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Hier in Washington ist es genauso deutlich zu spüren wie in anderen Teilen des Landes. In Zeiten steigender Benzinpreise, einer kriselnden Wirtschaft, einer hartnäckigen Hypothekenkrise und dem militärischen Engagement im Irak wünschen sich die Menschen nichts Sehnlicheres als politischen Wandel.
Selten war ein Präsident so unpopulär, das Klima ist unterirdisch für die Republikanische Partei. Hätten die Republikaner nicht John McCain aufgestellt, dann könnten sie den Wahlkampf bereits ad acta legen. So aber bleibt es spannend. Es gibt in der Tat genug Szenarien, in denen McCain die Oberhand im Electoral College behalten würde. Denn es sei noch mal gesagt: Präsident wird nicht, wer die meisten Wählerstimmen im Land bekommt, sondern derjenige, der die Mehrheit der Wahlmännerstimmen (270) für sich gewinnen kann. Wir müssen also auf die einzelnen Bundesstaaten schauen. Zur Zeit liegt Obama in Schlüsselstaaten wie Ohio, Michigan oder Pennsylvania vorne. Diese Staaten haben aber eines gemeinsam: Eine große Zahl an weißen Arbeitern und weißer unterer Mittelschicht, die zwar ökonomisch in Richtung Demokraten tendiert, bei kulturellen und außenpolitischen Themen jedoch eher auf Seiten der Republikaner steht. John McCain hat in dieser bedeutenden Wählergruppe Chancen, mit seiner persönlichen Lebensgeschichte und seiner politischen Erfahrung zu punkten, sich als amerikanischer Held, als unabhängiger Kämpfer für das Gute zu präsentieren. Obama ist und bleibt gefühlte 3.000 Kilometer über dem Boden für diese Menschen. Man spürt, wie abgehoben und glatt er (noch) auf diese Wählergruppen wirkt. Er hat all das, was sie nicht haben. Einen Harvard-Abschluss, Eloquenz, Geld, ein schillerndes Starleben. Und er ist Afro-Amerikaner. Ein Punkt, den man leider nicht unterschätzen darf. Mike Podhorzer, leitender Stratege des Gewerkschaftsbundes AFL-CIO bringt all dies auf den Punkt, wenn er sagt: „People want change. But they don´t know if they want THAT much change.“ Bill Clinton war der letzte Demokrat, der bei weißen Wählern gut abgeschnitten hat. Dukakis, Gore, Kerry, sie alle verloren diese wahlentscheidende Gruppe deutlich. Clinton schaffte es ins Weiße Haus, der Rest bekanntlich nicht. Es bleibt spannend! Hier die neueste Battleground-State-Analyse von Brad Todd, einem der besten Wahlkampfexperten, den Amerika zu bieten hat:
Blogeintrag von Maik Bohne
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Niederlage am Grünen TischMontag, 2. Juni 2008
Hillary Clinton konnte zwar gestern einen lockeren Sieg bei den Vorwahlen in Puerto Rico verbuchen, das Wochenende wird die Kampagne allerdings als nicht gelungen bezeichnen müssen. Der Parteiausschuss der Demokraten, das sog. Rules and Bylaws Committee, entschied am Samstag, dass die Delegierten aus Florida und Michigan zwar am Parteitag in Denver (25.-28. August) teilnehmen dürfen, aber nur mit halber Stimmkraft.
Florida und Michigan hatten ihre Vorwahlen gegen die Bestimmungen des Democratic National Committee (DNC) auf einen früheren Termin vorverlegt und damit den behutsam ausgehandelten Vorwahlkalender der Demokraten durcheinander gebracht. In keinem der beiden Staaten machten die Kandidaten deshalb aktiv Wahlkampf; in Michigan hatten Barack Obama und John Edwards ihre Namen sogar vom Wahlzettel nehmen lassen. Das Problem: Hillary Clinton hatte die Abstimmungen in Florida und Michigan deutlich gewonnen und drängte in den vergangenen Wochen darauf, die Delegierten vollständig (inkl. voller Stimmkraft) auf dem Parteitag zuzulassen. So hätte sie zwar den Vorsprung Obamas bei den Delegierten auch nicht aufgeholt, aber zumindest mehr absolute Wählerstimmen als der junge Senator aus Illinois auf ihrem Konto gehabt. Ein symbolisches, aber wichtiges Argument, um die restlichen Superdelegierten doch noch von ihrer Kandidatur zu überzeugen. Daraus wird nun nichts mehr. Nach fünfstündiger Diskussion, die immer wieder von Buhrufen und Jubel der Anhänger beider Kandidaten unterbrochen worden war, einigten sich die Mitglieder des Parteiausschusses darauf, Clinton einen Nettogewinn von 24 Delegiertenstimmen gegenüber Obama zuzusprechen (19 in Florida und 5 in Michigan). Es war vor allem die Michigan-Frage, die die Gemüter erhitzte. Mit einer bisher einmaligen (und kruden) Rechenweise, basierend auf den Abstimmungsergebnissen, Nachwahlbefragungen und sog. Write-In-Wahlzetteln, ermittelte der Ausschuss, dass Clinton in Michigan 69 und Obama 59 Delegierte zugesprochen bekommen. Das brachte Harold Ickes, Hillarys Vertreter im Rules and Bylaws Committee, vollends auf die Palme. Er sprach von Geiselnahme der Wählerstimmen und machte auf einer Pressekonferenz nach der Sitzung deutlich, dass Clinton sich das Recht vorbehalte, diese Zählweise auf dem Parteitag in Denver anzuzweifeln. Das wäre der Super-Gau für die Partei, die sich natürlich nichts Sehnlicheres wünscht als einen harmonischen Ablauf der Krönungsmesse. Ob es aber so weit kommt, ist fraglich. Obwohl sich Hillary weiter kämpferisch gibt, drängen sie immer mehr Demokraten, nach dem Ende der Vorwahlsaison am morgigen Dienstag aus dem Rennen auszusteigen. Um die Nominierung zu gewinnen, braucht es nun 2.118 Delegierte. Obama fehlen nach Berechnungen der Associated Press nur noch 47 Delegierte. Die Ziellinie ist (endlich) in Sicht…
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Obamas Sieg… in ReichweiteMittwoch, 21. Mai 2008
Es muss ein gutes Gefühl für Barack Obama gewesen sein, zurückzukommen an einen Ort, der seine Kandidatur, vielleicht auch sein Leben, nachhaltig verändert hat. Keine Frage: Iowa war der Wendepunkt im Rennen gegen Hillary Clinton. Hier erzielte er seinen ersten Sieg, hier hielt er eine seiner besten Reden, hier zeigte er, dass er auch im Heartland der USA ein glaubwürdiger Kandidat ist.
Gestern verkündete Barack Obama in Des Moines, dass sein Sieg in Reichweite sei. Eine interessante Formulierung. In Reichweite? Gestern war klar geworden, dass er mit seinem Vorwahlsieg in Oregon und den nötigen Delegierten aus Kentucky die absolute Mehrheit der 3.253 „pledged delegates“ erreicht hat. Anders gesagt: Die Mehrheit der in Vorwahlen und Caucuses bestimmten Delegierten für den Parteitag ist ihm sicher. Da Obama aber noch nicht die nötige Anzahl von Superdelegierten hinter sich hat, wird er noch warten müssen auf den endgültigen Sieg gegen Hillary Clinton. Für die Ex-First Lady hatte Obama gestern nur Nettigkeiten im Gepäck. Er gratulierte ihr zu einem (überzeugenden) Wahlsieg in Kentucky und pries sie als erfahrene politische Kämpferin für das Gute in der Welt. Doch die Lobhudeleien dauerten nicht allzu lange. Schnell richtete Obama seinen Blick auf den Zweikampf mit John McCain. Zwei Argumentationslinien gegen McCain wurden gestern deutlich. Zum einen will Obama den Wettstreit mit dem 71-jährigen Senator aus Arizona zu einer Wahl zwischen Status Quo und Wandel machen, also zwischen Vergangenheit und Zukunft. Zum anderen versucht er, John McCains Image als unabhängiger, quer denkender Republikaner („Maverick“) einzureißen, indem er McCain so oft er kann mit dem Namen eines gewissen George W. Bush in Verbindung bringt. Was machte Hillary Clinton? Die gab sich gestern noch nicht geschlagen und feierte ihren überzeugenden Sieg in Kentucky mit dem Hinweis auf eine andere mathematische Begebenheit. Clinton erklärte, dass sie die Mehrheit der absoluten Wählerstimmen hinter sich habe, also die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen im Laufe der demokratischen Vorwahlen. Dies ist faktisch richtig, aber nur, wenn man ihre Siege in Michigan und Florida einbezieht. Die sind aber weiterhin wertlos, da sich das Democratic National Committee (DNC) bisher weigert, die Abstimmungen anzuerkennen. Zudem wäre ein Sieg bei der sog. „popular vote“ lediglich ein moralischer Erfolg. Was zählt, ist die harte Währung der Delegierten. Und in dieser Wertung liegt Obama eindeutig vorne. Die Zeichen stehen also, trotz allem mathematischen Hin und Her, klar auf Sieg für Obama. Immer mehr Superdelegierte kommen aus den Büschen, jeden Tag gewinnt er drei bis fünf Politiker aus dem Parteiestablishment für seine Sache hinzu. Das wird sich bald zu einer endgültigen absoluten Parteitagsmehrheit addieren, die er dann vielleicht in Springfield, Illinois feiern wird. Dem Ort, an dem seine bemerkenswerte Kampagne offiziell begonnen hatte. Bei all dem Jubel und der Begeisterung sollte Obama aber nicht vergessen, dass er weiterhin massive Probleme mit vielen Teilen der Wählerschaft hat. Die Niederlage in Kentucky zeigt einmal mehr, dass viele weiße, kulturell konservativere Wähler auf dem Land ein Problem mit dem als zu luftig und elitär stilisierten Obama haben. Auch bei Hispanics und älteren Wählern muss er gut Wetter machen, wenn er den Hauptwahlkampf gegen John McCain gewinnen will. Es bleibt wie immer … spannend.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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14:58
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Edwards für ObamaFreitag, 16. Mai 2008
Eigentlich wollte Hillary Clinton den Tag nach ihrem Sieg in West Virginia nutzen, um ihre Partei mit intensiver Medienarbeit davon zu überzeugen, dass ihre Kandidatur noch Chancen hat. Ihr Sieg in West Virginia mit 41 Prozentpunkten hatte ihr wieder Rückenwind im Vorwahlkampf gegen Barack Obama gegeben. Dieser Wind verkümmerte aber zu einem lauen Lüftchen, denn die Medien stürzten sich auf ein Ereignis, das viele Meilen von Washington, DC entfernt stattfand, im Chrysler-Werk in Grand Rapids, Michigan.
Hier trat Obama auf, um gutes Wetter bei weißen Arbeitern zu machen, sprich: bei seiner elektoralen Problemgruppe. Überraschend präsentierte er den 12.000 Besuchern einen neuen Unterstützer, der lange Zeit sein Rivale um die demokratische Kandidatur gewesen war: John Edwards. Clinton und Obama hatten sich intensiv bemüht, Edwards zu einer öffentlichen Unterstützungsbekundung für ihre Kandidatur zu überreden. Beide hatten sogar Hof gehalten in seinem Haus in North Carolina. Die Zeit des Sich-Zierens endete am Mittwoch mit dem Endorsement von John Edwards für Barack Obama. In seiner Rede pries Edwards den jungen Senator aus Illinois für seine Qualität, Amerika zusammenbringen zu können. O-Ton Edwards: “There is one man who knows in his heart that it is time to create one America — not two — and that man is Barack Obama”. Und dann folgte ein Satz, der Hillary Clinton sicher erstarren ließ: “ "The reason I am here tonight is that the voters have made their choice, and so have I." Ein klareres Signal an die Ex-First-Lady konnte Edwards nicht senden. Dennoch hatte er für die Senatorin auch Komplimente im Gepäck. Er lobte sie für ihre Beharrlichkeit und ihren Dienst für Amerika. Das war sicherlich auch ein Tribut an seine Frau Elizabeth, die sich intern für Hillary Clinton ausspricht und deshalb auch nicht mit nach Michigan gekommen war. Was bedeutet Edwards´ Endorsement für Obama? Zwei Dinge: Erstens wird John Edwards helfen, Obama mehr Glaubwürdigkeit bei weißen, ökonomisch benachteiligten Wählern zu verschaffen. Edwards war angetreten mit den Kernthemen Armut und universeller Krankenversicherung, die er mit populistischen Untertönen mischte. Er kam damit gut an bei Arbeitern und der unteren Mittelschicht. Das sah man zuletzt bei den Vorwahlen in West Virginia, bei der er sieben Prozent der Wähler gewann, ohne überhaupt noch im Rennen zu sein. Zweitens sendet Edwards öffentliche Unterstützung ein Zeichen an das Parteiestablishment, das heißt: „Es ist Zeit, sich hinter Barack Obama zu sammeln! Der Vorwahlkampf ist faktisch zu Ende.“
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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14:42
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Sieg für die MoralDonnerstag, 15. Mai 2008
Hillary Clinton hat den erwarteten Erfolg in West Virginia eingefahren. Sie schlug Barack Obama deutlich mit 41 Prozentpunkten Vorsprung (67-26%). Ein Sieg für die Moral der Clinton-Kampagne, mehr aber auch nicht. Denn trotz des guten Abschneidens im Mountain State hat die Ex-First Lady kaum noch Chancen auf die Nominierung der Demokraten. Roger Simon fragte in einem Kommentar auf Politico.com sogar schon überspitzt: „Hillary Wins – Does Anybody Care?“ In der Tat wird erwartet, dass sich Barack Obama bereits am 20. Mai zum faktischen Sieger der Demokraten erklären wird, wenn er (seinen Rechnungen zufolge) nach den Vorwahlen in Kentucky und Oregon uneinholbar bei den „pledged delegates“ vorne liegt.
Auch ein Blick in Obamas Terminkalender macht deutlich, dass seine Aufmerksamkeit hauptsächlich John McCain gilt. Nur sporadisch machte er in West Virginia Vorwahlkampf. Seine Kampagne führte ihn stattdessen nach Missouri, einem der wahrscheinlichsten „battleground states“ im November. In den nächsten Tagen wird er zudem Michigan und Florida bereisen, Staaten also, in denen er aufgrund von Restriktionen der Bundespartei noch nicht wahlkämpfen durfte, die aber für einen Sieg gegen John McCain unverzichtbar sind. Wir dürfen uns also allmählich mit einem Duell Obama-McCain anfreunden. Für diesen Zweikampf sind die Zahlen aus West Virginia allerdings nicht gerade erbaulich für Obama. Sein Problem mit weißen Arbeitern und Angehörigen der unteren Mittelschicht trat auch gestern wieder eklatant zu Tage. Er bekam dort kein Bein auf die Erde mit bodenständigen, ökonomisch benachteiligten Demokraten. Mit einer Klientel also, die im Wahlforscherjargon gemeinhin als „Reagan Democrats“ bekannt ist, weil sie trotz wirtschaftlich unsicherem Status zur kulturell konservativen Philosophie der Republikaner neigt. Auch zeigten die Nachwahlbefragungen in West Virginia, dass fast jeder fünfte Wähler offen angab, dass Obamas Hautfarbe ein entscheidendes Kriterium bei der Entscheidungsfindung war. Über 80% dieser Wähler stimmten für Clinton. Obama ist einmal mehr vor Augen geführt worden, dass er in den nächsten Wochen und Monaten viel zu tun hat, um die demokratische Basis hinter sich zu bringen. Drei Brücken muss er unbedingt schlagen. Erstens zwischen schwarz und weiß, zweitens zwischen jung und alt, drittens zwischen männlich und weiblich. Neueste nationale Umfragen belegen allerdings die elektorale Anziehungskraft Obamas. In der jüngsten Washington Post/ABC-Poll liegt er mit 51 zu 44 Prozentpunkten vor John McCain. In fast allen Landesteilen führt er deutlich gegen den „Mac“, selbst im Süden der USA, der republikanischen Hochburg schlechthin, liegt er nur 4 Punkte hinten.
Blogeintrag von Maik Bohne
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10:06
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Advantage ObamaMittwoch, 7. Mai 2008
Barack Obama hat im Rennen um die Kandidatur der Demokraten einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Hillary Clinton brauchte überzeugende Resultate, die sie nicht liefern konnte. Ein hauchdünner Sieg in Indiana (51-49%) und eine Niederlage in North Carolina (42-56%) reichten nicht aus, um dem Vorwahlkampf eine clintonsche Wendung zu geben. Der Vorteil liegt nach diesem Abend eindeutig bei Obama. In einem Q&A wollen wir die wichtigsten Fragen des Tages beantworten.
Hat Barack Obama die Nominierung jetzt (endlich) sicher? Nein, das hat er noch nicht. Die absolute Mehrheit der Delegiertenstimmen konnte er nicht erreichen. Mit dem guten Abschneiden gestern stellte er aber die Weichen für einen endgültigen Sieg gegen Hillary. In North Carolina gewann Obama mit mehr als 200.000 Wählerstimmen Vorsprung, das ist beeindruckend. Zählt man sein gutes Resultat in Indiana hinzu, so besteht für Hillary Clinton mathematisch kaum noch die Chance, Obama in Form von Delegiertenstimmen und absoluten Wählerstimmen zu überholen. Die noch unentschiedenen Superdelegierten (ca. 275 von 796) werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gegen das Votum der Basis stellen. Wichtiger für Obama ist aber, dass er nach seinem härtesten Kampagnenmonat (Stichworte: Jeremiah Wright, Kleinstadtwähler-Schelte, Niederlage in Pennsylvania) zurück in der Erfolgsspur ist. Er hat den Wählern und (vor allem) dem Parteiestablishment gezeigt, dass er die Härte und Standhaftigkeit für den Hauptwahlkampf hat. Wie sieht die Zukunft für Hillary Clinton aus? Mit einem Wort: Düster. Hillary Clintons Team hatte sich Hoffnungen gemacht, dass sie in Indiana klar gewinnen und Obamas Umfragevorsprung in North Carolina deutlich verringern würde. Daraus wurde nichts. Ihre ganze Argumentation ist damit ins Wanken geraten, die da hieß: „Ich habe Momentum. Obama schwächelt. Ich bin die wahre Vertreterin der demokratischen Basis. Obama ist zu elitär und abgehoben, er hat keinen Zugang zum „kleinen Mann“. Zwar hat Hillary auch gestern wieder die weißen Wähler am Besten erreicht (vor allem weiße, ältere Frauen). Die Zweifel an Obama sind also berechtigt. Doch was am Ende zählt, sind die Konstruktionen von Sieg und Niederlage, Mikrodaten geraten da schnell in Vergessenheit. Auch wenn sie gestern Abend noch mit dem nötigen Zweckoptimismus erklärte: „We go full speed – on to the White House“, hat Hillary Clinton in der derzeitigen Konstellation kaum noch Chancen auf einen Sieg. Ihr einziger Pfad zur Nominierung ist es, das Spielfeld zu ändern, in dem sie darauf drängt, die Delegierten und Wählerstimmen aus Michigan und Florida vollständig zählen zu lassen. Da sie beide Staaten mit großem Abstand gewonnen hatte, könnte ihr das eine Art Momentum am Grünen Tisch verschaffen. Zur Information: Michigan und Florida hatten ihre Vorwahlen zeitlich unrechtmäßig nach vorne verlegt. Als Konsequenz strafte sie das Democratic National Committee (DNC) mit einem Ausschluss vom Parteitag. Es fand kein Wahlkampf in den beiden Staaten statt, Obama stand noch nicht einmal auf dem Wahlzettel in Michigan. Am 31.Mai tagt das Rules and Bylaws Committee (eine Art Parteischiedsgericht) des DNC in Washington, um eine Empfehlung über das Schicksal der Delegierten in Michigan und Florida abzugeben. Es sieht aber nicht danach aus, als wenn Clinton sich mit ihren Forderungen durchsetzen könnte. Wie geht es weiter? Sechs demokratische Vorwahlen stehen noch aus, bei denen allerdings nur 187 Delegiertenstimmen vergeben werden. Hillary Clinton kann nach derzeitigen Umfragen auf Siege in West Virginia (13. Mai) und Kentucky (20. Mai) spekulieren; Obama liegt hingegen in Oregon (20. Mai) vorn. Danach stimmen noch Puerto Rico (1. Juni) sowie Montana und South Dakota (3. Juni) ab. Dort ist das Rennen noch relativ offen. Alles Hin und Her nützt aber nichts: Hillary Clinton muss sich vorsichtig damit abfinden, dass sie (nach hartem Kampf) das Rennen gegen Barack Obama verloren hat. Hier Obamas Siegesrede, gehalten in Raleigh, North Carolina:
Blogeintrag von Maik Bohne
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Entscheidung am Postkasten?Freitag, 14. März 2008
Hillary Clinton hat Momentum, Barack Obama die meisten Delegierten. Sie gewinnt Ohio und Texas, er siegt in Wyoming und Mississippi. Samantha Power, außenpolitische Beraterin Obamas, muss gehen, weil sie Hillary als Monster bezeichnet hatte. Kurz darauf macht Clintons Gefolgsfrau Geraldine Ferraro unüberlegte Kommentare zu Obamas Hautfarbe und tritt zurück. Biertrinker wählen Hillary, Weintrinker Obama. Pennsylvania ist Hillary-Land, North Carolina liebt Barack. Szenen aus einem übernervösen, nicht enden wollenden Vorwahlkampf, dessen Auf und Ab den Kandidaten und ihren Teams immer mehr zusetzt.
Der Grad der Zermürbung steigt mit jedem Tag dieses Battle Royale. Noch schadet das Rennen den Demokraten nicht. Geld, Freiwillige und Enthusiasmus kommen ja frei Haus. Dennoch darf das Parteiestablishment nicht den Fehler machen, diesem Zweikampf tatenlos zuzusehen. Es muss versuchen, einen Ausweg aus dem Obama-Clinton-Patt zu finden, der mittlerweile hessische Züge angenommen hat. An einer Front scheint sich zumindest eine Lösung abzuzeichnen. Alles deutet auf eine Wiederholung der Vorwahlen in Michigan und Florida hin. Diese beiden Staaten hatten ihre Vorwahlen gegen den Willen des Democratic National Committee (DNC) zeitlich nach vorne verlegt und so den sorgsam austrahierten Vorwahlkalender durcheinander gebracht. Das DNC belegte sie daraufhin mit einem Bann; ihre Delegierten sollten nicht gezählt werden. Auch die Kandidaten hielten sich an die DNC-Vorgaben. Sie machten keinen Wahlkampf in den geächteten Staaten. Obamas Name stand noch nicht einmal auf dem Wahlzettel in Michigan. Nun soll es also einen sog. „Re-Do“ geben, den auch die Gouverneure der beiden Staaten Jennifer Granholm (Michigan) und Charlie Christ (Florida) befürworten. Das Problem ist jedoch: Wer übernimmt die Kosten der Nachwahlen? Schätzungen zufolge müssen mehr als 20 Millionen Dollar pro Staat aufgewendet werden, um den zusätzlichen Urnengang zu bezahlen. Die Gouverneure wollen keine Steuergelder dafür ausgeben; das DNC weigert sich, seine spärliche Schatulle zu öffnen. Eine Gruppe um die Parteivorsitzende der Demokraten in Florida, Karen L. Thurman, hat deshalb die kostengünstige Variante einer Briefwahl vorgeschlagen, orientiert am Vorbild Oregons. Der Beaver State hält seit 1996 seine Wahlen ausschließlich nach dem Prinzip „Vote-by-Mail“ ab und spart damit mehrere Millionen Dollar pro Wahljahr. Ein interessanter Vorschlag, an dem Obamas Kampagne jedoch zweifelt. Zum einen bemängelt sie, dass viele Wähler mit dem Verfahren überfordert sein könnten. Zum anderen öffne das Abstimmen per Brief die Tür für Wahlbeeinflussungen. Wir sind gespannt, ob sich das Duell Obama-Clinton zu guter Letzt am Briefkasten entscheiden wird. Ratlose RepublikanerMittwoch, 16. Januar 2008
Mitt Romney hat seiner Kampagne mit einem deutlichen Sieg in Michigan Rückenwind verschafft. Er siegte mit 38,9% der Stimmen vor John McCain, der 29,7% der Wähler auf sich vereinigen konnte. Mike Huckabee erhielt 16,1%. Das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur ist damit noch unübersichtlicher und offener geworden. In den ersten drei wichtigen Vorwahlstaaten gab es drei verschiedene Sieger. John Martin von Politico.com sieht den Vorwahlkampf der Grand Old Party (GOP) deshalb sogar schon ins Chaos abgleiten. Auch wenn eine solche Aussage übertrieben ist, zeigen die Ergebnisse aber, dass keiner der Kandidaten die verschiedenen Wählergruppen der Republikaner (Fiskalkonservative, Sozialkonservative, Nationalkonservative) bisher entscheidend hinter sich vereinigen konnte. Der Mantel des republikanischen Großmeisters Ronald Reagan wartet weiter darauf, von einem Nachfolger übergestreift zu werden.
Die Nachwahlbefragungen zeigen deutlich, warum Mitt Romney seinen alten Heimatstaat gewonnen hat. 55% der Vorwähler gaben an, dass Wirtschaft ihr Top-Thema gewesen sei. Mitt Romney gewann dieses Wählersegment überdurchschnittlich. Dazu passt, dass seine Hochburgen im Osten des Landes, vor allem in den Krisen geschüttelten Industrieregionen in und um Detroit lagen. Seine optimistische Botschaft der wirtschaftlichen Erneuerung Michigans, untermauert durch sein Image des Wirtschaftsfachmannes, scheint sich bei diesen Wählern durchgesetzt zu haben. Erstaunlich ist auch, dass John McCain sein Momentum aus New Hampshire nicht auf Michigan übertragen konnte. Bei den Wählern, die sich erst in den letzten drei Tagen für einen Kandidaten entschieden hatten (immerhin 32%), lag Mitt Romney deutlich vorne. McCain schaffte es zudem nicht, genügend Independents (als unabhängig registrierte Wähler) für sich zu mobilisieren. Sie machten lediglich 25% der Vorwählerschaft aus, über zwei Drittel der Wähler waren republikanische Stammwähler. Für die Demokraten war die Vorwahl hingegen nur ein Schönheitswettbewerb. Das Democratic National Committee hatte sich schon im Vorfeld entschieden, die Delegierten aus Michigan nicht auf dem Parteitag im August zuzulassen, da der Wolverine State die Vorwahl eigenmächtig auf ein früheres Datum als ursprünglich abgesprochen vorgezogen hatte. Keiner der demokratischen Kandidaten machte deshalb aktiv in Michigan Wahlkampf. Von den großen Drei stand überhaupt nur Hillary Clinton auf dem Wahlzettel. Sie gewann den Wettbewerb folgerichtig auch mit 55,4% der Stimmen. Romney und McCain in MichiganDienstag, 15. Januar 2008
Heute halten die Republikaner ihre Vorwahl in Michigan ab. Das Rennen hat sich zu einem Zweikampf zwischen John McCain und Mitt Romney entwickelt, die letzten Umfragen konnten keinen klaren Frontrunner ermitteln.
John McCain möchte seinen Rückenwind aus New Hampshire nutzen. Wie sein neuester Wahlkampfspot zeigt, betont er vor allem seine Erfahrung und seine politische Standfestigkeit. Unterstützt wird McCain dabei durch wichtige lokale Zeitungen, die für ihn kürzlich eine Wahlempfehlung aussprachen. Sein Image als Mann der klaren Worte könnte McCain allerdings gefährlich werden. Wählern im vom Wirtschaftsabschwung besonders betroffenen Michigan teilte der Senator aus Arizona erst kürzlich mit, dass sie ihre alten Industriejobs nicht mehr zurückbekommen würden. Wähler wollen ehrliche Antworten, allerdings könnte diese Wahrheit zu schonungslos für Menschen sein, die sich vor einer Rezession in den USA fürchten. Anders Mitt Romney. Er setzt in Michigan auf drei Dinge. Erstens betont er seine Erfahrung als Wirtschaftsfachmann und macht Hoffnung auf einen Wiederaufstieg der Autoindustrie in und um Detroit. Zweitens betont er seine lokalen Wurzeln im Great Lake State. Romney wurde hier geboren, sein Vater regierte den Bundesstaat lange Jahre als Gouverneur. Drittens versucht er sich von McCain abzuheben, indem er tief in die Trickkiste amerikanischer Wahlkampfstrategien greift. Romney geriert sich zunehmend als Außenseiter, der Washington radikal verändern will. McCain, der seit über 26 Jahren im Kongress sitzt, brandmarkt er damit implizit als typischen Politiker, der zu viele Jahre in der Bundeshauptstadt verbracht und dabei den Kontakt zu den Menschen im Land verloren hat. Man darf gespannt sein, wer sich in Michigan durchsetzt. Für Mitt Romney ist es die vermeintlich letzte Chance, seiner Kampagne die nötige Glaubwürdigkeit und Vitalität zu geben, die er vor den entscheidenden Vorwahlen in South Carolina, Florida und am Super Tuesday so dringend braucht. Republikaner: All is different…Donnerstag, 27. Dezember 2007
Traditionell sind die Republikaner die geordnete Organisation des amerikanischen Parteienwesens: Frühzeitig bildet sich ein Kandidat heraus und wird von einem Großteil der Partei unterstützt – so war es bei George H. W. Bush 1988 und 1992 (obwohl sich Pat Buchanan lange Zeit als Außenseiterkandidat profilierte), bei Bob Dole 1996 und bei George W. Bush. Der spätere Präsident hatte 2000 zwar heftig gegen John McCain zu kämpfen, aber er war schon frühzeitig der designierte Spitzenkandidat. 2004 kam es nicht mal zu einer Herausforderung.
Angesichts dessen überrascht die momentane Ausgangslage im republikanischen Lager. Tatsächlich konkurrieren noch mindestens fünf Kandidaten um den Gesamtsieg - Mitt Romney, Rudy Giuliani, Fred Thompson, Mike Huckabee und John McCain; allerdings mit unterschiedlichen Chancen. Ihr gemeinsames Hauptziel ist es, die eigene Ausstrahlung, die Finanzen und das „Momentum“ bis zum 5. Februar zu steigern – dem „Super Tuesday“, wo in 22 Bundesstaaten republikanische Delegierte gewählt werden. Die Strategie des früheren Gouverneurs von Massachusetts, Mitt Romney, lag in der Profilierung in den frühen Vorwahlstaaten, um damit in den späteren Staaten Attraktivität und Bekanntheit zu gewinnen. Daher investierte er überproportional viel Geld und Zeit in Iowa und New Hampshire. Er muss wie kein anderer der Kandidaten den Iowa Caucus gewinnen, um für die erste Primary in New Hampshire weiter vorn zu bleiben. Glückt es ihm, mindestens einen der beiden Staaten zu gewinnen, wird er der designierte Spitzenkandidat sein, wenn es eine Woche später in Michigan weiter geht. Momentan dominiert der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, die Schlagzeilen. Seine Umfragewerte steigen national an und in Iowa liegt er knapp vorn. Ein Sieg in Iowa gibt ihm einen Freifahrtsschein für den Wahlgang in New Hampshire, wo niemand erwartet, dass ein früherer Baptistenpfarrer erfolgreich abschneidet. Zudem benötigt er frisches Geld aus Spendeneinnahmen, die nur nach einem Sieg fließen. Sein Lackmustest wird erst die Vorwahl in South Carolina (22. Januar), wo er beweisen muss, wie er als Südstaatler gesehen wird. Trotz seiner Führung in den nationalen Umfragen verlagerte Rudy Giuliani seine Hauptaktivitäten auf die größeren Staaten wie Michigan und Florida. Er vertraut auf seinen hohen Bekanntheitsgrad in Iowa und New Hampshire, um dort respektabel abzuschneiden. Dennoch kämpft er gegen die historischen Erfahrungen – ohne ein starkes Abschneiden in den beiden frühen Staaten ist noch niemand Kandidat seiner Partei geworden. Neben Huckabee ist John McCain überraschend in das Feld der Kandidaten zurückgekehrt. Nachdem seine Kampagne im Herbst abgeschrieben worden war, beginnt er mit seinem moderaten Image und seinen inhaltlichen Vorschläge (bspw. Irak-Krieg) zu punkten. Mögliche Außenseiterchancen hat auch Fred Thompson. Tipp für Iowa: 1. Romney, 2. Huckabee, 3. McCain
Blogeintrag von Mario Voigt
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09:41
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Amtlich: New Hampshire entscheidet am 8. Januar, Michigan eine Woche späterDienstag, 27. November 2007Der frühere Termin steht nun fest: Die Vorwahlen zur 56. Präsidentschaftswahl der USA werden am 8. Januar in New Hampshire ihren Auftakt nehmen. Bereits fünf Tage vorher, am 3. Januar, wird in Iowa der Caucus stattfinden, keine Vorwahl, aber dennoch eine erste Standortbestimmung. Michigan folgt mit dem 15. Januar, der Supreme Court hatte den Weg dafür frei gemacht. Alles konzentriert sich nun um die ominöse Phase zwischen 3. Januar und 5. Februar, an dem viele Staaten ihre Kandidaten küren, meint die Los Angeles Times. „With Iowa casting the first votes Jan. 3 and more than 20 states holding primaries or caucuses Feb. 5, the nominees for the White House could be decided in a one-month blitz of balloting -- and possibly in just a handful of days, if a candidate manages to win both Iowa and New Hampshire.” Hier ein Überblick über den Zeitraum der Vorwahlen: Donnerstag, 3. Januar: Iowa Samstag, 5. Januar: Wyoming (Republicans) Dienstag, 8. Januar: New Hampshire Dienstag, 15. Januar: Michigan Samstag, 19. Januar: Nevada; South Carolina (Republicans) Dienstag, 29. Januar: Florida; South Carolina (Democrats) Samstag, 2. Februar: Maine (Republicans) Am Dienstag, den 5. Februar, ist dann "national primary"-Tag: Alabama; Alaska; Arizona; Arkansas; California; Colorado; Connecticut; Delaware; Georgia; Idaho (Democrats); Illinois; Minnesota; Missouri; New Jersey; New Mexico (Democrats); New York; North Dakota; Oklahoma; Tennessee; Utah; and West Virginia (Republicans). Dann folgen: Samstag, 9. Februar: Louisiana; Nebraska (Democrats); Washington State Sonntag, 10. Februar: Maine Democrats Dienstag, 12. Februar: District of Columbia; Maryland; Virginia Dienstag, 19. Februar: Hawaii Democrats; Wisconsin Auch die Bedeutung verschiebt sich, weg von den großen Staaten Kalifornien, Florida und Michigan hin zu den vermeintlich unwichtigen Staaten: “Although the date for New Hampshire's first-in-the-nation primary was no surprise -- the campaigns had Jan. 8 circled in pencil -- the announcement set off a new round of speculation about which candidates might be helped or hurt. The contests in Iowa and New Hampshire -- which have drawn the vast majority of the candidates' time and attention -- are both exceedingly fluid, with the results in the first expected to heavily influence the outcome in the second. The one certainty is that big states like California, Florida and Michigan will not carry the weight they sought by scheduling their contests earlier than in previous elections. "It's obvious that the disproportionate influence of Iowa and New Hampshire is alive and well, and will live in 2008," said Northeastern University political scientist William Mayer.”
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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10:22
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Warten auf MichiganMittwoch, 21. November 2007Amerikas Wahlkämpfer schauen bereits gespannt nach New Hampshire und Iowa, wo die landesweiten Vorwahlen im Januar ihren Auftakt nehmen werden. Allerdings gibt es noch immer keine festen Termine, denn im Bundesstaat Michigan an der Grenze zu Kanada steht noch die Festlegung auf das Datum der Vorwahlen aus. Bislang im Angebot ist der 15. Januar. Mittlerweile liegt dieser Termin nach monatelangem Hin und Her zur Entscheidung vor Gericht. Michigans Datum ist deshalb so wichtig, weil die Vorwahlen in New Hampshire laut Gesetz mindestens sieben Tage vor denen in Michigan stattfinden müssen. „The early 2008 presidential primary calendar is riding on Michigan, where the state Supreme Court has to decide whether to allow the state to hold its Jan. 15 primary. Officials in New Hampshire must wait for the Michigan court to decide before setting that state’s primary date, which state law requires to be seven or more days before any other.” Eine Entscheidung wird für spätestens heute Mittag (Ortszeit) erwartet. “The court must decide by noon Wednesday to allow the primary to proceed as scheduled.” Viel Zeit bleibt also nicht mehr, was man auch an der Umtriebigkeit der Kampagnenteams erkennen kann. Die bereits gut bekannte „Rapid Response“ wird nun von beiden Seiten ausgebaut. Das berichtet unter anderem GOP-Stratege Phil Musser im Politico: “All the top contenders — Republican or Democrat — have a squad of coffee-fueled, 20-something hit men buried in a windowless HQ office breathing every factoid of their opponents’ political life. They’ve been champing at the bit to be unleashed through the first half of the primary season, but the past few weeks — when the whites of the eyes start to show — is where they whir into full gear.” Auch Mike Huckabee hat einen Rapid Responder engagiert: Joe Carter. „A sign of a mature campaign: Mike Huckabee's communications shop has hired Joe Carter, a new media whiz at the Family Research Council, to head their rapid response operation.” Und die ersten Trainingsstunden konnten die RRs bereits vergangenen Donnerstag in Las Vegas im Bundesstaat Nevada verbringen. Dort debattierten die Demokraten. Die Rollenverteilung war wie immer in den vergangenen Wochen: Hillary gegen die Republikaner und der Rest gegen Hillary: “The headline: Clinton spent her time going after Republicans, while Obama spent his time going after her.” Mehr Eindrücke aus dem Spin Room und der Presse gibt’s hier, hier und hier. Eine nette Posse in Vegas hat die L.A. Times eingefangen. Maria Luisa, eine der Studentinnen, die die Fragen an die Kandidaten stellten, ließ nach der Debatte via MySpace ihren Frust darüber ab, dass sie gegen Ende gezwungen wurde, Hillary Clinton zu fragen, ob sie lieber Diamanten oder Perlen möge. Eigentlich hatte sie Clinton Fragen zur Endlagerung von Atommüll in Nevada stellen wollen. Der Sender CNN war jedoch eingeschritten: “The low point came right at the end when Maria Luisa, a UNLV student, asked Clinton if she preferred diamonds or pearls. True to form, Clinton straddled the answer, saying she likes them both. CNN admitted the next day that a producer allegedly seeking to end the event on a light note gave the question to the student. Auf dem Weg zu Diamanten und Perlen ist es für Hillary auch nach dem vermeintlichen Sieg in Vegas keineswegs leichter geworden. Schließlich schrumpft ihr Vorsprung vor allem in New Hampshire. Dort gehen die Zustimmungswerte unter den demokratischen Anhängern sichtbar zurück, ermittelte das CNN/WMUR poll – von 43 % im September auf 36 %. Für Spannung ist also wieder gesorgt.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
09:47
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