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Weiter hinten in der Galerie steht ein gerahmtes Portrait von Barack Obama auf dem Boden. Im Falle eines Wahlsieges sollte das Obama-Portrait aufgehängt werden und sich in die Reihe der Präsidenten fügen.
Die Ausstellung zog schon Tage vor der Wahlnacht Aufmerksamkeit auf sich. So berichtet der Künstler, dass die Leute alle paar Tage McCain-Palin-Sticker ans Fenster geklebt haben. Mittlerweile wurde das Obama-Portrait aufgehängt und es herrscht rege Nachfrage nach dem Bild und zwar von Interessenten, die normalerweise nicht die Galerie besuchen und auch nicht vorhatten, einen fünfstelligen Betrag zu investieren. Der New York Observer brachte es auf den Punkt: Hier treffen Kunst und Leben aufeinander. Übrigens ist in den Räumen von ProDialog noch die ganze Woche eine Ausstellung zum US-Präsidentschaftskampf zu sehen. Nicht Kunst, sondern Kampagnen-Elemente wie Direct Mail, Videos und die legendären Robo-Calls werden vorgestellt. Die Zukunft der Obama-BewegungFreitag, 14. November 2008
Auch wenn Barack Obama mittlerweile in die nüchternen Tiefen der Regierungsplanung eingetaucht ist, so hält die Begeisterung und Faszination für seine Kampagne ungehindert an. Aus einer anfangs simplen Botschaft formte Obama eine Bewegung, die ein historisches Ausmaß angenommen hat.
Obamas Medienberaterin Anita Dunn schätzte die Zahl der Freiwilligen auf 10 Millionen. Auch gesicherte Angaben über den Umfang von Obamas Online-Community gibt es noch nicht. Folgende Zahlen kursierten allerdings auf TechPresident, dem führenden Weblog zum Online-Wahlkampf in den USA: • 10-12 Mio. E-Mail-Adressen • 3-5 Mio. Handynummern • 2 Mio. MyBo-Nutzer Hinzu kommen ca. 80-100 Mio. Videoviews auf YouTube pro Tag, 3,1 Mio. Facebook-Anhänger und 900.000 Freunde auf MySpace. Mit einem Wort: Wow! Die große Frage wird nun sein, wie der Kandidat Obama diese organisch gewachsene Gemeinschaft als Präsident Obama nutzen wird. Spekulationen schießen in der Blogosphäre ins Kraut. Den einzigen offiziellen Hinweis haben wir bisher von Obamas Internguru Chris Hughes erhalten, der auf seinem Blog kurz nach dem Wahlsieg schrieb: „This site is not going anywhere. The online tools in My.BarackObama.com will live on. Barack Obama supporters will continue to use the tools to collaborate and interact.” Pünktlich nach der Wahl ging zudem die Webseite „change.gov“ online, die Obamas Internetfirma Blue State Digital seiner Kandidaten-Homepage nachempfunden hat. Auch wenn es noch an politischem Inhalt auf der Seite fehlt, so deutet dieses Blog doch an, das Obama auch in Zukunft intensiv online kommunizieren wird. Erhellend ist auch die Tatsache, dass das New Media-Transition-Team von Obama als eines der ersten vollständig benannt worden und ab sofort funktionsfähig ist. Was wird aber mit der E-Mail-Liste des neuen Präsidenten passieren? Obama darf sie nicht aus dem Weißen Haus heraus für politische Zwecke nutzen. Das ist gesetzlich verboten. Die realistischste Option wird es sein, sie in ein Political Action Committee (PAC) auszugliedern, dem es erlaubt ist, TV-Spots zu schalten, Wählermobilisierung für demokratische Themen und Kandidaten zu betreiben oder Trainings für lokale Aktivisten anzubieten. Eine ähnliche Organisationsform hat im Übrigen auch MoveOn.org gewählt. Vieles wird allerdings vom Enthusiasmus der Obamaniacs abhängen, die Regieren wahrscheinlich nicht ganz so spannend finden werden wie Wahlkämpfen. Wir werden sehen. Eines scheint aber schon jetzt klar zu sein. Obama wird das Internet benutzen, um wieder direkter mit den Bürgern zu kommunizieren. In der Tat denkt sein Team über eine Art digitalen „Fireside Chat“ nach, den Präsident Roosevelt in den 1930er Jahren über das Radio kultiviert hatte. Als Vorbild könnte ihm Gordon Browns „Number10“-Blog dienen, auf dem der britische Premierminister jede Woche eine Bürgerfrage per YouTube-Video beantwortet. Nicht alles Neue macht Amerika. McCains HochburgenMittwoch, 12. November 2008
Für amerikanische Verhältnisse hat John McCain die Wahl gegen Barack Obama haushoch verloren. Aber auch der Senator aus Arizona hat seine Hochburgen, seine Horte der elektoralen Glückseligkeit. Zugewinne gegenüber 2004 verzeichnete er z.B. in der Appalachen-Gegend, die sich vom Südwesten Pennsylvanias über West Virginia bis hinunter nach Tennessee zieht.
Die Staaten, in denen er am besten abgeschnitten hat, liegen alle samt in den dünn besiedelten Teilen des Landes, das man gemeinhin als Heartland der USA bezeichnet. In Wyoming, Oklahoma oder Utah war nichts von der Obamania zu spüren. Hier gewann McCain im Schnitt mit über 30 Prozentpunkten Vorsprung.
Schaut man auf die einzelnen Kreise, dann findet man einige gallische Dörfer, die sich dem landesweiten Trend stur widersetzt haben. Das beste Ergebnis hatte John McCain in King County im Norden von Texas. Hier gewann er mit sagenhaften 88 Prozent (!) gegen Barack Obama. Laut Volkszählung aus dem Jahr 2000 leben in King County 365 Einwohner in 108 Haushalten, das macht 0,39 Menschen pro Quadratmeile. 94 Prozent der Bewohner sind weiß, immerhin 9 Prozent Latino und 1 Prozent African American. Die größeren Siedlungen haben dort so schöne Namen wie Guthrie, Grow oder Dumont. Der größte Wirtschaftszweig in King County? Rinderzucht.
Generation ObamaMittwoch, 12. November 2008
Was ist die Generation Obama, von der seit der letzten Woche überall die Rede ist?
Es ist die neue Generation von erfolgreichen schwarzen Führungskräften, die nach der Bürgerrechtsbewegung den gesellschaftlichen und politischen Aufstieg geschafft haben. Sie sind moderater und weniger konfrontativ als die Generation vor ihnen. Sie haben in weißen Machtzentren Fuß gefasst und vermögen über das Geld und die Kontakte, um umzusetzen, was ihre Vorgänger angestoßen haben. Mit dieser Position stoßen sie allerdings auch auf Generationenkonflikte innerhalb der schwarzen Führungselite, in der die älteren die Rassismusproblematik stärker thematisiert wissen möchen. Diese Generation hatte die Unterdrückung noch in viel stärkerem Maß erlebt. Für viele ältere Schwarze blieb es bis zum 4. November 2008 unvorstellbar, dass eine Mehrheit der Weißen heute offenbar keine Vorbehalte mehr hat, einen Schwarzen zu wählen, wenn er sie politisch überzeugt. Die Obama Generation zeichnet sich durch eine „post racial“ Weltanschauung aus. Ihr gehören junge Politiker wie Deval Patrick, der 52-jährige Gouverneur von Masschusetts an. Nach Douglas Wilder ist er der zweite afroamerikanische Gouverneur eines Bundesstaates. Seine “postrassistische“ Wahlkampfstrategie, mit der er 2006 zum Gouvereur gewählt wurde, hat auch Barack Obama geprägt. Ein ähnlich pragmatisches Verhältnis zu ihrer ethnischen Zugehörigkeit pflegen afroamerikanische Politiker wie Cory Booker, der in Newark Bürgermeister ist; Michael Nutter in Philadelphia und Arthur Davis, der in Alabama Kongressabgeordneter ist. Sie teilen die Herkunft aus der Mittelschicht, ein Studium an einer Eliteuniversität und die Überzeugung, dass Politik nicht reine Klientelpolitk sein kann. Aber die Obama-Generation ist mehr, sie ist auch eine Bewegung, gewachsen aus einer Grassrootskampagne mit dem Ziel, Barack Obama zum Präsidenten der Vereinigeten Staaten zu wählen. Was von einigen Aktivisten ausging, ergreift heute einen immensen Teil der amerikanischen Gesellschaft. Sie waren Teil der Kampagne und haben sich mit Spenden, Anrufen, Hausbesuchen, Blogbeiträgen, Events, Hausparties, Facebookfreundschaften und weitergeleiteten E-Mails am Prozess des Wandels beteiligt, der von der Kampagne zur Bewegung führte und eine gemeinsame Identität schuf. Sie alle sind Teil der Obama-Generation. Diese Energie zu erhalten, hat sich der neue Präsident zum Ziel gemacht; und er wird sie weiterhin einbinden in seinen Weg zum Wandel. Auf der neuen Website des „President-Elect“ werden diese identitätsbildenden Prozesse fortgesetzt. "Schreib mir in Deinen Worten, was diese Kampagne und diese Wahl für Dich bedeutet haben: An American Moment: Your Story". Dienstag, 11. November 2008
Am Wochenende nach den Präsidentschaftswahlen treffen sich die Berater der Kampagnen traditionell auf der Konferenz der International Association of Political Consultants (IAPC) in Washington, DC, um erste Gedanken über den abgelaufenen Wahlkampf auszutauschen. Auch in diesem Jahr fand die Tagung statt und bot interessante Einblicke in Strategie und Taktik von Barack Obama, John McCain und Hillary Clinton.
Für die Obama-Kampagne sprach Medienberaterin Anita Dunn. Sie hob noch einmal die transformative Kraft einer neuen Wahlkampfphilosophie hervor, die Kampagnen nicht mehr als Top-Down-Strategie, sondern als Bottom-Up-Prozess begreift.
Dunn nannte drei wesentliche Erfolgskriterien für Obamas Sieg. Erstens war seine Botschaft organisch mit dem Kandidaten und seiner Lebensgeschichte verwoben. Obamas Talent, „on message“ zu bleiben, beeindruckte selbst die erfahrene Medienberaterin. Sie erklärte sich diese Fähigkeit mit einer simplen Tatsache. Im Gegensatz zu vielen anderen Kandidaten, wusste Barack Obama von Beginn seiner Kampagne an, was er sagen und warum er es sagen wollte. Ein zweiter wichtiger Erfolgsfaktor war Obamas gute Kampagnenorganisation. Die Zahl der Freiwilligen schätzte Dunn insgesamt auf ca. 10 Millionen. Allein am letzten Wochenende vor der Wahl konnten die Freiwilligenzahlen noch einmal um 30 Prozent gesteigert werden. In den Schlüsselstaaten machten Volunteers am Samstag und Sonntag vor der Wahl 9 Mio. Hausbesuche. Allein in Pennsylvania fanden über 800.000 Live-Telefon-Anrufe statt. Als dritten wichtigen Punkt machte Dunn Obamas Gespür für die richtige Strategie aus. Der sonst so analytische Obama entschied sich instinktiv dafür, eine konsequente Kleinspenderstrategie zu verfolgen, den gesamten Fokus auf die Vorwahlen in Iowa zu setzen und die Kontroverse um seinen umstrittenen Pastor Jeremiah Wright mit einer eloquenten Rede frontal anzugehen. Insgesamt beschrieb Dunn Obama als einen transzendentalen Kandidaten, der weit über die rationale Sachebene hinaus denkt und einen höheren, ganzheitlicheren Anspruch an Politik hat. Diese Aussage teilte Bill McInturf, der langjährige Meinungsforscher von John McCain. Immer noch sichtlich frustriert über die Wahlniederlage räumte er zwar eigene Fehler ein, verwies aber auf die düsteren Makrotrends (Wirtschaftslage, politische Stimmung im Land, Zustimmungsraten für den amtierenden Präsidenten), vor deren Hintergrund diese Wahl stattfand. Kein republikanischer Kandidat hätte gegen diese Trends bestehen können, so McInturf. Mit dieser Aussage hatte er sicher Recht. Fragen nach der unglücklichen Vizepräsidentschaftskandidatenwahl von Sarah Palin oder die aufgesetzte „Joe, the Plumber“-Kampagne wehrte er allerdings ab. All das sei nicht entscheidend gewesen. Zentral für den Wahlkampf war für ihn die Finanzkrise, die das Rennen zugunsten von Obama verschoben habe. Als weiterer Wahlverlierer war Hillary Clintons Chefstratege Mark Penn geladen. Der CEO der weltweit agierenden PR-Firma Burson-Marsteller ging in seiner Rede kaum auf den Vorwahlkampf ein. Er betonte hingegen die historische Bedeutung der Präsidentschaftswahl für die Demokraten. Erstmals seit den 1990er Jahren sei eine Mehrheit links der Mitte in den USA möglich. Darauf deuteten die Wahlergebnisse hin. Die Demokraten seien zur Partei der Zukunft (und der Hoffnung) geworden, die Minoritäten, Jungwähler und nahezu alle Einkommensschichten gewinnen konnte.
Am Ende waren ihm jedoch auch kritische Töne zu Hillary Clintons Kampagne zu entlocken. Penn gab offen zu, dass die Planung über den Super Tuesday hinaus besser hätte sein können. Falls er jetzt noch einmal gegen Barack Obama antreten könnte, würde er Jungwähler aggressiver umwerben, deutlichere Kontraste zu Obama zeichnen und intensiver um die verlorenen Delegiertenstimmen in Michigan und Florida kämpfen, so der Meinungsforscher. Das Wichtigste sei jedoch, dass die Demokratie in den USA gesund und munter sei. Politische Partizipation sei zu einem echten Massentrend geworden. Dunn und McInturf stimmten – ganz im Sinne der von Obama geforderten Überparteilichkeit - kopfnickend zu.
Blogeintrag von Maik Bohne
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Die Obama-KoalitionFreitag, 7. November 2008
Für Politikwissenschaftler ist diese Nachwahlphase ein Fest. Seit Jahren sind sie auf der Suche nach einer neuen realignment election, also einer Epoche machenden Wahl, bei der sich Wählerblöcke neu orientieren und sich die Machttektonik zwischen den Parteien massiv verschiebt. Es zu früh, diese Präsidentschaftswahl in eine solche Kategorie einzuordnen. Die ersten Daten aus den Nachwahlbefragungen verraten aber sehr interessante Trends.
Vorweg: Der Sieg Barack Obamas ist maßgeblich der aktuellen Wirtschaftslage geschuldet. Sie führte zu einem massiven Wechsel vieler Wähler in das demokratische Lager. Je schlechter die Bürger die Wirtschaftsentwicklung bewerteten, desto höher stiegen die Umfragewerte für Obama (s. Grafik). Unweigerlich erinnert man sich an die Flutkatastrophe 2002 in Deutschland, die Gerhard Schröder maßgeblich die Wiederwahl sicherte.
Insgesamt hat Barack Obama seinen Sieg aber einer sehr bunten, zukunftsfähigen Koalition von Wählern zu verdanken. Beginnen wir mit der Jugend. Selten gab es eine solch eklatante Spanne zwischen den Kandidaten im Segment der Jungwähler. Obama gewann die Gruppe der 18-bis 29-jährigen mit 34 Prozentpunkten (!) Vorsprung. Insgesamt wählten 11 Prozent des Elektorats zum ersten Mal. Diese Wähler waren mehrheitlich jung und farbig, sie gingen klar an Obama. Interessant auch die Werte bei jungen Latinos, von denen 76 Prozent den Demokraten wählten. Auch die Genderlücke ist wieder größer geworden. Frauen präferierten Barack Obama mehrheitlich gegenüber John McCain (56%-43%). Das ist ein deutlicher Zuwachs zu 2004. Diesen Vorsprung hat Obama vor allem allein stehenden (und oft auch allein erziehenden) Frauen zu verdanken, bei denen er einen Vorsprung von 41 Prozent gegenüber John McCain hatte. Auch bei Männern konnte Obama eine knappe Mehrheit erreichen. Auch wenn die Mehrheit der weißen Wähler für John McCain stimmte (43%-55%), so konnte Obama diesen Nachteil mit einem Zuwachs an minoritären Wählern wettmachen. Waren 90 Prozent der McCain-Wähler weiß, so hatte Obama eine buntere Zusammensetzung von Unterstützern. 61 Prozent seiner Wähler waren weiß, 23 Prozent schwarz, 11 Prozent Latino und 2 Prozent Asiaten. Insgesamt stimmten 95 Prozent der Afro-Amerikaner für ihn. Das ist ein Zuwachs von 7% gegenüber John Kerry in 2004. Bei Asian Americans hatte Obama einen Vorsprung von knapp 30 Prozent. Bedeutender ist jedoch der Stimmungswechsel bei den Latinos. Hatte George W. Bush es vor vier Jahren noch geschafft, viele (kulturell konservative) Hispanics mit einem ausgeprägten Wertewahlkampf ins Lager der Republikaner zu ziehen, so wanderten 2008 viele dieser Wähler zu den Demokraten. Obama konnte bei dieser überproportional wachsenden Bevölkerungsgruppe 23 Prozentpunkte gut machen. Sie bescherte ihm u.a. Siege in New Mexico und Colorado. Wichtiger Bestandteil der obamaschen Wählerkoalition waren zudem die affluenten, weißen, gebildeten Wähler in den Vororten der größeren Städte. Obama nahm diese Bastion des gemäßigten Konservatismus in vielen Teilen des Landes ein, egal ob im Norden Virginias oder im reichen Orange County in Kalifornien. Obwohl Obama im Wahlkampf offen zugab, Umverteilungspolitik betreiben zu wollen, holte er massiv bei Gutverdienern auf, die über 100.000 Dollar Jahreseinkommen haben (+8%). Diese Gruppe hatte George W. Bush 2004 noch klar für sich entschieden. Auch die Mehrzahl der besser Gebildeten im Land scheint vermehrt zur Demokratischen Partei zurückzukehren. Bei Wählern mit einem Master- oder PhD-Abschluss gewann Obama 18 Prozentpunkte dazu, auch die College-Absolventen gewann er knapp. Hinzu kommen die Arbeiter und Geringverdiener, die zwar mehrheitlich in den Primaries für Hillary Clinton gestimmt hatten, aber im Laufe des Hauptwahlkampfes – auch dank der effektiven GOTV-Kampagne der Gewerkschaften – zurück ins demokratische Lager gekommen sind. Das Bild lässt einen klaren Schluss zu. Barack Obama hat es geschafft, die demokratische Wählerkoalition massiv auszubauen. Ob er sie allerdings längerfristig in der Demokratischen Partei halten kann, bleibt abzuwarten. Immerhin hat er seiner Partei das Label „Zukunft“ anheften können. Die Republikaner werden dagegen mehr und mehr zur Partei der angry white men im Heartland und im Süden des Landes. Die einzigen Bezirke, in denen McCain dazu gewinnen konnte, waren strukturschwache Gegenden in den Appalachen. Das sagt einiges aus.
Blogeintrag von Maik Bohne
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Historischer SiegDonnerstag, 6. November 2008
Die Zahlen sprechen für sich. Barack Obama siegt mit 190 Elektorenstimmen und über sieben Millionen Wählerstimmen Vorsprung gegen John McCain. Amerika verzeichnet die höchste Wahlbeteiligung seit 100 Jahren. Ein farbiger, charismatischer, junger Politnovize schafft es, innerhalb weniger Jahre vom Außenseiter zum Präsidenten der USA aufzusteigen.
Diese Wahlnacht in Washington, DC zu erleben, war einmalig. Den ganzen Tag über lag eine angespannte Stimmung über der Stadt, die zwar (noch) einen republikanischen Präsidenten beherbergt, aber ansonsten zu 95 Prozent demokratisch ist. Als klar wurde, dass Barack Obama der nächste Präsident der USA werden wird, kannte der Jubel keine Grenzen. Im sonst so kontrollierten, bürokratischen und spießigen DC fanden Straßenpartys statt, Autokorsi fuhren durch die City, mehrere Tausend Menschen versammelten sich vor dem Weißen Haus, um George W. Bush ein kleines Abschiedskonzert zu geben. Es waren vor allem junge College-Kids, die den Weg in die Pennsylvania Avenue gefunden hatten, gemixt mit ein paar Altlinken, die sich mit Tränen in den Augen ihre Siegeszigarren anzündeten. Die Ostküste schien regelrecht aufzuatmen. Dieser Sieg war ein Befreiungsschlag gegen die konservativen Eliten, die den Diskurs im Land viel zu lange mit Halbwahrheiten und Angstrhetorik dominiert hatten. Held des Abends war natürlich Barack Obama, der einmal mehr zeigte, mit welcher Eloquenz er es versteht, seine Botschaft zu senden. Geschickt wob er seinen eigenen Triumph in die Narration und Geschichte des Landes ein. Bemerkenswert - auch wenn ein solcher Auftritt natürlich einen Schuss zu viel Pathetik für europäische Ohren hat. In dem ganzen Trubel ist eine glorreiche Tat nahezu komplett untergegangen. John McCain zeigte sein wahres Gesicht – im positiven Sinne. Im Wahlkampf war er seinen Beratern gefolgt und hatte dem Land die üblich-simple konservative Soße aufgetischt. Terroristen, Hockey-Mums, Klempner-Joe, Sozialismus… die McCain-Kampagne ließ nichts aus. Umso beeindruckender war McCains offene und kompromisslose Unterstützung für den neuen Präsidenten Barack Obama!
Blogeintrag von Maik Bohne
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US-Wahlkampf im SelbstversuchFreitag, 31. Oktober 2008![]() Die Stimmung im Obama-Headquarter in Dayton, Ohio ist gut. Um die 30 Rentnerinnen und junge Leute sind als Freiwillige am Telefon. Zwischendurch wird geflachst: „Hey, I like your sunglasses.“ „Yeah, it’s the future – it’ so bright.“ Hoffnung ist überall: selbst auf dem Kühlschrank und im Fenster befinden sich Kürbisse, in die statt Halloween-Grimassen „Change you can believe in“ eingeschnitzt ist. Die Stimmung in Dayton downtown, draußen auf der Straße, ist eine andere, es nieselt und die prachtvollen Art-Deco-Hochhäuser zeugen von besseren Zeiten, die diese Stadt einmal erlebt hat. Viele Geschäfte stehen leer. Ein ehemaliges Restaurant wird als Parkhaus genutzt und die einzigen Geschäfte weit und breit sind Outlets mit Billigangeboten. Die Freiwilligen im Wahlkampfbüro kommen zum Teil aus der Stadt, aber es sind auch einige aus Kalifornien und Texas und New York dabei. Am Empfang steht neben der Sekretärin Barack Obama, lebensgroß und aus Pappe. Ich melde mich an, um Hausbesuche zu machen, das sogenannte canvassing. Greg, der Community-Organizer, findet das super, drückt mir einen Gesprächsleitfaden und einen Stadtplan mit 50 Adressen in die Hand und sagt: „Great, go for it.“ Fünf Minuten später stehe ich auf der Straße und suche 117 E 2nd Street, meine erste Adresse. Die nächste Adresse ist im gleichen Haus, 4. Stock. Eine schmale Treppe führt nach oben. Aus allen Nachbarwohnungen dröhnt der Fernseher durch die dünnen Wände und überall hört man Werbespots, die mit dem Satz enden „I am Barack Obama and I approve this Message“. Ich klopfe bei Nr. 41 und Mr. Ferndadez öffnet. „Obama Volunteer?“, ich soll doch reinkommen, bittet er und weist zu den beiden Sesseln. Der Fernseher läuft, dahinter liegt eine Matratze, sonst nichts. Ja, er möchte Obama wählen, aber um sich als Freiwilliger zu engagieren, hat er keine Zeit. Er muss arbeiten und dann abends zu den AA, den Anonymen Alkoholikern. „Aber das wollen sie sicher gar nicht wissen,“ murmelt er. In den Vororten von Dayton sind die Einfamilienhäuser liebevoll mit Kürbissen dekoriert. Hier und da erinnern Gespenster und Vogelspinnen im Vorgarten an Halloween. Aber zwischen den Obama-Werbeschildern hängt auch ab und zu ein „Zu Verkaufen“ Schild vor zugenagelten Fenstern. In dieser Nachbarschaft ist niemand zu Hause. Außer zwei alten Damen sind offenbar alle bei der Arbeit. Am Ende des Tages habe ich sechs Versprechen zum „Early Voting“ eingeholt, die immer schriftlich abgegeben werden. Zwei der aufgelisteten Häuser stehen leer, zehn Adressen stimmten nicht, andere sind unzugänglich.Auch thematische Präferenzen habe ich mir notiert: während Mr. Fernandez sich am meisten um die Wirtschaft und die steigenden Lebensmittelpreise sorgt, ist seiner Nachbarin Gesundheitspolitik am wichtigsten. Außerdem konnte ich in die Statistik eintragen, dass eine Person schon gewählt hat und eine weitere aus meiner Adresskartei verstorben ist. Mit diesen Angaben wird die Abendschicht im Wahlkampfbüro versorgt, und wer gerade nicht Telefonanrufe für Obama macht, frischt die Datenbank mit Ergebnissen des Tages auf. Für einen Moment allerdings werden alle Hände gebraucht, denn eine Lieferung Obama-Schilder für den Vorgarten ist eingetroffen. Eine LKW-Ladung wird ins Büro geschleppt und neben dem Eingang gestapelt. Es ist mittlerweile 20:00 Uhr, aber die Energien sind ungebremst, schließlich ist jetzt die beste Zeit, die Wähler zu Hause anzurufen. Ich melde mich an, um mitzuhelfen, aber es sind schon alle Telefone besetzt. Das Büro summt wie ein Bienenschwarm und ich fahre mit einem guten Gefühl nach Hause. Als ich aus dem Auto steige, sagt mein Taxifahrer: „Ich bin eigentlich Demokrat, aber McCain war in der Air Force, so wie ich. - Ich werde ihn wählen.“ Mehr zum Canvassing in der New York Times. Mit Vorsprung in die letzten 72 StundenFreitag, 31. Oktober 2008
Die Mobilisierungsmaschinen der Kampagnen laufen auf Hochtouren. Jetzt geht es um das, was die Amerikaner „Get-Out-the-Vote“ (GOTV) nennen. Täglich erreichen die Aktivisten auf beiden Seiten des politischen Spektrums drei bis fünf E-Mails, die sie zu Last-Minute-Aktionen in den letzten 72 Stunden aufrufen. In diesem elektoralen Häuserkampf hilft es, sich noch einmal über die Grundkoordinaten der Wahl zu versichern.
Pünktlich vor der ganz heißen Phase des Wahlkampfes hat die New York Times in Kooperation mit CBS seine letzte große Umfrage vor den Wahlen veröffentlicht, im Rahmen derer sie 1.439 mögliche Wähler („likely voters“) befragt hatte. Die wichtigste Botschaft: Barack Obama scheint seinen Vorsprung konsolidiert zu haben. Er liegt mittlerweile mit 51 Prozent vor John McCain mit 40 Prozent. Natürlich muss man diese Führung in der NY Times-Umfrage mit Vorsicht genießen. Die Meinungsforscher haben in diesem Rennen große Probleme, sowohl den richtigen Anteil an afro-amerikanischen und jungen Wählern zu bestimmen als auch den viel zitierten Bradley-Faktor einzurechnen. Auch wenn andere Umfragen ein engeres Rennen sehen, so liegt Obama insgesamt stabil mit 3 bis 11 Prozent vorne. Dass sich Obamas Spitzenwerte Mitte Oktober - auf dem Höhepunkt der Finanzkrise – nicht halten ließen, war klar. Das Land ist polarisiert, die unentschlossene Mitte extrem klein. In der New York Times-Umfrage gaben weniger als zehn Prozent der Befragten an, überhaupt noch unentschieden zu sein. Insgesamt ist die Stimmung im Lande weiter äußerst düster. 89 Prozent der Befragten sehen die Wirtschaftslage negativ. 85 Prozent denken, dass Land sei auf dem falschen Weg in Richtung Zukunft. George W. Bush Zustimmungsraten liegen bei unterirdischen 22 Prozent. So tief herunter ist es bisher nur für Harry Truman im Wahljahr 1952 gegangen. Barack Obama hat bei den wichtigsten Themen der Zeit wie Wirtschaft, Arbeit, Gesundheit und Irak die Nase vorn. McCain besitzt hingegen auf zwei Sachfeldern einen Vorteil. Zum einen konnte er sich bei den Wählern mit seiner „Joe, the Plumber“-Kampagne deutlich stärker als der Mann für niedrige Steuern etablieren. Zum anderen gilt er weiterhin als der bessere Commander-in-Chief (47-33). Wir werden also von McCain in den letzten Tagen vor der Wahl noch einmal die übliche Stereo-Botschaft hören: „Obama ist eine unsichere Wahl für das Präsidentenamt und ein Staatsfetischist.“ Ob es noch etwas nutzen wird, bleibt offen. Zumindest wird schon jetzt deutlich, dass – abseits der finanziellen und organisatorischen Nachteile McCains - seine Auswahl von Sarah Palin und seine mäßigen TV-Duell-Auftritte entscheidende Faktoren für den Ausgang des Rennens sein könnten. 30 Minuten Obama-TV-SpotMittwoch, 29. Oktober 2008
Ein 30-minütiger Obama-Spot wird am Mittwochabend um 20:00 Uhr auf CBS, MSNBC und NBC ausgestrahlt. Zur besten Sendezeit wird Barack Obama landesweit auf diesen Sendern zu sehen sein und sich zwischen das reguläre Fernsehprogramm schalten. Barack Obamas Tochter Malia, so erzählte Michelle Obama in der Tonight Show, hat schon gefragt, ob ihr Dad wirklich auf allen Sendern sein wird und auch ihre Sendung unterbrechen wird. Aber Barack Obama konnte sie beruhigen, Disney wurde nicht nicht gekauft.(Video Minute 2:30 – 3:05)
Die Obama-Kampagne hätte die Werbung gerne auf noch mehr Sendern geschaltet, bekam aber Absagen von ABC und CNN. So gab ein CNN-Pressesprecher bekannt: “We were approached by the Obama campaign and declined their request. We did not want to pre-empt our programming lineup with a 30-minute spot. We rather use our air to continue to cover the campaign, candidates and issues like we always do from all points of view with the best political team on television.” ABC dagegen argumentierte, dass sie die Werbung nicht gleichzeitug mit CBS, NBC und Fox schalten möchten. Nach Angaben von Fox News wurde der Sender gar nicht angefragt. Geld spielte bei dieser Kampagne offenbar keine Rolle. Barack Obama hat derzeit mehr davon, als er Sendezeit kaufen kann, denn die 30 Minuten kosten pro Sender 1 Million Dollar. Die Obama-Kampagne hat 660 Millionen Dollar Spenden eingenommen, das macht pro Kalendertag seiner Kandidatur 1 Million Dollar. Zum ersten Mal in der Geschichte haben die Demokraten am Ende des Wahlkampfes mehr Geld zur Verfügung als die Republikaner. Auch John McCains Budget ist beachtlich, 36 Millionen stehen für die letzte Woche seiner Kampagne zur Verfügung. Aber – Barack Obamas Etat ist doppelt so hoch. Demokratischer Erdrutsch?Montag, 27. Oktober 2008
Die schlechten Nachrichten für John McCain reißen nicht ab. Die nationalen Umfragen sehen Barack Obama mittlerweile stabil zwischen acht und zehn Prozentpunkten vorne, seine Vizepräsidentschaftskandidatin fällt durch peinliche Auftritte und eine 150.000-Dollar-Couture auf, sein Kampagnenteam ist zerstritten, seine Partei fürchtet den Absturz in die Bedeutungslosigkeit.
In der Tat mehren sich die Stimmen, die einen demokratischen Erdrutschsieg am 4. November voraussagen, nicht nur auf der Präsidentenebene, sondern auch im Kongress. Schaut man sich an, in welchen Bundesstaaten die Kandidaten ihre restlichen Ressourcen einsetzen, so zeigt sich ganz deutlich, dass McCain nahezu ausschließlich in der Defensive ist, Obama hingegen nur noch Offensive spielt. McCain hat sich auf die Verteidigung der Staaten zurückgezogen, die George W. Bush 2004 zum Sieg reichten. Auch wenn er weiterhin im demokratischen Pennsylvania aktiv ist, so fokussiert er sich im Prinzip auf den Kampf in Ohio, Florida, Missouri, Virginia und North Carolina. In diesen Staaten hat Obama seinerseits voll auf Angriff umgeschaltet. Ein Blick auf die Wahlkarte zeigt die ausweglose Situation für McCain. Selbst traditionell republikanische Bundesstaaten wie Montana, North Dakota und South Dakota sind nicht mehr außer Reichweite für Obama. Selbst in Georgia und South Carolina profitiert er vom Hunger nach Wandel in ökonomisch harten Zeiten. Auch im Kongress sieht es düster aus für die Grand Old Party (GOP). Im Repräsentantenhaus könnten die Demokraten 20 bis 40 Sitze dazu gewinnen, im Senat sogar die obstruktionsfeste Zahl von 60 Stimmen erreichen, die gegen Filibuster von Seiten der Republikaner schützen würde. Ob den Demokraten ein solcher Erdrutsch aber wirklich gut tut? Mit einer absoluten gestalterischen Mehrheit in Washington wächst der Druck auf die Partei ins Unendliche. Erwartungen könnten schnell enttäuscht werden. Wie zwischen 1992 und 1994, als Bill Clinton das Land mit einem Reformschwall überzog und den Boden für ein wieder erstarktes „conservative movement“ rund um den damaligen republikanischen Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus Newt Gingrich bereitete. Doch selbst besagter Gingrich fragt heute offen: „How did we get into this mess?“ Ganz einfach. Einmal mehr ist eine verdichtete Ideologie an ihrem missionarischen Eifer und ihrer Kompromisslosigkeit gescheitert, weil sie den Blick auf die Realitäten im Land Schritt für Schritt verloren hat. Das politische System der USA lebt vom Kompromiss. Das haben die Herren Bush, Gingrich, DeLay oder Boehner allzu oft vergessen. It´s all about… FreiwilligeFreitag, 24. Oktober 2008
Blass vor Neid schauen die deutschen Parteien regelmäßig in die USA, wenn sie die schiere Zahl enthusiastischer Freiwilliger sehen, die für die Kandidaten von Haus zu Haus ziehen, Wähler anrufen oder Geld spenden. Ohne Frage lebt Wahlkampf in den USA von basisnaher Manpower – gerade in den letzten Wochen vor der Wahl. Die Kampagnen von Barack Obama und John McCain stellen die eigene Basis konsequent in den Mittelpunkt. Ihr Credo lautet: „Jeder Unterstützer ist ein Botschafter!“
Beginnen wir mit Barack Obama. Befindet man sich auf der E-Mail-Liste des Demokraten, dann wird man mittlerweile im Stundentakt zu irgendwelchen Wahlkampfaktionen aufgefordert. Mal soll man seine Sachen packen und in einen angrenzenden battleground states fahren, um in den letzten Kampagnentagen als Freiwilliger am elektoralen Häuserkampf teilzunehmen. Mal fordert Obama dazu auf, Hausparties zu organisieren, auf denen bei Cola und Chips gemeinsam unentschlossene Wähler im ganzen Land angerufen werden sollen.
John McCain ruft derweil den „Super Saturday“ aus. Das Ziel: Am Wochenende sollen seine Anhänger Events in ihrer Nachbarschaft organisieren, um ihre Freunde, Familien oder Kollegen persönlich von den Qualitäten des Republikaners zu überzeugen. Dabei belässt es das Kampagnenteam von McCain nicht. Kürzlich startete es einen Videowettbewerb und forderte seine Unterstützer auf, das – mittlerweile ziemlich dekonstruierte – Kampagnenmaskottchen „Joe the Plumber“ zu mimen. Im O-Ton: “We want you to tell us how you are "Joe the Plumber" and why you're supporting John McCain and Sarah Palin in thirty seconds. You could even see your video as an official McCain TV ad.[...] Share your story of living the American Dream, working hard, or owning a small business to tell America why you're standing with John McCain and Sarah Palin.” Im Fachjargon heißt das: User-Generated Content.
Kampf mit dem TelefonMittwoch, 22. Oktober 2008
Für Barack Obama und John McCain geht es jetzt in die ganz heiße Phase des Wahlkampfes. Und dabei hilft ein altes, aber immer noch sehr effektives Kommunikationsmittel: das Telefon.
Die Republikaner setzen in diesem Bereich immer noch die Standards. Am kommenden Samstag, den McCain zu einem „Super Saturday“ für seine Freiwilligen ausgerufen hat, probiert der Senator das neue Format des Town-Hall-Calls aus. Anhänger, die in seinem Internet-Mitmachportal „McCain Nation“ registriert sind, haben die Chance, einen Conference Call mit ihrem Kandidaten abzuhalten. Per Zufallsgenerator werden einzelne Anrufer ausgesucht, die McCain Fragen stellen dürfen. Der Rest der Teilnehmer nimmt zuhörend teil. Parallel dazu überziehen die Republikaner die Schlüsselstaaten mit sog. „automated phone calls“. Diese Anrufe mit Informationen vom Band sind billig und können massenhaft eingesetzt werden, um Wähler zu mobilisieren, bei denen das Telefon oft bis zu fünf- bis zehnmal am Tag klingelt. In der heißen Phase des Wahlkampfes haben diese Anrufe fast zu 100 Prozent negative Inhalte. Unter der Oberfläche der Öffentlichkeit fahren McCain und Co. harte Geschütze auf. Immer wieder werden Anrufer mit Informationen über die Verbindung Obamas zum ehemaligen Linksterroristen Bill Ayres versorgt. Obama hält seine eigene Telefonarmada dagegen. Explizit ruft er seine Anhänger per E-Mail auf, mit persönlichen Anrufen im Rahmen seines „Neighbor-to-Neighbor-Program“ telefonisch gegenzusteuern. In der Tat zeigen Studien, dass d |