
Blogeintrag von Maik Bohne
um
14:26
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: barack obama, demokraten, florida, hillary clinton, john edwards, john mccain, mike huckabee, mitt romney, republikaner, rudy giuliani, strategie, super tuesday
Horse Race: Das wöchentliche Kandidaten-RankingFreitag, 11. Januar 2008
Mit den Siegen von Hillary Clinton und John McCain in New Hampshire ist das Rennen um die Kandidaturen in beiden Parteien wieder völlig offen. Der republikanische Wanderzirkus zieht weiter nach Michigan. Für die demokratischen Kandidaten heißt es kurz durchzuatmen, bevor sie ihren Fokus voll auf Nevada und South Carolina richten. Amerikaner lieben Wettbewerb, doch dieses Tempo von Sieg und Niederlage, von Licht und Schatten, von Auf und Ab ist auch für sie einzigartig. Die Chancen auf beiden Seiten des politischen Spektrums stehen gut, dass sich der Vorwahlkampf über den Super Duper Tuesday am 5. Februar hinaus erstrecken könnte. Wir wollen mit unserem Kandidaten-Ranking etwas Licht in das Dunkel der Nominierung bringen.
DEMOKRATEN 1.) HILLARY CLINTON Ein unglaubliches Comeback der Senatorin aus New York. Niemand, wirklich NIEMAND, hat mit einem Sieg in New Hampshire gerechnet. Er katapultiert sie wieder in die Führungsposition in unserem Ranking. Während das Land noch über die Präzision der Meinungsforschungsinstitute diskutiert, wird im Clinton-Lager an der Strategie für die kommenden Wochen gearbeitet. Aufschlussreich war hier Clintons Rede am Abend des Triumphs. Erstens betonte sie ein Thema, mit dem sie schon im Sommer und Herbst Wahlkampf gemacht hatte. Sie sprach davon, Menschen und ihre Probleme wieder sichtbarer zu machen nach acht Jahren elitärer Bush-Regierung. Sie präsentierte sich emotionaler als sonst, offener für die Probleme der Wähler (I want to put you first). Zweitens betonte sie ihre Rolle als erfahrene Kämpferin für Wandel. Das gibt die Richtung vor. Wandel ja, aber nur mit der nötigen Expertise und Erfahrung. Zukünftig wird sie Obamas Unerfahrenheit und blumige Rhetorik kontrastieren mit ihrem eigenen Lebenslauf. Dies wird sich auf die Frage zuspitzen, die Walter Mondale schon 1984 an seinen jungen, aufstrebenden demokratischen Herausforderer Gary Hart richtete: Where is the beef? Mondale hatte damit Erfolg, verlor jedoch den Hauptwahlkampf gegen Ronald Reagan. Mal sehen, wie es Hillary ergehen wird. 2.) BARACK OBAMA Obama hatte berechtigterweise damit gerechnet, sein Momentum aus Iowa mit nach New Hampshire zu nehmen. Das führte zu einer gewissen Selbstzufriedenheit, die sich schon darin äußerte, dass er seine Wahlkampfrhetorik nicht an die Menschen aus dem Granite State anpasste. Er blieb im Blumigen, im Narrativen, in der Poesie. Dies war den kritischen, bodenständigen New Hampsherites nicht genug. Aller Wahrscheinlichkeit nach muss er nun früher als gedacht die Ebene der großen Erzählung verlassen und in die Niederungen der Sachpolitik herabsteigen. Hier hat er allerdings Nachteile gegenüber der erfahrenen Hillary Clinton. Interessant war seine Rede am Wahlabend in New Hampshire. Er sprach zum ersten Mal von einer New American Majority. Dieser neue Slogan bringt seine künftige Strategie auf den Punkt: Er möchte eine neue post-politische Koalition aus Bildungsbürgern, jungen College-Studenten, Schwarzen, Independents und moderaten Republikanern schmieden, die ihn über die Vorwahlen ins Weiße Haus tragen soll. In den nächsten Vorwahlen in Nevada und South Carolina (offene Vorwahlen) hat er gute Chancen zu gewinnen, gerade auch mit dem endorsement von John Kerry. Danach geht es über Florida in den Super Tuesday, an dem die Hälfte der Staaten geschlossene Vorwahlen abhalten wird. Ein Nachteil für Obama, denn hier dürfen nur die treuen demokratischen Stammwähler an die Urnen, die mehrheitlich Hillary Clinton bevorzugen. 3.) JOHN EDWARDS Ein dritter Platz in New Hampshire leitete den Anfang vom Ende der Kandidatur des smart-populistischen John Edwards ein. Er hatte in den letzten Tagen ganz auf eine manichäische Rhetorik des Unten gegen Oben gesetzt. Armut war und ist sein Thema, das vergessene Amerika, das Amerika der Schwachen. Leider konnte Edwards mit diesem Anliegen nicht durch das mediale Tamtam um den Zweikampf zwischen Barack Obama und Hillary Clinton dringen. Nach zwei Anläufen auf das Präsidentenamt muss er sich nun wohl vom Traum verabschieden, noch einmal Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Spannend bleibt allerdings, wann er aus dem Rennen aussteigen und welchem Kandidaten er seine Unterstützung zukommen lassen wird. Wir tippen auf Obama. REPUBLIKANER 1.) JOHN MCCAIN John McCain ist mit 71 Jahren etwas zu alt, um das Comeback Kid des Vorwahlkampfes zu sein. New Hampshire hat seiner Kampagne aber einmal mehr die nötige Vitalität eingehaucht. Menschen hier schätzen das, was McCain zu seinem Slogan gemacht hat: Straight Talk. Der Senator aus Arizona steht für Aufrichtigkeit, Unabhängigkeit und Erfahrung. Attribute, die im Nordosten der USA bei vielen Republikanern und Independents gut ankommen. Mit einem Erfolg in Michigan und einem zweiten Platz in South Carolina hat er gute Chancen, einen Sieg Rudy Giulianis in Florida zu verhindern und als Favorit in den Super Tuesday zu gehen. John McCain hat jedoch zu vielen Teilen der Partei, euphemistisch ausgedrückt, ein durchwachsenes Verhältnis. Seine Unterstützung für eine Reform der Einwanderung, das Nein gegen Bushs Steuerkürzungen oder das vehemente Einstehen für eine umfassende Wahlkampffinanzierungsreform nährten zwar sein Image des Maverick (Einzelgänger), verleideten es ihm aber mit bedeutenden republikanischen Meinungsführern wie Grover Norquist oder Tony Perkins. Trotz allem ist John McCain der Kandidat, der für alle Lager der Partei am akzeptabelsten ist. 2.) MIKE HUCKABEE Mike Huckabee hatte New Hampshire schon vor der Wahl abgeschrieben. Das Ergebnis zeigte dennoch, dass er seine Wählerbasis bisher kaum über seinen evangelikalen Unterstützerkreis hinaus ausweiten konnte. In Michigan und South Carolina hat er dennoch gute Chancen, Siege einzufahren. Michigan hat eine nicht unerhebliche Anzahl von religiösen Wählern, die vor allem im ländlichen Westen des Staates wohnen. South Carolina war der erste Bundesstaat, in dem Huckabee eine Organisation aufgebaut hatte. Hier ist er erstaunlich gut aufgestellt. Alles wird davon abhängen, ob er am Super Tuesday Staaten außerhalb des Südens gewinnen kann. Falls nicht, sieht es schlecht für den Baptisten-Gouverneur aus Arkansas aus. 2.) RUDY GIULIANI Je diffuser sich das Feld am Vorabend der Wahl in Florida zeigt, desto besser für den Hizzoner (‚His Honor‘ – Bürgermeister). Seine Strategie des Aussitzens der ersten Vorwahlen ist unorthodox und gefährlich, könnte aber zum Erfolg führen. Mit einem Sieg im Sunshine State könnte sich Giuliani als Retter der republikanischen Partei darstellen, nach dem Motto: Ich habe euch Zeit gegeben, die anderen Kandidaten zu testen. Nun übernehme ich wieder das Ruder! Dies würde Rudy den nötigen Rückenwind für den Super Tuesday geben. In Umfragen liegt er in Florida weiter vorne. 4.) MITT ROMNEY Mitt Romneys Strategie war auf den Gewinn der beiden ersten Vorwahlstaaten ausgelegt. Das Ergebnis: 0-2. Im Romney´schen Jargon heißt das: Zwei Mal Silber. Mitt Romney hat bisher eine perfekte Kampagne geführt. Sein Team ist exzellent, sein Auftreten präsidentiell. Die Idee, als Gouverneur des liberalsten Staates des Landes um das konservativste Wählersegment der Partei zu werben, war jedoch zu aberwitzig. Romneys Geld konnte seinen Wankelmut auf nahezu allen Politikfeldern nicht überdecken. Authenzität und Glaubwürdigkeit sind entscheidende Parameter für Wähler. Mitt Romneys einzige Chance ist ein überzeugender Sieg in Michigan. Wir glauben aber nicht, dass der Staat, in dem er geboren wurde und in dem sein Vater als Gouverneur wirkte, ihm diesen Gefallen tun wird.
Blogeintrag von Maik Bohne
um
11:03
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: Barack Obama, Hillary Clinton, John Edwards, John McCain, mike huckabee, Mitt Romney, new hampshire, Super Tuesday
Überraschung in IowaFreitag, 4. Januar 2008Barack Obama ist als Sieger der Demokraten aus den Vorwahlen in Iowa hervorgegangen. Mit 37,54% liegt er relativ weit vor seinen Konkurrenten Hillary Clinton und John Edwards. Bisher war man davon ausgegangen, dass es zumindest knapp werden würde zwischen Clinton und Obama. Nun hat Obama nicht nur einen recht großen Vorsprung erzielt, auch Edwards (29,71%) ist an Clinton (29,43%) vorbeigezogen. Allerdings hatte Edwards am meisten Zeit von allen Kandidaten in Iowa verbracht. Das Rennen scheint also zwischen Barack Obama und Hillary Clinton entschieden zu werden. Wir schauen gespannt nach New Hampshire, wo schon in wenigen Tagen eine neue Runde eingeläutet wird. Bei den Republikanern gab es einen eindeutigen Sieg für Mike Huckabee; Romney, Thompson und Kollegen wurden auf die Plätze verwiesen. Man hatte eigentlich mit einem knapperen Ergebnis gerechnet. Doch gerade durch dieses deutliche Ergebnis ist es fast unmöglich, eine präzise Voraussage für die nächsten Wochen zu geben, wie der Politico hier erklärt. Ein aufschlussreiches Ergebnis auf beiden Seiten: In beiden Parteien liegen nicht die Kandidaten vorne, die die professionellste Kampagne oder die meisten Spenden zur Verfügung haben, sondern die, die einen direkten Kontakt zu den Wählern aufgebaut haben. Die sich auf bestimmte Themen konzentriert haben und diese dem Wähler vermittelt haben. Und hier noch einmal die Ergebnisse aus Iowa im Überblick:
(Quelle: Politico) |