Was ist die Generation Obama, von der seit der letzten Woche überall die Rede ist?Es ist die neue Generation von erfolgreichen schwarzen Führungskräften, die nach der Bürgerrechtsbewegung den gesellschaftlichen und politischen Aufstieg geschafft haben. Sie sind moderater und weniger konfrontativ als die Generation vor ihnen. Sie haben in weißen Machtzentren Fuß gefasst und vermögen über das Geld und die Kontakte, um umzusetzen, was ihre Vorgänger angestoßen haben. Mit dieser Position stoßen sie allerdings auch auf Generationenkonflikte innerhalb der schwarzen Führungselite, in der die älteren die Rassismusproblematik stärker thematisiert wissen möchen. Diese Generation hatte die Unterdrückung noch in viel stärkerem Maß erlebt. Für viele ältere Schwarze blieb es bis zum 4. November 2008 unvorstellbar, dass eine Mehrheit der Weißen heute offenbar keine Vorbehalte mehr hat, einen Schwarzen zu wählen, wenn er sie politisch überzeugt.
Die Obama Generation zeichnet sich durch eine „post racial“ Weltanschauung aus. Ihr gehören junge Politiker wie Deval Patrick, der 52-jährige Gouverneur von Masschusetts an. Nach Douglas Wilder ist er der zweite afroamerikanische Gouverneur eines Bundesstaates. Seine “postrassistische“ Wahlkampfstrategie, mit der er 2006 zum Gouvereur gewählt wurde, hat auch Barack Obama geprägt. Ein ähnlich pragmatisches Verhältnis zu ihrer ethnischen Zugehörigkeit pflegen afroamerikanische Politiker wie Cory Booker, der in Newark Bürgermeister ist; Michael Nutter in Philadelphia und Arthur Davis, der in Alabama Kongressabgeordneter ist. Sie teilen die Herkunft aus der Mittelschicht, ein Studium an einer Eliteuniversität und die Überzeugung, dass Politik nicht reine Klientelpolitk sein kann.
Aber die Obama-Generation ist mehr, sie ist auch eine Bewegung, gewachsen aus einer Grassrootskampagne mit dem Ziel, Barack Obama zum Präsidenten der Vereinigeten Staaten zu wählen. Was von einigen Aktivisten ausging, ergreift heute einen immensen Teil der amerikanischen Gesellschaft. Sie waren Teil der Kampagne und haben sich mit Spenden, Anrufen, Hausbesuchen, Blogbeiträgen, Events, Hausparties, Facebookfreundschaften und weitergeleiteten E-Mails am Prozess des Wandels beteiligt, der von der Kampagne zur Bewegung führte und eine gemeinsame Identität schuf. Sie alle sind Teil der Obama-Generation. Diese Energie zu erhalten, hat sich der neue Präsident zum Ziel gemacht; und er wird sie weiterhin einbinden in seinen Weg zum Wandel. Auf der neuen Website des „President-Elect“ werden diese identitätsbildenden Prozesse fortgesetzt. "Schreib mir in Deinen Worten, was diese Kampagne und diese Wahl für Dich bedeutet haben: An American Moment: Your Story".
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