Mehr als 20 Tage vor der Wahl laufen die Mobilisierungsmaschinen der beiden Kampagnen bereits auf Hochtouren. In den entscheidenden Schlüsselstaaten wie Ohio dürfen Wähler mittlerweile per Briefwahl und in öffentlichen Ämtern wählen.Dieses sog. „early voting“ wird immer beliebter bei den Bürgern. Deshalb findet Wählermobilisierung nicht mehr nur in den letzten 72 Stunden des Wahlkampfes statt. Schon drei bis vier Wochen vor dem eigentlichen Wahltermin geht es darum, die eigenen Unterstützer zur Stimmabgabe zu bewegen.
Barack Obama hat zusammen mit dem Democratic National Committee rechtzeitig vor Beginn der heißen GOTV-Phase (Get-Out-the-Vote) ein interessantes Instrument entworfen, mit dem er die Wählermobilisierung demokratisieren will. Die Kampagnentools in die Hände seiner Anhänger zu geben, das ist die oberste Maxime Obamas. Dahinter steckt die gute und simple Idee, dass die eigenen Unterstützer die glaubwürdigsten Botschafter der Kampagne sind.

Über sein Interportal MyBo werden Obamas Freiwillige aufgerufen, am Neighbor-to-Neighbor-Programm teilzunehmen. Nach vier bis fünf Mausklicks hat man online die Daten von Wählern aus der unmittelbaren Nachbarschaft generiert, um sie zum Urnengang zu animieren – inklusive Adressen und Telefonnummern. Passend dazu stehen auch Flyer und Straßenkarten zur Verfügung. Ein Text, mit dem man potentielle Obama-Wähler ansprechen kann, wird frei Haus mitgeliefert.
Ganz entscheidend für die Kampagne ist es jedoch, dass Freiwillige die Daten über ihre Wählerkontakte - im Sinne moderner Formen des Customer-Relationship-Managements - wieder online zurück an das Hauptquartier in Chicago melden. So weiß die Obama-Kampagne genau, welche Wähler entschieden oder noch unentschieden sind, wer noch nicht gewählt hat oder intensiver bearbeitet werden muss.
Zur Animation findet sich oben auf der Seite des Volunteer Action Centers ein Ausspruch Obamas, der seine Kampagnenphilosophie auf den Punkt bringt: „This election is not about me… it is about you.“