Der schnellste Weg, sich über den neusten Stand im US-Wahlkampf zu informieren, ist nicht mehr das Fernsehen, sondern Twitter, eine Art „Micro-Blog“. Kurznachrichten mit weniger als 140 Zeichen, sogenannte Tweets, werden über die Twitter-Seite ins Internet und aufs Handy gesendet. Die New York Times spricht von „einem der am schnellsten wachsenden Phänomene im Internet.“Für gewöhnlich enthalten Tweets Informationen darüber, was die Menschen gerade tun. Aber ein Teil der Twitter-Gemeinde tauscht sich auch über den aktuellen Stand im US-Wahlkampf aus. Während am Dienstag der Pennsylvania-Wahl ein Großteil der Bevölkerung im Fernsehen Chris Matthews oder Tim Russert sah, um sich über die Wahl zu informieren, haben die Twitter-Nutzer die Ergebnisse z.B. von Campaign2008 oder ElectionJournal erhalten. Der Techpresident-Blogger Joshua Levy schreibt: „Für mich war die Wahl klar, entweder ich langweile mich mit den Fernseh-Moderatoren zu Tode [...] oder ich tauche in den Twitterkanal ein und erhalte die Statistiken vor allen anderen [...].“ Sein Kollege Micah Sifry betrachtet das politische Twittern eher wie ein Spiel: „Es ist ein Ort, an dem wir digitale Kügelchen wie durch ein Spuckrohr aus der letzten Reihe des elektronischen Klassenzimmers schießen.“
Natürlich twittern auch (zumindest die demokratischen) Präsidentschafts-Kandidaten, allen voran Barack Obama, der stets den ersten Platz besetzt, wenn es um Grassroots-Mobilisation geht. Aber auch Hillary Clinton hält ihre „Follower“ auf dem Laufenden. Und bei Politweets kann man nachverfolgen, was alle Twitterer über die Kandidaten beider Parteien schreiben:

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