UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Advantage ObamaMittwoch, 7. Mai 2008
Barack Obama hat im Rennen um die Kandidatur der Demokraten einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Hillary Clinton brauchte überzeugende Resultate, die sie nicht liefern konnte. Ein hauchdünner Sieg in Indiana (51-49%) und eine Niederlage in North Carolina (42-56%) reichten nicht aus, um dem Vorwahlkampf eine clintonsche Wendung zu geben. Der Vorteil liegt nach diesem Abend eindeutig bei Obama. In einem Q&A wollen wir die wichtigsten Fragen des Tages beantworten.
Hat Barack Obama die Nominierung jetzt (endlich) sicher? Nein, das hat er noch nicht. Die absolute Mehrheit der Delegiertenstimmen konnte er nicht erreichen. Mit dem guten Abschneiden gestern stellte er aber die Weichen für einen endgültigen Sieg gegen Hillary. In North Carolina gewann Obama mit mehr als 200.000 Wählerstimmen Vorsprung, das ist beeindruckend. Zählt man sein gutes Resultat in Indiana hinzu, so besteht für Hillary Clinton mathematisch kaum noch die Chance, Obama in Form von Delegiertenstimmen und absoluten Wählerstimmen zu überholen. Die noch unentschiedenen Superdelegierten (ca. 275 von 796) werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gegen das Votum der Basis stellen. Wichtiger für Obama ist aber, dass er nach seinem härtesten Kampagnenmonat (Stichworte: Jeremiah Wright, Kleinstadtwähler-Schelte, Niederlage in Pennsylvania) zurück in der Erfolgsspur ist. Er hat den Wählern und (vor allem) dem Parteiestablishment gezeigt, dass er die Härte und Standhaftigkeit für den Hauptwahlkampf hat. Wie sieht die Zukunft für Hillary Clinton aus? Mit einem Wort: Düster. Hillary Clintons Team hatte sich Hoffnungen gemacht, dass sie in Indiana klar gewinnen und Obamas Umfragevorsprung in North Carolina deutlich verringern würde. Daraus wurde nichts. Ihre ganze Argumentation ist damit ins Wanken geraten, die da hieß: „Ich habe Momentum. Obama schwächelt. Ich bin die wahre Vertreterin der demokratischen Basis. Obama ist zu elitär und abgehoben, er hat keinen Zugang zum „kleinen Mann“. Zwar hat Hillary auch gestern wieder die weißen Wähler am Besten erreicht (vor allem weiße, ältere Frauen). Die Zweifel an Obama sind also berechtigt. Doch was am Ende zählt, sind die Konstruktionen von Sieg und Niederlage, Mikrodaten geraten da schnell in Vergessenheit. Auch wenn sie gestern Abend noch mit dem nötigen Zweckoptimismus erklärte: „We go full speed – on to the White House“, hat Hillary Clinton in der derzeitigen Konstellation kaum noch Chancen auf einen Sieg. Ihr einziger Pfad zur Nominierung ist es, das Spielfeld zu ändern, in dem sie darauf drängt, die Delegierten und Wählerstimmen aus Michigan und Florida vollständig zählen zu lassen. Da sie beide Staaten mit großem Abstand gewonnen hatte, könnte ihr das eine Art Momentum am Grünen Tisch verschaffen. Zur Information: Michigan und Florida hatten ihre Vorwahlen zeitlich unrechtmäßig nach vorne verlegt. Als Konsequenz strafte sie das Democratic National Committee (DNC) mit einem Ausschluss vom Parteitag. Es fand kein Wahlkampf in den beiden Staaten statt, Obama stand noch nicht einmal auf dem Wahlzettel in Michigan. Am 31.Mai tagt das Rules and Bylaws Committee (eine Art Parteischiedsgericht) des DNC in Washington, um eine Empfehlung über das Schicksal der Delegierten in Michigan und Florida abzugeben. Es sieht aber nicht danach aus, als wenn Clinton sich mit ihren Forderungen durchsetzen könnte. Wie geht es weiter? Sechs demokratische Vorwahlen stehen noch aus, bei denen allerdings nur 187 Delegiertenstimmen vergeben werden. Hillary Clinton kann nach derzeitigen Umfragen auf Siege in West Virginia (13. Mai) und Kentucky (20. Mai) spekulieren; Obama liegt hingegen in Oregon (20. Mai) vorn. Danach stimmen noch Puerto Rico (1. Juni) sowie Montana und South Dakota (3. Juni) ab. Dort ist das Rennen noch relativ offen. Alles Hin und Her nützt aber nichts: Hillary Clinton muss sich vorsichtig damit abfinden, dass sie (nach hartem Kampf) das Rennen gegen Barack Obama verloren hat. Hier Obamas Siegesrede, gehalten in Raleigh, North Carolina:
Blogeintrag von Maik Bohne
um
12:12
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Kampf um das HeartlandDienstag, 6. Mai 2008
Der nächste Tag der Entscheidung ist gekommen. Heute finden die demokratischen Vorwahlen in Indiana und North Carolina statt, in denen zusammen 187 Delegierte vergeben werden, so viele wie an keinem anderen Wahltag mehr bis zum Ende der Vorwahlsaison am 3. Juni.
Barack Obama und Hillary Clinton haben in den vergangenen Tagen verbissen um jedes noch so kleine Segment von Wählerstimmen gekämpft. Eine Wählergruppe stand dabei im Fokus der Aufmerksamkeit: weiße Arbeiter und Angehörige der unteren Mittelschicht. Um die Gunst dieser in den USA gern als „blue collar voters“ bezeichneten Klientel ist ein intensiver Wettstreit ausgebrochen. Hillary Clinton, in den 1990er Jahren noch als elitär und abgehoben portraitiert, geriert sich in den vergangenen Wochen immer mehr als einzige echte Arbeiterführerin im Wahlkampf. Sie gibt sich offen dem ökonomischen Populismus hin, indem sie gegen den Rat von Wirtschaftsexperten empfiehlt, die Benzin-Steuern den Sommer über auszusetzen, um den autofixierten Amerikanern eine schnelle Netto-Entlastung zu bescheren. Auf Wahlkampftouren geißelt Clinton hohe Studentenkreditraten als moderne Schuldknechtschaft und bezeichnet die Hypothenkrise als groß angelegte Manipulation der gierigen Finanzdienstleister. Sie führt immer öfter Wahlkampf an den Kultstätten des bodenständigen Amerikas (NASCAR Hall of Fame, Community Colleges, Pickup-Truck-Händler) und konstruiert Barack Obama als elitär und entrückt von der Lebenswirklichkeit des Durchschnittsamerikaners. Wie wir kürzlich berichteten, hat auch Barack Obama seinen Stil bodenständiger gemacht. Immer öfter betont er seine Herkunft aus kleinen Verhältnissen, erzählt von seiner Zeit als Sozialarbeiter im Süden Chicagos und den finanziellen Schwierigkeiten, die seine Familie hatte, als er noch nicht der Politstar (inkl. zweier millionenschwerer Buchverträge) war, der er heute ist. Interessanterweise organisiert das Obama-Team weniger Massenveranstaltungen, die Zeit der schillernden Großkundgebungen scheint vorerst vorbei zu sein. Obama trifft Wähler in kleineren Settings, in Diners und Fabriken, auf Bauernhöfen oder bei Hausbesuchen in den Vororten von Indianapolis, um sich volkstümlicher und weniger abgehoben zu zeigen. Immer öfter sieht man ihn mit hoch gekrempelten Ärmeln und locker sitzendem Schlips. Auch seine Rhetorik ist weniger beladen mit blumigen Botschaften des Wandels und der Hoffnung, sondern geht gezielter ein auf die Ängste und Nöte der von der drohenden Rezession betroffenen Arbeiter- und Mittelschicht. Der Kampf um das Heartland bleibt spannend. Der wahrscheinlichste Ausgang der Vorwahlen: Barack Obama gewinnt North Carolina, Hillary Clinton setzt sich in Indiana durch. Diese Einschätzung unterfüttern die neuesten Umfragen in beiden Staaten. Fest steht auf jeden Fall, dass Clinton in Indiana gewinnen muss, wenn sie ihre Kampagne am Leben halten möchte. Aber diesen Druck ist die Steh-Auf-Frau des Vorwahlkampfes ja gewohnt. Hier gibt es den letzten Spin direkt von den Kandidaten, die brav ihre „Morning Media“ absolvierten:
Blogeintrag von Maik Bohne
um
17:19
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Guerilla-Marketing hinter Obamas RückenDienstag, 6. Mai 2008
Wer vor einer Woche Obamas Rede in Indiana auf CNN verfolgt hat, dem mag aufgefallen sein, dass sich hinter dem Rücken des Kandidaten ein Meisterwerk der Schleichwerbung vollzogen hat.
Als Obama seine Rede nach der verlorenen Primary-Wahl von Pennsylvania hielt, waren hinter ihm drei junge Männer in T-Shirts der Marke Abercrombie & Fitch (A&F) zu sehen. Auf der Website fiveblogsbeforelunch wird gemutmaßt, dass drei Mitarbeiter von A&F sich extra aus Ohio auf den Weg gemacht haben, um perfektes Product Placement zu betreiben. Ein Punkt bleibt noch zu klären: Warum fiel niemandem in der CNN-Redaktion auf, dass der Markenname gleich drei Mal prominent plaziert wurde? Zumal die Amerikaner sich doch seit Janet Jacksons skandalösem Auftritt beim amerikanischen Superbowl (Stichwort: Nipplegate) vor Überraschungen schützen und selbst Live-Übertragungenen mit drei Sekunden Verzögerung ausstrahlen.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
um
09:43
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Obama gibt sich bodenständigMittwoch, 30. April 2008
Die vergangenen Vorwahlen in Texas, Ohio und Pennsylvania haben es gezeigt. Barack Obama hat Probleme, (weiße) Wähler aus der unteren Mittelschicht und der Arbeiterschaft an sich zu binden. Seine blumige Rhetorik des Wandels scheint bei den ökonomisch Benachteiligten in Zeiten einer drohenden Rezession nicht richtig zu verfangen.
Die nicht enden wollende Kontroverse um den umstrittenen Pastor Jeremiah Wright, Obamas Aussagen über frustrierte Kleinstädter und sein furchtbar unsportlicher Bowling-Auftritt haben diese Kluft sicher nicht gerade verkleinert. Paradox ist die Lage schon: Obama führt eine der basisorientiertesten, lebensnahesten Kampagnen der Neuzeit, gilt aber dennoch als elitär und entrückt vom normalen Amerikaner, der gerne in Form von Jim, Joe oder Cindy durch den Blätterwald gejagt wird. Politico.com spekulierte sogar schon darüber, ob Obama zu intelligent für die breite Wählerschar sei.
Obamas Reaktion: Zusammen mit seinem Team hat er in jüngsten Strategiesitzungen beschlossen, seine Herkunft wieder stärker in den Mittelpunkt der Wahlkampfreden zu stellen. Sein Aufwachsen in kleinen Verhältnissen bei seiner allein erziehenden Mutter in Kansas und seine Zeit als Sozialarbeiter in Chicago will Obama rhetorisch mit einer populistischeren Wirtschaftsbotschaft verbinden. Zudem gibt er sich im Vorwahlkampf in Indiana volksnäher und bodenständiger als bisher. Nach einem Wahlkampfauftritt im ländlichen Kokomo (Indiana) spielte er am Freitag publikumswirksam 3-on-3-Basketball. Im sportverrückten Indiana war ihm damit ein Beitrag in den lokalen Abendnachrichten sicher. Zudem trat Obama am Wochenende zum ersten Mal in der Sonntagstalkshow des Nachrichtensenders Fox News auf, die auch unter weißen Arbeitern beliebt ist. Dort versprach er dem Gastgeber Chris Wallace eindringlich, härter für die Stimmen der „blue-collar voters“ zu kämpfen. Nachdem er während einer Pressekonferenz an einer Tankstelle irgendwo in Indiana die zu hohen Benzinpreise kritisiert hatte, bekannte er kürzlich sogar, nur fünf Anzüge zu besitzen, die er im Wechsel trage. Nur fünf Anzüge… Ob diese Form des Stilwechsels bei den bodenständigen Wählern in Indiana ankommt, bleibt fraglich. Apropos Benzinpreise: Im Rennen um die Zustimmung des „kleinen Mannes“ hat Hillary Clinton gerade eine neue Sau durch das Vorwahldorf getrieben. Sie schlug (genauso wie John McCain) vor, die Benzinsteuern den Sommer über auszusetzen. Obama lehnt dies ab, aus ökologischen und fiskalischen Gründen. Das ist rational und aller Ehren wert, wird dem autofixierten Durchschnittsamerikaner aber sicher nicht ganz einleuchten. Populist zu sein, ist schwerer als gedacht!
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