Das strahlende Lächeln der zweijährigen Hillary im weißen Rüschenkleid steckt an. Ihre blonden Locken wippen mit, wenn sie ausgelassen über den Rasen läuft und uns ihre Hand entgegenstreckt, als wolle sie uns mitnehmen zu einem Ausflug nach Scranton in Pennsylvania.
“Hillary 1950” heißt der Wahlkampfspot, in schwarz-weiß-Ästhetik und mit Pianoklängen unterlegt, der Original-Film- und Fotoaufnahmen benutzt. Er gibt Hillary Clintons Wahlkampf-Stil eine neue Richtung, denn während sie bislang themenbezoge Spots vor allem mit wirtschaftlichem Schwerpunkt bevorzugte, spricht sie nun die Emotionen der Wähler an. Sie erzählt von ihren Sommerferien in Scranton, wo ihr Vater aufgewachsen ist und ihr Großvater in einer Fabrik arbeitete. Dort verbrachte sie die Sommerurlaube in einem bescheidenen Ferienhaus, das weder Heizung noch Dusche hatte, “just the joy of family”.
Das sollte genug Identifikationsfläche bieten für die Wähler in Pennsylvania. Nicht nur, um am 22. April ihre Stimme für Hillary Clinton abzugeben, sondern auch, um für sie zu spenden. Clintons Wahlkampfteam verschickt den Werbespot derzeit per E-Mail, um für Spenden zu sammeln und ist sich seiner neuen Strategie durchaus bewusst. So schreibt Wahlkampfchef Terry McAuliffe: “Lernen Sie Hillary von einer neuen Seite kennen.”
Barack Obama verbrachte insbesondere zu Beginn seiner Kampagne viel Zeit damit, von seiner Kindheit und der Geschichte seiner Familie zu berichten, die die idealtypische Erzählung des amerikanischen Traums verkörpert. Während Hillary Clinton unter dem Einfluss ihres mittlerweile entlassenen Wahlkampfstrategen Mark Penn auf Erfahrung und inhaltliche Überlegenheit setzte, zog Barack Obama an ihr vorbei, in die Herzen der Amerikaner. Dort will nun auch Hillary Clinton hin und erzählt, während man sie an der Hand ihres Vater sieht, dass sie mit dem amerikanischen Traum erzogen wurde. “Ich habe immer noch Vertrauen in diesen Traum. Er ist ein wenig in Vergessenheit geraten, aber wir alle müssen ihn wieder träumen. Und ich verspreche: Das werde ich!”
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