UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Es muss ein gutes Gefühl für Barack Obama gewesen sein, zurückzukommen an einen Ort, der seine Kandidatur, vielleicht auch sein Leben, nachhaltig verändert hat. Keine Frage: Iowa war der Wendepunkt im Rennen gegen Hillary Clinton. Hier erzielte er seinen ersten Sieg, hier hielt er eine seiner besten Reden, hier zeigte er, dass er auch im Heartland der USA ein glaubwürdiger Kandidat ist.
Gestern verkündete Barack Obama in Des Moines, dass sein Sieg in Reichweite sei. Eine interessante Formulierung. In Reichweite? Gestern war klar geworden, dass er mit seinem Vorwahlsieg in Oregon und den nötigen Delegierten aus Kentucky die absolute Mehrheit der 3.253 „pledged delegates“ erreicht hat. Anders gesagt: Die Mehrheit der in Vorwahlen und Caucuses bestimmten Delegierten für den Parteitag ist ihm sicher. Da Obama aber noch nicht die nötige Anzahl von Superdelegierten hinter sich hat, wird er noch warten müssen auf den endgültigen Sieg gegen Hillary Clinton. Für die Ex-First Lady hatte Obama gestern nur Nettigkeiten im Gepäck. Er gratulierte ihr zu einem (überzeugenden) Wahlsieg in Kentucky und pries sie als erfahrene politische Kämpferin für das Gute in der Welt. Doch die Lobhudeleien dauerten nicht allzu lange. Schnell richtete Obama seinen Blick auf den Zweikampf mit John McCain. Zwei Argumentationslinien gegen McCain wurden gestern deutlich. Zum einen will Obama den Wettstreit mit dem 71-jährigen Senator aus Arizona zu einer Wahl zwischen Status Quo und Wandel machen, also zwischen Vergangenheit und Zukunft. Zum anderen versucht er, John McCains Image als unabhängiger, quer denkender Republikaner („Maverick“) einzureißen, indem er McCain so oft er kann mit dem Namen eines gewissen George W. Bush in Verbindung bringt. Was machte Hillary Clinton? Die gab sich gestern noch nicht geschlagen und feierte ihren überzeugenden Sieg in Kentucky mit dem Hinweis auf eine andere mathematische Begebenheit. Clinton erklärte, dass sie die Mehrheit der absoluten Wählerstimmen hinter sich habe, also die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen im Laufe der demokratischen Vorwahlen. Dies ist faktisch richtig, aber nur, wenn man ihre Siege in Michigan und Florida einbezieht. Die sind aber weiterhin wertlos, da sich das Democratic National Committee (DNC) bisher weigert, die Abstimmungen anzuerkennen. Zudem wäre ein Sieg bei der sog. „popular vote“ lediglich ein moralischer Erfolg. Was zählt, ist die harte Währung der Delegierten. Und in dieser Wertung liegt Obama eindeutig vorne. Die Zeichen stehen also, trotz allem mathematischen Hin und Her, klar auf Sieg für Obama. Immer mehr Superdelegierte kommen aus den Büschen, jeden Tag gewinnt er drei bis fünf Politiker aus dem Parteiestablishment für seine Sache hinzu. Das wird sich bald zu einer endgültigen absoluten Parteitagsmehrheit addieren, die er dann vielleicht in Springfield, Illinois feiern wird. Dem Ort, an dem seine bemerkenswerte Kampagne offiziell begonnen hatte. Bei all dem Jubel und der Begeisterung sollte Obama aber nicht vergessen, dass er weiterhin massive Probleme mit vielen Teilen der Wählerschaft hat. Die Niederlage in Kentucky zeigt einmal mehr, dass viele weiße, kulturell konservativere Wähler auf dem Land ein Problem mit dem als zu luftig und elitär stilisierten Obama haben. Auch bei Hispanics und älteren Wählern muss er gut Wetter machen, wenn er den Hauptwahlkampf gegen John McCain gewinnen will. Es bleibt wie immer … spannend.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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14:58
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Florida: Ein republikanischer Fingerzeig gen Super Tuesday?Mittwoch, 30. Januar 2008John McCain heißt der strahlende Sieger der Vorwahlen in Florida. Mit 36% der Stimmen konnte er sich gegen seinen ärgsten Herausforderer Mitt Romney (31,1%) durchsetzen. Rudy Giuliani landete mit 14,6% abgeschlagen auf dem dritten Platz. John McCain hat mit diesem wichtigen Sieg seinen Status als Frontrunner der Republikaner untermauert. Er geht definitiv als aussichtsreichster Kandidat in den Super Tuesday, an dem in 22 Bundesstaaten Vorwahlen abgehalten werden. Nachwahlbefragungen zeigen, dass McCains Sieg vor allem auf moderaten republikanischen Vorwählern basierte, von denen viele unzufrieden mit der Bush-Regierung sind. Mitt Romney konnte hingegen das konservative Segment der Partei für sich gewinnen, mit 13 Prozentpunkten Vorsprung. McCain sahen die Wähler jedoch mehrheitlich als den wählbarsten Kandidaten im November und als besseren Commander-in-Chief. Einflussreich schien auch das Endorsement von Gouverneur Charlie Christ gewesen zu sein, das er kurz vor der Wahl für McCain abgegeben hatte. 4 von 10 Wählern gaben an, dass diese Unterstützungsbekundung sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung gewesen sei. Erstaunlicherweise gewann McCain auch die Mehrheit der Wähler, die Wirtschaft und Arbeit als ihre Top-Themen bezeichneten. Um dieses Wählersegment hatte Romney massiv geworben, indem er sich als erfahrener Wirtschaftsfachmann gerierte. Eindeutiger Verlierer des Abends war hingegen Rudy Giuliani. Seine Strategie des Aussitzens der frühen Vorwahlen, ob aus der Not heraus geboren oder kühn geplant, ging nicht auf. Dies bestätigt einmal mehr die entscheidende Bedeutung der ersten Abstimmungen in Iowa, New Hampshire und South Carolina. ABC News berichtet derweil, dass Rudy Giuliani heute noch ein offizielles Endorsement für John McCain abgeben wird. Das undurchsichtige Kandidatenfeld bei den Republikanern hat sich mit dieser Wahl gelichtet. Rudy ist raus, Huckabee hat kaum Chancen. Es geht nun um einen Zweikampf zwischen John McCain und Mitt Romney. Romney hat bereits angekündigt, keine Ressourcen zu schonen, um die Kandidatur für sich zu entscheiden. Will heißen: Er wird eine große Summe seines privaten Vermögens in die Hand nehmen, um nahezu alle Super-Tuesday-Vorwahlstaaten mit TV-Spots und Direct Mailings zu überziehen. Das Geld nicht alles ist, zeigt aber das Beispiel Florida. Romney hat hier 10mal mehr TV-Spots geschaltet als McCain. Bei den Demokraten gewann Hillary Clinton mit 49,7% vor Barack Obama (33%) und John Edwards (14,4%). Ihr Sieg war jedoch rein symbolisch. Delegierte wurden auf Seiten der Demokraten nicht vergeben, da sich der Staat Florida entschieden hatte, die Vorwahlen auf einen früheren Zeitpunkt als geplant vorzuverlegen. Das Democratic National Committee hatte daraufhin die Wahl für nicht gültig erklärt. Alle demokratischen Kandidaten zeigten sich solidarisch und vermieden es, aktiv im Sunshine State Wahlkampf zu machen.
Blogeintrag von Maik Bohne
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15:49
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Horse Race: Das wöchentliche Kandidaten-Ranking IIIFreitag, 25. Januar 2008
Auch diese Woche gibt es wieder das offizielle Kandidaten-Ranking zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Das Rennen um die Kandidaturen ist weiterhin offen. Weiterhin lässt sich auf beiden Seiten des politischen Spektrums kein klarer Frontrunner ausmachen. Der Ton des Vorwahlkampfes verschärft sich allerdings zusehends. Die vergangenen Tage wurden bestimmt vom heftigen Schlagabtausch zwischen Clinton und Obama. Hillary blies Attacke, Barack musste reagieren. Bei den Republikanern nahm Freizeit-Kandidat Fred Thompson seinen Hut.
DEMOKRATEN 1. HILLARY CLINTON Hillary Rodham Clinton (HRC) ist in der Offensive. Spätestens seit ihrer Niederlage in Iowa heißt ihr Motto Attacke. Zusammen mit ihrem Mann hat sie ein "Tag Team" gebildet, das Obama aus allen erdenklichen Richtungen angreift. Obamas politische Erfahrung wird genauso in Zweifel gezogen wie seine Opposition gegen den Irak-Krieg. Zuletzt versuchten ihn die Clintons als Reagan-Bewunderer und Freund eines dubiosen Slum-Lords darzustellen. Ob diese Attacken auf Tatsachen beruhen, können andere klären. Sicher ist, dass Hillary Clinton der Obama-Bewegung den Zauber genommen hat. Zu Gute kommt HRC momentan sicher auch, dass die Themen Wirtschaft und Arbeit ganz oben auf der Wähleragenda stehen. Auf diesen Feldern kann sie ihre Trumpfkarten Erfahrung und sachpolitische Versiertheit besser ausspielen. Eine ABC/Washington Post-Umfrage fand heraus, dass ihr demokratische Vorwähler erheblich mehr Kompetenz (46%) beim Thema Wirtschaft bescheinigen als Barack Obama (33%). HRC setzt nun ganz auf eine nationale Strategie. Anstatt in South Carolina Wahlkampf zu machen, absolvierte sie diese Woche Auftritte in Kalifornien, Arizona und New York. In diesen Super Tuesday-Staaten liegt sie mit großem Abstand vorne. Wir sollten uns mit einer Kandidatin Hillary Clinton anfreunden. (letzte Woche: Rang 1) 2. BARACK OBAMA Barack Obama hatte sich geschworen, eine positive Kampagne führen, die auf Ausgleich, Optimismus und Idealismus fußen sollte. Obama weigerte sich, den üblich zynischen Spinmeister-Wahlkampf zu machen, den die professionelle Beraterkaste in Washington, DC seinen Kandidaten regelmäßig verordnet. Kein dumpfer Negativwahlkampf, kein Matschwerfen, kein Hin und Her von Anschuldigung und Gegen-Anschuldigung, so hieß sein Motto. Das Problem dieser Strategie: Was machen, wenn man offensiv angegriffen wird? Obama hat es bisher noch nicht geschafft, die demokratischen Vorwähler entscheidend gegen den Status-Quo-Wahlkampf Clintons zu mobilisieren. Seine Kampagne wird zwar in South Carolina erfolgreich sein, aber insgesamt hat sie ihren Schwung und ihren Glanz vorerst verloren. Obama muss seine divergente Wählerstruktur (Twens, gebildete Mittelschicht, Schwarze, Independents) ausweiten. Er muss zeigen, dass er auch die demokratischen Stammwähler (Ü-50, untere Mittelschicht, wenig formale Bildung) für sich gewinnen kann. (letzte Woche: Rang 2) 3. JOHN EDWARDS John Edwards führt die themenorientierteste Kampagne aller demokratischen Kandidaten. Seine ökonomisch-populistische Botschaft müsste in Zeiten einer drohenden Wirtschaftskrise eigentlich bestechen. Trotz eloquenter und kämpferischer Auftritte in den vergangenen TV-Debatten scheint er den Blick der Medien nicht vom Horse Race zwischen Clinton und Obama abwenden zu können. Ein zweiter Platz in South Carolina könnte seiner Kampagne noch einmal Leben einhauchen. Wir halten ein solches Ergebnis aber für unrealistisch. (letzte Woche: Rang 3) REPUBLIKANER 1. JOHN MCCAIN John McCain bleibt der aussichtsreichste Kandidat in einem republikanischen Kandidatenfeld, dass so fluide ist wie die Börsenentwicklung der letzten drei Tage. McCains Vorteile sind eindeutig seine Authenzität, seine politische Erfahrung und seine Wählbarkeit. Lässt man ihn in Umfragen fiktiv gegen Clinton und Obama antreten, so entscheidet er das Rennen deutlich für sich. McCains Nachteile liegen aber auch auf der Hand. Seine bisherigen Siege in New Hampshire und South Carolina basierten vor allem auf den Stimmen von Independents (unabhängigen Wählern). In geschlossenen Vorwahlstaaten wie Florida oder Kalifornien, in denen nur republikanische Stammwähler an die Urnen gehen dürfen, wird es für den Senator aus Arizona schwer. Hinzu kommt der Wandel der Themenagenda im Wahlkampf. McCains Aufschwung hatte viel mit der positiven Entwicklung im Irak zu tun, die nun aber medial durch die Wirtschaftskrise in den USA überlagert wird (letzte Woche: Rang 1) 1. MITT ROMNEY Mitt Romney hat sein Thema im Wahlkampf gefunden. Am Vorabend einer Rezession kann er sich als Wirtschaftsfachmann Nr. 1 im republikanischen Feld präsentieren. Romney ist (ähnlich wie McCain) nicht der Kandidat der konservativen Herzen, aber er könnte sich als der präsidialste Bewerber im volatilen republikanischen Feld profilieren. Ex-Gouverneure haben Vorteile. Sie können exekutive Erfahrung vorweisen, ohne den verhassten Washingtoner Stallgeruch zu haben. Ronald Reagan (Kalifornien), Bill Clinton (Alabama) und George W. Bush (Texas) haben es ihm vorgemacht. In Florida ist ein Sieg möglich. Falls ihm dies gelingt, geht er mit guten Aussichten in den Super Tuesday. (letzte Woche: Rang 2) 3. RUDY GIULIANI Rudy Giuliani hat alles auf die Vorwahl in Florida gesetzt und seinen Wohnsitz in den letzten Wochen mehr oder weniger in den Sunshine State verlegt. Eine kühne, fast schon visionäre Strategie des Hizzoners. Letzte Umfragen in Florida zeigen jedoch, dass ihm das Aussitzen der frühen Vorwahlen geschadet hat. Wie schon im Herbst von seinen Beratern geplant, will er sich in der entscheidenden Phase des Vorwahlkampfes als einzig wahrer fiskalkonservativer Kandidat im Feld profilieren (mit einem atemberaubenden Steuersenkungsplan im Gepäck). Es ist zweifelhaft, ob ihm dies gelingt. Wenn Rudy Giuliani in Florida verliert, ist seine kurzlebige Kampagne schon wieder vorbei. (letzte Woche: Rang 3) 4. MIKE HUCKABEE Mike Huckabee ist der Kandidat, der am meisten vom Ausstieg von Fred Thompson profitiert. Die beiden teilen sich das gleiche Wählersegment: sozialkonservative, religiöse Republikaner. Hier liegt aber auch Huckabees Problem. Er schafft es nicht, seine Basis zu erweitern. Der Stern des Prediger-Gouverneurs, der nach dem Sieg in Iowa noch hoch am Himmel stand, ist erheblich verblasst.(letzte Woche: Rang 4)
Blogeintrag von Maik Bohne
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11:57
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Mac is backMittwoch, 9. Januar 2008
Auf republikanischer Seite konnte John McCain einen eindeutigen Sieg einfahren, nachdem er vor einigen Monaten fast aufgegeben hätte. Allerdings fehlt es seiner Kampagne immer noch an finanziellen Mitteln, um in den nächsten Wochen und Monaten aktiv um Stimmen zu werben. Doch mit einem solchen Sieg in der Tasche sollte auch das Spendensammeln wieder leichter sein. Durch McCains Sieg in New Hampshire wird das Rennen der Republikaner noch unvorhersehbarer. Denn er selbst gilt in der republikanischen Basis als umstritten, insbesondere wegen seiner Pläne für die Integration illegaler Einwanderer. Mitt Romney, der eigentlich als Favorit gehandelt wurde, konnte bisher weder Iowa noch New Hampshire für sich entscheiden, obwohl er dort viel Zeit und auch sehr viel Geld investiert hatte. Mike Huckabee, der Sieger von Iowa, konnte in New Hampshire mit seinen streng religiösen Ansichten nur einen dritten Platz erreichen. Rudy Giuliani’s Strategie, sich auf die großen Staaten wie Florida zu konzentrieren, und dafür New Hampshire und Iowa quasi zu ignorieren, kann noch aufgehen. Wir werden sehen!
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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10:44
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Hillary den Tränen so nahDienstag, 8. Januar 2008Die gestern wohl meistgesendete Meldung in den USA war ein emotionaler Ausbruch Hillary Clintons. In einem Interview beantwortet Clinton die Frage, wie sie die Belastungen des Wahlkampfes bewältige: „Es ist nicht einfach. Ich könnte es nicht, wenn ich nicht leidenschaftlich daran glauben würde, dass es der richtige Weg ist.“ Dann stockte ihre Stimme und und in zittrigem Ton, mit den Tränen kämpfend, sagte sie: „Ich habe so viele Möglichkeiten für unser Land. Wollen Sie wirklich, dass es weiterhin bergab geht?“ Sie schluchzt kurz und hält inne. Dann fängt sie sich wieder und gibt zu bedenken, dass es nicht um die Wahlen gehe, sondern um „unser Land und die Zukunft unserer Kinder.“ Hillary Clinton, die mit ihrem Image der kühlen, sachlichen Strategin zu kämpfen hatte, die immer etwas distanziert und sehr rational wirkte, gibt ihrer Kampagne nun einen neuen Stil. Nachdem Huckabee und Obama in Iowa die Herzen der Wähler mit starken Gefühlen erobert haben, kann auch sie eine Emotionalisierung ihres Wahlkampfes nicht mehr umgehen. Überraschung in IowaFreitag, 4. Januar 2008Barack Obama ist als Sieger der Demokraten aus den Vorwahlen in Iowa hervorgegangen. Mit 37,54% liegt er relativ weit vor seinen Konkurrenten Hillary Clinton und John Edwards. Bisher war man davon ausgegangen, dass es zumindest knapp werden würde zwischen Clinton und Obama. Nun hat Obama nicht nur einen recht großen Vorsprung erzielt, auch Edwards (29,71%) ist an Clinton (29,43%) vorbeigezogen. Allerdings hatte Edwards am meisten Zeit von allen Kandidaten in Iowa verbracht. Das Rennen scheint also zwischen Barack Obama und Hillary Clinton entschieden zu werden. Wir schauen gespannt nach New Hampshire, wo schon in wenigen Tagen eine neue Runde eingeläutet wird. Bei den Republikanern gab es einen eindeutigen Sieg für Mike Huckabee; Romney, Thompson und Kollegen wurden auf die Plätze verwiesen. Man hatte eigentlich mit einem knapperen Ergebnis gerechnet. Doch gerade durch dieses deutliche Ergebnis ist es fast unmöglich, eine präzise Voraussage für die nächsten Wochen zu geben, wie der Politico hier erklärt. Ein aufschlussreiches Ergebnis auf beiden Seiten: In beiden Parteien liegen nicht die Kandidaten vorne, die die professionellste Kampagne oder die meisten Spenden zur Verfügung haben, sondern die, die einen direkten Kontakt zu den Wählern aufgebaut haben. Die sich auf bestimmte Themen konzentriert haben und diese dem Wähler vermittelt haben. Und hier noch einmal die Ergebnisse aus Iowa im Überblick:
(Quelle: Politico)
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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13:17
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Demokraten: This race is Hillary's to lose…Freitag, 28. Dezember 2007Die Zerstrittenheit während des demokratischen Vorwahlkampfes ist legendär. Im Jahr 1972 schlug Senator George McGovern den früheren Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey auf dem Parteitag; 1976 sicherte sich der Gouverneur von Georgia, Jimmy Carter, die Nominierung im Juni; 1980 forderte Edward M. Kennedy den amtierenden Präsidenten Carter heraus und unterlag erst auf dem Parteitag; 1984 trugen der frühere Vizepräsident Walter Mondale und der Ex-Senator Gary Hart einen langwierigen Vorwahlkampf aus und auch Bill Clinton kämpfte bis in das späte Frühjahr gegen Paul Tsongas und Jerry Brown. Die erneute Nominierung von Bill Clinton stand 1996 nicht zur Disposition. Al Gore sah sich im Jahr 2000 einer hartnäckigen Herausforderung von Bill Bradley gegenüber. Der amerikanische Komödiant Will Rogers fasste das Verhalten und den Zustand der Partei so zusammen: „I belong to no organized party. I’m a Democrat.“ Entgegen der historischen Vorbilder sah es lange Zeit nach einem sicheren Rennen für Hillary Clinton aus. Doch eine ziemlich schwache Strategie, die auf ihre politische Erfahrenheit setzte, die Überbetonung und zu starke Integration ihres Mannes Bill Clinton in den Wahlkampf und das Charisma von Barack Obama sorgen für eine knappe Entscheidung zwischen den Kandidaten in Iowa und New Hampshire. Zeitweise führte Obama in den beiden Bundesstaaten in den Umfragen. Zum Jahreswechsel liegen er und Clinton Kopf-an-Kopf in den ersten Vorwahl-Staaten. Zudem holt Edwards in Iowa beträchtlich auf. Schon 2004 schnitt er dort sehr gut ab. Gewinnt Obama Iowa, könnte Clintons Vorsprung in den nationalen Umfragen von teilweise bis zu 20 Prozentpunkten schnell schrumpfen. Die demokratische Entscheidung ist noch nicht gefallen – zumal in den folgenden Bundesstaaten die Kandidatur eines Afro-Amerikaners weit größere Folgen für die Mobilisierung innerhalb der Wählerschaften haben wird, als im kleinen überwiegend weiß geprägten Iowa. Andererseits bringt Clinton Geld, Bekanntheit und eine starke Organisation mit, um die Vorwahlen zu gewinnen. Daher gilt: This race is Hillary’s to lose. Tipp für Iowa: 1.Clinton, 2. Obama, 3. Edwards
Blogeintrag von Mario Voigt
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10:39
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Republikaner: All is different…Donnerstag, 27. Dezember 2007
Traditionell sind die Republikaner die geordnete Organisation des amerikanischen Parteienwesens: Frühzeitig bildet sich ein Kandidat heraus und wird von einem Großteil der Partei unterstützt – so war es bei George H. W. Bush 1988 und 1992 (obwohl sich Pat Buchanan lange Zeit als Außenseiterkandidat profilierte), bei Bob Dole 1996 und bei George W. Bush. Der spätere Präsident hatte 2000 zwar heftig gegen John McCain zu kämpfen, aber er war schon frühzeitig der designierte Spitzenkandidat. 2004 kam es nicht mal zu einer Herausforderung.
Angesichts dessen überrascht die momentane Ausgangslage im republikanischen Lager. Tatsächlich konkurrieren noch mindestens fünf Kandidaten um den Gesamtsieg - Mitt Romney, Rudy Giuliani, Fred Thompson, Mike Huckabee und John McCain; allerdings mit unterschiedlichen Chancen. Ihr gemeinsames Hauptziel ist es, die eigene Ausstrahlung, die Finanzen und das „Momentum“ bis zum 5. Februar zu steigern – dem „Super Tuesday“, wo in 22 Bundesstaaten republikanische Delegierte gewählt werden. Die Strategie des früheren Gouverneurs von Massachusetts, Mitt Romney, lag in der Profilierung in den frühen Vorwahlstaaten, um damit in den späteren Staaten Attraktivität und Bekanntheit zu gewinnen. Daher investierte er überproportional viel Geld und Zeit in Iowa und New Hampshire. Er muss wie kein anderer der Kandidaten den Iowa Caucus gewinnen, um für die erste Primary in New Hampshire weiter vorn zu bleiben. Glückt es ihm, mindestens einen der beiden Staaten zu gewinnen, wird er der designierte Spitzenkandidat sein, wenn es eine Woche später in Michigan weiter geht. Momentan dominiert der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, die Schlagzeilen. Seine Umfragewerte steigen national an und in Iowa liegt er knapp vorn. Ein Sieg in Iowa gibt ihm einen Freifahrtsschein für den Wahlgang in New Hampshire, wo niemand erwartet, dass ein früherer Baptistenpfarrer erfolgreich abschneidet. Zudem benötigt er frisches Geld aus Spendeneinnahmen, die nur nach einem Sieg fließen. Sein Lackmustest wird erst die Vorwahl in South Carolina (22. Januar), wo er beweisen muss, wie er als Südstaatler gesehen wird. Trotz seiner Führung in den nationalen Umfragen verlagerte Rudy Giuliani seine Hauptaktivitäten auf die größeren Staaten wie Michigan und Florida. Er vertraut auf seinen hohen Bekanntheitsgrad in Iowa und New Hampshire, um dort respektabel abzuschneiden. Dennoch kämpft er gegen die historischen Erfahrungen – ohne ein starkes Abschneiden in den beiden frühen Staaten ist noch niemand Kandidat seiner Partei geworden. Neben Huckabee ist John McCain überraschend in das Feld der Kandidaten zurückgekehrt. Nachdem seine Kampagne im Herbst abgeschrieben worden war, beginnt er mit seinem moderaten Image und seinen inhaltlichen Vorschläge (bspw. Irak-Krieg) zu punkten. Mögliche Außenseiterchancen hat auch Fred Thompson. Tipp für Iowa: 1. Romney, 2. Huckabee, 3. McCain
Blogeintrag von Mario Voigt
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09:41
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Iowa: Huckabee und Obama vornDienstag, 11. Dezember 2007Die Stimmung in New Hamphire und Iowa hat sich einen Monat vor den Vorwahlen in beiden Lagern gedreht. Bei den Republikanern profitiert Mike Huckabee von seinem guten Auftritt bei der YouTube-CNN-Debatte der Republikaner vergangene Woche. Er hat in Iowa bei der jüngsten Rasmussen-Umfrage mit 28 % der eigenen Anhänger die Nase knapp vorn. Mitt Romney kommt bei der Umfrage als Zweiter mit 25 % ins Ziel. Rudy Giuliani erreicht lediglich 12 % Unterstützung im eigenen Lager. Das Des Moines Register sieht Huckabee noch deutlicher vorn (29 % gegenüber 24 % für Romney). Eine Umfrage von Strategic Vision hat Romney noch leicht vorne mit 26 % vor Huckabee (24 %). In New Hampshire ist Romney weiter klar vorne. Auch dort hat Rasmussen neue Zahlen parat. Romney kommt auf 34 % Unterstützung bei republikanischen Wählern, Giuliani und McCain auf jeweils 15 %, Huckabee auf 14 %. Auf Seiten der Demokraten verliert Hillary Clinton ihren großen Vorsprung in Iowa, Barack Obama holt mächtig auf. Ob Obama in der Gunst vielleicht sogar vorne liegt, das mögen selbst Experten wie Mark Blumenthal von pollster.com nicht zu beantworten. Allerdings zeige alles in diese Richtung: “Has Barack Obama "moved ahead" of Hillary Clinton? Neither our chart, this "apples-to-apples" average nor any of the polls individually (if we consider sampling error), shows that yet, but the trend is clearly moving in his direction.” Jüngste Umfragen von der American Research Group bzw. der Des Moines Register (Obama 27% bzw. 28%, Clinton 25%, Edwards 23%) zeigen, dass Clinton in Iowa wird bangen müssen. Allerdings fällt Obamas Hauptaugenmerk weiterhin auf den „Großkampftag“ am 5. Februar. Dort werden die Ressourcen zusammengezogen, weiß Political Wire zu berichten: „Bucking the notion that the Democratic nomination will be decided in the early voting states, the Washington Post says Sen. Barack Obama is building campaign operations in state's that hold primaries on February 5th. (…) "To date, Obama has 19 offices in 13 states where Feb. 5 primaries are scheduled... Clinton, by contrast, has five total offices currently open in Feb. 5 states."
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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17:01
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Amtlich: New Hampshire entscheidet am 8. Januar, Michigan eine Woche späterDienstag, 27. November 2007Der frühere Termin steht nun fest: Die Vorwahlen zur 56. Präsidentschaftswahl der USA werden am 8. Januar in New Hampshire ihren Auftakt nehmen. Bereits fünf Tage vorher, am 3. Januar, wird in Iowa der Caucus stattfinden, keine Vorwahl, aber dennoch eine erste Standortbestimmung. Michigan folgt mit dem 15. Januar, der Supreme Court hatte den Weg dafür frei gemacht. Alles konzentriert sich nun um die ominöse Phase zwischen 3. Januar und 5. Februar, an dem viele Staaten ihre Kandidaten küren, meint die Los Angeles Times. „With Iowa casting the first votes Jan. 3 and more than 20 states holding primaries or caucuses Feb. 5, the nominees for the White House could be decided in a one-month blitz of balloting -- and possibly in just a handful of days, if a candidate manages to win both Iowa and New Hampshire.” Hier ein Überblick über den Zeitraum der Vorwahlen: Donnerstag, 3. Januar: Iowa Samstag, 5. Januar: Wyoming (Republicans) Dienstag, 8. Januar: New Hampshire Dienstag, 15. Januar: Michigan Samstag, 19. Januar: Nevada; South Carolina (Republicans) Dienstag, 29. Januar: Florida; South Carolina (Democrats) Samstag, 2. Februar: Maine (Republicans) Am Dienstag, den 5. Februar, ist dann "national primary"-Tag: Alabama; Alaska; Arizona; Arkansas; California; Colorado; Connecticut; Delaware; Georgia; Idaho (Democrats); Illinois; Minnesota; Missouri; New Jersey; New Mexico (Democrats); New York; North Dakota; Oklahoma; Tennessee; Utah; and West Virginia (Republicans). Dann folgen: Samstag, 9. Februar: Louisiana; Nebraska (Democrats); Washington State Sonntag, 10. Februar: Maine Democrats Dienstag, 12. Februar: District of Columbia; Maryland; Virginia Dienstag, 19. Februar: Hawaii Democrats; Wisconsin Auch die Bedeutung verschiebt sich, weg von den großen Staaten Kalifornien, Florida und Michigan hin zu den vermeintlich unwichtigen Staaten: “Although the date for New Hampshire's first-in-the-nation primary was no surprise -- the campaigns had Jan. 8 circled in pencil -- the announcement set off a new round of speculation about which candidates might be helped or hurt. The contests in Iowa and New Hampshire -- which have drawn the vast majority of the candidates' time and attention -- are both exceedingly fluid, with the results in the first expected to heavily influence the outcome in the second. The one certainty is that big states like California, Florida and Michigan will not carry the weight they sought by scheduling their contests earlier than in previous elections. "It's obvious that the disproportionate influence of Iowa and New Hampshire is alive and well, and will live in 2008," said Northeastern University political scientist William Mayer.”
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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10:22
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Warten auf MichiganMittwoch, 21. November 2007Amerikas Wahlkämpfer schauen bereits gespannt nach New Hampshire und Iowa, wo die landesweiten Vorwahlen im Januar ihren Auftakt nehmen werden. Allerdings gibt es noch immer keine festen Termine, denn im Bundesstaat Michigan an der Grenze zu Kanada steht noch die Festlegung auf das Datum der Vorwahlen aus. Bislang im Angebot ist der 15. Januar. Mittlerweile liegt dieser Termin nach monatelangem Hin und Her zur Entscheidung vor Gericht. Michigans Datum ist deshalb so wichtig, weil die Vorwahlen in New Hampshire laut Gesetz mindestens sieben Tage vor denen in Michigan stattfinden müssen. „The early 2008 presidential primary calendar is riding on Michigan, where the state Supreme Court has to decide whether to allow the state to hold its Jan. 15 primary. Officials in New Hampshire must wait for the Michigan court to decide before setting that state’s primary date, which state law requires to be seven or more days before any other.” Eine Entscheidung wird für spätestens heute Mittag (Ortszeit) erwartet. “The court must decide by noon Wednesday to allow the primary to proceed as scheduled.” Viel Zeit bleibt also nicht mehr, was man auch an der Umtriebigkeit der Kampagnenteams erkennen kann. Die bereits gut bekannte „Rapid Response“ wird nun von beiden Seiten ausgebaut. Das berichtet unter anderem GOP-Stratege Phil Musser im Politico: “All the top contenders — Republican or Democrat — have a squad of coffee-fueled, 20-something hit men buried in a windowless HQ office breathing every factoid of their opponents’ political life. They’ve been champing at the bit to be unleashed through the first half of the primary season, but the past few weeks — when the whites of the eyes start to show — is where they whir into full gear.” Auch Mike Huckabee hat einen Rapid Responder engagiert: Joe Carter. „A sign of a mature campaign: Mike Huckabee's communications shop has hired Joe Carter, a new media whiz at the Family Research Council, to head their rapid response operation.” Und die ersten Trainingsstunden konnten die RRs bereits vergangenen Donnerstag in Las Vegas im Bundesstaat Nevada verbringen. Dort debattierten die Demokraten. Die Rollenverteilung war wie immer in den vergangenen Wochen: Hillary gegen die Republikaner und der Rest gegen Hillary: “The headline: Clinton spent her time going after Republicans, while Obama spent his time going after her.” Mehr Eindrücke aus dem Spin Room und der Presse gibt’s hier, hier und hier. Eine nette Posse in Vegas hat die L.A. Times eingefangen. Maria Luisa, eine der Studentinnen, die die Fragen an die Kandidaten stellten, ließ nach der Debatte via MySpace ihren Frust darüber ab, dass sie gegen Ende gezwungen wurde, Hillary Clinton zu fragen, ob sie lieber Diamanten oder Perlen möge. Eigentlich hatte sie Clinton Fragen zur Endlagerung von Atommüll in Nevada stellen wollen. Der Sender CNN war jedoch eingeschritten: “The low point came right at the end when Maria Luisa, a UNLV student, asked Clinton if she preferred diamonds or pearls. True to form, Clinton straddled the answer, saying she likes them both. CNN admitted the next day that a producer allegedly seeking to end the event on a light note gave the question to the student. Auf dem Weg zu Diamanten und Perlen ist es für Hillary auch nach dem vermeintlichen Sieg in Vegas keineswegs leichter geworden. Schließlich schrumpft ihr Vorsprung vor allem in New Hampshire. Dort gehen die Zustimmungswerte unter den demokratischen Anhängern sichtbar zurück, ermittelte das CNN/WMUR poll – von 43 % im September auf 36 %. Für Spannung ist also wieder gesorgt.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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09:47
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Illegale Anrufe: Steckt Romney dahinter?Dienstag, 20. November 2007Große Aufregung um Mitt Romney: Der aussichtsreiche republikanische Kandidat, ein Mormone, der aus seiner religiösen Einstellung keinen Hehl macht, steht zurzeit im Fokus von Anrufaktionen in New Hampshire und Iowa. Die Anrufer sollen nach Aussagen der Medien Romneys Vergangenheit, seine religiösen Grundsätze und sein Auftreten im Wahlkampf kritisch betont haben. “The AP reports that some voters in New Hampshire and Iowa "have received phone calls raising questions about Republican presidential hopeful Mitt Romney, his Mormon faith and the Vietnam War-era military deferments he received while serving as a missionary in France."” Solche Aktionen sind per se nichts Ungewöhnliches. Das so genannte „Push Polling“, auch mit Angriffen gegen die Gegner, gehört praktisch zum Wahlkampf-Alltag. Was jedoch stutzig macht, ist die Tatsache, dass die Anrufer weder ihren Auftraggeber nannten, noch, für welchen Kandidaten sie sprechen. Das aber ist von Gesetz wegen vorgeschrieben, was nun dazu geführt hat, dass der Staatsanwalt tätig wird: “The Concord Monitor reports that the New Hampshire state attorney general is investigating phone calls presented as opinion polls that attack the Mormonism of Republican presidential hopeful Mitt Romney while praising primary rival John McCain." (…) "Deputy Attorney General Bud Fitch said New Hampshire has never prosecuted a case involving such calls but was moving forward. He cautioned against expecting an immediate resolution." (…) "New Hampshire law requires that all political advertising, including phone calls, identify the candidate being supported. No candidate was identified in the calls."” Natürlich geistern wilde Spekulation durch die Blogosphäre: Wer war der Auftraggeber? Ein Gegner aus den eigenen Reihen? Rudy Giuliani? John McCain etwa? Beide bestritten energisch, für derlei Anrufe verantwortlich zu sein. McCain tat das mit Nachdruck, gerade er forderte den Staatsanwalt. Nun vermuten manche Beobachter gar, dass Romneys Truppe selbst hinter der Aktion stecken könnte, um kostenlose Medienpräsenz und eventuell gar die Solidarität der Öffentlichkeit einzuheimsen. Für diese Version würde zumindest sprechen, dass die Anrufe, wie nun zu erfahren ist, vermutlich von der Firma Western Wats aus getätigt wurden, die auch im Wahlkampf bereits für Romney tätig geworden ist. “To paraphrase, either the Romney campaign is behind it or someone allied with them is. An inoculation strategy.“ Mehr zu dieser mysteriösen Geschichte gibt es hier, hier, hier, hier und hier.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
10:47
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Dinner zu sechstDienstag, 13. November 2007
Die Spannung vor den ersten Vorwahlen, die Anfang Januar in Iowa mit dem Caucus starten werden, steigt weiter. In Iowa trafen die sechs chancenreichsten demokratischen Kandidaten zuletzt am Samstag, dem Jefferson Jackson Day, in Des Moines vor 9.000 Anhängern und mehreren hundert Journalisten zum Dinner aufeinander, mehr ein Aufwärmen für die Vorwahlen als ein wahrer Meinungsaustausch, meint zumindest die Presse.
“’The JJ is a place to deliver a message,’ Tommy Vietor, Obama’s Iowa spokesman told me, ‘but it is also a place to show organizing muscle. It shows you can get people to show up at the same place at the same time.’” Barack Obama und John Edwards taten das, was sie angesichts der Umfragewerte in den nächsten Wochen vermehrt tun werden, was zugleich das ist, worauf die Republikaner hoffen: Sie griffen Hillary Clinton an. Clinton verteidigte sich jedoch clever: “Clinton made no mention of her critics directly. ‘I am not interested in attacking my opponents,’ she said. ‘I am interested in attacking the problems of America.’” Barack Obamas Strategie ist, die Senatorin in Iowa und New Hampshire als „Washington Insider“ zu verkaufen und ihr damit ein schlechtes Image anzuhängen: "Barack Obama's shift in strategy from the politics of hope to portraying Clinton as a Washington insider is evident in Iowa and New Hampshire where he leads Clinton among independent voters saying they will definitely participate in the caucus or vote in the primary (28% to 25% in Iowa, and 41% to 25% in New Hampshire).” Einen schönen Video-Einblick hinter die Kulissen hält die NY Times parat. Leaving Las Vegas – und auch den Rest NevadasDienstag, 21. August 2007
Die terminlichen Änderungen für die Vorwahlen Anfang 2008 haben die Wahlkämpfer in Aufruhr versetzt. Nachdem bekannt wurde, dass einige Staaten ihre Abstimmungen vorziehen werden und Iowa schon Anfang Januar zum Showdown einlädt, haben die Kampagnenteams ihre Taktik noch einmal überarbeitet. So wird sich das Team von Demokrat John Edwards entgegen der ursprünglichen Planung auf Iowa konzentrieren, um dort gleich zu Beginn ein gutes Ergebnis erzielen zu können.
John Edwards "is staking his campaign on winning Iowa's first-in-the-nation caucus, even at the cost of stinting on the next big test in New Hampshire," berichtet der Boston Globe. Dieser taktische Umschwung wird schon seit Ende letzter Woche umgesetzt. "Edwards yesterday began a bus tour that will snake through Iowa's cities and towns for seven days - just a week after a two-day swing - packed with stops that will let him exploit his down-home style to win over Iowans. He has campaigned here more than twice as much as he has in New Hampshire, where his folksy demeanor does not seem to connect as well with flinty New Englanders. So far, his Iowa gamble is paying some dividends in the polls, but it is hardly a safe bet." Die Neuorientierung Edwards’ geht zu Lasten Nevadas. Dort wird der Kandidat Ressourcen abziehen, schreibt die Nachrichtenagentur AP. "Presidential hopeful John Edwards is moving staff out of Nevada to focus on other early voting states as he deals with limited resources and uncertainty about the Western state's prominence in deciding the Democratic nomination. The Edwards campaign said Wednesday that the Nevada staffers were being relocated to New Hampshire, South Carolina and in particular Iowa, where he is hoping a victory will propel him to the nomination. The campaign would not disclose how many staffers were being moved and neither would Edwards in a telephone interview. " Barack Obamas Team reagierte auf die Verschiebungen mit der Ankündigung, mögliche zusätzliche Termine im Herbst nun doch nicht bestreiten zu wollen. Auch politische Beobachter empfinden die neue Konstellation durch die vorgezogenen Vorwahlen als besondere Herausforderung, so zum Beispiel Meinungsforscher Peter Hart. Er bezeichnet das Vorziehen der Vorwahlen als das wichtigste politische Vorkommnis in den vergangenen Monaten. Eine mögliche Iowa-Vorwahl kurz vor Weihnachten würde auch die Umfrageinstitute vor große Schwierigkeiten stellen. "From his point of view, it changes the entire rhythm of the political cycle in a way that cannot be fully appreciated, maybe not until after the nominating contests are over. (…) Perhaps most significant of all is that no one will know who's up and who's down right before Iowa. No self-respecting polling company, he says, does polling between the 20th and 25th of December. So we very well might have no idea how Iowa will break until after the results are in." Andere sehen in der Verkürzung der Zeit bis Iowa einen Vorteil für die "Reichen & Schönen", und vor allem ein Nachteil für die Kandidaten, die auf die Kraft der Grass-Roots, also der gut organisierten Basis setzen. Das meint der frühere Reagan-Wahlkämpfer Gary Bauer in der Washington Times. "Former Reagan aide Gary Bauer shares the view of many political professionals who say the chief beneficiaries of the hurry-up primary schedule are the wealthy, the well-known and the well-connected: Hollywood and Wall Street are stomping all over Main Street. (…) ‚Front-loading the primaries is a terrible negative for the conservative grass roots of the GOP’, said Mr. Bauer, who sought the Republican presidential nomination in 2000 and is chairman of the Campaign for Working Families. ‘It virtually guarantees that the candidate who can raise money early ... the establishment candidate or the independently wealthy, will prevail. Conservative grass-roots rebellions will be harder, if not impossible, to put together.’ Im selben Artikel gibt Marsha Blackburn, Republikanerin aus Tennessee, eine pessimistische Sicht auf die Zeit nach den frühen Vorwahlen aus. Das Wahlvolk sei vermutlich bis zum Tag der Abrechnung im November des Wahlkampfes überdrüssig, glaubt sie. "The problem with the front-loading is that the nominee is decided very early in the cycle and people tend to lose interest prior to election day," Mrs. Blackburn says. "I personally think the public is well served by having the time to get to know a candidate's philosophy of life and politics. Engaging in the process serves both the public and the candidate well."
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