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Die letzten 48 Stunden dieses nicht enden wollenden Wahlkampfes wollen richtig genutzt sein. Deshalb geht es ab in den Flieger, um diese historische Wahl vor Ort in Washington, DC live und in Farbe mitzuerleben.
Amerika ist im Wahlfieber, das merkt man sofort. Kein anderes Thema scheint die Menschen hier stärker zu bewegen. Im Frühstücksfernsehen wird sogar offen über Entzugserscheinungen nach dem Ende der 20-monatigen Wahlperiode gesprochen. Manch einer der politischen Junkies fürchtet sich hier bereits vor dem Cold Turkey nach dem 4. November. Verrückt. Selbst die Finanz- und Wirtschaftskrise gerät für einige kurze Momente in Vergessenheit. Im Fernsehen laufen die Spots rauf und runter. Obama dominiert hier im Norden von Virginia die Werbephasen, teilweise mit zweiminütigen Mega-Beiträgen. Aber auch John McCain und das Republican National Committee sind “on air”, zumeist mit Negativinformationen über ihren demokratischen Gegenkandidaten. Massive Zweifel werden an Obamas Mainstream-Image und an seiner Eignung als Commander-in-Chief gehegt.
Mit diesem medialen Hintergrundrauschen im Kopf geht es in den elektoralen Nahkampf. Hausbesuche, das sog. door-to-door canvassing, steht für uns auf dem Programm. Als Deutscher hat man die üblichen Zweifel: “Man kann da doch nicht einfach vorbeigehen und mitmachen, so kurz vor der Wahl!” Das Canvassing ist beschwerlich. Cindy hatte bereits drei Besuche in den letzten vier Tagen und offensichtlich keine Lust mehr, mit uns zu sprechen. Pete ist nicht zu Hause. Er bekommt einen Anhänger an seine Türklinke, der ihn daran erinnert, am Dienstag die Herren Obama und Biden zu wählen. Anders sieht es bei Steve aus. Er schaut gerade College-Football, aber hat fünf Minuten Zeit, um mit uns über seine elektorale Zerrissenheit zu sprechen. McCain hält er für einen amerikanischen Helden. Er steht dem alten Kriegsveteranen kulturell deutlich näher als Obama, das spürt man. Andererseits ist da jedoch die Wirtschaftskrise, sein unsicherer Rentenfonds und das Schlamassel im Irak. Steve mag uns, wir verstehen uns auf Anhieb. Hier die deutschen Volunteers, dort der amerikanische Trucker, der hin- und hergerissen ist zwischen konservativem Wertemuster und linkem Sozialstaatsdenken. Am Ende des Gesprächs kreuzen wir hinter Steves Namen eine „2“ an. Er neigt zu Obama. Das ist ein Erfolg. So geht es den ganzen Nachmittag weiter, von Haus zu Haus, von Wähler zu Wähler. Jede Stimme zählt, gerade hier im Old Dominion, das auf dem Weg ist, nach 44 Jahren wieder an die Demokraten zu gehen. 30 Minuten Obama-TV-SpotMittwoch, 29. Oktober 2008
Ein 30-minütiger Obama-Spot wird am Mittwochabend um 20:00 Uhr auf CBS, MSNBC und NBC ausgestrahlt. Zur besten Sendezeit wird Barack Obama landesweit auf diesen Sendern zu sehen sein und sich zwischen das reguläre Fernsehprogramm schalten. Barack Obamas Tochter Malia, so erzählte Michelle Obama in der Tonight Show, hat schon gefragt, ob ihr Dad wirklich auf allen Sendern sein wird und auch ihre Sendung unterbrechen wird. Aber Barack Obama konnte sie beruhigen, Disney wurde nicht nicht gekauft.(Video Minute 2:30 – 3:05)
Die Obama-Kampagne hätte die Werbung gerne auf noch mehr Sendern geschaltet, bekam aber Absagen von ABC und CNN. So gab ein CNN-Pressesprecher bekannt: “We were approached by the Obama campaign and declined their request. We did not want to pre-empt our programming lineup with a 30-minute spot. We rather use our air to continue to cover the campaign, candidates and issues like we always do from all points of view with the best political team on television.” ABC dagegen argumentierte, dass sie die Werbung nicht gleichzeitug mit CBS, NBC und Fox schalten möchten. Nach Angaben von Fox News wurde der Sender gar nicht angefragt. Geld spielte bei dieser Kampagne offenbar keine Rolle. Barack Obama hat derzeit mehr davon, als er Sendezeit kaufen kann, denn die 30 Minuten kosten pro Sender 1 Million Dollar. Die Obama-Kampagne hat 660 Millionen Dollar Spenden eingenommen, das macht pro Kalendertag seiner Kandidatur 1 Million Dollar. Zum ersten Mal in der Geschichte haben die Demokraten am Ende des Wahlkampfes mehr Geld zur Verfügung als die Republikaner. Auch John McCains Budget ist beachtlich, 36 Millionen stehen für die letzte Woche seiner Kampagne zur Verfügung. Aber – Barack Obamas Etat ist doppelt so hoch. Obamas WochenendeMontag, 20. Oktober 2008
Demokrat zu sein tut gerade richtig gut. Nach Jahren der Niederlagen scheint die Partei von FDR, Kennedy und Clinton auf dem Weg zu einer neuen politischen Dominanz zu sein. Die so wichtige gestalterische Mehrheit von 60 Sitzen im Senat ist in greifbarer Nähe, die Majorität im Repräsentantenhaus wird wachsen. Und dann sind da ja noch die Erfolgsmeldungen des eigenen Präsidentschaftskandidaten.
Barack Obama erlebte ein Wochenende nach Maß. Am Freitag machten bereits Gerüchte die Runde, wonach er die historische Marke von 100 Mio. Dollar Spendeneinnahmen pro Monat reißen könnte. Am Ende waren es über 150 Mio. Dollar, die er im September auf seinem Kampagnenkonto verbuchte. Diese Summe ist mehr als doppelt so hoch wie der bisherige Rekordbetrag von 67 Mio., die er im August eingesammelt hatte. Die Zahlen sind außerirdisch. 632.000 neue Spender kamen allein im September dazu. Mittlerweile kann die Kampagne auf ein Netzwerk von 3,1 Mio. Geldgebern zurückgreifen, die nicht selten Kleinstbeträge bis zu 100 Dollar spenden. Normalerweise sind Wahlkämpfe notorisch unterfinanziert, sie stellen einen steten Kampf um die richtige Ressourcenverteilung dar. Anders bei Obama. Mittlerweile wissen die Mitarbeiter nicht mehr wohin mit dem Geld und denken offen darüber nach, Finanzmittel an die Kampagnenkomitees der Kongressparteien abzugeben. Nicht nur dominiert Obama den Basiswahlkampf, sondern er gibt Schätzungen zufolge drei- bis viermal mehr für TV-Spots aus als John McCain. In traditionellen republikanisch neigenden Staaten wie North Carolina, Virginia oder Missouri ist Obama in der Offensive. McCain beschränkt sich mittlerweile auf die Verteidigung der Bundesstaaten, die George W. Bush 2004 gewinnen konnte. Hinzu kam der Auftritt von Colin Powell, seines Zeichens hoch dekorierter Kriegsheld und ehemaliger Außenminister unter Bush, der sich bei „Meet the Press“ öffentlich für Obama aussprach. Obwohl er im Vorwahlkampf noch Geld an McCain gespendet hatte, entschied sich Powell gegen seinen Veteranenfreund. McCains Kampagne sei ihm zu erratisch, seine Vizepräsidentenkandidatin Sarah Palin zu schlecht, die republikanische Partei zu wenig wandlungsfähig. Obama lobte er hingegen als intelligenten, wissbegierigen, energischen Führer einer neuen politischen Generation. Das Endorsement Powells wird Obama helfen, Zweifel an seiner Kandidatur bei konservativen, sicherheitsdenkenden Independents zu zerstreuen. Zudem stärkt es sein überparteiliches Image. Es sieht gut aus für den Demokraten. Hoffentlich nicht schon zu gut… McCain kämpft, Obama gewinntDonnerstag, 16. Oktober 2008
John McCain wusste um die Bedeutung des dritten TV-Duells. Es war seine letzte große Chance, das Rennen direkt und live vor einem Millionenpublikum zu wenden. Der 72-jährige gab alles. Er kämpfte, er attackierte, er wirkte energisch. Er setzte die Agenda des Abends.
Barack Obama musste hingegen nur eines tun: präsidentiell wirken. Und das tat er. Er ließ sich von John McCains Attacken nicht aus der Ruhe bringen oder in eine rhetorische Falle locken. Unerschütterlich und kühl stellte er sich den Angriffen seines Kontrahenten. Damit hatte er sein wesentliches Ziel erreicht. Nicht nur die unterschiedlichen politischen Philosophien der beiden Kandidaten wurden an diesem Abend an der Hoefstra University in New York deutlich, sondern auch deren unterschiedliche Kommunikationsstrategien. McCain hatte sich zwei Dinge vorgenommen, auf die er im Laufe der 90 Minuten immer wieder zurückkam. Zum einen wollte er Zweifel am Charakter von Obama streuen, in dem er ihn mit dem ehemaligen Links-Terroristen Bill Ayers und dem unlauteren Verhalten der links-progressiven Wählerregistrierungsorganisation ACORN in Verbindung brachte. Zum anderen versuchte er, Obama als „Big Spender“ - als ausgabesüchtigen Staatsgläubigen - hinzustellen, der einen Klassenkampf initiieren wolle, indem er auf Umverteilung anstatt auf angebotsorientierte Wirtschaftspolitik setze. Zur Unterstützung von McCains These musste ein Klempner namens Joe Wurzelbacher herhalten, der im Laufe der Debatte den liebevollen Namen „Joe the Plumber“ bekam. Joe hatte Barack Obama auf einer Wahlkampfveranstaltung offen seine Befürchtungen mitgeteilt, dass sein Handwerksbetrieb unter möglichen Rücknahmen von Steuererleichterungen für Einkommen über 250.000 Dollar leiden würde, die Obama fordert. McCain nahm Joes Ängste zum Anlass, um pathetisch über die Gefährdung des amerikanischen Traumes zu sprechen, die eine Wahl Obamas implizit bedeuten würde. Barack Obama nahm es gelassen. Er versicherte den Wählern, dass dies alles nicht stimme und er seinerseits Steuerkürzungen im Gepäck habe, die 95 Prozent der Mittelschicht zugute kommen würden. Immer wieder betonte der Demokrat geschickt, dass es einen grundlegenden Wandel zur Ära Bush/McCain geben müsse. Diese Botschaft schien auszureichen, um das TV-Duell als Sieger zu beenden. In einer Blitzumfrage des Nachrichtensenders CNN gaben 58 Prozent der Befragten an, Barack Obama habe das TV-Duell gewonnen, nur 38 Prozent sprachen sich für den aufopferungsvoll kämpfenden McCain aus. Zwar scheint die letzte Debatte die beste von McCain gewesen zu sein. Es wird aber kaum ausreichen, um das Rennen noch einmal grundlegend zu drehen. Hier ein Ausschnitt aus dem TV-Duell, bei dem besagter „Joe the Plumber“ im Mittelpunkt stand: Debate BingoDienstag, 14. Oktober 2008
Heute findet die finale Debatte zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten statt. Es wird knapp. Barack Obama kann zwar einen leichten Vorsprung verzeichnen, aber von einem sicheren Sieg ist er weit entfernt. Die Stimmung ist ebenso angespannt wie die wirtschaftliche Lage. Die Amerikaner befinden sich in Schwierigkeiten - aber sie nehmen es mit Humor und Bingo. Wer die Debatte nicht bei einer Public Viewing Party verfolgt, der lädt Freunde nach Hause ein und spielt Debate Bingo. Auf dieser Website können Sie schon einmal die Bingokarten herunterladen.
Die Karten werden ausgedruckt und an alle Mitspieler verteilt. Die Debatte beginnt und sobald John McCain einen der Begriffe auf der Bingokarte ausspricht, wird dieser auf der Bingokarte durchgestrichen. 5 Kreuze in einer Reihe führen zum Bingosieg. Während beim letzten Mal Irak - Offshore Drilling - Left Wing - Attack und Lobbyists eine mögliche Bingoreihe bildeten, stehen diesmal wohl eher Wall Street - Bailout - A decent Person - Economy und Chicago Way zur Auswahl. Mit Abstand die unterhaltsamste Debate-Bingorunde war allerdings das Palin-Bingo zur Vizepräsidentendebatte: Alaska - Earmarks - Maverick - Reformer - Job Creation : Bingo!
PS: Die Republikaner hatten übrigens auch ihren Spaß, wie die konservative Bloggerin Michelle Malkin berichtete. TV-Duell: Kein „Game-Changer“Mittwoch, 8. Oktober 2008
Selten fand ein TV-Duell zwischen zwei Präsidentschaftskandidaten in einer solch dramatischen Situation statt. Die Finanz- und Wirtschaftskrise bestimmt derzeit die Agenda und sie dominierte auch den gestrigen Abend in Nashville, Tennessee. Immer wieder betonten John McCain („worst economic crisis of our time“) und Barack Obama („worst financial crisis since the Great Depression“) das historische Ausmaß der Entwicklungen auf den globalen Finanzmärkten.
Die Krise hat den Wahlkampf massiv beeinflusst - und zwar deutlich zugunsten Obamas. National wie auch in den entscheidenden Schlüsselstaaten liegt der junge Senator vorne. Der Wunsch nach Wechsel, der Ärger über die marktliberale Politik der Republikaner um George W. Bush scheint auf dem Höhepunkt zu sein. Das hilft Obama. John McCain brauchte deshalb einen „game changer“, einen Wendepunkt, der den Wahlkampf noch einmal in seine Richtung lenkte. TV-Debatten können solche Momente sein. McCain bemühte sich redlich, aber er schaffte es nicht, die fundamentalen Koordinaten des Wahlkampfes neu zu bestimmen. Negativität und persönliche Attacken – also das Schüren von Zweifel an Obamas Person und Persönlichkeit – verbat sich McCain an diesem Abend. Und dies aus guten Gründen. Die Menschen im Land und im Studio verlangen nach Sachlösungen, nach Zusammenarbeit und Krisenmanagement, nicht nach dumpfem Negativwahlkampf. Nur einmal zeigte McCain seine Antipathie gegenüber Obama, als er ihn mit „der da“ („that one“) ansprach. Der 72-jährige Senator war bestrebt, in die Offensive zu gehen. Überraschend legte er einen Vorschlag auf den Tisch, der es dem Staat erlauben soll, schwächelnde Hypotheken von Hausbesitzern aufzukaufen und sie zu fixen Sätzen zu verzinsen. Immer wieder stellte sich McCain als erfahrener Mann der Tat dar, der unideologisch über die Parteigrenzen hinweg agieren werde und dies über Jahre im Kongress bewiesen habe. Obama bezeichnete er als Hyper-Liberalen, als „big spender“, als Steuergierigen, der nicht in der Lage sei, den Haushalt in den Griff zu bekommen. Barack Obama schienen diese Angriffe nicht aus der Ruhe zu bringen. Sie kamen ja auch nicht gerade unerwartet. Obama wusste, dass er zwei wichtige Dinge zu erledigen hatte während dieser Debatte. Zum einen musste er McCain mit der desaströsen Amtszeit George W. Bushs und mit dessen gescheiterter Wirtschaftspolitik in Verbindung bringen. Zum anderen kam es für ihn darauf an, präsidentiell zu wirken. Sein Ton, sein Habitus, sein fehlerfreies, aber mitfühlendes Auftreten sollten den Bürgern suggerieren, dass er in der Lage ist, das Land zu führen. Beides erledigte Obama mit Bravour. Erst im letzten Teil des Duells, als es um Fragen der Außenpolitik ging, geriet der Demokrat stärker in die Defensive. Aber zu diesem Zeitpunkt hatten bereits viele Zuschauer abgeschaltet. Ein Grund dafür war sicherlich das unvorteilhafte Duell-Format. Die Gäste im Studio hatten im Sinne des Town-Hall-Stils die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen. Mehr Interaktion mit den Kandidaten war aber leider nicht erwünscht und geplant. McCain und Obama bemühten sich zwar, auf die Anliegen der Fragenden einzugehen, aber insgesamt herrschte eine sehr kühle, steife Atmosphäre – vielleicht auch ein Resultat der düsteren Wirtschaftslage. The Winner Is...?Montag, 29. September 2008
Sie trafen sich also doch, die beiden Kontrahenten. John McCain hatte seine Teilnahme am ersten TV-Duell lange Zeit in der Schwebe gehalten. Am Freitagabend erschien er aber doch auf dem Podium der „Ole Miss“ (University of Mississippi) in Oxford, um mit Barack Obama verbal in den Ring zu steigen.
Vorweg: Die Debatte hatte keinen klaren Sieger. Beide Kandidaten wirkten präsidentiell, keiner konnte sich entscheidend gegen den anderen durchsetzen. In den ersten 40 Minuten hatte Obama einen leichten Vorteil, weil es um die aktuelle Finanzkrise ging. Die Taktik des jungen Senators war es, McCain mit der Wirtschaftspolitik der unpopulären Bush-Regierung in Verbindung zu bringen. Das gelang ihm - zumindest rhetorisch – ganz gut. Im zweiten Teil der Debatte ging es – wie ursprünglich geplant – um Außenpolitik. Obwohl McCain Probleme hatte, die Namen des iranischen und des pakistanischen Staatspräsidenten richtig auszusprechen, zeigte er sich insgesamt als dominant bei diesem Thema. Immer wieder schien er Obama als Politnovizen behandeln zu wollen. Die Phrase „Barack Obama doesn´t understand“ benutzte er häufig. Obama sah aber nicht aus wie ein Kandidat, der nichts versteht. Er verhielt sich diametral zu McCains „running mate“ Sarah Palin, die kürzlich wieder in einem ABC-Interview mit Katie Couric neue Peinlichkeiten von sich gegeben hatte. Dennoch geriet Obama in die Defensive, als es z.B. um seine Ankündigung ging, sich ohne Vorbedingungen mit Diktatoren zu außenpolitischen Gesprächen treffen zu wollen. Alles in allem endete das Duell in einem Patt. McCain wirkte gelöst, ein wenig arrogant, aber immer mit einem smarten Lächeln auf den Lippen. Obama musste wie ein Führer in Krisenzeiten - wie ein ernster und ernst zu nehmender Commander-in-Chief - auftreten. Das tat er ohne Umschweife, auch wenn sein sonorer, kühler Ton schon fast etwas zu distanziert wirkte. Wie üblich versuchten beide Seiten, der Debatte über die TV-Debatte ihren eigenen Spin hinzuzufügen. Der ging aber größtenteils unter in der Berichterstattung über den Kompromiss zwischen Kongress und Exekutive über den 700-Milliarden-Dollar-Rettungsplan für die angeschlagenen Kreditinstitute. Verlierer des Abends war sicherlich das Format. Die Kandidaten hatten zwei Minuten Zeit für Statements, danach sollten fünf Minuten des Dialogs zwischen McCain und Obama über die Frage des Moderators Jim Lehrer folgen. Beide Kandidaten gingen aber selten aufeinander ein. McCain würdigte Obama kaum eines Blickes. Der ansonsten ausgezeichnet agierende Lehrer hatte es schwer, die Vorgaben der Debattenkommission umzusetzen. Am 7. Oktober geht es weiter mit dem nächsten TV-Duell. Es wird im Town-Hall-Format stattfinden. Diese Art der Debatte, bei der ausgewählte Zuschauer direkt Fragen an die Kandidaten stellen dürfen, liegt dem spontanen, schlagfertigen McCain. Ein Positivum für den Senator aus Arizona, der unbedingt Boden gegenüber Obama gut machen muss. Die letzten Umfragen zeigen, dass der Demokrat in nationalen und vielen einzelstaatlichen Umfragen deutlich in Führung gegangen ist. Das lag aber weniger an der TV-Debatte als viel mehr an der Wirtschaftskrise, die demokratische Kandidaten generell zu bevorzugen scheint. Hier die komplette Debatte zum Selberschauen.
Blogeintrag von Maik Bohne
um
11:09
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The Multitasking of a PresidentDonnerstag, 25. September 2008
Es war spannend, gestern bei CNN dabei zu sein. Das Zeichen „Breaking News“ wird sicherlich viel zu inflationär gebraucht. An diesem historischen Abend hatte es aber seine Berechtigung. John McCain – bekannt für seine schnellen, irrationalen Entscheidungen - zog einmal mehr ein Kaninchen aus dem Zauberhut seiner Kampagne. Er setzte seinen Wahlkampf bis auf weiteres aus. Die für Freitag geplante TV-Debatte mit Barack Obama legte er auf Eis.
Was war geschehen? Barack Obama hatte John McCain am Morgen angerufen, um ihn von der Idee zu überzeugen, zusammen ein Papier zur Finanzkrise zu veröffentlichen, das die gemeinsamen Positionen der beiden Kandidaten beinhalten sollte. McCain fand die Idee gut, aber er merkte sofort, dass ihm Obama damit das Heft des Handelns aus der Hand genommen hatte. Und das vor dem Hintergrund fallender Umfragewerte für ihn und Berichten über die Geschäftverbindungen seines Kampagnenmanagers Rick Davis mit dem Hypothekenriesen Fannie Mae. Also fühlte sich McCain bemüßigt, seinerseits in die Offensive zu gehen. Sein Schachzug machte oberflächlich gesehen Sinn. McCain bewegte sich mit dieser Aktion ganz im Rahmen seiner Botschaft des „America First“. Sein Motto lautete in etwa so: „Wir können nicht Wahlkampf machen in einem Moment, in dem uns das Land braucht. Wir müssen zurück nach Washington, um einen überparteilichen Beitrag dazu zu leisten, einen Rettungsplan für die angeschlagene Kreditbranche aufzusetzen. Und debattieren macht in diesem Umfeld auch keinen Sinn.“ Das setzte Obama unter Druck. Immer wieder wurde seine Pressekonferenz verschoben. Aber natürlich blieb CNN dran. Irgendwann erschien der junge Senator schließlich. Er legte eine sonore, tragende Stimmlage auf, die das Bild eines ruhigen und gelassenen Politikers in Zeiten der Krise vermitteln sollte. Obama sprach sich gegen ein Aussetzen der Wahlkampfaktivitäten aus und lieferte dafür zwei gute Gründe. Zum einen wollten die Bürger des Landes doch gerade jetzt von den beiden Kandidaten hören, wie sie die Krise lösen können. Guter Punkt. Zum anderen müsse ein Präsident doch in der Lage sein, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, er sollte multitasking-fähig sein. Noch besserer Punkt. Auch in Washington mehrten sich derweil bereits die Stimmen, die vor dem großen Auftritt der Präsidentschaftskandidaten warnten. In der Tat ist die Gefahr groß, dass die Auftritte von McCain und Obama die Verhandlungen eher verzögern als voranbringen. Egal: Es stellte sich bald heraus, dass die beiden Kandidaten heute keine andere Wahl haben als nach Washington zu reisen. Der Präsident, der am Abend die Nation noch mit warnenden Worten auf seinen Rettungsplan eingeschworen hatte, lud zur Aussprache in Weiße Haus, die zusammen mit den Parteiführern im Kongress stattfinden soll. Eine konzertierte Aktion mit der McCain-Kampagne? Man darf sich diese Frage durchaus stellen… Jugendliches WahlverhaltenMittwoch, 28. Mai 2008
Das Internet hat die Schlagkraft des Fernsehens erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forschungsinstituts Greenberg Quinlan Rosner, in der das Medienverhalten der amerikanischen Jugend untersucht wurde.
Die Umfrage (PDF) richtete sich an die 18-29-jährigen. Im Zentrum stand die Frage, wie sich die Jugend über Politik informiert. Dabei stellt sich heraus, dass wenn es um den US-Präsidentschaftswahlkampf geht, die meisten Jugendlichen lokale TV-Nachrichten sehen und fast ebenso viele sich im Internet informieren. Erst danach folgt das landesweite Fernsehen, wie Fox, NBC, CBS und ABC, wenn es um tägliche oder mehrfach täglich genutzte Informationsquellen geht. Welche Webseiten dazu aufgerufen wurden, wurde ebenfalls ermittelt. Von 176 Befragten gaben 37 an, hauptsächlich über die Suchmaschinen von AOL, Yahoo, MSN oder Google zu recherchieren. An zweiter Stelle stehen Webseiten von TV-Nachrichtensendern wie zum Beispiel CNN, BBC, oder FoxNews. Politische Webseiten dagegen wurden nur von 5 Befragten aufgerufen, die Wahlkampf-Websites der Kandidaten von 7. Die Webseiten sozialer Netzwerke wie MySpace wurden auch nur von 7 Befragten besucht, um sich über Kandidaten zu informieren, Online-Blogs von nur einem Befragten. Das Fernsehen ist demnach immer noch das wichtigste Informationsmedium, aber nur, weil es auch im Netz mit Websites vertreten ist. And the winner is ... „Obamacan“Dienstag, 20. Mai 2008
Die Gewinner des MoveOn-Videowettbewerbs sind bekanntgegeben worden: David Gaw und Lance Mungia produzierten das Video „Obamacan“. Wie man „Obamacan“ übersetzt, zeigt das Urban Dictionary. Es handelt sich dabei um ein Wortspiel aus den Namen des Kandidaten Obama und der Bezeichnung „Republican“ für Anhänger der konservativen Partei.
In „Obamacan“ erzählt ein Veteran, der jahrelang republikanische Kandidaten unterstützt hat, dass er voll hinter Barack Obama steht und ihn wählen wird. Die Prämierung dieses Videos gilt strategisch als brillianter Schachzug der MoveOn-Jury, da der Werbefilm sich an republikanische Wähler richtet, die sich zwischen Obama und John McCain noch nicht entschieden haben. Mit über 400.000 Clicks erreichte der Spot bereits enorme Aufmerksamkeit auf YouTube und wird nun auch in den Staaten Ohio, Colorado, and Wisconsin im US-Fernsehen ausgestrahlt. Laut Politico stehen dafür 200.000$ zur Verfügung. Wie die Kommentare im Politico-Blog zeigen, hinterlässt der Spot bereits erste Spuren bei Republikanern. So fragt EDFromNH die Obama-Kampagne, ob sie auch Buttons mit der Aufschrift „Republicans für Obama“ zur Verfügung stellen… Es lohnt sich auch ein Blick auf die anderen prämierten Videos des Wettbewerbs unter obamain30seconds.org.
Blogeintrag von Ute Pannen
um
11:52
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Guerilla-Marketing hinter Obamas RückenDienstag, 6. Mai 2008
Wer vor einer Woche Obamas Rede in Indiana auf CNN verfolgt hat, dem mag aufgefallen sein, dass sich hinter dem Rücken des Kandidaten ein Meisterwerk der Schleichwerbung vollzogen hat.
Als Obama seine Rede nach der verlorenen Primary-Wahl von Pennsylvania hielt, waren hinter ihm drei junge Männer in T-Shirts der Marke Abercrombie & Fitch (A&F) zu sehen. Auf der Website fiveblogsbeforelunch wird gemutmaßt, dass drei Mitarbeiter von A&F sich extra aus Ohio auf den Weg gemacht haben, um perfektes Product Placement zu betreiben. Ein Punkt bleibt noch zu klären: Warum fiel niemandem in der CNN-Redaktion auf, dass der Markenname gleich drei Mal prominent plaziert wurde? Zumal die Amerikaner sich doch seit Janet Jacksons skandalösem Auftritt beim amerikanischen Superbowl (Stichwort: Nipplegate) vor Überraschungen schützen und selbst Live-Übertragungenen mit drei Sekunden Verzögerung ausstrahlen.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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09:43
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Clinton, Obama und OsamaDienstag, 22. April 2008Am Vorabend der Primary in Pennsylvania fällt Hillary Clinton auf dieselbe umstrittene Taktik zurück, die sie bereits im Vorfeld der Vorwahlen in Texas und Ohio angewendet hatte. In einem neuen TV-Spot bittet sie die Wähler, sich selbst zu fragen, welcher Kandidat der erfahrenere Problemlöser und bessere "Commander-in-Chief" ist. Ein klarer Seitenhieb gegen den als oft zu blumig und unpräzise wahrgenommenen Barack Obama. Wie schon im mittlerweile legendären „3 a.m.“-Spot, stellt Clinton auch dieses Mal implizit die Frage nach den Führungsqualitäten und der politischen Erfahrung des jungen Senators aus Illinois. Der TV-Spot arbeitet mit Bildern des Angriffs auf Pearl Harbor, mit Videos von Osama Bin Laden und von Hurricane „Katrina“. Er macht deutlich, dass es in Zeiten der Krise auf Führungsstärke seitens des Präsidenten ankommt. Die Aussage kumuliert in einem Zitat von Harry Truman („If you can´t stand the heat, get out of the kitchen“). Anschließend fragt der Sprecher fast schon rhetorisch: “Who do you think has what it takes?“ Hillary Clinton ist die erste demokratische Kandidatin in diesem Vorwahlkampf, die Bilder von Osama Bin Laden benutzt. In einem Interview mit CNN-Talker Larry King legte sie nach. Clinton machte deutlich, dass der zukünftige Führer des Landes so schwierige und gefährliche Entscheidungen zu treffen habe, wie kaum ein Präsident zuvor. Das sind klare Ansagen. Wir haben die Botschaft verstanden. Was sagt Obama? Er reagiert mit einem eigenen Spot, in dem er fragt: „Wer bringt uns zusammen in Zeiten der Krise – ohne Angst und Kalkulation zu benutzen, ohne uns auseinander zu bringen?“ Ein klarer Angriff gegen Clinton. Ihr warf Obamas Pressesprecher Bill Burton folgerichtig eine Taktik vor, die aus dem Arsenal der Bush-Regierung stammt. Hillary wolle politisch punkten, indem sie mit den Wählern dieselben Spiele der Angst spiele wie Präsident Bush, so Burton. Die Hitze in der Küche dieses Vorwahlkampfes ist in den vergangenen Tagen in der Tat extrem gestiegen. Wir werden sehen, wer als Sieger aus dem Koch-Duell Obama gegen Clinton hervorgeht. Mehr dazu morgen auf diesem Blog.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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19:19
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Obama auf dem heißen StuhlDonnerstag, 17. April 2008
Oberflächlich betrachtet mag es eine nette und zivilisierte Debatte zwischen Hillary Clinton und Barack Obama gewesen sein. Es gab keine scharfen Attacken, beide Kandidaten wahrten ihre Contenance. Und doch hatte diese Frage- und Antwortsession das Potential, die Dynamik des Präsidentschaftswahlkampfes nachhaltig zu ändern.
Barack Obama ist spätestens mit dieser Debatte in den Niederungen der Politik angekommen. Wir erinnern uns: Er war angetreten, um Schluss zu machen mit dem Negativwahlkampf, der in den USA bis heute zum Standardprogramm einer jeden Kampagne gehört. Er wollte sich über das Hin und Her von Anschuldigung und Gegenanschuldigung hinwegsetzen mit einer positiven Kampagne, in deren Mittelpunkt seine Meta-Botschaft des Wandels und des Optimismus stand. Was davon übrig geblieben ist, sahen wir gestern bei der Debatte der Demokraten im National Convention Center in Philadelphia, also an jenem Ort, an dem Obama noch vor ein paar Wochen seine eloquente Rede zum Verhältnis zwischen schwarzem und weißem Amerika gehalten hatte. Obama befand sich nahezu die gesamte Zeit über in der Defensive. Er musste Fragen zu seinen kontroversen Äußerungen über verbitterte Kleinstadtwähler in Pennsylvania beantworten; er fühlte sich erneut genötigt, seine Beziehung zum umstrittenen Pastor Jeremiah Wright zu erklären; er musste sich fragen lassen, warum er keine amerikanische Flagge als Pin an seinem Anzug trägt (kein Scherz!). Das dicke Ende kam jedoch in Form einer Frage der beiden ABC-Moderaten George Stephanopoulos und Charlie Gibson, die wissen wollten, wie es Obama denn halten würde mit einem gewissen Herren Bill Ayers, ein Englisch-Professor aus Chicago, der in den 1960er Jahren Teil der Weather Underground-Gruppe war, die Bombenanschläge auf das Pentagon und andere Regierungsgebäude verübt hatte. Obama gab zu, dass Ayres ein Freund sei, der in seiner Nachbarschaft lebe und mit dem er sich gelegentlich austauschen würde. Clinton, offensichtlich gut vorbereitet, legte nach und erklärte, dass Obama und Ayres zusammen im Beirat des karitativen Woods Fund in Chicagos South Side sitzen würden und dass sich Ayres bisher nicht für seine Attentate in den 1960ern entschuldigt habe. Das saß. Obama schlingerte, fiel aber nicht. Er entgegnete zu Recht, dass es das Problem der amerikanischen Politik sei, ein Statement oder eine Beziehung zu einer kontroversen Person zu nehmen und sie dann solange durch die Medien zu schleusen, bis sie bei den Wählern als echtes Problem ankommen würden. Ein richtiger und wichtiger Punkt, was sich schon daran zeigte, dass die eigentlichen inhaltlichen Fragen wie Steuern, Irak und Waffenbesitz viel zu kurz kamen in dieser Debatte. Das Lamentieren hilft Obama allerdings nichts. Präsidentschaftswahlen sind keine Programmwettbewerbe, sondern kandidatenzentrierte Auseinandersetzungen, in denen Charakter und persönliche Attribute einen mindestens ebenso hohen Stellenwert einnehmen wie Inhalte. Diese Logik hat Obama ja selbst bisher zu seinem Vorteil genutzt. Einen Ausschnitt aus der Debatte finden Sie hier: Eine interessante Randnotiz: Eine Fokusgruppe mit Bürgern aus Pennsylvania zeigte, welch tiefen Eindruck John McCain auf moderate Wähler macht. Nahezu die Hälfte der demokratisch affinen Gruppe konnte sich vorstellen, den Senator aus Arizona zu wählen. Der Hauptgrund: Charakter. Die Republikaner werden sich einmal mehr die Hände gerieben haben gestern Abend. Ein Negativwahlkampf gegen Obama könnte einfacher werden als anfangs von republikanischen Wahlkampfstrategen gedacht. Hier die Fox News-Fokusgruppendiskussion mit dem Meinungsforscher Frank Luntz:
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
15:23
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Luft wird dünner für HillaryDonnerstag, 10. April 2008
Schlechte Nachrichten ist die Clinton-Kampagne mittlerweile gewöhnt. Doch was die Umfrage der Quinnipiac-Universität zu Tage brachte, geht ans Eingemachte. Hillary Clintons Vorsprung in Pennsylvania schmilzt wie das Packeis am Nordpol. Sie liegt derzeit nur noch mit 6 Prozentpunkten vor Barack Obama, also knapp an der Grenze zum psychologisch wichtigen statistischen Fehlerbereich (margin of error). Clinton kommt auf 50%, Obama auf 44%. Noch beunruhigender für Clinton: Obama schafft es erstmals, substantiell in die Wählerhochburgen der Senatorin einzudringen. Bei weiblichen Wählern liegt er nur noch 13 Punkte hinten, hier hat er vier Punkte innerhalb einer Woche aufgeholt.
Setzt sich dieser Trend fort, dann wird es für Clinton schwerer, ihr Durchhalten zu rechtfertigen. Sie braucht einen überzeugenden Sieg in Pennsylvania. Ansonsten wird sie von einer Welle von Forderungen nach einem Verzicht auf ihre Kandidatur überrollt werden. Clinton weiß, dass es um alles oder nichts geht. Deshalb startete sie (trotz knapper Kasse) kürzlich das, was die Amerikaner einen „media blitz“ nennen, einen intensiven TV-Wahlkampf mit einer Reihe von neuen Wahlkampfspots. Hier ein Spot mit Pennsylvanias politischem Urgestein, Gouverneur Ed Rendell:
Blogeintrag von Maik Bohne
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MoveOn will Obama in 30 SekundenMontag, 17. März 2008
Die linke Internetorganisation MoveOn.org hat gestern einen neuen Videowettbewerb gestartet. Sie fordert ihre über 3.5 Millionen Mitglieder auf, einen neuen Obama-TV-Spot zu filmen, den MoveOn kurz vor den Vorwahlen in Pennsylvania flächendeckend schalten wird. Der Wettbewerb unter dem Titel „Obama in 30 Seconds“ ist eine Neuauflage aus dem Jahr 2004. Damals hatte MoveOn seine Anhänger aufgerufen, einen kritischen Spot über George W. Bush zu drehen. Der Wettbewerb hatte eine Kontroverse ausgelöst, da einer der Kurzfilme, den MoveOn auf seiner Website eingestellt hatte, Präsident Bush mit Adolf Hitler verglich. Das war Futter für die republikanischen Wahlkampfstrategen, die den Ausschnitt benutzten, um MoveOn als radikale Linksaußen-Gruppe darzustellen.
Der neue Wettbewerb hat einen positiveren Grundton, ganz im Sinne der von Obama geforderten Botschaft der Hoffnung und des Neuanfangs. Ab sofort kann die Kreativgemeinde Vorschläge einreichen, über die dann die MoveOn-Mitglieder basisdemokratisch per Internet abstimmen werden. Die letzte Entscheidung hat am Ende jedoch eine prominent besetzte Jury (u.a. Oliver Stone, Matt Damon, Jesse Jackson, Moby und Eddie Vedder). Der Gewinner bekommt 20.000 Dollar und die Genugtuung, seinen Spot im nationalen TV rotieren zu sehen. Hier der Aufruf von MoveOn-Geschäftsführer Eli Pariser:
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