UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Bisher waren es nur Gerüchte. Jetzt bestätigt sich, dass Barack Obama im Sommer nach Deutschland kommt. Die Europareise wird ihn nach Berlin, Paris und London führen. Ein weiterer Trip in den Nahen Osten (Irak, Jordanien, Israel) ist bereits geplant.
Ziel der Übung ist es, sich in Informationsgesprächen mit Regierungschefs außenpolitische Kompetenz zu erwerben. Wichtiger als die Gespräche sind aber sicherlich die Bilder, die die Treffen mit Merkel, Sarkozy oder Brown an die Heimat senden werden. Gepaart mit kräftigem Massenjubel der Europäer wird die gewünschte Symbolik produziert: Barack Obama kann sich auf internationalem Parkett bewegen; er ist ein geschätzter, begeisternder, versierter Politiker, der das Image der USA nach acht Jahren Bush-Präsidentschaft wieder restaurieren wird. Dass Obama noch vor dem Nominierungsparteitag im August seine Auslandsreisen antreten will, verdeutlicht, wie ernst er die Umfragen nimmt, die ihm immer wieder bescheinigen, dass er als Person und Politiker zwar gemocht wird, es aber erhebliche Zweifel an seiner politischen Erfahrung und Führungsstärke gibt. In einer kürzlich veröffentlichen Umfrage von Washington Post und ABC News gaben lediglich 26% der Befragten an, dass Obama die nötige Erfahrung für das Präsidentenamt mitbringt. Nur 27% bezeichneten ihn als guten militärischen Führer. Obama kann deshalb auf der geplanten Europa-Tour nur gewinnen. Ob dasselbe auch für die deutschen Politiker gilt, mag bezweifelt werden. Sicher würde es Angela Merkel, Kurt Beck oder Guido Westerwelle gut tun, sich im Lichte des populären Kandidaten zu sonnen. Ein Auftritt mit dem Politstar könnte die heimischen Wähler aber auch daran erinnern, dass ein Politiker vom Formate Obamas in Deutschland weit und breit nicht in Sicht ist. Die Macht des TeamsMittwoch, 2. Juli 2008![]() Einen Tag der choreografierten Einheit nannte die New York Times den ersten gemeinsamen Auftritt von Hillary Clinton und Barack Obama. Nicht nur ihre Äußerungen, ihre Mimik, Gestik, Körpersprache, auch ihre Outfits waren an diesem Tag auf einander abgestimmt. „Unity is not only a beautiful place, it’s a wonderful feeling isn’t it?“ sagte Hillary Clinton und fügte an: „ I know what we start here in this field of unity will end on the steps of the Capitol when Barack Obama takes the oath of office.“ Mit diesen Worten lagen sich die vorherigen Rivalen in den Armen und winkten der jubelnden Menge zu. Was deutschen Beobachtern vielleicht unglaubwürdig erscheinen mag, scheint dennoch zu funktionieren. Zahlreiche „Hillary“- Plakate und –Rufe ragten aus der Menge. Die Demokraten sind noch gespalten in Hillary- und Obama-Fans. Um Clintons-Anhänger nicht an McCain oder die Passivität der Nicht-Wähler zu verlieren, muss Obama auf Einheit mit seiner vormaligen Konkurrentin setzen. Dabei geht es besonders um die Stimmen der weißen männlichen Arbeiterschaft, die bislang nur Clinton gewann. Vielleicht ist es auch gar nicht möglich einen Kandidaten so divers zu präsentieren und zu verbiegen, dass er allen Wählergruppen entspricht – ein Problem, das auch deutsche Kandidaten wie Kurt Beck teilen. Ein Blick auf Barack Obamas iPod-Playlist, die gerade in der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht wurde, zeigt dies:
Doch gerade diese weiße Arbeiterschicht und ihre musikalischen Vorlieben könnten wahlentscheidend sein. Die Ignoranz dieser Musikkultur wird von der Süddeutschen Zeitung als mutig empfunden. Es sieht ganz so aus, als würde Hillary Clinton demnächst ihre Vorliebe für Country-Musik bekannt geben... Das Thema IrakFreitag, 27. Juni 2008
Barack Obama hat seinen Vorwahlsieg auch dem Thema Irak zu verdanken. Im Wahlkampf betonte er stets seine Opposition gegen den Krieg, vor dem er schon 2002 in seiner Chicagoer Rede gewarnt hatte. Das machte ihn beliebt bei der demokratischen Basis, bei progressiven Interessengruppen und Bloggern. Es gab ihm die Möglichkeit, sich substantiell von Hillary Clinton abzusetzen, die sich für ihre Zustimmung zur Irak-Resolution nicht entschuldigen wollte.
In der letzten Woche kam das Thema Irak wieder medial auf die Agenda. Die New York Times berichtete von „Big Gains for Iraq´s Security“, der Economist titelte “Is it turning a corner?” Die Sicherheitslage im Irak hat sich seit der neuen Strategie der amerikanischen Zusammenarbeit mit sunnitischen Stammesführern (Sunny Awakening) deutlich verbessert. Die steigenden Ölpreise füllen die Kassen des Staates, auch politische Kompromisse über die föderale Ordnung, über die Finanzverfassung und das neue Rentensystem rücken näher. Natürlich ist die Lage weiterhin äußerst instabil. Es gibt immer noch verheerende Anschläge, Al-Qaida ist in einigen Provinzen wie Diyala nordöstlich von Bagdad weiterhin stark, die Armee des schiitischen Predigers Muktada Al Sadr kann jederzeit den Aufstand gegen das Regime in Bagdad proben. Generell scheint sich die Lage aber zu beruhigen. Die Frage kommt auf: Schadet dieser Erfolg Barack Obama, der einen schnellen Truppenabzug möchte? Gibt er McCain die Chance, sich als vorausschauender und erfahrener Außenpolitiker zu präsentieren, dessen Durchhalteparolen im Irak sich nun auszahlen? Chris Cillizza von The Fix hat sich des Themas angenommen und dazu eine Umfrage unter demokratischen und republikanischen Politikberatern gestartet. Das Ergebnis ist eindeutig: Obama kann von der Situation im Irak nur profitieren. Aus zwei Gründen: Zum einen haben die US-Bürger ihr Urteil über den Irakfeldzug bereits gefällt. Unabhängig von der dortigen Sicherheitslage geben heute konstant über 60 Prozent an, dass es sich nicht gelohnt hat, diesen Krieg zu kämpfen. Die Mehrheit ist für einen Truppenabzug. Zum anderen hat die Entspannung im Irak zur Folge, dass sich die Agenda noch stärker als bisher auf innenpolitische Themen, sprich: Wirtschaft und Arbeit, konzentriert. Ein großes Problem für einen National-Security-Kandidaten wie John McCain.
Blogeintrag von Maik Bohne
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Obama umgeht das SystemDonnerstag, 26. Juni 2008![]() Diese Ankündigung war keine Überraschung, sie lieferte aber Gesprächsstoff. Barack Obama gab am vergangenen Donnerstag auf seiner Internetseite bekannt, dass er die öffentliche Finanzierung im Hauptwahlkampf nicht in Anspruch nehmen möchte. Damit ist er der erste Kandidat seit Einführung der modernen Wahlkampffinanzierungsgesetze im Nachklang des Watergate-Skandals, der sich außerhalb des etablierten Systems bewegen wird. Dieser Entschluss ist Obama sicher nicht leicht gefallen, hatte er sich doch in den vergangenen Jahren als Reformer der Wahlkampffinanzierung gezeigt und den finanziellen Einfluss von Interessengruppen auf das politische System massiv kritisiert. Zum Hintergrund: Präsidentschaftskandidaten können im Hauptwahlkampf die öffentliche Finanzierung ihrer Wahlkämpfe beantragen. Ein aus Steuergeldern gespeister Fonds stellt den Bewerbern je 85 Mio. Dollar öffentliche Mittel bereit, um sich unabhängiger von finanziellen Interessen zu machen. Der Nachteil: Die Kandidaten sind auf diese Summe limitiert, sie müssen also eine Ausgabenobergrenze akzeptieren. Obamas Argumentation für seinen riskanten Schritt ist folgende: Prinzipiell unterstützt er die öffentliche Finanzierung von Wahlkämpfen, jedoch sei das jetzige System funktionslos, weil es zu viele Kanäle der Umwegfinanzierung gäbe. So nennt er explizit sowohl das Republican National Committee als auch spezifische 527er-Gruppen, die außerhalb des Systems massiv für McCain Wahlkampf machen und Millionen zusätzlicher Dollar in das System pumpen könnten. Geschickt weist er daraufhin, dass eine unabhängige, von den Bürgern selbst finanzierte Kampagne die demokratischste Alternative für das jetzige System sei. Ergo: Obamas Spendernetzwerk von über 1,5 Millionen Geldgebern gibt ihm im Verbund mit der Weigerung, Geld von Interessengruppen anzunehmen, die moralische Autorität, das alte öffentliche Finanzierungssystem zu unterlaufen. Ob diese differenzierte Argumentation bei den Wählern Gehör findet, ist fraglich. McCain, selbst anerkannter Wahlkampfreformer, wird alles tun, um Obama in die Schmuddelecke zu drängen, frei nach dem Motto: Wasser gepredigt und Wein getrunken! YouTube richtig nutzen – Obama vs. BeckMittwoch, 25. Juni 2008
Der Hype um Barack Obamas Internetauftritt, um seine viralen Fähigkeiten und Facebook-Gemeinde ist groß. Er ist aber vor allem eines: Berechtigt! Kürzlich fand ich eine Botschaft von Barack in meinem Postfach. Er wollte ein Video mit mir teilen, das ihn bei einer Rede vor seinem Wahlkampfteam zeigt. In dieser Ansprache geht es emotional zu. Obama bedankt sich für die Erfolge, schwört sie ein auf neue, große Taten.
Wichtiger ist aber die Machart des Videos. Es zeigt die Kraft der wohl dosierten Authentizität. In Zeiten des Web 2.0 ist es fatal, das Internet als Fortsetzung des Fernsehens mit anderen Mitteln zu betrachten. Inhaltsschwere Politikeransprachen direkt in die Kamera, womöglich in steriler Umgebung, hinter dem Schreibtisch oder vor einer austauschbaren weißen Wand, strafen die meisten Internetnutzer mit Verachtung. Ein solches Format passt nicht zum Medium Internet, das nach Offenheit und Teilhabe giert; das sich absetzen möchte von der Einbahnstraßenkommunikation des Fernsehzeitalters. Zurück zu Obama: Mitarbeiter drehten seinen Auftritt aus verschiedenen Winkel des Raumes. Bewusst ruckeln und wackeln die Bilder ein bisschen. Obama wird kaum von vorne gezeigt, er ist zumeist im Profil zu sehen, immer als Teil des Ganzen. Zum Vergleich ein Auftritt von Kurt Beck auf dem neuen YouTube-Kanal der Sozialdemokraten: SPD.Vision. Okay, Beck ist kein Barack, das sei an dieser Stelle angemerkt. Dennoch können die Unterschiede in der Herangehensweise an Web-Videos kaum größer sein. Es gibt noch viel zu tun für deutsche Parteien, sich mit der neuen Technik anzufreunden. Mein Tipp: Packt es an! Jetzt! Rassismus zum AnsteckenDienstag, 24. Juni 2008
Dieser Button wurde bei der Republican State Convention in Texas verteilt:
Der Verkaufstand wurde von Republicanmarket Das Blog 23/6 ruft bereits zum Vergeltungsschlag auf und bietet dazu folgendes Produkt an:
MoveOn auf KonfrontationskursMontag, 23. Juni 2008
Die links-progressive Internetorganisation MoveOn.org ist dafür bekannt, harte Attacken im Wahlkampf zu fahren. Die Zeitungsanzeige gegen General Petraeus während der hitzigen Debatte im vergangenen Jahr um einen Truppenabzug aus dem Irak ist vielen US-Bürgern noch in Erinnerung. Der Titel der Anzeige lautete: „General Betray Us“. Die Wellen schlugen hoch, MoveOn musste heftige Kritik einstecken.
Nach dieser Aktion schien die Organisation geläutert. Sie passte sich Obamas Positivwahlkampf an, veranstaltete einen Videowettbewerb für den frisch gekürten Präsidentschaftskandidaten und ließ sich vom günstigen politischen Umfeld für die Demokraten treiben. Nun ist MoveOn.org zurückgekehrt zum alten bissigen Stil. Mit dem neuen TV-Spot „Not Alex“, der gerade in den Schlüsselstaaten Ohio, Wisconsin und Michigan gesendet wird, attackieren sie John McCain so direkt und hart an wie nie zuvor. McCains Aussage, dass die USA notfalls bis zu 100 Jahre im Irak bleiben könnten, greifen die Macher des Spots auf eine höchst emotionale Weise auf. Sehen Sie selbst: Die letzten Sätze der Mutter sitzen: “ So, John McCain, when you said you would stay in Iraq for 100 years, were you counting on Alex? Because if you were, you can't have him." Diese Attacke wird sicher noch hohe Wellen schlagen im Wahlkampf. Ob MoveOn Barack Obama mit dieser Form der Negativkampagne allerdings einen Gefallen tut, ist äußerst fraglich. McCains Kampagne wird (im Einklang mit dem Republican National Committee) sicher alles tun, um Obama mit MoveOn in Verbindung zu bringen, um ihn schließlich als „out of touch“ mit dem amerikanischen Mainstream, als zu radikal darzustellen. Alliierte zu haben im Wahlkampf ist wichtig, wenn sich diese unabhängig agierenden Unterstützer aber nicht an die Strategie und den Message Frame des Kandidaten halten, werden sie schnell zum Problem. 1 Million Obama-Fans auf FacebookMontag, 23. Juni 2008 Barack Obama hat nun über 1 Million Freunde auf Facebook. Laut Politics Online ist das mehr als jede andere Seite in der Facebook-Geschichte jemals erreicht hat. Allerdings revidierte Pensito Review diese Meldung bereits und gibt an, dass die Gruppe One Million Against Hillary Clinton schon vor zwei Monaten die Millionen-Grenze überschritten hat. Was an dieser Stelle vielleicht paradox anmuten mag, Hillary Clinton ist auch der Grund für den plötzliche Zuwachs auf Obamas Facebook-Profil, da ihr Ausscheiden aus dem Rennen tausende Demokraten zu einer Neuorientierung bewegte. Barack Obama bedankte sich mit einer Notiz bei seinen Facebook-Freunden und nutzte den Moment, um zu weiterem Engagement zu mobilisieren. Er forderte auf, die Obama-Applikation zu installieren, die aktuelle Informationen über die Kampagne liefert. Außerdem sollen die virtuellen Unterstützer auch im realen Leben aktiv werden und lokale Obama-Gruppen in ihrer Stadt oder Schule gründen, um die Freiwilligen zu organisieren. Auch die Skeptiker spricht Obama direkt an. Die in den USA nur allzu oft gestellte Frage "Werden diese Menschen auch zur Wahl gehen?", beantwortet er mit einem klaren Statement: Die Vorwahlen hätten im ganzen Land gezeigt, dass junge Menschen diese Frage mit einem klangvollen JA beantworten, das zeige sich in historischen Zahlen. John McCain, der ebenfalls in die Internet-Offensive gehen will, hat in das Foto seines Facebook-Profils den Textbanner "A Leader we can believe in" eingefügt. An ihn glauben aber - zumindest auf Facebook - nur 151.430 Anhänger. PS: Heute hat Obama 1.032.717 Anhänger. Obama mit VorsprungFreitag, 20. Juni 2008
Die neueste Umfrage von Washington Post und ABC News hält interessante Daten und Trends für den beginnenden Zweikampf zwischen Barack Obama und John McCain bereit. Das Wichtigste zuerst: 48 Prozent der Wähler würden sich derzeit für Obama entscheiden, 42 Prozent für McCain. Weitere Indikatoren deuten auf Vorteile für den jungen Senator aus Illinois hin. Es gibt aber auch Zahlen, die Obamas Team Kopfschmerzen bereiten sollten.
Das Land giert nach Wandel Die politische Stimmung in den USA steht eindeutig auf Wechsel. Die Zustimmungsraten für Präsident George W. Bush sind auf einem erneuten Tiefststand angelangt. Nur 29% der Befragten sind noch mit seiner Arbeit zufrieden, 68% stehen ihm ablehnend gegenüber (davon 54% sogar stark ablehnend). Erstaunliche 84% Amerikaner sehen das Land auf dem Weg in eine falsche Richtung, ein Allzeithoch. Fragt man Wähler nach ihren Parteipräferenzen für die Kongresswahlen, so entscheiden sich 52% für die Demokraten, nur 37% für die Republikanische Partei. Agenda ist günstig für Obama Das wichtigste Thema für die Wähler ist mit Abstand „Wirtschaft und Arbeitsplätze“ (33%), dahinter folgen „Irak“ (19%), „Krankenversicherung“ (8%) und „Energie“ (6%). Die Themen „Terrorismus“ (4%), „Steuern“ (2%), „Werte und Moral“ (2%) und „Kampf gegen den Terrorismus“ (2%) liegen vergleichsweise weit abgeschlagen dahinter. Beim Kernthema „Wirtschaft und Arbeit“ hat Obama einen deutlichen Kompetenzvorsprung von 16 Prozentpunkten vor McCain, ähnlich sieht es bei den Themen „Krankenversicherung“ (53-33), „Energie/Benzinpreise“ (50-30) und „Klimawandel“ (55-28) aus. Beim Thema „Irak“ geben die Befragten Obama ähnlich hohe Kompetenzen wie McCain (46-47). Nur bei den Punkten „Internationale Erfahrung“ und „Kampf gegen den Terrorismus“ liegt der politische Haudegen McCain vorne. Insgesamt sagen 60% der Wähler, dass Obama der Kandidat ist, der den nötigen Politikwechsel am Besten herbeiführen kann. McCain trauen dies nur 26% zu. Ein großes Plus in einem Wahlkampf, der von Wechsel und Wandel bestimmt ist. Mythos Obama lebt und motiviert Der teils erbittert geführte Zweikampf gegen Hillary Clinton konnte der positiven Sichtweise der Menschen auf Obama wenig anhaben. 63% haben eine positive Meinung von Barack Obama, nur 33% schätzen ihn negativ ein. Ein Traumwert für jeden Wahlkampfmanager! John McCains Zahlen (56-38) sind gut, die Mehrzahl der Wähler folgt Obamas Kandidatur jedoch enthusiastischer (55%) als McCains (45%). Obama hat zudem eine höhere Zahl an Festentschlossenen in seinen Reihen. 73% seiner Sympathisanten haben sich schon jetzt entschieden, ihre Stimme für ihn abzugeben. Von den 25% der unsicheren Obama-Kantonisten halten es nur 7% für wahrscheinlich, dass sich ihre Stimmung noch einmal ändern wird. Dagegen sind 31 Prozent von McCains Anhängern noch unschlüssig, ob sie dem „Mac“ ihre Stimme geben sollen, 17% davon halten einen Wechsel zu Obama sogar für wahrscheinlich. Ungemach inmitten positiver Daten Die Washington Post/ABC-Umfrage zeigt aber auch Schwachstellen Obamas auf. Bei den wichtigen Wählern der Mitte, den sog. Independents, liegen Obama und McCain weiterhin gleich auf. Obama scheint zudem Probleme zu haben, die Gräben innerhalb seiner Partei zu schließen. Nur acht von zehn Demokraten unterstützten Obama, McCain kann hingegen auf die Unterstützung von 90 Prozent der Republikaner bauen. Die Unzufriedenheit mit dem Ausgang des demokratischen Vorwahlkampfes sieht man auch bei der Frage nach einem möglichen Vizepräsidentschaftskandidaten für Obama. 46% geben an, dass er sich für Hillary Clinton entscheiden sollte. Alle anderen Kandidaten liegen abgeschlagen dahinter. Obamas größte Schwäche ist jedoch seine fehlende Erfahrung. Obwohl er sich politische Sporen im Duell mit Hillary Clinton verdient hat, haben sich seine Werte im Bereich „experience“ nicht verbessert. Nur 50 Prozent der Befragten gaben an, dass Obama die nötige Erfahrung besitzt für das Präsidentenamt, genauso viele wie im März. Ein klares Einfallstor für McCain. Campaigns will matter! Alles in allem bleibt das Rennen spannend. Die Kampagnen haben viel Arbeit vor sich. Das zeigen auch die Daten. Trotz eines langen, informationsgesättigten, zermürbenden Vorwahlkampfes geben über die Hälfte der Wähler an, wenig bis gar nichts über die Kandidaten und ihre Positionen zu wissen.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Die Obama-ConnectionMittwoch, 11. Juni 2008
Ohne die Macht der Netzwerke zu begreifen, kann man heutzutage weder den Terrorismus bekämpfen, noch eine Wahl gewinnen. So fasste kürzlich der New York Times-Kolumnenschreiber Roger Cohen die aktuelle Lage zusammen. Mit The Obama Connection benennt Cohen den Grund für den Sieg Barack Obamas gegenüber Hillary Clinton in den Vorwahlen im US-Präsidentschaftswahlkampf: Ihre Strategie, so Cohen, ist im 20. Jahrhundert steckengeblieben.
Mit der Zeit ist das Verständnis für internetbasierte Netzwerke jedoch zumindest bei John McCains Wahlkampfteam eingekehrt. So berichtet der konservative Online-Stratege Patrick Ruffini auf der techPresident-Website, dass McCains Website die von Barack Obama schlagen kann, indem sie jetzt zu einer Plattform wird (wir berichteten). Ein Instrument, dass die Wahl-Strategen bereits aus dem Web 2.0 übernommen haben, ist ein gutes Application Programming Interface (API), das erlaubt Twitter-Daten und Login-Informationen für die Kandidatenseite zu verwenden. Patrick Ruffini empfielt der McCain-Kampagne, ihre Website mit Hilfe von API auf einen Stand zu bringen, der es möglich macht, Netzwerke noch intensiver zu nutzen als Barack Obama dies tut. Wie das in der Praxis aussieht? Ganz einfach. Mit Hilfe einer McCain-API könnten alle Wahlkampf-Aktivitäten von Freiwilligen auf der Kandidatenseite sichtbar werden. Zum Beispiel könnte die McCain-API mit Facebook-Applikationen verbunden werden, sodass Unterstützer ihre Aktivitäten auf der Kandidatenwebsite veröffentlichen können. Facebook-Newsfeeds könnten aktualisiert werden mit Meldungen wie „Patrick Ruffini hat für John McCain gespendet“ oder „Patrick Ruffini hat soeben 10 Unterstützer für McCain rekrutiert“. Gleichermaßen könnte der eigene Aktivitätsfluss wie das Rekrutieren von Freiwilligen, Unterschriften für Petitionen und Spenden auf der Kandidatenseite veröffentlicht und mit einer vorbereiteten Adressenliste kombiniert werden. In diesem Moment wird die McCain-Website zur Plattform für aktiven Austausch der Freiwilligen untereinander. Suchbegriffe wie die Postleitzahl können helfen, Gleichgesinnte in der unmittelbaren Nachbarschaft ausfindig zu machen. Diese Geo-Codierung kann unter anderem nützlich sein, um Wahlkampf-Veranstaltungen zu organisieren, die von den Webnutzern selbst, nicht von der Kampagnenführung ausgehen. Die Kampagnen selbst können die Kontrolle über ihre Botschaft nicht mehr behalten. Wenn sie erfolgreich sind, verselbständigt sich die Kommunikation über den Kandidaten und wird für die Medien relevant. So ist auch Obamas Massenbewegung für die Presse interessanter als seine Botschaft. Die von Patrick Ruffini vorgeschlagenen APIs sind die logische Fortsetzung dieses Trends. Die Wähler bilden bereits virale Netzwerke auf Facebook, Twitter und anderen Kanälen. Aber es gibt noch keine Möglichkeit, sie mit Aktionen auf den offiziellen Kandidatenseiten zu verbinden, denn wer einer Facebook-Gruppe beitritt, bleibt bisher trotzdem unsichtbar für die Kampagenführung. McCains RelaunchMittwoch, 11. Juni 2008
Nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit hat John McCain einen Neustart seiner Website vorgenommen. Das überarbeitete Portal www.johnmccain.com ist definitiv besser und benutzerfreundlicher als die alte Version. Kern des Ganzen ist (ähnlich wie bei Barack Obama) das „Volunteer Action Center“.
Auf dem Screenshot ist zu sehen, worum es McCain geht: Drei der sechs Funktionen zielen konkret darauf ab, Freunde, Bekannte und Kollegen von der Kandidatur des „Mac“ zu überzeugen. Diesen Ansatz nennt man in der Fachsprache „Peer-to-Peer-Kommunkation“. Der Grundgedanke: Freiwillige sind die besten Kampagnenbotschafter, weil sie glaub- und vertrauenswürdiger als jedes andere Medium sind. Eine Konversation über den Kandidaten mit einem Nachbarn oder Freund ist bei weitem effektiver als das Anschauen eines 30-sekündigen Werbespots, der eine hohe Chance hat, im medialen Durcheinander des 24-Stunden-Nachrichtenzyklus unterzugehen. Hillarys Fehler – Ein KommentarMontag, 9. Juni 2008
Hillary Clinton machte am Samstag auf ihrer Abschiedsgala in Washington alles richtig. Sie unterstützte Barack Obama vorbehaltlos, sie trat nicht nach, sie forderte ihre Anhänger auf, für den Sieg im November zu kämpfen. Mit dieser Geste dämpfte sie die Kritik von Teilen der Parteielite, die sich ein früheres Ausscheiden der Ex-First Lady gewünscht hatten. So endete ein geschichtsträchtiger, geradezu epischer Vorwahlkampf der Demokraten.
An dieser Stelle wollen wir einen analytischen Blick zurück wagen auf die Kandidatur und die Kampagne Hillary Clintons. Wie konnte es passieren, dass eine so etablierte Kandidatin, die noch im Dezember 2007 nahezu unangefochten vor ihren Herausforderern lag, gegen einen schwarzen Politnovizen mit einem unaussprechlichen Namen verlieren konnte? Es gibt drei wesentliche Gründe: 1) Botschaft Clintons Chefstratege Mark Penn positionierte Hillary Clinton zu Beginn der Kampagne als „Ready to Lead“. Hillary betonte ihre politische Stärke, Erfahrenheit und Sachkenntnis, auch um Zweifel an einer weiblichen (führungsschwachen) Kandidatin zu zerstreuen. Zudem deutete das „Ready to Lead“ einen Gegensatz zu George W. Bushs Präsidentschaft an. Das Land gierte nach verlässlicher Führung, nach guten (sachlichen) Lösungen, nach Kompetenz statt Unfähigkeit, so die Einschätzung des Clinton-Teams. Mit dieser Ausrichtung wählte die Kampagne allerdings das falsche Spielfeld. Den Wählern ging es vorwiegend um Wandel, weniger um Sachlichkeit und schnöde Kompetenz. So konnte sich Barack Obama den Mantel des wahren Wandelpredigers überstreifen. Clinton bot ihm die Möglichkeit, das politische Wort des Jahres („Change“) zu besetzen, u.a. durch ihre Weigerung, sich für die Autorisierung des Irakkrieges zu entschuldigen. Später versuchte Hillary krampfhaft, Obamas Botschaft zu kooptieren mit Slogans wie „Ready for Change“ oder „Yes, She Will“. Das wirkte unauthentisch, künstlich, reaktiv. Ein weiterer Fehler Clintons war es, die Kandidatur als Kampagne der Unvermeidlichkeit darzustellen. Zu Beginn rief sie voller Selbstbewusstsein: „I Am In to Win!“. Das war nachvollziehbar, weil sie lange Zeit unangefochten in den Meinungsumfragen vor ihren Herausforderern Barack Obama und John Edwards führte. Clinton wollte mit dieser Art von Kampagne ihren Gegnern die Luft zum Atmen nehmen, sie wollte der Parteielite ihre Dominanz zeigen, ihren natürlichen Anspruch auf die Nominierung deutlich machen. Eine solche Strategie funktionierte nur so lange, wie Hillary Clinton unverletzlich erschien; sie musste aber in sich zusammenfallen, als sie erste Schwächen während der TV-Debatten im Herbst und schließlich in den ländlichen Weiten Iowas zeigte. Clintons Strategie der Unvermeidlichkeit ermöglichte es Barack Obama erst, sich als populistisch-positiver Außenseiter zu etablieren, der gegen den Status Quo in Washington antrat, gegen die alte Form, Politik zu machen, gegen die Powerplays und Ränkespiele der Eliten, die die Menschen in den USA so satt haben wie in anderen westlichen Staaten auch. 2) Kampagne Hillary Clintons Team führte eine gute, solide, professionelle Kampagne. Sie bezog neue Kommunikationsformen in ihren Wahlkampf ein, allen voran das Internet. Wir erinnern uns an das Web-Video mit ihrem Mann Bill, das nach Machart der Sopranos gedreht worden war. Das Problem: Clinton nutzte das Internet nur punktuell, nur sporadisch. Während Barack Obama virtuos mit dem Netz arbeitete, es zum natürlichen Bestandteil seiner Kampagnenstrategie und –botschaft machte, sahen die Verantwortlichen der Clinton-Kampagne es als nettes Zubrot zum traditionellen Medienwahlkampf an, nicht aber als ein Meta-Medium, das ganz neue gesellschaftliche Tiefenwirkung erzielen kann. Von dieser Tiefenwirkung profitierte Obama. Seine Kampagne zeigte sich offen gegenüber innovativen Einflüssen aus der Netzwelt, sie nutzte das Potenzial der interaktiven Kreativgemeinde, ohne je die Kontrolle über die eigene Botschaft zu verlieren. Auch das Fundraising der Clintons lief sehr traditionell ab. Mit Terry McAuliffe hatte sich Hillary den „Mr. Money“ der Demokraten ins Boot geholt. McAuliffe organisierte das Geldsammeln auf traditionelle, elitäre Weise, so wie er es in den 1990er Jahren unter Bill Clinton gelernt hatte. Das Motto: Kleine Geldspenden unter 200 Dollar sind schön, aber das große Geld treiben wir bei den affluenten Spendern, bei den „Fat Cats“ ein. Die Strategie: große Fundraising-Dinner, ein Quotensystem für sog. „Hillraiser“, private Treffen mit Millionären in Hollywood und New York. Auch Barack Obama bat um Spenden und Bündeldienste der besser Verdienenden, sein Hauptaugenmerk lag jedoch auf dem Ausbau der Klein(st)spenderbasis. Das Resultat kann sich sehen lassen: Obama schuf ein Netzwerk von über 1,5 Mio. Spendern, die im Schnitt 100 Dollar an die Kampagne gaben. Diese Spenden kamen zu 90% über das Internet (und damit kostengünstig und schnell) herein. 3) Strategie Im Interview mit George Stephanopolous (ABC News) sagte Clinton kurz vor den Caucuses in Iowa: „I´m in it for the long run. It´s not a very long run, it´ll be over by February 5th”. Der große Fehler der Clinton-Maschine war, nicht über den Super Tuesday hinaus geplant zu haben. Die gesamte Strategie war darauf ausgerichtet, die Nominierung an diesem Tag zu gewinnen, so wie es die demokratischen Kandidaten in den Jahren zuvor auch gemacht hatten. Nach der Patt-Situation am 5. Februar stand Clintons Kampagne nahezu ohne Geld und Organisation in den folgenden Vorwahlstaaten dar. Obama hatte hingegen klugerweise auf eine breite Organisation in allen 50 Bundesstaaten gesetzt, deshalb auch seine elf Siege in Folge in der Zeit vom Super Tuesday bis zu den Vorwahlen in Wisconsin und Washington Mitte März. In Vergessenheit geraten ist auch das Memo von Vize-Kampagnenchef Mike Henry, das im Mai 2007 an die Presse gelangte. In diesem Strategiepapier spekulierte Henry offen darüber, ob es Sinn machen würde für Hillary Clinton, in Iowa Wahlkampf zu machen. Die Clintons hatten wenig politische Unterstützer in diesem Staat, sie kannten sich mit der Organisation des Iowa Caucus nicht gut genug aus. Im Nachhinein wäre es sicher besser gewesen, Iowa zu skippen, um sich voll und ganz auf einen Sieg in New Hampshire zu konzentrieren. So hätte sich Clinton 15 Mio. Dollar und einen unnötigen Gesichtsverlust erspart, der den Anfang vom Ende ihrer Kampagne bedeutete.
Blogeintrag von Maik Bohne
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17:13
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Rassismus oder Reflexion?Montag, 9. Juni 2008
Mit einer umstrittenen Headline löste die als linksalternativ bekannte „tageszeitung“ (taz) große Diskussion nicht nur in ihrem eigenen Blog aus. Bei vielen in Deutschland lebenden Amerikanern wird die Schlagzeile als extrem rassistisch wahrgenommen, während die taz-Redaktion der Ansicht ist, sie wollte nur zum Nachdenken anregen.
Die Überschrift spielt auf den Roman "Onkel Toms Hütte" von Harriet Beecher Stowe an. Stowe schrieb das Buch 1852 als Roman gegen die Sklaverei. Doch gilt, wie auch Spiegel Online berichtet, das Buch als vorurteilsbeladen und umstritten. Inzwischen ist der Begriff "Onkel Tom" eine Beleidigung für Schwarze, da er mit unterwürfigen Afroamerikanern assoziiert wird. Diese Diskussion über die pejorative Bedeutung des Begriffs scheint an den Deutschen ein Stück weit vorbegegangen zu sein. Gibt es doch in Berlin noch ein Stadtviertel und eine U-Bahn-Station, die nach dem auch hierzulande populären Buch benannt worden sind. So mag sich bei dieser Headline mancher Berliner gefragt haben, ob Obama nach Schwanenwerder ziehen möchte. In diesem Fall sollte die kulturelle Differenz zwischen Amerika und Deutschland in der Wahrnehmung des Buches mitbedacht werden. Sie spielt eine Rolle, auch wenn grundsätzlich in jedem Witz ein ernster Kern steckt, der mehr über den verrrät, der ihn erzählt, als über das Thema selbst. Die taz, die sich gerne als linksintellektuelles Blatt gibt, ignoriert in diesem Fall die transatlantische Weiterentwicklung des Begriffs anstatt darüber zu informieren. Aber immerhin hat sie uns damit eine neue Debatte beschert.
Blogeintrag von Ute Pannen
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10:14
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Tags für diesen Artikel: Barack Obama, rassismus
Bye, bye, Hillary!Donnerstag, 5. Juni 2008
Erstaunlich, diese Hillary Clinton. Selbst am Tag nach ihrer politischen Niederlage schafft sie es, die Aufmerksamkeit der Medien voll auf sich zu ziehen. Klar: Barack Obamas Sieg ist historisch, sein Erfolg gegen die Wahlkampfmaschine der Clintons ein Phänomen. Aber das muss derzeit zurückstehen hinter dem PR-Getöse des Team Hillary. Clinton gibt auf? Ja, aber erst am Samstag. Clinton als Vizepräsidentin? Von mir aus. Clintons Zukunft? Es darf spekuliert werden.
Die Clintons als Epizentrum der Berichterstattung. Daran haben sie sich gewöhnt, das ist ihr Lebenselixir. Deshalb fällt der Schritt in die Normalität des Alltags so schwer. Aber wie wird dieser Alltag für Hillary Clinton in Zukunft aussehen? Eine Spekulation: Vizepräsidentschaftskandidatin? Nein, danke...sagt Barack Sicher wäre Vizepräsidentin eine ehrenwerte Position für Clinton. Sie könnte aktiv an der politischen Ausgestaltung des Landes teilhaben. Auch im Wahlkampf käme Hillary Clinton gelegen, um die Gräben zuzuschütten, die sich in der Demokratischen Partei zwischen jung und alt, schlau und weniger schlau, zwischen Proletariern und Salonlinken aufgetan haben. Vieles spricht aber dagegen, dass Obama diesen Schritt wagen wird. Möchte er eine running mate, die ständig die Hierarchien innerhalb der Kampagne in Frage stellen würde? Die nach Licht verlangt, wo doch eigentlich intelligentes Auftreten im Halbschatten geboten ist? Zudem steht Hillary genau für den Status Quo, den Obama so heftig anprangert. Er hat das Image des Frischen und Neuen kultiviert, dafür steht die Clinton-Dynastie nicht gerade. Am Ende wird es schon eher eine Frau wie Kathleen Sebelius werden. Die Gouverneurin im konservativen Kansas weiß, wie man Wähler im Heartland anspricht. Sie ist jung und hat (im Gegensatz zu Obama und Clinton) Exekutiverfahrung. Führende Rolle im Senat? Warum nicht... Mit ihrem langen, kämpferisch geführten Wahlkampf hat Hillary bei großen Teilen der demokratischen Stammklientel punkten können. Das erhöht ihr politisches Gewicht in Washington. Eine führende Rolle im Senat könnte ihr nach den Kongresswahlen im November durchaus zustehen. So hätte sie (durch die Hintertür) die Chance, die Geschicke des Landes (auch als Korrektiv zu McCain oder Obama) mitzubestimmen. Es könnte aber sein, dass ihr die Arbeit im Kongress zu schnöde geworden ist und sie ihre Augen deshalb auf ihren Heimatstaat New York richtet. Gouverneurin in New York? Ist machbar... Es ist noch nicht lange her, als eine Callgirlaffäre den demokratischen Gouverneur Eliot Spitzer das Amt kostete. Die Demokraten in New York haben also durchaus Bedarf für eine neue Führungsfigur mit Charme, Sachverstand und Schlagzeilenpotential. Im Empire State ist die Senatorin äußerst beliebt. Ihre Vorwahl gewann sie dort gegen Obama mit fast 20% Vorsprung, ihre Senatswahl 2006 sogar mit 36%. Präsidentschaftskandidatin 2012? Hmm.... Obwohl das Rennen gegen McCain eng wird, deuten alle strukturellen Faktoren auf einen Sieg von Barack Obama im Herbst hin. Schafft es der alte Haudegen McCain allerdings, sich von Präsident Bush, dem politischen Klima im Land und der eigenen Partei abzukoppeln, sich als Kandidat für den "richtigen Wandel" zu stilisieren, dann könnte das Weiße Haus doch noch für die Demokraten verloren gehen. Damit wäre die Bahn für "Hillary 2012" frei. Und dann wird sicher nicht noch einmal ein so gut aussehender, eloquenter Wandelprediger daherkommen, der ihr die Kandidatur der Unvermeidlichkeit vermasseln könnte.
Blogeintrag von Maik Bohne
um
14:49
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Tags für diesen Artikel: Barack Obama, George Bush, Hillary Clinton, John McCain, Kathleen Sebelius, New York, strategie, Vizepräsidentschaft
Obamas Sieg über die LöwinMittwoch, 4. Juni 2008
Barack Obama hat sein erstes Etappenziel erreicht. Nach 16 Monaten, 57 Vorwahlen und einem Sieg am Grünen Tisch konnte er das epische Duell gegen Hillary Clinton gestern für sich entscheiden. Die magische Grenze von 2.118 Delegierten ist überschritten, Obama wird der Kandidat der Demokraten sein. Der Ausgang kam nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen nicht überraschend, ist aber (historisch gesehen) beeindruckend: Ein Politnovize mit einem gewöhnungsbedürftigen Namen, mit einem Vater aus Kenia und einer Mutter aus Kansas, hat eine (partei)etablierte Ex-First Lady geschlagen, die noch vor einem Jahr mit dem Brustton der Unvermeidlichkeit in die Menge gerufen hatte: „I Am In To Win!“. Hillary Clinton führte eine gute Kampagne, sie kämpfte wie eine Löwin. Das war aber nicht genug gegen einen Kandidaten, dessen Wahlkampf sich zu einer real existierenden Massenbewegung entwickelt hat. Demonstrativ spielten die Organisatoren auf Hillarys Abschlussveranstaltung gestern das Lied „Ain´t no mountain high“. Aber auch die treuesten Fans werden bald einsehen, dass sich der Berg einen anderen Propheten gesucht hat. Es ist Clintons erste große Niederlage als Kandidatin, damit muss die ehrgeizige Politikerin erst einmal fertig werden. Natürlich hat sie Fehler gemacht. Sie hat zu sehr auf einen Wahlkampf der Unvermeidlichkeit und der Stärke gesetzt und damit den Gegensatz zum frischen, neuen Wandelprediger Obama bewusst heraufbeschworen. Sie sollte aber stolz auf ihre Kampagne sein. Sie mobilisierte große Teile der demokratischen Stammwählerschaft, sie hob ihre Stimme für die Benachteiligten im Land, sie kämpfte beherzt gegen die gläserne Decke, die viele Frauen in den USA vom Aufstieg in Führ |