
In den ersten 24 Stunden nach ihrem Vorwahlsieg in Pennsylvania hat Hillary Clinton mehr als 10 Millionen Dollar an Spenden über das Internet eingenommen. Das ist Rekord für die Senatorin. Direkt nach ihren Erfolgen am Super Tuesday und den Vorwahlen in Texas und Ohio hatte sie lediglich zwischen drei und vier Millionen Cash generieren können. Ermutigend für Clinton: Sie war in der Lage, ihre Spenderbasis substantiell zu erweitern, indem sie allein gestern über 50.000 neue (Klein-)Spender über das Internet für sich gewann. Hilfreich war sicherlich, dass sie während ihrer Siegerrede gestern in Philadelphia explizit zum Besuch ihrer Fundraising-Website aufgerufen hatte.

Hillary Clinton kann frisches Geld sehr gut gebrauchen. In den vergangenen Tagen konnte man immer öfter lesen, dass ihre Kampagne hoch verschuldet ist. In der Tat startete sie in den April mit $800,000 im Minus und hat weiterhin Außenstände von knapp $10 Mio., u.a. $4,5 Mio. bei der Firma ihres ehemaligen Chefstrategen Mark Penn (Penn Schoen Berland and Associates), $528.000 bei ihrer Medienberaterin Mandy Grunwald und $956.000 bei ihrer Direct-Mail-Firma MSHC Partners.
Auch die nächsten Vorwahlkämpfe in Indiana, North Carolina und Kentucky werden Unsummen von Geld verschlingen. Allein in Indiana müssen Clinton und Obama in sechs großen TV-Märkten Spots schalten, einer davon ist der teure Fernsehmarkt in Chicago, von dem aus man große Teile der Wähler im Hoosier State erreicht.
Geld wird in den USA als die Muttermilch der Politik bezeichnet. Wie aber die Erfolge der unterfinanzierten John McCain und Hillary Clinton gezeigt haben, ist Geld nicht alles. Obama investierte in Pennsylvania extrem viele Ressourcen. Nach Angaben der Campaign Media Analysis Group (CMAG) gab er allein doppelt so viel Geld für TV-Spots aus wie Clinton ($10 Mio. zu $5 Mio.), nur um von ihr mit 10 Prozentpunkten Abstand geschlagen zu werden.
Politische Junkies können sich schon einmal den 6. Mai rot im Kalender anstreichen. Dann findet die nächste Entscheidungswahl in Indiana statt. Gewinnt Obama dort, dann hat er die Chance, Clintons Momentum nachhaltig zu stoppen. Falls aber Hillary den Staat für sich entscheidet, werden die Zweifel an Barack Obamas Kandidatur noch größer und lauter. „Can he close the deal?“ Wir sind gespannt.
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