UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Hillary Clinton konnte zwar gestern einen lockeren Sieg bei den Vorwahlen in Puerto Rico verbuchen, das Wochenende wird die Kampagne allerdings als nicht gelungen bezeichnen müssen. Der Parteiausschuss der Demokraten, das sog. Rules and Bylaws Committee, entschied am Samstag, dass die Delegierten aus Florida und Michigan zwar am Parteitag in Denver (25.-28. August) teilnehmen dürfen, aber nur mit halber Stimmkraft.
Florida und Michigan hatten ihre Vorwahlen gegen die Bestimmungen des Democratic National Committee (DNC) auf einen früheren Termin vorverlegt und damit den behutsam ausgehandelten Vorwahlkalender der Demokraten durcheinander gebracht. In keinem der beiden Staaten machten die Kandidaten deshalb aktiv Wahlkampf; in Michigan hatten Barack Obama und John Edwards ihre Namen sogar vom Wahlzettel nehmen lassen. Das Problem: Hillary Clinton hatte die Abstimmungen in Florida und Michigan deutlich gewonnen und drängte in den vergangenen Wochen darauf, die Delegierten vollständig (inkl. voller Stimmkraft) auf dem Parteitag zuzulassen. So hätte sie zwar den Vorsprung Obamas bei den Delegierten auch nicht aufgeholt, aber zumindest mehr absolute Wählerstimmen als der junge Senator aus Illinois auf ihrem Konto gehabt. Ein symbolisches, aber wichtiges Argument, um die restlichen Superdelegierten doch noch von ihrer Kandidatur zu überzeugen. Daraus wird nun nichts mehr. Nach fünfstündiger Diskussion, die immer wieder von Buhrufen und Jubel der Anhänger beider Kandidaten unterbrochen worden war, einigten sich die Mitglieder des Parteiausschusses darauf, Clinton einen Nettogewinn von 24 Delegiertenstimmen gegenüber Obama zuzusprechen (19 in Florida und 5 in Michigan). Es war vor allem die Michigan-Frage, die die Gemüter erhitzte. Mit einer bisher einmaligen (und kruden) Rechenweise, basierend auf den Abstimmungsergebnissen, Nachwahlbefragungen und sog. Write-In-Wahlzetteln, ermittelte der Ausschuss, dass Clinton in Michigan 69 und Obama 59 Delegierte zugesprochen bekommen. Das brachte Harold Ickes, Hillarys Vertreter im Rules and Bylaws Committee, vollends auf die Palme. Er sprach von Geiselnahme der Wählerstimmen und machte auf einer Pressekonferenz nach der Sitzung deutlich, dass Clinton sich das Recht vorbehalte, diese Zählweise auf dem Parteitag in Denver anzuzweifeln. Das wäre der Super-Gau für die Partei, die sich natürlich nichts Sehnlicheres wünscht als einen harmonischen Ablauf der Krönungsmesse. Ob es aber so weit kommt, ist fraglich. Obwohl sich Hillary weiter kämpferisch gibt, drängen sie immer mehr Demokraten, nach dem Ende der Vorwahlsaison am morgigen Dienstag aus dem Rennen auszusteigen. Um die Nominierung zu gewinnen, braucht es nun 2.118 Delegierte. Obama fehlen nach Berechnungen der Associated Press nur noch 47 Delegierte. Die Ziellinie ist (endlich) in Sicht…
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Obamas Sieg… in ReichweiteMittwoch, 21. Mai 2008
Es muss ein gutes Gefühl für Barack Obama gewesen sein, zurückzukommen an einen Ort, der seine Kandidatur, vielleicht auch sein Leben, nachhaltig verändert hat. Keine Frage: Iowa war der Wendepunkt im Rennen gegen Hillary Clinton. Hier erzielte er seinen ersten Sieg, hier hielt er eine seiner besten Reden, hier zeigte er, dass er auch im Heartland der USA ein glaubwürdiger Kandidat ist.
Gestern verkündete Barack Obama in Des Moines, dass sein Sieg in Reichweite sei. Eine interessante Formulierung. In Reichweite? Gestern war klar geworden, dass er mit seinem Vorwahlsieg in Oregon und den nötigen Delegierten aus Kentucky die absolute Mehrheit der 3.253 „pledged delegates“ erreicht hat. Anders gesagt: Die Mehrheit der in Vorwahlen und Caucuses bestimmten Delegierten für den Parteitag ist ihm sicher. Da Obama aber noch nicht die nötige Anzahl von Superdelegierten hinter sich hat, wird er noch warten müssen auf den endgültigen Sieg gegen Hillary Clinton. Für die Ex-First Lady hatte Obama gestern nur Nettigkeiten im Gepäck. Er gratulierte ihr zu einem (überzeugenden) Wahlsieg in Kentucky und pries sie als erfahrene politische Kämpferin für das Gute in der Welt. Doch die Lobhudeleien dauerten nicht allzu lange. Schnell richtete Obama seinen Blick auf den Zweikampf mit John McCain. Zwei Argumentationslinien gegen McCain wurden gestern deutlich. Zum einen will Obama den Wettstreit mit dem 71-jährigen Senator aus Arizona zu einer Wahl zwischen Status Quo und Wandel machen, also zwischen Vergangenheit und Zukunft. Zum anderen versucht er, John McCains Image als unabhängiger, quer denkender Republikaner („Maverick“) einzureißen, indem er McCain so oft er kann mit dem Namen eines gewissen George W. Bush in Verbindung bringt. Was machte Hillary Clinton? Die gab sich gestern noch nicht geschlagen und feierte ihren überzeugenden Sieg in Kentucky mit dem Hinweis auf eine andere mathematische Begebenheit. Clinton erklärte, dass sie die Mehrheit der absoluten Wählerstimmen hinter sich habe, also die Mehrheit aller abgegebenen Stimmen im Laufe der demokratischen Vorwahlen. Dies ist faktisch richtig, aber nur, wenn man ihre Siege in Michigan und Florida einbezieht. Die sind aber weiterhin wertlos, da sich das Democratic National Committee (DNC) bisher weigert, die Abstimmungen anzuerkennen. Zudem wäre ein Sieg bei der sog. „popular vote“ lediglich ein moralischer Erfolg. Was zählt, ist die harte Währung der Delegierten. Und in dieser Wertung liegt Obama eindeutig vorne. Die Zeichen stehen also, trotz allem mathematischen Hin und Her, klar auf Sieg für Obama. Immer mehr Superdelegierte kommen aus den Büschen, jeden Tag gewinnt er drei bis fünf Politiker aus dem Parteiestablishment für seine Sache hinzu. Das wird sich bald zu einer endgültigen absoluten Parteitagsmehrheit addieren, die er dann vielleicht in Springfield, Illinois feiern wird. Dem Ort, an dem seine bemerkenswerte Kampagne offiziell begonnen hatte. Bei all dem Jubel und der Begeisterung sollte Obama aber nicht vergessen, dass er weiterhin massive Probleme mit vielen Teilen der Wählerschaft hat. Die Niederlage in Kentucky zeigt einmal mehr, dass viele weiße, kulturell konservativere Wähler auf dem Land ein Problem mit dem als zu luftig und elitär stilisierten Obama haben. Auch bei Hispanics und älteren Wählern muss er gut Wetter machen, wenn er den Hauptwahlkampf gegen John McCain gewinnen will. Es bleibt wie immer … spannend.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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14:58
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Sieg für die MoralDonnerstag, 15. Mai 2008
Hillary Clinton hat den erwarteten Erfolg in West Virginia eingefahren. Sie schlug Barack Obama deutlich mit 41 Prozentpunkten Vorsprung (67-26%). Ein Sieg für die Moral der Clinton-Kampagne, mehr aber auch nicht. Denn trotz des guten Abschneidens im Mountain State hat die Ex-First Lady kaum noch Chancen auf die Nominierung der Demokraten. Roger Simon fragte in einem Kommentar auf Politico.com sogar schon überspitzt: „Hillary Wins – Does Anybody Care?“ In der Tat wird erwartet, dass sich Barack Obama bereits am 20. Mai zum faktischen Sieger der Demokraten erklären wird, wenn er (seinen Rechnungen zufolge) nach den Vorwahlen in Kentucky und Oregon uneinholbar bei den „pledged delegates“ vorne liegt.
Auch ein Blick in Obamas Terminkalender macht deutlich, dass seine Aufmerksamkeit hauptsächlich John McCain gilt. Nur sporadisch machte er in West Virginia Vorwahlkampf. Seine Kampagne führte ihn stattdessen nach Missouri, einem der wahrscheinlichsten „battleground states“ im November. In den nächsten Tagen wird er zudem Michigan und Florida bereisen, Staaten also, in denen er aufgrund von Restriktionen der Bundespartei noch nicht wahlkämpfen durfte, die aber für einen Sieg gegen John McCain unverzichtbar sind. Wir dürfen uns also allmählich mit einem Duell Obama-McCain anfreunden. Für diesen Zweikampf sind die Zahlen aus West Virginia allerdings nicht gerade erbaulich für Obama. Sein Problem mit weißen Arbeitern und Angehörigen der unteren Mittelschicht trat auch gestern wieder eklatant zu Tage. Er bekam dort kein Bein auf die Erde mit bodenständigen, ökonomisch benachteiligten Demokraten. Mit einer Klientel also, die im Wahlforscherjargon gemeinhin als „Reagan Democrats“ bekannt ist, weil sie trotz wirtschaftlich unsicherem Status zur kulturell konservativen Philosophie der Republikaner neigt. Auch zeigten die Nachwahlbefragungen in West Virginia, dass fast jeder fünfte Wähler offen angab, dass Obamas Hautfarbe ein entscheidendes Kriterium bei der Entscheidungsfindung war. Über 80% dieser Wähler stimmten für Clinton. Obama ist einmal mehr vor Augen geführt worden, dass er in den nächsten Wochen und Monaten viel zu tun hat, um die demokratische Basis hinter sich zu bringen. Drei Brücken muss er unbedingt schlagen. Erstens zwischen schwarz und weiß, zweitens zwischen jung und alt, drittens zwischen männlich und weiblich. Neueste nationale Umfragen belegen allerdings die elektorale Anziehungskraft Obamas. In der jüngsten Washington Post/ABC-Poll liegt er mit 51 zu 44 Prozentpunkten vor John McCain. In fast allen Landesteilen führt er deutlich gegen den „Mac“, selbst im Süden der USA, der republikanischen Hochburg schlechthin, liegt er nur 4 Punkte hinten.
Blogeintrag von Maik Bohne
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10:06
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Advantage ObamaMittwoch, 7. Mai 2008
Barack Obama hat im Rennen um die Kandidatur der Demokraten einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Hillary Clinton brauchte überzeugende Resultate, die sie nicht liefern konnte. Ein hauchdünner Sieg in Indiana (51-49%) und eine Niederlage in North Carolina (42-56%) reichten nicht aus, um dem Vorwahlkampf eine clintonsche Wendung zu geben. Der Vorteil liegt nach diesem Abend eindeutig bei Obama. In einem Q&A wollen wir die wichtigsten Fragen des Tages beantworten.
Hat Barack Obama die Nominierung jetzt (endlich) sicher? Nein, das hat er noch nicht. Die absolute Mehrheit der Delegiertenstimmen konnte er nicht erreichen. Mit dem guten Abschneiden gestern stellte er aber die Weichen für einen endgültigen Sieg gegen Hillary. In North Carolina gewann Obama mit mehr als 200.000 Wählerstimmen Vorsprung, das ist beeindruckend. Zählt man sein gutes Resultat in Indiana hinzu, so besteht für Hillary Clinton mathematisch kaum noch die Chance, Obama in Form von Delegiertenstimmen und absoluten Wählerstimmen zu überholen. Die noch unentschiedenen Superdelegierten (ca. 275 von 796) werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gegen das Votum der Basis stellen. Wichtiger für Obama ist aber, dass er nach seinem härtesten Kampagnenmonat (Stichworte: Jeremiah Wright, Kleinstadtwähler-Schelte, Niederlage in Pennsylvania) zurück in der Erfolgsspur ist. Er hat den Wählern und (vor allem) dem Parteiestablishment gezeigt, dass er die Härte und Standhaftigkeit für den Hauptwahlkampf hat. Wie sieht die Zukunft für Hillary Clinton aus? Mit einem Wort: Düster. Hillary Clintons Team hatte sich Hoffnungen gemacht, dass sie in Indiana klar gewinnen und Obamas Umfragevorsprung in North Carolina deutlich verringern würde. Daraus wurde nichts. Ihre ganze Argumentation ist damit ins Wanken geraten, die da hieß: „Ich habe Momentum. Obama schwächelt. Ich bin die wahre Vertreterin der demokratischen Basis. Obama ist zu elitär und abgehoben, er hat keinen Zugang zum „kleinen Mann“. Zwar hat Hillary auch gestern wieder die weißen Wähler am Besten erreicht (vor allem weiße, ältere Frauen). Die Zweifel an Obama sind also berechtigt. Doch was am Ende zählt, sind die Konstruktionen von Sieg und Niederlage, Mikrodaten geraten da schnell in Vergessenheit. Auch wenn sie gestern Abend noch mit dem nötigen Zweckoptimismus erklärte: „We go full speed – on to the White House“, hat Hillary Clinton in der derzeitigen Konstellation kaum noch Chancen auf einen Sieg. Ihr einziger Pfad zur Nominierung ist es, das Spielfeld zu ändern, in dem sie darauf drängt, die Delegierten und Wählerstimmen aus Michigan und Florida vollständig zählen zu lassen. Da sie beide Staaten mit großem Abstand gewonnen hatte, könnte ihr das eine Art Momentum am Grünen Tisch verschaffen. Zur Information: Michigan und Florida hatten ihre Vorwahlen zeitlich unrechtmäßig nach vorne verlegt. Als Konsequenz strafte sie das Democratic National Committee (DNC) mit einem Ausschluss vom Parteitag. Es fand kein Wahlkampf in den beiden Staaten statt, Obama stand noch nicht einmal auf dem Wahlzettel in Michigan. Am 31.Mai tagt das Rules and Bylaws Committee (eine Art Parteischiedsgericht) des DNC in Washington, um eine Empfehlung über das Schicksal der Delegierten in Michigan und Florida abzugeben. Es sieht aber nicht danach aus, als wenn Clinton sich mit ihren Forderungen durchsetzen könnte. Wie geht es weiter? Sechs demokratische Vorwahlen stehen noch aus, bei denen allerdings nur 187 Delegiertenstimmen vergeben werden. Hillary Clinton kann nach derzeitigen Umfragen auf Siege in West Virginia (13. Mai) und Kentucky (20. Mai) spekulieren; Obama liegt hingegen in Oregon (20. Mai) vorn. Danach stimmen noch Puerto Rico (1. Juni) sowie Montana und South Dakota (3. Juni) ab. Dort ist das Rennen noch relativ offen. Alles Hin und Her nützt aber nichts: Hillary Clinton muss sich vorsichtig damit abfinden, dass sie (nach hartem Kampf) das Rennen gegen Barack Obama verloren hat. Hier Obamas Siegesrede, gehalten in Raleigh, North Carolina:
Blogeintrag von Maik Bohne
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12:12
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Entscheidung am Postkasten?Freitag, 14. März 2008
Hillary Clinton hat Momentum, Barack Obama die meisten Delegierten. Sie gewinnt Ohio und Texas, er siegt in Wyoming und Mississippi. Samantha Power, außenpolitische Beraterin Obamas, muss gehen, weil sie Hillary als Monster bezeichnet hatte. Kurz darauf macht Clintons Gefolgsfrau Geraldine Ferraro unüberlegte Kommentare zu Obamas Hautfarbe und tritt zurück. Biertrinker wählen Hillary, Weintrinker Obama. Pennsylvania ist Hillary-Land, North Carolina liebt Barack. Szenen aus einem übernervösen, nicht enden wollenden Vorwahlkampf, dessen Auf und Ab den Kandidaten und ihren Teams immer mehr zusetzt.
Der Grad der Zermürbung steigt mit jedem Tag dieses Battle Royale. Noch schadet das Rennen den Demokraten nicht. Geld, Freiwillige und Enthusiasmus kommen ja frei Haus. Dennoch darf das Parteiestablishment nicht den Fehler machen, diesem Zweikampf tatenlos zuzusehen. Es muss versuchen, einen Ausweg aus dem Obama-Clinton-Patt zu finden, der mittlerweile hessische Züge angenommen hat. An einer Front scheint sich zumindest eine Lösung abzuzeichnen. Alles deutet auf eine Wiederholung der Vorwahlen in Michigan und Florida hin. Diese beiden Staaten hatten ihre Vorwahlen gegen den Willen des Democratic National Committee (DNC) zeitlich nach vorne verlegt und so den sorgsam austrahierten Vorwahlkalender durcheinander gebracht. Das DNC belegte sie daraufhin mit einem Bann; ihre Delegierten sollten nicht gezählt werden. Auch die Kandidaten hielten sich an die DNC-Vorgaben. Sie machten keinen Wahlkampf in den geächteten Staaten. Obamas Name stand noch nicht einmal auf dem Wahlzettel in Michigan. Nun soll es also einen sog. „Re-Do“ geben, den auch die Gouverneure der beiden Staaten Jennifer Granholm (Michigan) und Charlie Christ (Florida) befürworten. Das Problem ist jedoch: Wer übernimmt die Kosten der Nachwahlen? Schätzungen zufolge müssen mehr als 20 Millionen Dollar pro Staat aufgewendet werden, um den zusätzlichen Urnengang zu bezahlen. Die Gouverneure wollen keine Steuergelder dafür ausgeben; das DNC weigert sich, seine spärliche Schatulle zu öffnen. Eine Gruppe um die Parteivorsitzende der Demokraten in Florida, Karen L. Thurman, hat deshalb die kostengünstige Variante einer Briefwahl vorgeschlagen, orientiert am Vorbild Oregons. Der Beaver State hält seit 1996 seine Wahlen ausschließlich nach dem Prinzip „Vote-by-Mail“ ab und spart damit mehrere Millionen Dollar pro Wahljahr. Ein interessanter Vorschlag, an dem Obamas Kampagne jedoch zweifelt. Zum einen bemängelt sie, dass viele Wähler mit dem Verfahren überfordert sein könnten. Zum anderen öffne das Abstimmen per Brief die Tür für Wahlbeeinflussungen. Wir sind gespannt, ob sich das Duell Obama-Clinton zu guter Letzt am Briefkasten entscheiden wird. Florida: Ein republikanischer Fingerzeig gen Super Tuesday?Mittwoch, 30. Januar 2008John McCain heißt der strahlende Sieger der Vorwahlen in Florida. Mit 36% der Stimmen konnte er sich gegen seinen ärgsten Herausforderer Mitt Romney (31,1%) durchsetzen. Rudy Giuliani landete mit 14,6% abgeschlagen auf dem dritten Platz. John McCain hat mit diesem wichtigen Sieg seinen Status als Frontrunner der Republikaner untermauert. Er geht definitiv als aussichtsreichster Kandidat in den Super Tuesday, an dem in 22 Bundesstaaten Vorwahlen abgehalten werden. Nachwahlbefragungen zeigen, dass McCains Sieg vor allem auf moderaten republikanischen Vorwählern basierte, von denen viele unzufrieden mit der Bush-Regierung sind. Mitt Romney konnte hingegen das konservative Segment der Partei für sich gewinnen, mit 13 Prozentpunkten Vorsprung. McCain sahen die Wähler jedoch mehrheitlich als den wählbarsten Kandidaten im November und als besseren Commander-in-Chief. Einflussreich schien auch das Endorsement von Gouverneur Charlie Christ gewesen zu sein, das er kurz vor der Wahl für McCain abgegeben hatte. 4 von 10 Wählern gaben an, dass diese Unterstützungsbekundung sehr wichtig für ihre Wahlentscheidung gewesen sei. Erstaunlicherweise gewann McCain auch die Mehrheit der Wähler, die Wirtschaft und Arbeit als ihre Top-Themen bezeichneten. Um dieses Wählersegment hatte Romney massiv geworben, indem er sich als erfahrener Wirtschaftsfachmann gerierte. Eindeutiger Verlierer des Abends war hingegen Rudy Giuliani. Seine Strategie des Aussitzens der frühen Vorwahlen, ob aus der Not heraus geboren oder kühn geplant, ging nicht auf. Dies bestätigt einmal mehr die entscheidende Bedeutung der ersten Abstimmungen in Iowa, New Hampshire und South Carolina. ABC News berichtet derweil, dass Rudy Giuliani heute noch ein offizielles Endorsement für John McCain abgeben wird. Das undurchsichtige Kandidatenfeld bei den Republikanern hat sich mit dieser Wahl gelichtet. Rudy ist raus, Huckabee hat kaum Chancen. Es geht nun um einen Zweikampf zwischen John McCain und Mitt Romney. Romney hat bereits angekündigt, keine Ressourcen zu schonen, um die Kandidatur für sich zu entscheiden. Will heißen: Er wird eine große Summe seines privaten Vermögens in die Hand nehmen, um nahezu alle Super-Tuesday-Vorwahlstaaten mit TV-Spots und Direct Mailings zu überziehen. Das Geld nicht alles ist, zeigt aber das Beispiel Florida. Romney hat hier 10mal mehr TV-Spots geschaltet als McCain. Bei den Demokraten gewann Hillary Clinton mit 49,7% vor Barack Obama (33%) und John Edwards (14,4%). Ihr Sieg war jedoch rein symbolisch. Delegierte wurden auf Seiten der Demokraten nicht vergeben, da sich der Staat Florida entschieden hatte, die Vorwahlen auf einen früheren Zeitpunkt als geplant vorzuverlegen. Das Democratic National Committee hatte daraufhin die Wahl für nicht gültig erklärt. Alle demokratischen Kandidaten zeigten sich solidarisch und vermieden es, aktiv im Sunshine State Wahlkampf zu machen.
Blogeintrag von Maik Bohne
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15:49
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Horse Race: Das wöchentliche Kandidaten-Ranking IIIFreitag, 25. Januar 2008
Auch diese Woche gibt es wieder das offizielle Kandidaten-Ranking zum amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Das Rennen um die Kandidaturen ist weiterhin offen. Weiterhin lässt sich auf beiden Seiten des politischen Spektrums kein klarer Frontrunner ausmachen. Der Ton des Vorwahlkampfes verschärft sich allerdings zusehends. Die vergangenen Tage wurden bestimmt vom heftigen Schlagabtausch zwischen Clinton und Obama. Hillary blies Attacke, Barack musste reagieren. Bei den Republikanern nahm Freizeit-Kandidat Fred Thompson seinen Hut.
DEMOKRATEN 1. HILLARY CLINTON Hillary Rodham Clinton (HRC) ist in der Offensive. Spätestens seit ihrer Niederlage in Iowa heißt ihr Motto Attacke. Zusammen mit ihrem Mann hat sie ein "Tag Team" gebildet, das Obama aus allen erdenklichen Richtungen angreift. Obamas politische Erfahrung wird genauso in Zweifel gezogen wie seine Opposition gegen den Irak-Krieg. Zuletzt versuchten ihn die Clintons als Reagan-Bewunderer und Freund eines dubiosen Slum-Lords darzustellen. Ob diese Attacken auf Tatsachen beruhen, können andere klären. Sicher ist, dass Hillary Clinton der Obama-Bewegung den Zauber genommen hat. Zu Gute kommt HRC momentan sicher auch, dass die Themen Wirtschaft und Arbeit ganz oben auf der Wähleragenda stehen. Auf diesen Feldern kann sie ihre Trumpfkarten Erfahrung und sachpolitische Versiertheit besser ausspielen. Eine ABC/Washington Post-Umfrage fand heraus, dass ihr demokratische Vorwähler erheblich mehr Kompetenz (46%) beim Thema Wirtschaft bescheinigen als Barack Obama (33%). HRC setzt nun ganz auf eine nationale Strategie. Anstatt in South Carolina Wahlkampf zu machen, absolvierte sie diese Woche Auftritte in Kalifornien, Arizona und New York. In diesen Super Tuesday-Staaten liegt sie mit großem Abstand vorne. Wir sollten uns mit einer Kandidatin Hillary Clinton anfreunden. (letzte Woche: Rang 1) 2. BARACK OBAMA Barack Obama hatte sich geschworen, eine positive Kampagne führen, die auf Ausgleich, Optimismus und Idealismus fußen sollte. Obama weigerte sich, den üblich zynischen Spinmeister-Wahlkampf zu machen, den die professionelle Beraterkaste in Washington, DC seinen Kandidaten regelmäßig verordnet. Kein dumpfer Negativwahlkampf, kein Matschwerfen, kein Hin und Her von Anschuldigung und Gegen-Anschuldigung, so hieß sein Motto. Das Problem dieser Strategie: Was machen, wenn man offensiv angegriffen wird? Obama hat es bisher noch nicht geschafft, die demokratischen Vorwähler entscheidend gegen den Status-Quo-Wahlkampf Clintons zu mobilisieren. Seine Kampagne wird zwar in South Carolina erfolgreich sein, aber insgesamt hat sie ihren Schwung und ihren Glanz vorerst verloren. Obama muss seine divergente Wählerstruktur (Twens, gebildete Mittelschicht, Schwarze, Independents) ausweiten. Er muss zeigen, dass er auch die demokratischen Stammwähler (Ü-50, untere Mittelschicht, wenig formale Bildung) für sich gewinnen kann. (letzte Woche: Rang 2) 3. JOHN EDWARDS John Edwards führt die themenorientierteste Kampagne aller demokratischen Kandidaten. Seine ökonomisch-populistische Botschaft müsste in Zeiten einer drohenden Wirtschaftskrise eigentlich bestechen. Trotz eloquenter und kämpferischer Auftritte in den vergangenen TV-Debatten scheint er den Blick der Medien nicht vom Horse Race zwischen Clinton und Obama abwenden zu können. Ein zweiter Platz in South Carolina könnte seiner Kampagne noch einmal Leben einhauchen. Wir halten ein solches Ergebnis aber für unrealistisch. (letzte Woche: Rang 3) REPUBLIKANER 1. JOHN MCCAIN John McCain bleibt der aussichtsreichste Kandidat in einem republikanischen Kandidatenfeld, dass so fluide ist wie die Börsenentwicklung der letzten drei Tage. McCains Vorteile sind eindeutig seine Authenzität, seine politische Erfahrung und seine Wählbarkeit. Lässt man ihn in Umfragen fiktiv gegen Clinton und Obama antreten, so entscheidet er das Rennen deutlich für sich. McCains Nachteile liegen aber auch auf der Hand. Seine bisherigen Siege in New Hampshire und South Carolina basierten vor allem auf den Stimmen von Independents (unabhängigen Wählern). In geschlossenen Vorwahlstaaten wie Florida oder Kalifornien, in denen nur republikanische Stammwähler an die Urnen gehen dürfen, wird es für den Senator aus Arizona schwer. Hinzu kommt der Wandel der Themenagenda im Wahlkampf. McCains Aufschwung hatte viel mit der positiven Entwicklung im Irak zu tun, die nun aber medial durch die Wirtschaftskrise in den USA überlagert wird (letzte Woche: Rang 1) 1. MITT ROMNEY Mitt Romney hat sein Thema im Wahlkampf gefunden. Am Vorabend einer Rezession kann er sich als Wirtschaftsfachmann Nr. 1 im republikanischen Feld präsentieren. Romney ist (ähnlich wie McCain) nicht der Kandidat der konservativen Herzen, aber er könnte sich als der präsidialste Bewerber im volatilen republikanischen Feld profilieren. Ex-Gouverneure haben Vorteile. Sie können exekutive Erfahrung vorweisen, ohne den verhassten Washingtoner Stallgeruch zu haben. Ronald Reagan (Kalifornien), Bill Clinton (Alabama) und George W. Bush (Texas) haben es ihm vorgemacht. In Florida ist ein Sieg möglich. Falls ihm dies gelingt, geht er mit guten Aussichten in den Super Tuesday. (letzte Woche: Rang 2) 3. RUDY GIULIANI Rudy Giuliani hat alles auf die Vorwahl in Florida gesetzt und seinen Wohnsitz in den letzten Wochen mehr oder weniger in den Sunshine State verlegt. Eine kühne, fast schon visionäre Strategie des Hizzoners. Letzte Umfragen in Florida zeigen jedoch, dass ihm das Aussitzen der frühen Vorwahlen geschadet hat. Wie schon im Herbst von seinen Beratern geplant, will er sich in der entscheidenden Phase des Vorwahlkampfes als einzig wahrer fiskalkonservativer Kandidat im Feld profilieren (mit einem atemberaubenden Steuersenkungsplan im Gepäck). Es ist zweifelhaft, ob ihm dies gelingt. Wenn Rudy Giuliani in Florida verliert, ist seine kurzlebige Kampagne schon wieder vorbei. (letzte Woche: Rang 3) 4. MIKE HUCKABEE Mike Huckabee ist der Kandidat, der am meisten vom Ausstieg von Fred Thompson profitiert. Die beiden teilen sich das gleiche Wählersegment: sozialkonservative, religiöse Republikaner. Hier liegt aber auch Huckabees Problem. Er schafft es nicht, seine Basis zu erweitern. Der Stern des Prediger-Gouverneurs, der nach dem Sieg in Iowa noch hoch am Himmel stand, ist erheblich verblasst.(letzte Woche: Rang 4)
Blogeintrag von Maik Bohne
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11:57
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Horse Race: das wöchentliche Kandidaten-Ranking IIFreitag, 18. Januar 2008
Der Vorwahlkampf geht in seine entscheidende Phase. In Nevada und South Carolina finden am Samstag die nächsten Abstimmungen statt, am Horizont tauchen aber schon Florida (29. Januar) und der Super Tuesday (5. Februar) auf. Die Kriegskassen der Top-Kandidaten sind gut gefüllt, die Teams sind bereit für einen semi-nationalen Vorwahlkampf. Bei den Demokraten hat sich das Rennen endgültig auf Hillary Clinton und Barack Obama zugespitzt. Auf Seiten der Republikaner haben aufgrund des Sieges von Mitt Romney in Michigan weiterhin vier Kandidaten Chancen auf die Kandidatur. Anlass genug für unser wöchentliches Kandidaten-Ranking:
DEMOKRATEN 1.) HILLARY CLINTONObwohl Hillary Clinton und Barack Obama vorerst Frieden geschlossen haben, zeigten die Kontroversen der letzten Tage doch eindeutig einen Strategiewandel der Clinton-Kampagne. Hillary geht in die Offensive, sie hat die Samthandschuhe abgelegt. Grundtenor ihres Wahlkampfes ist es, vehementer als zuvor Kontraste zwischen ihr und Obama aufzuzeigen. In Zeiten eines drohenden Wirtschaftsabschwunges präsentiert sich Hillary Clinton als erfahrene, sachpolitisch versierte Arbeiterin für die breite Mittelschicht. Obama versucht sie hingegen das Jimmy-Carter-Image eines eloquenten Idealisten anzuheften, der zwar Energie und Aufbruchsstimmung verbreitet, aber der in letzter Konsequenz nicht die Erfahrung und Führungsstärke hat, Amerika als Präsident zu führen. Zunehmend stellt Clinton auch Obamas Lebens- und Politikergeschichte in Frage, die er bisher so intelligent in seine Kampagnenbotschaft eingeflochten hatte. Hillary Clinton hat es sicherlich geschafft, den Kampagnendiskurs auf die Themen Substanz und Erfahrung auszurichten. Sie geht mit dieser kontrollierten Offensive aber auch ein Risiko ein. Hillary könnte schnell wieder in die Zeiten zurückfallen, in denen sie als zu berechnend, zu kühl und zu negativ wahrgenommen worden war. Das Betonen von Erfahrung und politischer Bilanz ist zudem vergangenheitsorientiert, Wähler stimmen jedoch über die Zukunft ab. Insgesamt liegt Hillary Clinton aber in den jüngsten Umfragen erstaunlich weit vorne in Florida, Kalifornien und New York (letzte Woche: Rang 1) 1.) BARACK OBAMADer Wahlkampf des jungen Senators aus Illinois ist weiterhin beeindruckend. Selten hat es eine Kampagne gegeben, bei der Botschaft und Kandidat so gut zusammengepasst haben wie bei Obama. Die Massen strömen zu seinen Veranstaltungen, seine Kampagne hat bereits über 500,000 registrierte Spender (!). Obama besetzt das Thema Wandel mit Eloquenz, Verve, Charisma und Simplizität. Wandel ist ein uramerikanischer Wert, die Gesellschaft gründet sich geradezu auf Veränderung, Neuerfindung und Optimismus. Allerdings ist der Begriff Wandel ein sehr diffuses Etwas und hier fangen die Probleme Obamas an. Seine Kampagne fußt auf einem sehr wolkigen Narrativ, den Obama bisher wenig mit inhaltlicher Substanz geerdet hat. Genau auf diesen Punkt zielt Hillary Clinton ab. Obama ist zudem taktisch unflexibel. Da er einen strikt positiven Wahlkampf führen möchte, bietet sich ihm die Option Attacke nur sehr eingeschränkt. Er könnte damit in die Defensive gedrängt werden, Reaktion statt Aktion sozusagen. Dennoch bietet Obama den Wählern einen Pfad in die Zukunft an. Seine Kampagne ist, wie alle guten Präsidentschaftswahlkämpfe, nach vorne gewandt. Das ist ein Plus (letzte Woche: Rang 2). 3.) JOHN EDWARDS Wenn Zwei sich streiten, freut sich ja gerne der Dritte. Bei John Edwards ist dies zur Zeit sicher nicht der Fall. Edwards prallt mit seiner ökonomisch-populistischen Botschaft vollkommen an der medialen Mauer ab, die sich um das Duell Obama-Clinton aufgebaut hat. Ironischerweise ist seine Botschaft am Vorabend einer Rezession aber aktueller denn je. Ein weiterer Beleg dafür, wie wichtig Personen und mediale Inszenierung in einem solchen Horse Race sind. Es geht erst in zweiter oder dritter Linie um Themen und politische Lösungsansätze. (letzte Woche: Rang 3) REPUBLIKANER 1.) JOHN MCCAIN Trotz seiner Niederlage in Michigan bleibt John McCain in unserem Ranking auf Platz eins. In einem äußerst diffusen und fragmentierten Kandidatenfeld hat der Senator aus Arizona immer noch die besten Chancen, eine Mehrheit von republikanischenVorwählern hinter sich zu bringen. Siege in South Carolina und Florida sind möglich. Wenn ihm dies gelingen sollte, dann geht er als Favorit in den Super Tuesday. McCain ist sicher nicht der republikanische Kandidat der Herzen, aber einer der wenigen, die die aufbrechende Wählerkoalition von Fiskalkonservativen, Sozialkonservativen und Nationalkonservativen zusammenhalten kann. Problem für McCain ist jedoch, dass er aufgrund seines Alters und seiner langen Jahre im Kongress schlechter als viele andere Kandidaten den von den Wählern beider Seiten eingeforderten Wandel verkörpern kann. (letzte Woche: Rang 1). 2.) MITT ROMNEY Der Aufsteiger der Woche. Sein Sieg in Michigan war sicherlich keine allzu große Überraschung. Wichtiger als der Erfolg in seinem Heimatstaat wiegt jedoch, dass Mitt Romney die richtige Botschaft für seine Kampagne gefunden zu haben scheint. Er setzt zunehmend auf zwei Dinge: Wirtschaftskompetenz und Anti-Washington-Rhetorik. In Zeiten zunehmender ökonomischer Unsicherheit hilft Romney sein Image als Wirtschaftsfachmann. Folgerichtig lautet seine Botschaft: Ich kämpfe für jeden einzelnen Job in Amerika! Als Ex-Gouverneur von Massachussetts hat Romney zudem die Möglichkeit, gegen das verhasste Washington Wahlkampf zu machen. Washington steht für Bürokratisierung, Abgehobenheit und Korruption. Ein äußerst beliebtes Wahlkampfspiel in den USA, mit dem er implizit auch John McCain angreift (s. oben). Unverständlich ist allerdings die Entscheidung, sich nicht auf South Carolina zu fokussieren, sondern den Wahlkampf nach Nevada zu verlegen. South Carolina hat Symbolkraft. Seit 1980 hat sich auf Seiten der Republikaner immer derjenige Kandidat durchgesetzt, der South Carolina gewann. Wir dürfen gespannt sein. (letzte Woche: Rang 4) 3.) RUDY GIULIANI Rudy hat all seine Ressourcen nach Florida verlegt. Es war eine gewagte Strategie von ihm, die ersten Vorwahlen auszusitzen. Aber das diffuse Kandidatenfeld spielt Giuliani in die Hände. Noch hat sich kein klarer Frontrunner etabliert, auch in Florida ist noch alles möglich und alles offen. Allerdings ist sein Absturz in den Umfragen nicht mehr zu vertuschen. Sowohl auf nationaler Ebene als auch in Florida musste er die Führung an John McCain abgeben. Giuliani sendet zur Zeit Wahlwerbespots im Sunshine State, in denen er genau das anspricht, was wir schon letzte Woche angedeutet hatten. Seine Botschaft ist: Ich habe Euch Zeit gegeben, die anderen Kandidaten zu testen. Nun übernehme ich das Ruder! Wir sind gespannt, ob es funktioniert. (letzte Woche: Rang 2) 4.) MIKE HUCKABEE Mike Huckabee hat eindeutig Schwächen, seine Basis über die evangelikalen Christen hinaus zu vergrößern. South Carolina, in dem die sozialkonservativsten Wähler des Landes beheimatet sind, wird ihm sicher wohl gesonnen sein. Aber wir melden große Zweifel an, ob Huckabee in den großen Staaten außerhalb des Südens wettbewerbsfähig ist. Die Kandidatur des Prediger-Gouverneurs scheint sinnbildlich für ein letztes politisches Aufbäumen der sozialkonservativen Basis zu sein. Ihren Machtanspruch innerhalb der Republikanischen Partei scheinen sie aber langfristig zu verlieren. (letzte Woche: Rang 2)
Blogeintrag von Maik Bohne
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14:26
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Mac is backMittwoch, 9. Januar 2008
Auf republikanischer Seite konnte John McCain einen eindeutigen Sieg einfahren, nachdem er vor einigen Monaten fast aufgegeben hätte. Allerdings fehlt es seiner Kampagne immer noch an finanziellen Mitteln, um in den nächsten Wochen und Monaten aktiv um Stimmen zu werben. Doch mit einem solchen Sieg in der Tasche sollte auch das Spendensammeln wieder leichter sein. Durch McCains Sieg in New Hampshire wird das Rennen der Republikaner noch unvorhersehbarer. Denn er selbst gilt in der republikanischen Basis als umstritten, insbesondere wegen seiner Pläne für die Integration illegaler Einwanderer. Mitt Romney, der eigentlich als Favorit gehandelt wurde, konnte bisher weder Iowa noch New Hampshire für sich entscheiden, obwohl er dort viel Zeit und auch sehr viel Geld investiert hatte. Mike Huckabee, der Sieger von Iowa, konnte in New Hampshire mit seinen streng religiösen Ansichten nur einen dritten Platz erreichen. Rudy Giuliani’s Strategie, sich auf die großen Staaten wie Florida zu konzentrieren, und dafür New Hampshire und Iowa quasi zu ignorieren, kann noch aufgehen. Wir werden sehen!
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Republikaner: All is different…Donnerstag, 27. Dezember 2007
Traditionell sind die Republikaner die geordnete Organisation des amerikanischen Parteienwesens: Frühzeitig bildet sich ein Kandidat heraus und wird von einem Großteil der Partei unterstützt – so war es bei George H. W. Bush 1988 und 1992 (obwohl sich Pat Buchanan lange Zeit als Außenseiterkandidat profilierte), bei Bob Dole 1996 und bei George W. Bush. Der spätere Präsident hatte 2000 zwar heftig gegen John McCain zu kämpfen, aber er war schon frühzeitig der designierte Spitzenkandidat. 2004 kam es nicht mal zu einer Herausforderung.
Angesichts dessen überrascht die momentane Ausgangslage im republikanischen Lager. Tatsächlich konkurrieren noch mindestens fünf Kandidaten um den Gesamtsieg - Mitt Romney, Rudy Giuliani, Fred Thompson, Mike Huckabee und John McCain; allerdings mit unterschiedlichen Chancen. Ihr gemeinsames Hauptziel ist es, die eigene Ausstrahlung, die Finanzen und das „Momentum“ bis zum 5. Februar zu steigern – dem „Super Tuesday“, wo in 22 Bundesstaaten republikanische Delegierte gewählt werden. Die Strategie des früheren Gouverneurs von Massachusetts, Mitt Romney, lag in der Profilierung in den frühen Vorwahlstaaten, um damit in den späteren Staaten Attraktivität und Bekanntheit zu gewinnen. Daher investierte er überproportional viel Geld und Zeit in Iowa und New Hampshire. Er muss wie kein anderer der Kandidaten den Iowa Caucus gewinnen, um für die erste Primary in New Hampshire weiter vorn zu bleiben. Glückt es ihm, mindestens einen der beiden Staaten zu gewinnen, wird er der designierte Spitzenkandidat sein, wenn es eine Woche später in Michigan weiter geht. Momentan dominiert der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, die Schlagzeilen. Seine Umfragewerte steigen national an und in Iowa liegt er knapp vorn. Ein Sieg in Iowa gibt ihm einen Freifahrtsschein für den Wahlgang in New Hampshire, wo niemand erwartet, dass ein früherer Baptistenpfarrer erfolgreich abschneidet. Zudem benötigt er frisches Geld aus Spendeneinnahmen, die nur nach einem Sieg fließen. Sein Lackmustest wird erst die Vorwahl in South Carolina (22. Januar), wo er beweisen muss, wie er als Südstaatler gesehen wird. Trotz seiner Führung in den nationalen Umfragen verlagerte Rudy Giuliani seine Hauptaktivitäten auf die größeren Staaten wie Michigan und Florida. Er vertraut auf seinen hohen Bekanntheitsgrad in Iowa und New Hampshire, um dort respektabel abzuschneiden. Dennoch kämpft er gegen die historischen Erfahrungen – ohne ein starkes Abschneiden in den beiden frühen Staaten ist noch niemand Kandidat seiner Partei geworden. Neben Huckabee ist John McCain überraschend in das Feld der Kandidaten zurückgekehrt. Nachdem seine Kampagne im Herbst abgeschrieben worden war, beginnt er mit seinem moderaten Image und seinen inhaltlichen Vorschläge (bspw. Irak-Krieg) zu punkten. Mögliche Außenseiterchancen hat auch Fred Thompson. Tipp für Iowa: 1. Romney, 2. Huckabee, 3. McCain
Blogeintrag von Mario Voigt
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09:41
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Amtlich: New Hampshire entscheidet am 8. Januar, Michigan eine Woche späterDienstag, 27. November 2007Der frühere Termin steht nun fest: Die Vorwahlen zur 56. Präsidentschaftswahl der USA werden am 8. Januar in New Hampshire ihren Auftakt nehmen. Bereits fünf Tage vorher, am 3. Januar, wird in Iowa der Caucus stattfinden, keine Vorwahl, aber dennoch eine erste Standortbestimmung. Michigan folgt mit dem 15. Januar, der Supreme Court hatte den Weg dafür frei gemacht. Alles konzentriert sich nun um die ominöse Phase zwischen 3. Januar und 5. Februar, an dem viele Staaten ihre Kandidaten küren, meint die Los Angeles Times. „With Iowa casting the first votes Jan. 3 and more than 20 states holding primaries or caucuses Feb. 5, the nominees for the White House could be decided in a one-month blitz of balloting -- and possibly in just a handful of days, if a candidate manages to win both Iowa and New Hampshire.” Hier ein Überblick über den Zeitraum der Vorwahlen: Donnerstag, 3. Januar: Iowa Samstag, 5. Januar: Wyoming (Republicans) Dienstag, 8. Januar: New Hampshire Dienstag, 15. Januar: Michigan Samstag, 19. Januar: Nevada; South Carolina (Republicans) Dienstag, 29. Januar: Florida; South Carolina (Democrats) Samstag, 2. Februar: Maine (Republicans) Am Dienstag, den 5. Februar, ist dann "national primary"-Tag: Alabama; Alaska; Arizona; Arkansas; California; Colorado; Connecticut; Delaware; Georgia; Idaho (Democrats); Illinois; Minnesota; Missouri; New Jersey; New Mexico (Democrats); New York; North Dakota; Oklahoma; Tennessee; Utah; and West Virginia (Republicans). Dann folgen: Samstag, 9. Februar: Louisiana; Nebraska (Democrats); Washington State Sonntag, 10. Februar: Maine Democrats Dienstag, 12. Februar: District of Columbia; Maryland; Virginia Dienstag, 19. Februar: Hawaii Democrats; Wisconsin Auch die Bedeutung verschiebt sich, weg von den großen Staaten Kalifornien, Florida und Michigan hin zu den vermeintlich unwichtigen Staaten: “Although the date for New Hampshire's first-in-the-nation primary was no surprise -- the campaigns had Jan. 8 circled in pencil -- the announcement set off a new round of speculation about which candidates might be helped or hurt. The contests in Iowa and New Hampshire -- which have drawn the vast majority of the candidates' time and attention -- are both exceedingly fluid, with the results in the first expected to heavily influence the outcome in the second. The one certainty is that big states like California, Florida and Michigan will not carry the weight they sought by scheduling their contests earlier than in previous elections. "It's obvious that the disproportionate influence of Iowa and New Hampshire is alive and well, and will live in 2008," said Northeastern University political scientist William Mayer.”
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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10:22
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Vorwahlen: Alle gegen FloridaDienstag, 4. September 2007Der Streit um die Termine zu den Vorwahlen geht in eine neue Runde: Nun haben die demokratischen Parteien der vier „ersten“ Staaten - Iowa, Nevada, New Hampshire und South Carolina - ihre Kräfte gebündelt und von den Präsidentschaftskandidaten ein Ehrenwort verlangt, sich nicht an etwaigen Vorwahlen in weiteren Staaten vor dem 5. Februar zu beteiligen. Das Drohung ist eine gebündelte Antwort auf die Bemühungen der Demokraten in Florida, ihre Vorwahlen vor den „magischen“ 5. Februar vorzuziehen. Als letzte Kandidatin ist auch Hillary Clinton der Aufforderung gefolgt. Vorwahlen: Floridas Demokraten gehen auf KonfrontationskursMittwoch, 29. August 2007
Es gibt weiter Streit um rund um die Termine zu den Vorwahlen: So wollen die Demokraten in Florida (FDP) den Termin für ihre Primaries entgegen der Parteilinie des maßgeblichen Democratic National Committee (DNC) auf den 29. Januar vorverlegen. Das DNC fordert als Termin den 5. Februar, der ursprünglich beschlossen wurde. Die Demokraten hatten schließlich im vergangenen Jahr abgestimmt, lediglich vier Staaten – Iowa, Nevada, New Hampshire and South Carolina — zu ermöglichen, vor dem 5. Februar abzustimmen.
Die Parteispitze droht derweil mit Sanktionen, die jedoch die Demokraten aus Florida nicht zu beeindrucken scheinen, wie auch Marc Ambinder von The Atlantic schreibt. Das DNC droht damit, die Hälfte der (oder sogar die gesamte) Florida-Delegation von der Democratic National Convention auszuschließen. Die FDP ist jedoch der Überzeugung, dass die Delegierten im schlimmsten Falle nach der Festlegung auf einen Kandidaten nachnominiert werden. “Florida Democrats act as if they're not worried about the DNC penalty. They believe that the eventual nominee will restore its delegation to full strength as the convention begins. They therefore conclude that presidential candidates will contest the state as if the DNC had done nothing.” Es geht schließlich nicht nur um einen Termin und eine Verschiebung um eine Woche, sondern um die Frage, ob die Vorwahlen von Bedeutung für die Präsidentschafts-Kandidaten und damit für die Medien werden. „Amerika, schaust du auf uns, oder sind wir nur einer unter vielen?“ Das ist die Frage, die Floridas Demokraten derzeit umtreibt. Schließlich sollen laut Plan 20 Staaten ihre Vorwahlen am 5. Februar abhalten, am 29. Januar dagegen ist der Kalender noch frei. Für ihr Ziel scheint die FDP sogar bereit, ihre eigenen Delegierten zu opfern: Schließlich wird das offizielle Zeitfenster zur Bestimmung ihrer Delegierten für den Nominierungskongress im nächsten Sommer in Denver erst an besagtem 5. Februar geöffnet. Es könnte daher gut sein, dass die Vorwahlen von Florida keine richtigen Wahlen werden, sondern lediglich ein Schaulaufen der Präsidentschaftskandidaten, falls diese dann überhaupt noch nach Florida kommen wollen. The Politico hat die Situation und ein mögliches Szenario gut zusammengefasst: „Florida has 30 days to comply with the party’s decision to push its primary back. The most likely outcome is that Florida will proceed with Republican and Democratic primaries on Jan. 29 but that the Democratic contest will be only a “beauty contest” with no delegates awarded. Florida Democrats could then hope that their delegates will be restored after tempers cool - and a nominee is decided - later in 2008. While clear frustration was voiced on both sides Saturday, the party sanctions might end up satisfying everybody. Most importantly, the presidential candidates could still campaign in Florida, even though they wouldn’t get delegates. And because the media concentrate mostly on the beauty contest anyway, the winner of Florida would still get an early boost in the process. This especially benefits Hillary Rodham Clinton and Barack Obama, who have the money to heavily campaign in states like Florida where television time is expensive.”
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