Umfrage
TagsBarack Obama Bill Clinton blogosphäre Demokraten Facebook Florida Frauen fred thompson Fundraising George Bush grassroots Hillary Clinton Internet iowa Irak Joe Biden John Edwards John McCain Kampagnenmanager michigan mike huckabee Mitt Romney moveon.org MySpace negative campaigning new hampshire pennsylvania Primaries Republikaner Ron Paul Rudy Giuliani Sarah Palin strategie TV Umfrage Wählergruppen YouTube
|
Die letzten Stunden: Get Out the VoteDienstag, 4. November 2008
US-Wahlen gehen immer knapp aus, aber diesmal war die Nation geschockt zu sehen, dass John McCain Barack Obama mit nur einer Stimme geschlagen hat, berichtet der Video-Kanal CNNBC.
Nein, nein, noch ist es nicht so weit, und CNNBC ist eine Erfindung von MoveOn.org. Die progressive Non-Profit-Organsation hat ein brilliantes News-Video produziert, dass die Meldung verbreitet, Obama hätte die Wahl mit nur einer einzigen Stimme verloren. Das Szenario wird mit viel Komik präsentiert und hinterlässt durchaus großes Unbehagen. Die Message ist wirklich deutlich: Deine Stimme kann die Wahl entscheiden, nutze sie! Neu und einzigartig an diesem Clip ist, dass er mit der persönlichen Anrede des Empfängers spielt und den Namen ständig in fiktive Nachrichtenmeldungen einbaut. Also konnte ich lesen, dass die New York Times die fehlende Stimme identifizieren konnte: Ute P. Den eigenen Namen im Untertitel von CNNBC zu lesen, wenn George W. Bush eine Dankesrede an den Nichtwähler richtet, das geht nah. Für GOTV (Get Out The Vote) sorgen auch die Wahlkampfbüros mit ihren Mengen von Freiwilligen. Heute steht „pollwatching“ auf dem Programm. Volunteers gehen zu den Wahllokalen und fragen die in der Schlange stehenden Wähler nach ihren Namen. Anschließend werden diese Namen mit den Telefonlisten der Obama-Kampagne verglichen und alle Registrierten, die bis heute Mittag noch nicht gewählt haben, werden mit einem Telefonanruf daran erinnert: Vote Today! PS: Es scheint zu funktionieren, die Wahlbeteiligung steigt, gerade erreicht mich eine SMS von einem Wahlbeobachter in Philadelphia: "This precinct has already had over 375 voters. A lady here says it did 350-360 total for all of Election Day in 2000 & 2004." Schlussspurt in VirginiaMontag, 3. November 2008
Die letzten 48 Stunden dieses nicht enden wollenden Wahlkampfes wollen richtig genutzt sein. Deshalb geht es ab in den Flieger, um diese historische Wahl vor Ort in Washington, DC live und in Farbe mitzuerleben.
Amerika ist im Wahlfieber, das merkt man sofort. Kein anderes Thema scheint die Menschen hier stärker zu bewegen. Im Frühstücksfernsehen wird sogar offen über Entzugserscheinungen nach dem Ende der 20-monatigen Wahlperiode gesprochen. Manch einer der politischen Junkies fürchtet sich hier bereits vor dem Cold Turkey nach dem 4. November. Verrückt. Selbst die Finanz- und Wirtschaftskrise gerät für einige kurze Momente in Vergessenheit. Im Fernsehen laufen die Spots rauf und runter. Obama dominiert hier im Norden von Virginia die Werbephasen, teilweise mit zweiminütigen Mega-Beiträgen. Aber auch John McCain und das Republican National Committee sind “on air”, zumeist mit Negativinformationen über ihren demokratischen Gegenkandidaten. Massive Zweifel werden an Obamas Mainstream-Image und an seiner Eignung als Commander-in-Chief gehegt.
Mit diesem medialen Hintergrundrauschen im Kopf geht es in den elektoralen Nahkampf. Hausbesuche, das sog. door-to-door canvassing, steht für uns auf dem Programm. Als Deutscher hat man die üblichen Zweifel: “Man kann da doch nicht einfach vorbeigehen und mitmachen, so kurz vor der Wahl!” Das Canvassing ist beschwerlich. Cindy hatte bereits drei Besuche in den letzten vier Tagen und offensichtlich keine Lust mehr, mit uns zu sprechen. Pete ist nicht zu Hause. Er bekommt einen Anhänger an seine Türklinke, der ihn daran erinnert, am Dienstag die Herren Obama und Biden zu wählen. Anders sieht es bei Steve aus. Er schaut gerade College-Football, aber hat fünf Minuten Zeit, um mit uns über seine elektorale Zerrissenheit zu sprechen. McCain hält er für einen amerikanischen Helden. Er steht dem alten Kriegsveteranen kulturell deutlich näher als Obama, das spürt man. Andererseits ist da jedoch die Wirtschaftskrise, sein unsicherer Rentenfonds und das Schlamassel im Irak. Steve mag uns, wir verstehen uns auf Anhieb. Hier die deutschen Volunteers, dort der amerikanische Trucker, der hin- und hergerissen ist zwischen konservativem Wertemuster und linkem Sozialstaatsdenken. Am Ende des Gesprächs kreuzen wir hinter Steves Namen eine „2“ an. Er neigt zu Obama. Das ist ein Erfolg. So geht es den ganzen Nachmittag weiter, von Haus zu Haus, von Wähler zu Wähler. Jede Stimme zählt, gerade hier im Old Dominion, das auf dem Weg ist, nach 44 Jahren wieder an die Demokraten zu gehen. Mit Vorsprung in die letzten 72 StundenFreitag, 31. Oktober 2008
Die Mobilisierungsmaschinen der Kampagnen laufen auf Hochtouren. Jetzt geht es um das, was die Amerikaner „Get-Out-the-Vote“ (GOTV) nennen. Täglich erreichen die Aktivisten auf beiden Seiten des politischen Spektrums drei bis fünf E-Mails, die sie zu Last-Minute-Aktionen in den letzten 72 Stunden aufrufen. In diesem elektoralen Häuserkampf hilft es, sich noch einmal über die Grundkoordinaten der Wahl zu versichern.
Pünktlich vor der ganz heißen Phase des Wahlkampfes hat die New York Times in Kooperation mit CBS seine letzte große Umfrage vor den Wahlen veröffentlicht, im Rahmen derer sie 1.439 mögliche Wähler („likely voters“) befragt hatte. Die wichtigste Botschaft: Barack Obama scheint seinen Vorsprung konsolidiert zu haben. Er liegt mittlerweile mit 51 Prozent vor John McCain mit 40 Prozent. Natürlich muss man diese Führung in der NY Times-Umfrage mit Vorsicht genießen. Die Meinungsforscher haben in diesem Rennen große Probleme, sowohl den richtigen Anteil an afro-amerikanischen und jungen Wählern zu bestimmen als auch den viel zitierten Bradley-Faktor einzurechnen. Auch wenn andere Umfragen ein engeres Rennen sehen, so liegt Obama insgesamt stabil mit 3 bis 11 Prozent vorne. Dass sich Obamas Spitzenwerte Mitte Oktober - auf dem Höhepunkt der Finanzkrise – nicht halten ließen, war klar. Das Land ist polarisiert, die unentschlossene Mitte extrem klein. In der New York Times-Umfrage gaben weniger als zehn Prozent der Befragten an, überhaupt noch unentschieden zu sein. Insgesamt ist die Stimmung im Lande weiter äußerst düster. 89 Prozent der Befragten sehen die Wirtschaftslage negativ. 85 Prozent denken, dass Land sei auf dem falschen Weg in Richtung Zukunft. George W. Bush Zustimmungsraten liegen bei unterirdischen 22 Prozent. So tief herunter ist es bisher nur für Harry Truman im Wahljahr 1952 gegangen. Barack Obama hat bei den wichtigsten Themen der Zeit wie Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit und Irak die Nase vorn. McCain besitzt hingegen auf zwei Sachfeldern einen Vorteil. Zum einen konnte er sich bei den Wählern mit seiner „Joe, the Plumber“-Kampagne deutlich stärker als der Mann für niedrige Steuern etablieren. Zum anderen gilt er weiterhin als der bessere Commander-in-Chief (47-33). Wir werden also von McCain in den letzten Tagen vor der Wahl noch einmal die übliche Stereo-Botschaft hören: „Obama ist eine unsichere Wahl für das Präsidentenamt und ein Staatsfetischist.“ Ob es noch etwas nutzen wird, bleibt offen. Zumindest wird schon jetzt deutlich, dass – abseits der finanziellen und organisatorischen Nachteile McCains - seine Auswahl von Sarah Palin und seine mäßigen TV-Duell-Auftritte entscheidende Faktoren für den Ausgang des Rennens sein könnten. Mobilisierung selbst (und leicht) gemachtMontag, 13. Oktober 2008
Mehr als 20 Tage vor der Wahl laufen die Mobilisierungsmaschinen der beiden Kampagnen bereits auf Hochtouren. In den entscheidenden Schlüsselstaaten wie Ohio dürfen Wähler mittlerweile per Briefwahl und in öffentlichen Ämtern wählen.
Dieses sog. „early voting“ wird immer beliebter bei den Bürgern. Deshalb findet Wählermobilisierung nicht mehr nur in den letzten 72 Stunden des Wahlkampfes statt. Schon drei bis vier Wochen vor dem eigentlichen Wahltermin geht es darum, die eigenen Unterstützer zur Stimmabgabe zu bewegen. Barack Obama hat zusammen mit dem Democratic National Committee rechtzeitig vor Beginn der heißen GOTV-Phase (Get-Out-the-Vote) ein interessantes Instrument entworfen, mit dem er die Wählermobilisierung demokratisieren will. Die Kampagnentools in die Hände seiner Anhänger zu geben, das ist die oberste Maxime Obamas. Dahinter steckt die gute und simple Idee, dass die eigenen Unterstützer die glaubwürdigsten Botschafter der Kampagne sind.
Über sein Interportal MyBo werden Obamas Freiwillige aufgerufen, am Neighbor-to-Neighbor-Programm teilzunehmen. Nach vier bis fünf Mausklicks hat man online die Daten von Wählern aus der unmittelbaren Nachbarschaft generiert, um sie zum Urnengang zu animieren – inklusive Adressen und Telefonnummern. Passend dazu stehen auch Flyer und Straßenkarten zur Verfügung. Ein Text, mit dem man potentielle Obama-Wähler ansprechen kann, wird frei Haus mitgeliefert. Ganz entscheidend für die Kampagne ist es jedoch, dass Freiwillige die Daten über ihre Wählerkontakte - im Sinne moderner Formen des Customer-Relationship-Managements - wieder online zurück an das Hauptquartier in Chicago melden. So weiß die Obama-Kampagne genau, welche Wähler entschieden oder noch unentschieden sind, wer noch nicht gewählt hat oder intensiver bearbeitet werden muss. Zur Animation findet sich oben auf der Seite des Volunteer Action Centers ein Ausspruch Obamas, der seine Kampagnenphilosophie auf den Punkt bringt: „This election is not about me… it is about you.“
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
12:38
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: barack obama, briefwahl, freiwillige, gotv, mobilisierung, neighbor-to-neighbor-programm
Get out the voteMontag, 11. Februar 2008„Geh zur Wahl“ ist eine Kampagne, die in Amerika Tradition hat und versucht, die üblicherweise geringe Wahlbeteiligung von knapp 50% zu steigern. Die aktuelle Wahl-Euphorie hat zwar bereits bei den Vorwahlen zu einer erhöhten Beteiligung der Bürger geführt, aber die Kampagne läuft natürlich weiter und verfolgt das Ziel, am 4. November möglichst viele Amerikaner an die Wahlurnen zu bringen. Derzeit bittet der Verband amerikanischer Grafiker aiga, Entwürfe für Plakate einzureichen, die zum Wahlgang mobilisieren sollen. „Get out the Vote“ ist die Botschaft. Dabei müssen sowohl Text, als auch visuelle Elemente der Poster unparteiisch sein. Die Designer dürfen sich weder zu einem Kandidaten noch zu einem Thema positionieren. Nach dem Grassroots-Prinzip werden die Poster schließlich per E-Mail an Freunde und Bekannte versendet und in Geschäften etc. aufgehängt. Die Entwürfe des US-Wahlkampfes 2004 sind auf der aiga-Webseite zu sehen. Das aktuelle Bewerbungsverfahren beginnt Mitte Februar.
MoveOn für Barack ObamaMontag, 4. Februar 2008MoveOn.org, eine der größten Grassroots-Organisationen der USA, unterstützt jetzt Barack Obama im US-Wahlkampf. Die MoveOn.org- Mitglieder unterstützen zum ersten Mal überhaupt einen Präsidentschaftskandidaten und haben sich in einer Abstimmung mit 70,4% zu 29,6% eindeutig für Obama entschieden. Mehr als 1,7 Mio. der 3,2 Mio. Mitglieder von MoveOn.org leben in den Super-Tuesday-Staaten, mehr als eine halbe Million allein in Kalifornien. Jeder zehnte Wähler ist hier also ein Mitglied von MoveOn.org. Barack Obama begrüßte die Unterstützung am Freitag: „In nur wenigen Jahren haben die MoveOn.org-Mitglieder wieder einmal gezeigt, das Veränderung nicht von oben nach unten vollzogen wird, sondern von der Basis kommt. MoveOn.org zeigte schon im Kampf gegen den Irakkrieg – einem Krieg, den ich auch von Anfang an ablehnte - was Amerikaner erreichen können, wenn sie sich in einer Grassroots-Organisation für einen Wechsel zusammentun. " MoveOn bestätigte nun, sofort mit der Mobilisierung für Obama zu beginnen. Bereits bei den Mid-Term Elections hatte die Organisation ihre umfassende Wählerdatenbank genutzt, um die Menschen mit Telefonanrufen an ihre Stimmabgabe zu erinnern. Der klare Sieg Obamas in der MoveOn-Wahl zeigt, dass er bereits von John Edwards‘ Rückzug aus dem Wahlkampf profitiert. Am Donnerstag erzielte Obama auch in der Leserumfrage des Daily Kos, einem der beliebtesten US-amerikanischen Blogs, einen Stimmengewinn von 35%, während Hillary Clinton ihren Stimmenanteil nicht verbessern konnte.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
14:07
| Kommentare (0)
| Trackbacks (0)
Tags für diesen Artikel: barack obama, blogosphäre, daily kos, demokraten, endorsement, gotv, hillary clinton, kalifornien, moveon.org
Obama testet für den ErnstfallFreitag, 5. Oktober 2007
Da soll noch mal einer sagen, Politiker können nicht langfristig planen: Einer lässt schon für den 5. Februar üben. Dann nämlich werden tausende Freiwillige in fremde Bundesstaaten einfallen und auf Stimmenfang für ihre Kandidaten bei den Vorwahlen gehen. Für Barack Obama Grund genug, jetzt schon einmal für den Ernstfall zu proben – und kalifornische Unterstützer nach Nevada zu schicken. Die Los Angeles Times hat die Stimmung und die Abläufe eingefangen.
“The idea is to augment Nevadans' volunteer work ahead of the state's Jan. 19 caucuses while learning such campaign basics as how to run phone banks, knock on doors and collect data. Obama's campaign is running similar efforts in Iowa, New Hampshire and South Carolina -- which also are holding early caucuses or primaries. But Nevada's program has an added dimension: ‘We are surrounded by February 5th states,’ said Obama's campaign director in Nevada, David Cohen, referring to primaries scheduled in California, Arizona, Idaho and Utah. That makes Nevada prime training ground for volunteers from the other states.” Das System der auswärtigen Unterstützer in umkämpften Staaten hat bereits für großes Aufsehen bei der letzten Wahl gesorgt, bei der zahlreiche Volunteers in den umkämpften Battleground States wie Ohio eingesetzt worden waren – um in den letzten 72 Stunden vor dem Wahlgang, der Zeit des „Get out the vote“ (GOTV), noch den entscheidenden Umschwung auszulösen.
(Seite 1 von 1, insgesamt 7 Einträge)
© Initiative ProDialog, Dorotheenstr. 35, 10117 Berlin - Impressum |