UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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John McCain: Auf dem falschen Schlachtfeld?Freitag, 4. April 2008John McCain befindet sich in der Übergangsphase zum Hauptwahlkampf. Sein erster Schritt: Er stellt sich den Wählern noch einmal persönlich vor. Wie in jedem guten US-Wahlkampf bildet die Biografie des Kandidaten den Ausgangspunkt für die Kampagne. Und so reist „Mac“ gerade durch das Land, auf einer „Service to America”-Tour, die ihn an Orte führt, die sein Leben geprägt haben. Mit dabei sind sein Heimatort Meridian (Truppenstandort in Mississippi), die Naval Academy in Annapolis (Maryland) und der Militärflughafen in Jacksonville (Florida). Diese Auswahl zeigt, auf welche Botschaft es McCain ankommt. Er stellt sich als überzeugter Amerikaner dar, immer im Dienst für sein Land, ganz patriotisch, außenpolitisch und militärisch erfahren. Es geht um „honor“ und „courage“ usw. Parallel dazu startete McCain eine Serie von TV- und Web-Spots mit ähnlichem Inhalt. Diese Ausrichtung auf McCain als (Kriegs-)Helden ist aus wahlkampftaktischer Sicht bedenklich. McCain sollte nicht denselben Fehler machen, den Bush sr. 1992 begangen hat. Bill Clinton servierte ihn ab mit dem einfachen Slogan: „It´s the economy, stupid!“ Der alte Bush setzte damals zu sehr auf Außenpolitik und wollte von seinem Sieg gegen den Irak leben. Dabei übersah er, dass die Menschen in den USA in eine Rezession abglitten. Bush sr. wirkte entrückt, nicht auf dem richtigen politischen Spielfeld. In Zeiten eines vergleichbaren Wirtschaftsabschwunges hörte man 2008 bisher wenig Ökonomisches von McCain. In Erinnerung ist nur geblieben, dass er arbeitslosen Autobauern in Michigan erzählte, dass sie ihre Jobs für immer verloren seien. Auch über McCains Wirtschaftsberater-Team rümpfen viele Beobachter die Nase. Der ehemalige Senator Phil Gramm ist Vize-Präsident des Finanzdienstleisters UBS, der in den vergangenen sechs Monaten 37 Milliarden Dollar abschreiben musste. Carly Fiorina war lange Zeit Chefin von Hewlett-Packard, wurde aber wegen eines unprofitablen Mergers mit Compaq und schlechten Unternehmensdaten aus dem Amt entlassen. Zuvor orderte sie noch eine private Überwachung von Mitarbeitern an, um aufzudecken, wer Interna an die Presse weitergeben hatte. Lidl lässt grüßen! Wenn McCain im Herbst gewinnen will, sollte er sein Wirtschaftsprofil schärfen. Mit Krieg und nationaler Sicherheit allein wird er nicht ins Weiße Haus einziehen. Mit dem Rücken zur WandMittwoch, 5. März 2008Da sitzt man in Washington zwischen Politikberatern, Wahlkämpfern, Bloggern und Journalisten und verfolgt die vermeintlich entscheidenden Vorwahlen und ist mal wieder überrascht. Nicht nur vom für Hillary - zuletzt oft bezweifelten - positiven Ergebnis, auch davon, mit welcher Fazination und Intensität die verschiedenen Kampagnen begleitet werden. Jede Zeitung, jeder Fernsehsender und jedes sogenannte „independent medium“ haben das Thema aufgegriffen. Und fast alle Gespräche an diesem Abend drehen sich um die „presidential candidates“. Vor allem um die Frage: Reichen Hillary diese Siege für die ersehnte Nominierung? Fakt bleibt aber, dass die Demokraten weiter intern kämpfen, während die Republikaner mittlerweile entspannt mit McCain auf das grosse Ziel blicken: die US Präsidentschaft 2008. Und dieser Wahlkampf wird, egal mit welchem Kandidaten auf demokratischer Seite, der teuerste und modernste sein, den die Welt bisher gesehen hat. Es bleibt also spannend. P.S.: Genauere Informationen zu den Ergebnissen der Kandidaten in den einzelnen Bevölkerungsgruppen finden Sie hier. Macht Thompson Huckabee und Romney nervös?Mittwoch, 12. September 2007Fred Thompson hat die Bühne betreten. Der ehemalige Schauspieler hat sich vergangenen Donnerstag offiziell in den Wahlkampf eingeklinkt – und zwar ganz unkonventionell: Er war zu Gast bei TV-Host Jay Leno. “In a taped interview with Jay Leno, Fred Thompson officially announces he is running for president. "I am running for president of the United States," Thompson said to loud applause at the Tonight Show. He recognized he is starting late in terms of the other candidates, but said it's really not that late.” Die ersten Tage nutzte Thompson auch gleich, um seine Botschaften unters Wahlvolk zu bringen und seine konservativen Ansichten zu Abtreibung und Homosexualität zu verteidigen: “On his second full day of official campaigning, Fred Thompson spoke at length about his health and his opinions about Iraq, Social Security, homosexuality and abortion, both in an interview with reporters and at events around the state.” Und ein Video hat der neue Kandidat auch parat! Auf den ersten Blick ein gelungener Start, und im eigenen Team gibt man sich optimistisch. Doch glauben Kritiker weiter nicht an seine Chance, wegen des späten Einstiegs in die Kampagne. Und dass auch im Team nicht alles „eitel Sonnenschein“ ist, zeigt der überraschende Abgang von Jim Mills, einem ehemaligen FOX-Produzent, aus dem Kommunikationsstab von Thompson. Mills gab sich nach seiner nur kurzen Zeit im Team gar höhnisch gegenüber Thompsons Kampagnenführung. "About the only people who haven't worked in the Thompson press shop this summer are Larry Craig and that woman astronaut who wore those diapers cross country." Natürlich hat die neue Konkurrenz im eigenen Lager die konservativen Kandidaten eindeutig aufgeschreckt, denn der Name Thompson bringt unweigerlich eine neue Dynamik in das parteieigene Rennen. Marc Ambinder meint, er könne vielleicht die Gunst der Stunde nutzen: “Thompson benefits from the placebo effect. Apparently, some Republicans -- not enough, but some -- see him, hear him, and conclude that he's a consistent conservative. For the reason, he needs to get some meat on them bones, he'd better clothe the naked emperor, and quickly! Thompson is no dummy; for the sake of his ambition, he'd better get this.” Und manch einer der Gegenkandidaten aus dem eigenen Lager geht bereits in die Gegenoffensive, um Thompson den Wind aus den Segeln zu nehmen. So hat Mike Huckabee früh den Fehdehandschuh hingeworfen und Thompson zu einer Debatte aufgefordert: "I am aware of your comments on Fox News that you would like to participate in a series of Lincoln Douglas-styled debates. I would like to officially accept your offer," Huckabee said in a letter he sent to Thompson. Doch der Herausgeforderte lehnte dankend ab, so wie er zuvor auch schon die Debatte der Republikaner in New Hampshire sausen ließ. Unter die Gürtellinie gingen wohl die Berater von Mitt Romney. Die Website www.phoneyfred.org, die nach Thompsons Bekanntgabe online ging und den Kandidaten verunglimpft, lässt sich auf eine Beratungsfirma Romneys zurückverfolgen. Die Seite, die vom Netz genommen wurde, ist hier noch im Screenshot zu sehen:
“Nowhere on the site does it indicate who is responsible for it. But a series of inquiries leads directly to the website of Under the Power Lines, the political consulting firm of Warren Tompkins, Romney’s lead consultant in South Carolina.” Alles, was man zum Stand bei den Republikanern wissen muss, hat Politico in einem Trivial Campaign Pursuit zusammengefasst. Rove nimmt seinen HutMontag, 20. August 2007
Chefstratege Karl Rove verlässt die Machtzentrale. Der Bush-Berater hat vergangene Woche in einem Interview mit dem Wall Street Journal seinen Rücktritt als stellvertretender Stabschef im Weißen Haus zum 31. August angekündigt. Ersatz gibt es wohl schon: Ed Gillespie, ehemaliger Lobbyist und Vorsitzender des Republican National Comittee, soll die Lücke füllen, die „Bushs Brain“ hinterlässt.
Rove nannte überwiegend familiäre Gründe für sein Ausscheiden. Den Ausschlag zum Rücktritt habe eine Erklärung von Stabschef Joshua Bolten gegeben, wonach alle ranghohen Bush-Mitarbeiter bis zum Ende der Regierungszeit Bushs im Januar 2009 im Amt bleiben müssten, wenn sie nicht bis Ende August zurückträten. Während seiner Arbeit im Weißen Haus war Rove durch gleich mehrere politische Affären ins Zwielicht geraten. Erst Anfang August verhinderte Bush im Streit um die Entlassung von US-Bundesanwälten eine Aussage Roves vor dem Senat mit Verweis auf seine präsidentiellen Vorrechte. Zuvor war in Washington lange über Roves mögliche Rolle in der Affäre um die Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame spekuliert worden. Die Preisgabe ihres Namens deuteten viele als Racheakt an deren Ehemann Joseph Wilson, der Bush im Streit um den Irak-Krieg angegriffen hatte. Auch soll Rohe in die so genannte "Swiftboat-Affäre" um Herausforderer John Kerry im 2004er-Wahlkampf involviert gewesen sein, behaupten seine Gegner. Kritik an Rove gab und gibt es auch aus den eigenen Reihen zu Genüge. Ein Berater in politischer Verantwortung, das passe nicht, hieß es häufig in Washington: "It is dangerous to put political consultants in charge of policy," said former Texas Republican Party chairman Thomas W. Pauken, a longtime Rove critic. "The combination of big-government conservatism and the extraordinary neoconservative influence on foreign policy has been devastating." Die taz fasst in einem Abgesang auf "Bushs Gehirn" die Rolle des Texaners für den Präsidenten zusammen: "Rove ist 56 Jahre alt, hat zweimal geheiratet und einen Sohn. Seine politische Karriere begann er 1970 mit 19 Jahren, als er gefälschte Wahlaufrufe der Demokraten verteilte. Seit damals unterhält er enge Kontakte zur Bush-Familie. Er gilt als Architekt der Wahlsiege von Bush senior und junior. George W. Bush verhalf er zu allen seinen Wahlsiegen: zweimal zum Gouverneur von Texas, 1999 mit Hilfe einer Schmutzkampagne gegen Senator John McCain zum republikanischen Kandidaten und schließlich - mit entsprechenden Kampagnen gegen den demokratischen Herausforderer und Vietnamveteranen John Kerry - zweimal zum Präsidenten. Rove erdachte auch die Strategie, auf die christlich-konservativen Wähler zu setzen. Rove war stets mehr als ein Wahlkampfmanager - er war und ist ein überzeugter konservativer Ideologe. Für Bush kann er jetzt keinen Wahlkampf mehr machen." Weitere interessante Schnipsel zum Abgang von Karl Rove gibt es hier, hier, hier, hier und hier. Vermutlich wird Rove auch in Bälde ein Buch über seine Arbeit im Weißen Haus herausbringen. Material sollte er ja genug haben.
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