Mit einer umstrittenen Headline löste die als linksalternativ bekannte „tageszeitung“ (taz) große Diskussion nicht nur in ihrem eigenen Blog aus. Bei vielen in Deutschland lebenden Amerikanern wird die Schlagzeile als extrem rassistisch wahrgenommen, während die taz-Redaktion der Ansicht ist, sie wollte nur zum Nachdenken anregen. 
Die Überschrift spielt auf den Roman "Onkel Toms Hütte" von Harriet Beecher Stowe an. Stowe schrieb das Buch 1852 als Roman gegen die Sklaverei. Doch gilt, wie auch Spiegel Online berichtet, das Buch als vorurteilsbeladen und umstritten. Inzwischen ist der Begriff "Onkel Tom" eine Beleidigung für Schwarze, da er mit unterwürfigen Afroamerikanern assoziiert wird.
Diese Diskussion über die pejorative Bedeutung des Begriffs scheint an den Deutschen ein Stück weit vorbegegangen zu sein. Gibt es doch in Berlin noch ein Stadtviertel und eine U-Bahn-Station, die nach dem auch hierzulande populären Buch benannt worden sind. So mag sich bei dieser Headline mancher Berliner gefragt haben, ob Obama nach Schwanenwerder ziehen möchte.
In diesem Fall sollte die kulturelle Differenz zwischen Amerika und Deutschland in der Wahrnehmung des Buches mitbedacht werden. Sie spielt eine Rolle, auch wenn grundsätzlich in jedem Witz ein ernster Kern steckt, der mehr über den verrrät, der ihn erzählt, als über das Thema selbst. Die taz, die sich gerne als linksintellektuelles Blatt gibt, ignoriert in diesem Fall die transatlantische Weiterentwicklung des Begriffs anstatt darüber zu informieren. Aber immerhin hat sie uns damit eine neue Debatte beschert.
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