UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Barack Obama hat seinen Vorwahlsieg auch dem Thema Irak zu verdanken. Im Wahlkampf betonte er stets seine Opposition gegen den Krieg, vor dem er schon 2002 in seiner Chicagoer Rede gewarnt hatte. Das machte ihn beliebt bei der demokratischen Basis, bei progressiven Interessengruppen und Bloggern. Es gab ihm die Möglichkeit, sich substantiell von Hillary Clinton abzusetzen, die sich für ihre Zustimmung zur Irak-Resolution nicht entschuldigen wollte.
In der letzten Woche kam das Thema Irak wieder medial auf die Agenda. Die New York Times berichtete von „Big Gains for Iraq´s Security“, der Economist titelte “Is it turning a corner?” Die Sicherheitslage im Irak hat sich seit der neuen Strategie der amerikanischen Zusammenarbeit mit sunnitischen Stammesführern (Sunny Awakening) deutlich verbessert. Die steigenden Ölpreise füllen die Kassen des Staates, auch politische Kompromisse über die föderale Ordnung, über die Finanzverfassung und das neue Rentensystem rücken näher. Natürlich ist die Lage weiterhin äußerst instabil. Es gibt immer noch verheerende Anschläge, Al-Qaida ist in einigen Provinzen wie Diyala nordöstlich von Bagdad weiterhin stark, die Armee des schiitischen Predigers Muktada Al Sadr kann jederzeit den Aufstand gegen das Regime in Bagdad proben. Generell scheint sich die Lage aber zu beruhigen. Die Frage kommt auf: Schadet dieser Erfolg Barack Obama, der einen schnellen Truppenabzug möchte? Gibt er McCain die Chance, sich als vorausschauender und erfahrener Außenpolitiker zu präsentieren, dessen Durchhalteparolen im Irak sich nun auszahlen? Chris Cillizza von The Fix hat sich des Themas angenommen und dazu eine Umfrage unter demokratischen und republikanischen Politikberatern gestartet. Das Ergebnis ist eindeutig: Obama kann von der Situation im Irak nur profitieren. Aus zwei Gründen: Zum einen haben die US-Bürger ihr Urteil über den Irakfeldzug bereits gefällt. Unabhängig von der dortigen Sicherheitslage geben heute konstant über 60 Prozent an, dass es sich nicht gelohnt hat, diesen Krieg zu kämpfen. Die Mehrheit ist für einen Truppenabzug. Zum anderen hat die Entspannung im Irak zur Folge, dass sich die Agenda noch stärker als bisher auf innenpolitische Themen, sprich: Wirtschaft und Arbeit, konzentriert. Ein großes Problem für einen National-Security-Kandidaten wie John McCain.
Blogeintrag von Maik Bohne
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17:28
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1 Million Obama-Fans auf FacebookMontag, 23. Juni 2008 Barack Obama hat nun über 1 Million Freunde auf Facebook. Laut Politics Online ist das mehr als jede andere Seite in der Facebook-Geschichte jemals erreicht hat. Allerdings revidierte Pensito Review diese Meldung bereits und gibt an, dass die Gruppe One Million Against Hillary Clinton schon vor zwei Monaten die Millionen-Grenze überschritten hat. Was an dieser Stelle vielleicht paradox anmuten mag, Hillary Clinton ist auch der Grund für den plötzliche Zuwachs auf Obamas Facebook-Profil, da ihr Ausscheiden aus dem Rennen tausende Demokraten zu einer Neuorientierung bewegte. Barack Obama bedankte sich mit einer Notiz bei seinen Facebook-Freunden und nutzte den Moment, um zu weiterem Engagement zu mobilisieren. Er forderte auf, die Obama-Applikation zu installieren, die aktuelle Informationen über die Kampagne liefert. Außerdem sollen die virtuellen Unterstützer auch im realen Leben aktiv werden und lokale Obama-Gruppen in ihrer Stadt oder Schule gründen, um die Freiwilligen zu organisieren. Auch die Skeptiker spricht Obama direkt an. Die in den USA nur allzu oft gestellte Frage "Werden diese Menschen auch zur Wahl gehen?", beantwortet er mit einem klaren Statement: Die Vorwahlen hätten im ganzen Land gezeigt, dass junge Menschen diese Frage mit einem klangvollen JA beantworten, das zeige sich in historischen Zahlen. John McCain, der ebenfalls in die Internet-Offensive gehen will, hat in das Foto seines Facebook-Profils den Textbanner "A Leader we can believe in" eingefügt. An ihn glauben aber - zumindest auf Facebook - nur 151.430 Anhänger. PS: Heute hat Obama 1.032.717 Anhänger. Vernetzter WahlkampfFreitag, 20. Juni 2008
Facebook, YouTube, Blogs… das sind die innovativen Begriffe des US-Wahlkampfes anno 2008. Das Internet ist in aller Munde, kein Wahlkämpfer kommt mehr an diesem Meta-Medium vorbei. Kürzlich hat das Pew Research Center deshalb eine neue Studie zur Internetnutzung im Präsidentschaftswahlkampf veröffentlicht. Die wichtigste Botschaft: Das Netz hat sich in den USA fest etabliert als bedeutender Raum für politische Informationen und Aktionen.
Erstaunliche 46 Prozent der Amerikaner nutzen das Internet, um sich über die Kampagnen zu informieren, um Gedanken über die Kandidaten auszutauschen und um zu mobilisieren. Diese Zahl ist deutlich höher als zu einem vergleichbaren Zeitpunkt in den Wahljahren 2004 (31%) oder 2000 (16%). Internetnutzung im Wahlkampf steigt aber nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ. Diejenigen, die im Netz auf der Suche nach politischen Informationen sind, nutzen es intensiver als zuvor. 35% der Nutzer haben sich bereits ein Web-Video der Kandidaten angeschaut, 10% sind auf sozialen Netzwerkseiten politisch aktiv, 8% haben bereits online Geld an einen der Kandidaten gespendet. Die Pew-Studie belegt, dass es vor allem jüngere Menschen sind, die das Internet für politische Zwecke nutzen. Da Jungwähler tendenziell stärker zu demokratischen Kandidaten tendieren, überrascht es nicht, dass Anhänger der Demokraten spürbar aktiver im Netz sind als ihre republikanischen Pendants. Die Differenzen sind nicht groß, aber erkennbar. Demokraten nutzen öfter soziale Netzwerkseiten (36%-21%), schauen häufiger Web-Vidoes (51%-42%) und informieren sich intensiver über die Kandidaten (36%-21%) als Republikaner. Wie zu erwarten war, sind die Anhänger Obamas so netzaktiv wie keine andere Gruppe. 74 Prozent der Obamaniacs nutzen das Internet, um sich politisch zu informieren, 17 Prozent haben bereits online gespendet, 14 Prozent haben eine eigene Gruppe auf sozialen Netzwerkseiten wie Facebook oder MySpace eingerichtet. Obwohl die Zahl derer steigt, die sich im WorldWideWeb bewegen, meldet eine große Zahl von Nutzern Zweifel an den Informationen im Netz an. 60 Prozent der Befragten sagten, dass das Internet voll von falschen Informationen und Propaganda sei. 35 Prozent meinten, das Internet sei ein Ort für extreme Ansichten und politische Schreihälse.
McCain flirtet mit den DemokratenFreitag, 13. Juni 2008John McCain macht in diesen Tagen nicht nur mit einem neuen Blog von sich reden. Er überrascht auch mit einer zarten Kontaktaufnahme zu den Demokraten, denn sein "Online Action Center" ist mit dem Daily Kos verlinkt, dem meistgelesenen progressiven Blog der USA. John McCains Blog ist ein Instrument im Werkzeugkasten des Online-Campaignings, mit dem Barack Obama seine dominante Webpräsenz streitig gemacht werden soll. Zu den Vorzügen des neuen Blogs gehört der Einblick in den Terminkalender McCains und Fotos, die dort exklusiv verbreitet werden. Außerdem wird er für Kommentare jeder politischen Couleur offen sein und sich damit stark von Hillary Clinton's Blog absetzen, der sich in Selbstbeweihräucherung einnebelte, wie The Nation im März berichtete. Mit diesem "Link nach links" versucht McCain in fremden Gewässern zu fischen und das Gespräch mit der linken Leserschaft zu suchen. Im McCain'schen Online Action Center gibt es sogar Punkte zu gewinnen, wenn ein McCain-Aktivist Kommentare auf dem anderen Pol der politischen Arena positioniert. Der Fortschritt in der Internet-Kommunikations-Kultur ist enorm, wenn man bedenkt, dass beim letzten Präsidentschaftswahlkampf vor vier Jahren John Kerry seinen Link zum Daily Kos zurückzog, nachdem der erste negative Kommentar einging. Heute sind Blogs, so berichtet der Journalist Ari Melber auf der TechPresident-Website, ein so wesentlicher Bestandteil der landesweiten Politik, dass auch John McCain beginnt, sich für sie zu interessieren. McCains RelaunchMittwoch, 11. Juni 2008
Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit hat John McCain einen Neustart seiner Website vorgenommen. Das überarbeitete Portal www.johnmccain.com ist definitiv besser und benutzerfreundlicher als die alte Version. Kern des Ganzen ist (ähnlich wie bei Barack Obama) das „Volunteer Action Center“.
Auf dem Screenshot ist zu sehen, worum es McCain geht: Drei der sechs Funktionen zielen konkret darauf ab, Freunde, Bekannte und Kollegen von der Kandidatur des „Mac“ zu überzeugen. Diesen Ansatz nennt man in der Fachsprache „Peer-to-Peer-Kommunkation“. Der Grundgedanke: Freiwillige sind die besten Kampagnenbotschafter, weil sie glaub- und vertrauenswürdiger als jedes andere Medium sind. Eine Konversation über den Kandidaten mit einem Nachbarn oder Freund ist bei weitem effektiver als das Anschauen eines 30-sekündigen Werbespots, der eine hohe Chance hat, im medialen Durcheinander des 24-Stunden-Nachrichtenzyklus unterzugehen. Jugendliches WahlverhaltenMittwoch, 28. Mai 2008
Das Internet hat die Schlagkraft des Fernsehens erreicht. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forschungsinstituts Greenberg Quinlan Rosner, in der das Medienverhalten der amerikanischen Jugend untersucht wurde.
Die Umfrage (PDF) richtete sich an die 18-29-jährigen. Im Zentrum stand die Frage, wie sich die Jugend über Politik informiert. Dabei stellt sich heraus, dass wenn es um den US-Präsidentschaftswahlkampf geht, die meisten Jugendlichen lokale TV-Nachrichten sehen und fast ebenso viele sich im Internet informieren. Erst danach folgt das landesweite Fernsehen, wie Fox, NBC, CBS und ABC, wenn es um tägliche oder mehrfach täglich genutzte Informationsquellen geht. Welche Webseiten dazu aufgerufen wurden, wurde ebenfalls ermittelt. Von 176 Befragten gaben 37 an, hauptsächlich über die Suchmaschinen von AOL, Yahoo, MSN oder Google zu recherchieren. An zweiter Stelle stehen Webseiten von TV-Nachrichtensendern wie zum Beispiel CNN, BBC, oder FoxNews. Politische Webseiten dagegen wurden nur von 5 Befragten aufgerufen, die Wahlkampf-Websites der Kandidaten von 7. Die Webseiten sozialer Netzwerke wie MySpace wurden auch nur von 7 Befragten besucht, um sich über Kandidaten zu informieren, Online-Blogs von nur einem Befragten. Das Fernsehen ist demnach immer noch das wichtigste Informationsmedium, aber nur, weil es auch im Netz mit Websites vertreten ist. And the winner is ... „Obamacan“Dienstag, 20. Mai 2008
Die Gewinner des MoveOn-Videowettbewerbs sind bekanntgegeben worden: David Gaw und Lance Mungia produzierten das Video „Obamacan“. Wie man „Obamacan“ übersetzt, zeigt das Urban Dictionary. Es handelt sich dabei um ein Wortspiel aus den Namen des Kandidaten Obama und der Bezeichnung „Republican“ für Anhänger der konservativen Partei.
In „Obamacan“ erzählt ein Veteran, der jahrelang republikanische Kandidaten unterstützt hat, dass er voll hinter Barack Obama steht und ihn wählen wird. Die Prämierung dieses Videos gilt strategisch als brillianter Schachzug der MoveOn-Jury, da der Werbefilm sich an republikanische Wähler richtet, die sich zwischen Obama und John McCain noch nicht entschieden haben. Mit über 400.000 Clicks erreichte der Spot bereits enorme Aufmerksamkeit auf YouTube und wird nun auch in den Staaten Ohio, Colorado, and Wisconsin im US-Fernsehen ausgestrahlt. Laut Politico stehen dafür 200.000$ zur Verfügung. Wie die Kommentare im Politico-Blog zeigen, hinterlässt der Spot bereits erste Spuren bei Republikanern. So fragt EDFromNH die Obama-Kampagne, ob sie auch Buttons mit der Aufschrift „Republicans für Obama“ zur Verfügung stellen… Es lohnt sich auch ein Blick auf die anderen prämierten Videos des Wettbewerbs unter obamain30seconds.org.
Blogeintrag von Ute Pannen
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11:52
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Was passiert eigentlich auf Facebook?Dienstag, 6. Mai 2008Heute wurde ich von einem Freund eingeladen, Mitglied seiner Facebook-Gruppe zu werden und stellte fest, dass die Namen dieser Gruppen immer länger werden. Seit heute bin ich also Mitglied der Gruppe „ Americans Against a third Bush Term (a.k.a.) A McCain Presidency“, die nun 41 Unterstützer hat. Die Selbstdefinition der Gruppe beginnt mit dadaistisch anmutenden Wortspielen wie „... against a John Bush, George McCain ... John McCain presidency.“ Dann geht sie in populistische Klagen über die Benzinpreise über und endet mit dem ironischen Satz „Yeah John, we’re right where we wanna be.“ Wer sich zu dieser Gruppe hingezogen fühlt, hat verschiedene Möglichkeiten sich zu engagieren. Zum einen gibt es den Link, der dazu auffordert, weitere Freude in die Gruppe einzuladen, zum anderen die Chance, sich selbst mit Kommentaren einzubringen und ähnlich wie in einem Forum Diskussionen anzustoßen. Die "Americans Against a third Bush Term (a.k.a.) A McCain Presidency"-Gruppe hat bisher zwei Diskussionsbeiträge. Andere Beiträge können nur von dem Gruppen-Administrator gepostet werden. Die Rubrik "Recent News" beispielsweise informiert über John McCains Politik, die Bushs Steuerkürzungen für Reiche fortsetzen will, den Krieg im Irak weiterführen möchte und vieles mehr. Außerdem bezeugen Fotos die innige Freundschaft zwischen Bush und McCain, während die Applikation Video bislang ungenutzt beibt. Allerdings findet sich unter der Kategorie "Posted Items" ein YouTube-Video mit peinlichen Momenten McCains und unter anderen findet man dort einen satirisches Bild zu John Mc Cains Haltung zur Homoehe. Facebook bietet also beste Möglichkeiten, negative campaigning zu betreiben und viral zu verbreiten. Schauen wir uns doch einmal an, welche politischen Gruppen derzeit bei StudiVZ in Deutschland entstehen. Da wäre die Gruppe "Angela Merkel: Bundeskanzlerin der Herzen – wir lieben Dich" (2 Mitglieder) oder Anti-Gruppen wie "Wenn Kurt Beck Kanzler wird, wandere ich aus!" (46 Mitglieder). Niemand polarisiert jedoch so sehr wie Claudia Roth, um die sich sowohl ein Fanclub (183 Mitglieder) als auch die Gruppe "Ich hasse Claudia Roth" (448 Mitglieder) ranken. Außerdem häufen sich zu ihrer Person Geschmacklosigkeiten wie "Gott hasst Claudia Roth" (4 Mitglieder), "Burkapflicht für Claudia Roth" (38 Mitglieder) und "Ich bremse nicht für Claudia Roth" (69 Mitglieder). Die Gruppe "Ich war mit Guido Westerwelle in der Sauna" (7 Mitglieder) zeigt, dass sich nicht alle StudiVZ-Gruppen in die normativen Kategorien von Pro und Contra, von Kampagne und und negative campaigning einordnen lassen. Zur Wahlkampfkommunikation eignet sich StudiVZ ohnehin nur sehr eingeschränkt. Es gibt weder ein "Discussion Board", noch die Möglichkeit, Links oder Beiträge zu posten. Bei der Entscheidung zu einer Gruppenmitgliedschaft auf StudiVZ handelt sich demnach eher um das Abgeben eines Statements. Die einzigen aktiven Partizipationsmöglichkeiten bestehen in dem Einladen weiterer Gruppenmitglieder und dem Melden von Gruppen, die möglicherweise die Gefühle oder Moralvorstellungen der Teilnehmer verletzen. P.S.: Um die Gruppen anzuschauen, muss man sowohl im Fall von Facebook als auch bei StudiVZ einen eigenen Account haben.
Blogeintrag von Ute Pannen
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10:09
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Die soziale Dimension der PolitikDienstag, 8. April 2008
Nach einer Studie des PEW- Meinungsforschungsinstitut nimmt der Gebrauch sozialer Netzwerke und Videos im US-Wahlkampf stark zu.
Die Untersuchung zeigt, dass sich unter den jungen Amerikanern ein neues Medienverhalten verzeichnen lässt. Nachrichten werden nicht mehr in erster Linie aus Tageszeitungen oder Nachrichtensendungen im Fernsehen entnommen, sondern aus E-Mails von Freunden. Damit werden die Jugendlichen nicht nur zu Konsumenten von Nachrichten, sondern auch zu Sendern. In der New York Times wird die 25 jährige Lauren Wolfe zitiert, die als „President of College Democrats of America“ aktiv ist: „Oft lese ich eine interessante Meldung im Internet und sende die URL an zehn Freunde.“ Sie fügt hinzu, dass sie lieber einen Artikel liest, der sie in einer E-Mail eines Freundes erreicht, als den Artikel selbst in der Zeitung zu suchen. Somit wächst die Bedeutung sozialer Netzwerke wie Facebook und sozialer Medien wie YouTube von reinen Unterhaltungsformaten zu Nachrichtenmedien. Dieses Phänomen lässt sich auch in den Kampagnen der Kandidaten beobachten. Allen voran nutzt Barack Obama die Möglichkeiten des wachsenden Interesses an Web 2.0. Als Barack Obama im Januar auf die letzte „State of the Union“-Rede von George W. Bush mit einem fünfminütigen Video-Kommentar reagierte, erreichte diese Rede wenig Aufmerksamkeit von Zeitungen und Fernsehen. Aber das Video war vielmehr für das Internet geschaffen und schnell auf YouTube veröffentlicht, wo es auf der Liste der populärsten Videos erschien und auf Googles Liste der meist gebloggten Themen. Es wurde über 1,3 Millionen Mal angeschaut und von mehr als 500 Blogs verlinkt. Außerdem zirkulierte es weitreichend in sozialen Netzwerken wie Facebook. Zwei Drittel der unter 30-jährigen amerikanischen Web-Nutzer geben an, soziale Netzwerke zu nutzen, während weniger als 20% der Älteren sich dort registrieren. MySpace und Facebook dienen auch als Bindeglied zu den Kandidaten. Die Nase vorn hat in diesem Rennen um die Wählergunst eindeutig Barack Obama mit zirka 1 Million „Freunden“ auf den beiden Webseiten. Hillary Clinton, seine Rivalin innerhalb des demokratischen Lagers, folgt mit kaum 330.000 Freunden und der Republikaner John McCain verzeichnet dort über 140.000 Anhänger. Nach Angaben des PEW Instituts haben vier von zehn jungen Wählern Kandidaten-Reden, Interviews und Spots im Internet angesehen. Sie bezeichnen die Online-Diskussionen und Videos als relevante Quelle für Wahlkampfinformationen. So war in den Tagen nach Barack Obamas Speech on Race der Link zu dem Video und dem Text das meistversandte Thema auf Facebook.
Blogeintrag von Ute Pannen
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10:04
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Video-EffekteMontag, 10. März 2008
In der letzen Woche haben wir den Spot vorgestellt, mit dem Hillary Clinton erfolgreich in Ohio und Texas ihren Wahlkampf geführt hat. In der Zwischenzeit sorgte dieses Video für einige Reaktionen in der amerikanischen Öffentlichkeit:
Neben TV-Ausstrahlungen in Ohio und Texas brachte das Video über 150.000 Clicks auf YouTube. Aber Fernsehen und YouTube sind bei weitem nicht die einzigen Medien, die sich mit diesem Spot beschäftigt haben. Schnell brach in der Blogosphäre eine Diskussion aus, die thematisiert, ob Hillary Clintons Team Barack Obama in diesem Video schwärzer retuschiert hat, als er eigentlich ist.
Der Fernsehsender CNN fühlte sich motiviert, die Telefonszene des Videos aufzugreifen, in der die Frage gestellt wird, wen die Amerikaner sich im Weißen Haus wünschen, wenn um 3 Uhr morgens das Telefon klingelt. Die Botschaft des Videos ist klar, nur die fleißige und immer gegenwärtige Kandidatin Hillary Clinton ist in einer Gefahrensituation bereit. Dass CNN diese Szenerie ziemlich absurd findet, zeigte der Sender mit einer Meinungsumfrage unter seinen Zuschauern. Er rief auf, per Telefon abzustimmen: „Was vermuten Sie, wer ist der mürrischste Präsident, wenn er um 3 Uhr morgens durch einen Telefonanruf geweckt wird...“ Bevor diese Umfrage erste Ergebnisse aufwies, wurde schon der nächste Skandal aus dem Umfeld des Videos bekannt. Die Schauspielerin, die das schlafende Mädchen im Clinton-Werbespot darstellt, outet sich vor der Fernsehkamera als Obama-Unterstützerin, die sich schon auf verschiedenen Ebenen für die Kampagne des Konkurrenten engagiert hat. Warum sie dann überhaupt im Clinton-Video mitspielt, hat nur den einen Grund: Bei den verwendeten Aufnahmen von dem Mädchen handelt es sich um acht Jahre altes Filmmaterial, über dessen Verwendung sie selbst keine Kontrolle mehr hat. Aber sie würde gerne an einem Gegenvideo für ihren Favoriten Barack Obama mitwirken, lächelt sie unschuldig in die Kamera.Was auch immer der Wahrheit am nächsten kommt, eines steht fest, Werbespots und You Tube Videos sind zu Wahlkampfmedien geworden, die crossmedial ihre Wirkung entfalten.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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12:23
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Videos der WocheDienstag, 19. Februar 2008Der Einfluss von Will.I.ams unglaublich populärem „Yes we can“ –Video inspirierte die amerikanischen Wähler in der letzten Woche zu einer Reihe von Parodien. Die meisten kommen aus dem linken Lager des US-Wahlkampfes und unterstützen Hillary Clinton oder Barack Obama. Voter-generated, also selbstgemachte Videos für John Mc Cain sind nicht im Umlauf, womit sich wieder einmal bewahrheitet, dass die Grassroots-Bewegung eher von den Demokraten ausgeht oder das Schnittprogramm „final cut pro“ einfach nur auf den Computern der Demokraten läuft. Das Video „John.he.is“ geht von der Grassroots-Organisation Billionaires for Bush aus und greift die Schwarz-Weiß-Ästhetik des Originals auf, die mit diesen Farben der Ewigkeit eine Allgemeingültigkeit suggeriert. Aber auch die grundsätzliche Dramaturgie von Ausschnitten großer Reden montiert mit Schauspielern, Sängern und Sportlern in ihren Alltags-Outfits wird übernommen, auch wenn es sich hier nicht um echte Stars handelt. Die satirische Attacke wendet sich in erster Linie gegen John McCains Haltung zum Irakkrieg. So wird sein bekannter Patzer „Bomb Iran“ eingespielt, den er im April 2007 bei einer Wahlkampfrede zum Besten gab, eine Analogie zu dem Beach Boys-Song „Barbara Ann“. Am Ende wird McCain mit einem Satz zitiert, der ihn seit geraumer Zeit verfolgt: „Ich glaube, die Amerikaner sind nicht besorgt, wenn wir noch 100 Jahre im Irak bleiben...“ Ganz ähnlich funktioniert die Satire „No you can’t“, das ironisch die zu Serotonin-Ausstoß führenden „Yes you can“ - Rufe der Massen im Originalvideo aufgreift. In der Verneinung „No, you can’t“ wird hier gezeigt, was in John McCains Präsidentschaft alles nicht möglich wäre: Kann ich mir eine Krankenversicherung leisten? Kann ich aus dem Irak heimkommen? Kann ich die Raten für mein Haus bezahlen? Kann ich heiraten, wenn ich homosexuell bin? NO, YOU CAN’T. Hillary Clintons Fangemeinde hat Aufnahmen der Kandidatin in dem Video „Superwoman“ mit dem gleichnamigen Song von Alica Keys zusammengeschnitten: „.., because I am a superwoman. Yes I am.“ „Yes she is.“ Obama und das InternetDonnerstag, 7. Februar 2008„The revolution will not be televised“. Auf diesem Motto basierte die Präsidentschaftskandidatur von Howard Dean im Jahr 2004. Dean setzte zusammen mit seinem Wahlkampfchef Joe Trippi konsequent auf die virale Kraft des Internets. Seine Kampagne war der Durchbruch des wahlkämpfenden Web 2.0. Alle Kandidaten sprangen auf diesen virtuellen Zug auf, Internetkommunikation ist heute integraler Bestandteil einer gut geführten Kampagne. Generell hat das Internet drei wichtige Qualitäten im Wahlkampf: Es ist ein intelligentes Instrument für Fundraising, ein kostengünstiges Tool zur Organisation von Freiwilligen und ein wertvoller Kanal für Kampagnenbotschaften. Keiner setzt diese Funktionen des Internets so gut und geschickt ein wie Barack Obama. Schauen wir uns seine Internet-Kampagne genauer an. Fundraising: Die Zahlen sind bemerkenswert. Barack Obama nahm im Januar 2008 unglaubliche 32 Millionen Dollar ein. Sagenhafte 28 Millionen davon kamen über das Internet. Während Hillary Clinton ihrer Kampagne 5 Millionen Dollar aus ihrem privaten Vermögen leihen musste, sammelte Obama jeden Tag im Schnitt über 1 Million bei seinen Unterstützern, oft in Form von Kleinspenden im Wert von 25 bis 50 Dollar. Seit die Wahllokale am Super Tuesday schlossen, hat er 7,2 Mio. Dollar flüssig gemacht. In Emails an seine Sympathisanten denken sich Obamas Kampagnenmacher immer neue Techniken des Fundraising aus. Vor den Vorwahlen in Iowa konnte man Obama einen Tag des Wahlkampfes schenken, in dem man ihn durch Kleinspenden vom lästigen Geldsammeln auf den üblichen Fundraising-Dinners befreite. Magische Grenzen („Never before has a campaign activated 500,000 individual donors“) werden vorgegeben. Nie fehlt in Obamas Motivationsmails der Hinweis auf den „Donate-Button“. Organisation: Obamas Freiwilligenteams bestehen größtenteils aus jungen, motivierten Volunteers, die mit dem Internet aufgewachsen sind. Obama ist der Held von sozialen Networking-Seiten wie Facebook oder MySpace. Aber auch auf seiner eigenen Homepage gibt es alle Tools, die ein heutiges virales Internetmarketing braucht. Man kann lokale Wahlkampfgruppen starten, sein eigenes Blog anlegen oder Events und Hausparties finden. Pünktlich zur heißen Phase des Vorwahlkampfes hat Obama zudem MoveOn´s Konzept der „liquid phone bank“ übernommen. Freiwillige können sich Telefondaten von potentiellen Obama-Wählern in allen Staaten der USA über das Netz herunterladen und von zu Hause Mobilisierungsanrufe tätigen. Message: In E-Mails werden Obamas Unterstützer zur Zeit täglich mit Kampagnen-Updates versorgt. Man fühlt sich wahrhaftig als Teil des Wahlkampfes, schnell ist man ein Glied in der großen Email-Kette der Kampagne. Gestern erreichte mich eine elektronische Nachricht von Michelle Obama. Sie wollte ein Video mit mir teilen, das die Black Eyed Peas mit Stars wie Herbie Hancock und Scarlett Johansson aufgenommen haben. Ich möchte es ganz im viralen Sinne an unsere Leser weitergeben. Internet funktioniert. Neustart für Hillarys KonversationMontag, 4. Februar 2008
„Let the Conversation begin“: mit diesem Slogan begann Hillary Clinton vor über einem Jahr ihre Kampagne mit regelmäßigen Videopodcasts und einer Frage-Antwort-Veranstaltung im Internet. Heute, am Tag vor dem Super Tuesday, verleiht Hillary Clinton ihren Wählern wieder eine Stimme und nimmt Stellung zu Fragen. Ausgestrahlt wird diese im Rathaus von New York stattfindende Veranstaltung heute abend auf Clintons Webseite.
Fragen können vorab per SMS oder über ein Online-Formular gestellt werden. Natürlich besteht in diesem ersten Web 2.0-US-Wahlkampf auch die Möglichkeit, das eigene Anliegen per You Tube-Video vorzutragen. Wer doch gerne den altmodischen Weg gehen und persönlich in New York vorsprechen möchte, sollte sich auch beteiligen, denn eine Person wird ausgewählt, um ihre Frage leibhaftig im Rathaus zu stellen und Hillary im Anschluss backstage zu treffen. Die beste PR für dieses Online-Spektakel war allerdings nicht die Webseite der Kandidatin, sondern ihr Auftritt beim TV-Duell gegen Barack Obama, das von CNN übertragen wurde. Bei diesem letzten Duell vor dem Super Tuesday strahlte Clinton nicht nur mehr denn je und konterte humorvoller als zuvor, sie ergriff auch das letzte Wort und lud alle Wähler zum National Town Hall auf ihre Homepage ein. „Und was ist mit meiner Webseite?“ warf Barack Obama ein. „Oh, Du bist auch herzlich eingeladen mitzumachen.“ GOP meets YouTube: Huckabee punktet, CNN kontert KritikMittwoch, 5. Dezember 2007Im August hatten die demokratischen Kandidaten das zweifelhafte Vergnügen der YouTube via CNN-Debatte. Letzten Mittwoch in St. Petersburg in Florida waren nun acht Bewerber der Republikaner dran, vom Sender CNN aus vielen tausend Einreichungen ausgewählte Fragen der YouTube-Nutzer im Fernsehen zu beantworten. (…) “It’s interesting to see our critics really focusing on the questioners, but not really focusing on the questions. You haven’t heard them say that these were not useful questions.””
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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17:42
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Wer unterstützt MoveOn?Dienstag, 2. Oktober 2007Die liberale Anti-Kriegs-Bewegung MoveOn, die medial gegen den Irak-Krieg und Oberbefehlshaber General Petraeus trommelt, gerät jetzt selbst in Anzeigen ins Visier der Republikaner. Und damit sitzen auch die demokratischen Kandidaten auf der medialen Anklagebank. Schön zu sehen ist dies auf Werbebannern wie diesem hier:
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