Eine (unbedachte) Aussage von Karsten Voigt, Koordinator der Bundesregierung für deutsch-amerikanische Beziehungen, sorgte am Mittwoch für ein kurzes, heftiges Rauschen im Blätterwald. Voigt hatte bei einem Besuch in Kanada offen darüber sinniert, dass Barack Obama eine Europa-Tour plane. Der Tagesspiegel zitierte ihn mit den Worten: „Wenn ein US-Präsidentschaftswerber Berlin besucht, am Brandenburger Tor eine Rede hält und hinterher das Kennedy-Museum besucht - das brächte starke Bilder für die Wähler in den USA.“
Obwohl ein Besuch der Hauptstadt relativ unwahrscheinlich ist während des laufenden Wahlkampfes, springt bei uns natürlich sofort das Kino im Kopf an. Obama in Berlin? Eine aufpolierte JFK-Rede am Roten Rathaus, in dessen Verlauf er „Ick bin ein Fan von Klaus Wowereit“ in das Meer von 75.000 deutschen Obamaniacs ruft? Ein Bekenntnis von Barack Obama vor dem Brandenburger Tor, die amerikanische Botschaft einzureißen und noch einmal „in schön“ aufzubauen? Ein weiterer Event auf der Oberbaumbrücke mit den Berliner Auslands-Demokraten, bei dem sie gemeinsam rufen „Yes, We Span?“
Es gibt viel zu tun für Obama in Berlin. Welche Idee haben Sie? Wie sollte ein Besuch von Barack Obama in Deutschland aussehen? Unsere Kommentarspalte ist ab sofort geöffnet…
Der Präsidentschaftswahlkampf findet nicht allein in den USA statt. Die Kampagnen von Barack Obama, Hillary Clinton und John McCain sind bemüht, Amerikaner weltweit in ihren Wahlkampf einzubeziehen. Der beliebteste Kandidat unter den amerikanischen Ex-Patriots: Barack Obama. Er gewann nicht nur die globale Vorwahl der Democrats Abroad mit 66 zu 33 Prozent, sondern nahm auch rekordverdächtige Summen von amerikanischen Bürgern im Ausland ein. Bisher konnte er über $1,4 Mio. an Spenden generieren. Hillary Clinton kam auf $556.000 Dollar, John McCain lediglich auf $127.000.
Viele Amerikaner, die aufgrund von Arbeitsplatzwechseln, Militäreinsätzen oder Botschaftsarbeit im Ausland leben, organisieren zurzeit Veranstaltungen für die Kandidaten. Allein für Obama fanden im April große Events in Tokio, Peking und London statt. Eine neue Idee kommt nun von Franko-Amerikanerin Meredith Wheeler. Sie organisierte (ganz im Sinne der verbindenden Botschaft Obamas) einen Brückenschlag der besonderen Art. Im südfranzösischen Lautrec versammelten sich im März Obama-Unterstützer auf einer der malerischen Brücken des Ortes und riefen „Yes, We Span“. Die Idee verbreitete sich in ganz Europa. Brückentreffen fanden bisher u.a. in Paris (Pont Neuf) und in Instanbul (Bosporus-Brücke) statt. Kreative Geister haben sogar das französische Kinderlied „Sur le Pont D´Avignon“ umgedichtet in „Sur le Pont d´Avignon/ on y vote/ on y vote/ Obama“. Wer Lust auf einen obamaschen Brückenschlag in Berlin hat, der sollte sich am Samstag, 3. Mai um 15:30 Uhr auf der Oberbaumbrücke einfinden. Hier schon einmal ein Video aus Frankreich, dem Mutterland des Obama Bridge Project: