Wer noch etwas Platz in seinem E-Mail-Fach hat, sollte sich bei Barack Obama und John McCain auf den Online-Verteiler setzen lassen. Zwar wird man dann alle zwei Tage mit einer elektronischen Nachricht der Kandidaten beglückt, man lernt aber viel über den unterschiedlichen Zugang, den die Kandidaten zum Online-Campaigning haben.Obamas E-Mails sind immer kurz, immer auf den Punkt geschrieben. Die Botschaft der Nachricht ist klar, nach fast jedem Satz kommt ein Absatz. Videos sind genauso integriert wie ein dezenter, aber gut zu findender Spendenbutton.
John McCains elektronische Post ist das komplette Gegenteil. Pattrick Ruffini von TechPresident fasste den Charakter von McCains E-Mails als „Tolstoy in My Inbox“ treffend zusammen. In der Tat wird man vom Inhalt förmlich erschlagen. In epischer Breite bringen McCain oder sein Wahlkampfmanager Rick Davis ihre Anliegen vor. Die E-Mails sind viel zu lang, die Zeilendichte ist katastrophal. Das hier abgebildete Beispiel zeigt, wo die Dinge im Argen liegen. Erst nach elf Abschnitten und 597 Wörtern findet man den ersten Link. In Zeiten von Blackberrys und überbordendem Spam fast schon eine Todsünde.
Der Hinweis „From the Desk of…“ ist übrigens ein Stilmittel, dass man in den 1980er und 1990er Jahren gerne in Direct Mailings eingesetzt hat. Ein weiterer Beweis dafür, dass die McCain-Kampagne den Sprung ins digitale Zeitalter noch nicht ganz geschafft hat.
Kommentare
Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)
Kommentar schreiben