UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Obama gibt sich bodenständigMittwoch, 30. April 2008
Die vergangenen Vorwahlen in Texas, Ohio und Pennsylvania haben es gezeigt. Barack Obama hat Probleme, (weiße) Wähler aus der unteren Mittelschicht und der Arbeiterschaft an sich zu binden. Seine blumige Rhetorik des Wandels scheint bei den ökonomisch Benachteiligten in Zeiten einer drohenden Rezession nicht richtig zu verfangen.
Die nicht enden wollende Kontroverse um den umstrittenen Pastor Jeremiah Wright, Obamas Aussagen über frustrierte Kleinstädter und sein furchtbar unsportlicher Bowling-Auftritt haben diese Kluft sicher nicht gerade verkleinert. Paradox ist die Lage schon: Obama führt eine der basisorientiertesten, lebensnahesten Kampagnen der Neuzeit, gilt aber dennoch als elitär und entrückt vom normalen Amerikaner, der gerne in Form von Jim, Joe oder Cindy durch den Blätterwald gejagt wird. Politico.com spekulierte sogar schon darüber, ob Obama zu intelligent für die breite Wählerschar sei.
Obamas Reaktion: Zusammen mit seinem Team hat er in jüngsten Strategiesitzungen beschlossen, seine Herkunft wieder stärker in den Mittelpunkt der Wahlkampfreden zu stellen. Sein Aufwachsen in kleinen Verhältnissen bei seiner allein erziehenden Mutter in Kansas und seine Zeit als Sozialarbeiter in Chicago will Obama rhetorisch mit einer populistischeren Wirtschaftsbotschaft verbinden. Zudem gibt er sich im Vorwahlkampf in Indiana volksnäher und bodenständiger als bisher. Nach einem Wahlkampfauftritt im ländlichen Kokomo (Indiana) spielte er am Freitag publikumswirksam 3-on-3-Basketball. Im sportverrückten Indiana war ihm damit ein Beitrag in den lokalen Abendnachrichten sicher. Zudem trat Obama am Wochenende zum ersten Mal in der Sonntagstalkshow des Nachrichtensenders Fox News auf, die auch unter weißen Arbeitern beliebt ist. Dort versprach er dem Gastgeber Chris Wallace eindringlich, härter für die Stimmen der „blue-collar voters“ zu kämpfen. Nachdem er während einer Pressekonferenz an einer Tankstelle irgendwo in Indiana die zu hohen Benzinpreise kritisiert hatte, bekannte er kürzlich sogar, nur fünf Anzüge zu besitzen, die er im Wechsel trage. Nur fünf Anzüge… Ob diese Form des Stilwechsels bei den bodenständigen Wählern in Indiana ankommt, bleibt fraglich. Apropos Benzinpreise: Im Rennen um die Zustimmung des „kleinen Mannes“ hat Hillary Clinton gerade eine neue Sau durch das Vorwahldorf getrieben. Sie schlug (genauso wie John McCain) vor, die Benzinsteuern den Sommer über auszusetzen. Obama lehnt dies ab, aus ökologischen und fiskalischen Gründen. Das ist rational und aller Ehren wert, wird dem autofixierten Durchschnittsamerikaner aber sicher nicht ganz einleuchten. Populist zu sein, ist schwerer als gedacht! Spuren der MachtDienstag, 29. April 2008
Wie die Kandidaten um das US-Präsidentschaftsamt nach 4 Jahren in dem stressigsten Job des Landes aussehen, zeigen die Gurus von PopPhoto. Sie haben die Fotos von John McCain, Barack Obama und Hillary Clinton digital altern lassen. Mit verschiedenen Fotoshop-Funktionen wurden ihnen graue Haare, tiefe Falten und Altersflecken zugefügt. Die Lippen wurden dünner und die Wangen fielen ein. Die Huffington Post berichtet, dass selbst das digitale Altern Zeit kostet: an jedem der Bilder haben die Grafiker 4 Stunden gearbeitet.
Auch die deutsche Fotografin Herlinde Koelbl zeigt Spuren der Macht. Ihre Fotoserie, die in den letzten Jahren unter anderem im Deutschen Historischen Museum und im Kunstraum des Deutschen Bundestages zu sehen war, verfolgte deutsche Politiker in Echtzeit. Eines steht fest: Die Politik lässt Menschen altern, mehr als jeder andere Beruf. Joschka Fischer 1991: „Heute bin ich ein alter Kämpfer im Katzenrevier. Zerzaust, zerrupft und fülliger – aber mit jeder Menge Erfahrung.“
Blogeintrag von Ute Pannen
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17:48
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Die twitternde KlasseMontag, 28. April 2008
Der schnellste Weg, sich über den neusten Stand im US-Wahlkampf zu informieren, ist nicht mehr das Fernsehen, sondern Twitter, eine Art „Micro-Blog“. Kurznachrichten mit weniger als 140 Zeichen, sogenannte Tweets, werden über die Twitter-Seite ins Internet und aufs Handy gesendet. Die New York Times spricht von „einem der am schnellsten wachsenden Phänomene im Internet.“
Für gewöhnlich enthalten Tweets Informationen darüber, was die Menschen gerade tun. Aber ein Teil der Twitter-Gemeinde tauscht sich auch über den aktuellen Stand im US-Wahlkampf aus. Während am Dienstag der Pennsylvania-Wahl ein Großteil der Bevölkerung im Fernsehen Chris Matthews oder Tim Russert sah, um sich über die Wahl zu informieren, haben die Twitter-Nutzer die Ergebnisse z.B. von Campaign2008 oder ElectionJournal erhalten. Der Techpresident-Blogger Joshua Levy schreibt: „Für mich war die Wahl klar, entweder ich langweile mich mit den Fernseh-Moderatoren zu Tode [...] oder ich tauche in den Twitterkanal ein und erhalte die Statistiken vor allen anderen [...].“ Sein Kollege Micah Sifry betrachtet das politische Twittern eher wie ein Spiel: „Es ist ein Ort, an dem wir digitale Kügelchen wie durch ein Spuckrohr aus der letzten Reihe des elektronischen Klassenzimmers schießen.“ Natürlich twittern auch (zumindest die demokratischen) Präsidentschafts-Kandidaten, allen voran Barack Obama, der stets den ersten Platz besetzt, wenn es um Grassroots-Mobilisation geht. Aber auch Hillary Clinton hält ihre „Follower“ auf dem Laufenden. Und bei Politweets kann man nachverfolgen, was alle Twitterer über die Kandidaten beider Parteien schreiben: Wahlanalyse mal andersFreitag, 25. April 2008
Meine Analyse der Vorwahlen in Pennsylvania kommt heute - statt Text - in Form zweier Videos. Im Sat.1-Frühstücksfernsehen gebe ich eine zeitnahe Einschätzung des Wahlausgangs ab:
Am Nachmittag dann habe ich ein ausführlicheres Interview bei n-tv gegeben, in dem es vor allem um das Obamamentum geht: Clintons Kasse klingeltDonnerstag, 24. April 2008![]() In den ersten 24 Stunden nach ihrem Vorwahlsieg in Pennsylvania hat Hillary Clinton mehr als 10 Millionen Dollar an Spenden über das Internet eingenommen. Das ist Rekord für die Senatorin. Direkt nach ihren Erfolgen am Super Tuesday und den Vorwahlen in Texas und Ohio hatte sie lediglich zwischen drei und vier Millionen Cash generieren können. Ermutigend für Clinton: Sie war in der Lage, ihre Spenderbasis substantiell zu erweitern, indem sie allein gestern über 50.000 neue (Klein-)Spender über das Internet für sich gewann. Hilfreich war sicherlich, dass sie während ihrer Siegerrede gestern in Philadelphia explizit zum Besuch ihrer Fundraising-Website aufgerufen hatte.
Hillary Clinton kann frisches Geld sehr gut gebrauchen. In den vergangenen Tagen konnte man immer öfter lesen, dass ihre Kampagne hoch verschuldet ist. In der Tat startete sie in den April mit $800,000 im Minus und hat weiterhin Außenstände von knapp $10 Mio., u.a. $4,5 Mio. bei der Firma ihres ehemaligen Chefstrategen Mark Penn (Penn Schoen Berland and Associates), $528.000 bei ihrer Medienberaterin Mandy Grunwald und $956.000 bei ihrer Direct-Mail-Firma MSHC Partners. Auch die nächsten Vorwahlkämpfe in Indiana, North Carolina und Kentucky werden Unsummen von Geld verschlingen. Allein in Indiana müssen Clinton und Obama in sechs großen TV-Märkten Spots schalten, einer davon ist der teure Fernsehmarkt in Chicago, von dem aus man große Teile der Wähler im Hoosier State erreicht. Geld wird in den USA als die Muttermilch der Politik bezeichnet. Wie aber die Erfolge der unterfinanzierten John McCain und Hillary Clinton gezeigt haben, ist Geld nicht alles. Obama investierte in Pennsylvania extrem viele Ressourcen. Nach Angaben der Campaign Media Analysis Group (CMAG) gab er allein doppelt so viel Geld für TV-Spots aus wie Clinton ($10 Mio. zu $5 Mio.), nur um von ihr mit 10 Prozentpunkten Abstand geschlagen zu werden. Politische Junkies können sich schon einmal den 6. Mai rot im Kalender anstreichen. Dann findet die nächste Entscheidungswahl in Indiana statt. Gewinnt Obama dort, dann hat er die Chance, Clintons Momentum nachhaltig zu stoppen. Falls aber Hillary den Staat für sich entscheidet, werden die Zweifel an Barack Obamas Kandidatur noch größer und lauter. „Can he close the deal?“ Wir sind gespannt.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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15:29
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Die vielen Leben der Hillary ClintonMittwoch, 23. April 2008Keine Frage: Das war ein wichtiger Sieg für Hillary Clinton in Pennsylvania, wieder einmal ein stabiler Rettungsanker zur richtigen Zeit. Deutlich verwies sie Barack Obama in die Schranken, mit 10 Prozentpunkten Vorsprung (55% zu 45%). Einmal mehr strafte sie ihre Gegner Lügen, die ihr den vorzeitigen Ausstieg aus dem Rennen um die demokratische Nominierung nahe gelegt hatten. Barack Obama kann zwar erhobenen Hauptes in die nächsten Vorwahlen gehen, weil er es in den vergangenen sechs Wochen geschafft hat, den Abstand auf Hillary Clinton von über 20 Prozent auf zehn Punkte zu verkürzen. Doch insgeheim hatte sein Team sicherlich auf einen knapperen Ausgang der Vorwahlen gehofft. Ein Blick auf die Daten der Nachwahlbefragung zeigt, wie und warum Hillary Clinton gewonnen hat. Die Nachwahlanalyse Die Nachwahlbefragungen zeigen, dass Hillary Clinton ihre Stammklientel extrem gut mobilisieren konnte. Die Stimmen der weiblichen Wähler gewann sie mit 12 Prozentpunkten Vorsprung, weiße Frauen sogar mit 28 Prozent Abstand. Sie hatte ebenso Vorteile bei den unteren Einkommensschichten bis $50.000 Jahresgehalt (+10%) wie auch bei Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss (+28%). Senioren und Katholiken gewann sie mit deutlichem Abstand. Entscheidend war auch ihr gutes Abschneiden bei Wählern, die das Thema Wirtschaft und Arbeitsplätze ganz oben auf ihrer Agenda hatten. Hier siegte Hillary Clinton mit 12 Prozentpunkten vor Barack Obama. In Zeiten der Wirtschaftskrise konnte Clinton sich in Pennsylvania also als die kompetentere Problemlöserin etablieren. Diese These wird von Wahlergebnissen aus den ehemaligen Stahlarbeiterregionen des Nordostens untermauert. In diesen, vom Strukturwandel besonders hart betroffenen Gegenden gewann Clinton haushohe Mehrheiten, wie z.B. in den Bezirken Luzerne und Lackawanna, die sie mit knapp 50 Prozentpunkten Vorsprung für sich entscheiden konnte. Barack Obama hatte seine Hochburgen hingegen in Philadelphia und dessen Vororten sowie in den College-Städten des Keystone State. An dieser regionalen Verteilung lässt sich auch die Struktur der Obama-Wähler deutlich machen. Er schafft es, eine bunte Koalition aus schwarzen Wählern in den Innenstädten, aus gut situierten Bewohnern der Vorstädte und jungen Collegestudenten zu formen. Sein Problem tritt aber deutlich zu Tage: Auch nach vielen Monaten des Vorwahlkampfes schafft er es nicht, entscheidend in das Wählerreservoir Hillary Clintons einzudringen. Wie geht es weiter? Hillary Clinton wird das Momentum dieses Sieges nutzen, um massiv auf die Superdelegierten einzuwirken, also auf das Parteiestablishment, das aller Wahrscheinlichkeit nach am Ende der Vorwahlsaison über Sieg und Niederlage entscheiden wird. Das Establishment-Lobbying ist lebensnotwendig für Clinton, denn auch mit ihrem Sieg in Pennsylvania hat sie es nicht geschafft, den Vorsprung Obamas bei den Delegiertenstimmen oder den absoluten Wählerstimmen entscheidend zu verkürzen. Ihr Argument wird deshalb ein psychologisches sein: „Schaut nicht nur auf die schnöde Mathematik des Delegiertenrennens! Wie dieser Sieg zeigt, gibt es massive Zweifel an Obama bei einem Großteil der demokratischen Wählerschaft. Er kann den Sack nicht zumachen („Why can´t he close the deal?“); er kann die bevölkerungsreichen Staaten nicht gewinnen, die wichtig sind für einen demokratischen Sieg im November. Obama erscheint zu elitär, nicht „in touch“ mit der Basis der Demokraten. Ich dagegen bin die wahre Ombudsfrau der kleinen Leute, unserer Kernklientel.“ Ob diese Argumentation ziehen wird, ist fraglich. Hillary Clinton ist faktisch pleite. Sie braucht sehr viel Geld und das schnell (deshalb auch ihr expliziter Hinweis auf ihre Fundraising-Website während ihrer Siegesfeier gestern Abend). Am 6. Mai stehen die nächsten Vorwahlen in Indiana und North Carolina an. Schon jetzt haben Mitarbeiter aus Hillarys Team zu verstehen gegeben, dass ein Sieg in Indiana für sie Pflicht ist. Die nächste Wasserscheide im Kampf um die Nominierung ist also in Sicht. Wir werden sehen, ob sie auch diese Hürde nimmt. Eines ist gewiss: Diese Frau hat viele Leben! Hier die Siegesrede von Hillary Clinton gestern Nacht in Philadelphia:
Blogeintrag von Maik Bohne
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12:38
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Clinton, Obama und OsamaDienstag, 22. April 2008Am Vorabend der Primary in Pennsylvania fällt Hillary Clinton auf dieselbe umstrittene Taktik zurück, die sie bereits im Vorfeld der Vorwahlen in Texas und Ohio angewendet hatte. In einem neuen TV-Spot bittet sie die Wähler, sich selbst zu fragen, welcher Kandidat der erfahrenere Problemlöser und bessere "Commander-in-Chief" ist. Ein klarer Seitenhieb gegen den als oft zu blumig und unpräzise wahrgenommenen Barack Obama. Wie schon im mittlerweile legendären „3 a.m.“-Spot, stellt Clinton auch dieses Mal implizit die Frage nach den Führungsqualitäten und der politischen Erfahrung des jungen Senators aus Illinois. Der TV-Spot arbeitet mit Bildern des Angriffs auf Pearl Harbor, mit Videos von Osama Bin Laden und von Hurricane „Katrina“. Er macht deutlich, dass es in Zeiten der Krise auf Führungsstärke seitens des Präsidenten ankommt. Die Aussage kumuliert in einem Zitat von Harry Truman („If you can´t stand the heat, get out of the kitchen“). Anschließend fragt der Sprecher fast schon rhetorisch: “Who do you think has what it takes?“ Hillary Clinton ist die erste demokratische Kandidatin in diesem Vorwahlkampf, die Bilder von Osama Bin Laden benutzt. In einem Interview mit CNN-Talker Larry King legte sie nach. Clinton machte deutlich, dass der zukünftige Führer des Landes so schwierige und gefährliche Entscheidungen zu treffen habe, wie kaum ein Präsident zuvor. Das sind klare Ansagen. Wir haben die Botschaft verstanden. Was sagt Obama? Er reagiert mit einem eigenen Spot, in dem er fragt: „Wer bringt uns zusammen in Zeiten der Krise – ohne Angst und Kalkulation zu benutzen, ohne uns auseinander zu bringen?“ Ein klarer Angriff gegen Clinton. Ihr warf Obamas Pressesprecher Bill Burton folgerichtig eine Taktik vor, die aus dem Arsenal der Bush-Regierung stammt. Hillary wolle politisch punkten, indem sie mit den Wählern dieselben Spiele der Angst spiele wie Präsident Bush, so Burton. Die Hitze in der Küche dieses Vorwahlkampfes ist in den vergangenen Tagen in der Tat extrem gestiegen. Wir werden sehen, wer als Sieger aus dem Koch-Duell Obama gegen Clinton hervorgeht. Mehr dazu morgen auf diesem Blog.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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19:19
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Netzwerke sind die RevolutionMontag, 21. April 2008
Am Freitag hielt der Techpresident-Blogger Micah L. Sifry zum Ausklang der Politics Web 2.0-Konferenz in London einen Vortrag über die Rolle von Web 2.0 im US-Wahlkampf: Die Netzwerke sind die Revolution, lautet sein Credo, dass sich an einer simplen Frage festmachen lässt. Was ist mächtiger, eine E-Mail-Liste mit einer Million Adressen oder ein Netzwerk von 1000 Bloggern? Anhand der drei Punkte Botschaft, Basis-Mobilisierung und Fundraising zeigte Micah L. Sifry, in welche Richtung die Zukunft weist:
1. Die Botschaft können die Wähler selbst durchaus besser vermitteln als die Kampagnen-Zentrale. Allein die YouTube–Videos Vote Different (5 Millionen Zuschauer), Yes We Can (7 Millionen Zuschauer) und Hillary and the Band (410.000 Zuschauer) haben enorme Aufmerksamkeit erreicht. Phil de Vellis, der Produzent des „Vote Different“-Videos sagte einmal in der Huffington Post, dass er das Video konzipiert hat, um zu zeigen, wie ein einzelner Bürger den Wahlkampf beeinflussen kann. 2. Die Mobilisierung von Freiwilligen geht von den Grassroots-Netzwerken selbst aus. So hatte Joe Antony mit MySpace for Obama die Massen aufgerufen. Farouk Olu Aregbe aktivierte One Million Strong for Barack bei Facebook. Websites wie Meetup.com und eventful.com helfen tausende Menschen vor Ort zu mobilisieren. 3. Nicht zuletzt spiegelt sich die Grassroots-Aktivität und das Netzwerken auch in der Fundraising-Struktur Barack Obamas wider. Er spricht nicht die großen Geldgeber an, sondern den “kleinen Mann”, dessen 20$-Spenden im Gegensatz zu Großspenden auch mehrfach eingehen dürfen. Auch die Grassroots-Organisation MoveOn.org unterstützte Obama, indem sie ihr Netzwerk zum Fundraising aktivierte. Die Lektion lautet also: Netzwerke sind einflussreicher als E-Mail-Listen.
Blogeintrag von Ute Pannen
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14:52
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McCainomics: Populist und SteuerkürzerFreitag, 18. April 2008
John McCain stellte am Dienstag in Pennsylvania erste Eckpunkte seines Wirtschaftsprogramms vor. Der Senator aus Arizona, vielfach gescholten für seine fehlende Expertise im Bereich Wirtschaft und Arbeit, gab sich als Steuersenker mit populistischem Anstrich.
Öffentlichkeitswirksam kritisierte er eine Managerkaste in den USA, die sich seiner Meinung nach überhöhte Gehälter genehmigt und viel zu leichtfertig riskante Unternehmensentscheidungen trifft. Im Blick hatte er vor allem Angelo R. Mozilo, CEO des kriselnden Hypothekenriesen Countrywide, und James E. Cayne, ehemaliger Chef von Bear Stearns. Zudem schlug McCain vor, die Steuern auf Benzin den Sommer über auszusetzen, um den autofixierten Amerikanern direkte wirtschaftliche Erleichterungen zu verschaffen. Kern der McCainomics ist aber gutes, altes, angebotsorientiertes Denken, ganz im Mainstream der Republikanischen Partei. McCain schlug vor, die umfangreichen Steuersenkungen der Bush-Ära (v.a. bei Gewinn- und Abgeltungssteuern) beizubehalten, von denen vor allem reichere Amerikaner profitieren. Zusätzlich will er die Unternehmenssteuern senken und Abschreibungen erleichtern. McCain will zudem Schluss machen mit der Alternative Minimum Tax, einer Minimalsteuer, die immer weiter in die obere Mittelschicht in den USA hineinreicht. Ursprünglich gedacht für Reiche, die sich durch Steuerschlupflöcher steuerlich arm rechneten, betrifft sie heute immer mehr Menschen mit einem Haushaltseinkommen über 100.000 Dollar. Das Brookings Institut schätzt, dass es 2010 bis zu 33 Millionen Amerikaner sein könnten, die sich diesem alternativen Steuersystem unterstellen müssen und dadurch zusätzlich geschröpft würden. Zusammengerechnet würden die McCainschen Vorschläge eine Lücke von knapp 200 Milliarden Dollar jährlich in den Bundeshaushalt reißen. Deshalb hat sich der „Mac“ bereits von seinem Ziel verabschiedet, den Bundeshaushalt am Ende seiner ersten Amtszeit auszugleichen. Er verschob das Ganze vorerst auf 2016. Die Etatausfälle will McCain mit der Kürzung sog. „pork barrel legislation“ (kostenintensive Projekte und Subventionen, die Abgeordnete für ihren Wahlkreis oder Bundesstaat erstreiten) und dem Schließen von Steuerlöchern kompensieren. Für gebeutelte Hausbesitzer und entlassene Arbeitnehmer hatte McCain wenig im Gepäck. Er stellte zum einen in Aussicht, die vom Bund finanzierten Jobtrainings an Community Colleges zu verbessern. Zum anderen reagierte er auf die Hypothekenkrise, indem er den am Härtesten betroffenen Hausbesitzern die Chance bieten möchte, in einen vom Bundeswohnungsamt finanzierten 30-Jahres-Kredit (HOME Loan) zu wechseln. Bisher hatte McCain noch jeglichen staatlichen Eingriff in den kriselnden Häusermarkt abgelehnt. Ob er damit sein Image des unsensiblen und ökonomisch entrückten Politikers nachhaltig ändern kann, bleibt abzuwarten. Immerhin hat McCain erkannt, dass er nicht nur auf den Schlachtfeldern „Außenpolitik“ und „nationale Sicherheit“ spielen darf. In Zeiten einer drohenden Rezession wird es maßgeblich darauf ankommen, wie die Wähler seine wirtschaftspolitischen Konzepte beurteilen. Hier der neueste TV-Spot von McCain zum Thema Wirtschaft und Arbeit:
Blogeintrag von Maik Bohne
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Obama auf dem heißen StuhlDonnerstag, 17. April 2008
Oberflächlich betrachtet mag es eine nette und zivilisierte Debatte zwischen Hillary Clinton und Barack Obama gewesen sein. Es gab keine scharfen Attacken, beide Kandidaten wahrten ihre Contenance. Und doch hatte diese Frage- und Antwortsession das Potential, die Dynamik des Präsidentschaftswahlkampfes nachhaltig zu ändern.
Barack Obama ist spätestens mit dieser Debatte in den Niederungen der Politik angekommen. Wir erinnern uns: Er war angetreten, um Schluss zu machen mit dem Negativwahlkampf, der in den USA bis heute zum Standardprogramm einer jeden Kampagne gehört. Er wollte sich über das Hin und Her von Anschuldigung und Gegenanschuldigung hinwegsetzen mit einer positiven Kampagne, in deren Mittelpunkt seine Meta-Botschaft des Wandels und des Optimismus stand. Was davon übrig geblieben ist, sahen wir gestern bei der Debatte der Demokraten im National Convention Center in Philadelphia, also an jenem Ort, an dem Obama noch vor ein paar Wochen seine eloquente Rede zum Verhältnis zwischen schwarzem und weißem Amerika gehalten hatte. Obama befand sich nahezu die gesamte Zeit über in der Defensive. Er musste Fragen zu seinen kontroversen Äußerungen über verbitterte Kleinstadtwähler in Pennsylvania beantworten; er fühlte sich erneut genötigt, seine Beziehung zum umstrittenen Pastor Jeremiah Wright zu erklären; er musste sich fragen lassen, warum er keine amerikanische Flagge als Pin an seinem Anzug trägt (kein Scherz!). Das dicke Ende kam jedoch in Form einer Frage der beiden ABC-Moderaten George Stephanopoulos und Charlie Gibson, die wissen wollten, wie es Obama denn halten würde mit einem gewissen Herren Bill Ayers, ein Englisch-Professor aus Chicago, der in den 1960er Jahren Teil der Weather Underground-Gruppe war, die Bombenanschläge auf das Pentagon und andere Regierungsgebäude verübt hatte. Obama gab zu, dass Ayres ein Freund sei, der in seiner Nachbarschaft lebe und mit dem er sich gelegentlich austauschen würde. Clinton, offensichtlich gut vorbereitet, legte nach und erklärte, dass Obama und Ayres zusammen im Beirat des karitativen Woods Fund in Chicagos South Side sitzen würden und dass sich Ayres bisher nicht für seine Attentate in den 1960ern entschuldigt habe. Das saß. Obama schlingerte, fiel aber nicht. Er entgegnete zu Recht, dass es das Problem der amerikanischen Politik sei, ein Statement oder eine Beziehung zu einer kontroversen Person zu nehmen und sie dann solange durch die Medien zu schleusen, bis sie bei den Wählern als echtes Problem ankommen würden. Ein richtiger und wichtiger Punkt, was sich schon daran zeigte, dass die eigentlichen inhaltlichen Fragen wie Steuern, Irak und Waffenbesitz viel zu kurz kamen in dieser Debatte. Das Lamentieren hilft Obama allerdings nichts. Präsidentschaftswahlen sind keine Programmwettbewerbe, sondern kandidatenzentrierte Auseinandersetzungen, in denen Charakter und persönliche Attribute einen mindestens ebenso hohen Stellenwert einnehmen wie Inhalte. Diese Logik hat Obama ja selbst bisher zu seinem Vorteil genutzt. Einen Ausschnitt aus der Debatte finden Sie hier: Eine interessante Randnotiz: Eine Fokusgruppe mit Bürgern aus Pennsylvania zeigte, welch tiefen Eindruck John McCain auf moderate Wähler macht. Nahezu die Hälfte der demokratisch affinen Gruppe konnte sich vorstellen, den Senator aus Arizona zu wählen. Der Hauptgrund: Charakter. Die Republikaner werden sich einmal mehr die Hände gerieben haben gestern Abend. Ein Negativwahlkampf gegen Obama könnte einfacher werden als anfangs von republikanischen Wahlkampfstrategen gedacht. Hier die Fox News-Fokusgruppendiskussion mit dem Meinungsforscher Frank Luntz:
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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15:23
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Bitter für ObamaMittwoch, 16. April 2008
Der "kleine Mann" ist ein beliebter Zeitgenosse in Wahlkämpfen. Kandidaten und Parteien scheinen ihn stets persönlich zu kennen; sie scheinen zu fühlen, was er fühlt; sie scheinen zu wissen, was er will. In den USA kennt man den kleinen Mann wahlweise als „common man“ oder Joe Sixpack. Dieser Stellvertreter des „small town America“ ist heilig und unangreifbar, repräsentiert er doch das, wofür die Vereinigten Staaten (vermeintlich) stehen: Patriotismus, Gemeinsinn und Bodenständigkeit.
Barack Obama weiß, dass er nichts gewinnen und alles verlieren kann, wenn er diese heilige Kuh des Wahlkampfes kritisiert. Er hat es dennoch getan, weit weg vom ländlichen Amerika, auf einem Fundraiser in San Franscisco, der Hauptstadt des liberalen Amerika. Auf die Frage eines Geldgebers, warum er in Pennsylvania Schwierigkeiten habe, weiße Wähler aus der Arbeiterschicht für sich zu gewinnen, sagte Obama den folgenschweren Satz, der sich bereits als „Bittergate“ in die Terminologie dieses Wahlkampfes eingeschlichen hat. Er bezeichnete Kleinstädter in Pennsylvania als verbitterte Menschen, die sich aus ökonomischer Unsicherheit heraus an Waffen, Religion und xenophobe Ideen klammern würden. Kein unwahrer Satz, politisch allerdings ein höchst inopportuner. Hillary Clinton brauchte deshalb auch nicht lange, um Barack Obama für seinen rhetorischen Ausfall zu kritisieren. Sie, die sich in Pennsylvania gerade als religiöses Kleinstadt-Kind mit Liebe zu Waffen ausgibt, bezeichnete den jungen Senator aus Illinois als elitär und entrückt von der Basis. In einem neuen TV-Spot lässt Clinton das „small town America“ selbst zu Wort kommen. Im sog. „man-on-the-street“-Design sprechen Bürger direkt in die Kamera, um sich über Obamas Aussagen zu mokieren und ihren kleinstädtischen Lebensstil zu verteidigen: Auch John McCain wartete nicht lange, um die Chance zu ergreifen, die ihm Obama geboten hatte. Ähnlich wie Clinton kritisierte er Obama als elitär und „out of touch“ mit dem Mainstream Amerikas. Immer stärker wird die Angriffslinie deutlich, die die Republikaner gegen Obama fahren könnten. Sie würden ihn als Harvard-Snob darstellen, der zwar schön reden kann, aber hinter seinen blumigen Auftritten verbirgt, dass er den Amerikanern eine Links-außen-Agenda überstülpen will, die entrückt ist von der Lebenswirklichkeit der Menschen. John Kerry lässt grüßen. Heute Abend treffen sich Obama und Clinton in Philadelphia zu einer weiteren TV-Debatte. Es wird interessant zu verfolgen sein, wie sich Obama gegen die Vorwürfe Clintons wehrt, ob er in die Offensive geht, ob er sich beim fiktiven kleinen Mann nochmals für seine Aussagen entschuldigen wird. Neueste Umfragen zeigen, dass Obama bisher kaum an Zustimmung einbüßen musste. Vorsicht ist aber geboten: Solche Dinge brauchen in der Regel vier bis sechs Tage, um sich im Bewusstsein der Wähler zu verankern. Wahrscheinlich werden wir erst am 22. April (Vorwahltag in Pennsylvania) wissen, ob die Kontroverse Obama geschadet hat. I'm still standingMontag, 14. April 2008
Die Rolle des Rockstars (PDF) hatte im US-Wahlkampf eigentlich schon Barack Obama besetzt, doch an diesem Abend war Hillary Clinton der Star. Mit Bill und Chelsea betrat sie die Bühne der legendären Radio City Music Hall in New York. Elton John, der bereits zu Bill Clintons Amtszeit bei einem Staatsbankett im Weißen Haus sang, gab ein Benefizkonzert
für die Präsidentschaftskandidatin. Bereits binnen einer Stunde waren alle 6000 Karten ausverkauft: 125 Dollar für die billigsten Plätze oben im Rang, 2300 Dollar (die gesetzliche Höchstgrenze für Spenden) fürs Parkett. Mit den Worten “I’m still standing” begrüßte Hillary Clinton ihre Unterstützer. Elton John sprach sich für Hillary aus, die sich am besten von allen für das Präsidentenamt eigne, und wunderte sich über die vielen frauenfeindlichen Äußerungen im Wahlkampf: “Zur Hölle mit ihnen.” “Ich liebe Dich Hillary.” Der Erlös von 2,5 Mio $ kann sich sehen lassen. Doch dürfte er nur vorübergehend über die chronische Finanzschwäche der Clinton-Kampagne hinweghelfen. Auf Clintons Webseite geht das Fundraising bereits in eine neue Runde: „Close the Gap“ heißt es dort, denn ihr Gegner gibt derzeit 2,2 Mio $ pro Woche für Werbung in Pennsylvania aus.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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17:47
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Hillary blickt zurück, um nach vorn zu ziehnMontag, 14. April 2008
Das strahlende Lächeln der zweijährigen Hillary im weißen Rüschenkleid steckt an. Ihre blonden Locken wippen mit, wenn sie ausgelassen über den Rasen läuft und uns ihre Hand entgegenstreckt, als wolle sie uns mitnehmen zu einem Ausflug nach Scranton in Pennsylvania.
“Hillary 1950” heißt der Wahlkampfspot, in schwarz-weiß-Ästhetik und mit Pianoklängen unterlegt, der Original-Film- und Fotoaufnahmen benutzt. Er gibt Hillary Clintons Wahlkampf-Stil eine neue Richtung, denn während sie bislang themenbezoge Spots vor allem mit wirtschaftlichem Schwerpunkt bevorzugte, spricht sie nun die Emotionen der Wähler an. Sie erzählt von ihren Sommerferien in Scranton, wo ihr Vater aufgewachsen ist und ihr Großvater in einer Fabrik arbeitete. Dort verbrachte sie die Sommerurlaube in einem bescheidenen Ferienhaus, das weder Heizung noch Dusche hatte, “just the joy of family”. Das sollte genug Identifikationsfläche bieten für die Wähler in Pennsylvania. Nicht nur, um am 22. April ihre Stimme für Hillary Clinton abzugeben, sondern auch, um für sie zu spenden. Clintons Wahlkampfteam verschickt den Werbespot derzeit per E-Mail, um für Spenden zu sammeln und ist sich seiner neuen Strategie durchaus bewusst. So schreibt Wahlkampfchef Terry McAuliffe: “Lernen Sie Hillary von einer neuen Seite kennen.” Barack Obama verbrachte insbesondere zu Beginn seiner Kampagne viel Zeit damit, von seiner Kindheit und der Geschichte seiner Familie zu berichten, die die idealtypische Erzählung des amerikanischen Traums verkörpert. Während Hillary Clinton unter dem Einfluss ihres mittlerweile entlassenen Wahlkampfstrategen Mark Penn auf Erfahrung und inhaltliche Überlegenheit setzte, zog Barack Obama an ihr vorbei, in die Herzen der Amerikaner. Dort will nun auch Hillary Clinton hin und erzählt, während man sie an der Hand ihres Vater sieht, dass sie mit dem amerikanischen Traum erzogen wurde. “Ich habe immer noch Vertrauen in diesen Traum. Er ist ein wenig in Vergessenheit geraten, aber wir alle müssen ihn wieder träumen. Und ich verspreche: Das werde ich!” McCain: Gegen den StromFreitag, 11. April 2008
Wagt man einen Blick auf die Umfragedaten, die das nationale politische Klima messen, dann haben die Republikaner wenig zu lachen. Alle Makrodaten sprechen gegen einen Sieg von John McCain im Herbst. Das Pew Research Center legte kürzlich eine Studie vor, in der es die Parteiloyalitäten von registrierten Wählern abgefragt hatte. Das Ergebnis scheint eindeutig zu sein. Im Januar und Februar identifizierten sich 36% der Wähler mit der Demokratischen Partei. Nur 27% gaben an, Stammwähler der Republikaner zu sein. Das sind die schlechtesten Daten für die Grand Old Party (GOP) seit 16 Jahren. Auch bei den 37 Prozent der Wähler, die sich als „unabhängig“ (Independents) bezeichneten, haben die Demokraten einen Vorteil. 15% der Independents neigen zur Wahl eines demokratischen Bewerbers, 10% zur GOP und 12% sind noch völlig unentschieden, also pure Wechselwähler. Rechnet man die Stamm- und geneigten Wähler zusammen, so haben die Demokraten einen 14-Punkte-Vorsprung gegenüber den Republikanern. Ein deutlicher struktureller Vorteil.
Warum liegt McCain dennoch gleichauf mit seinen beiden demokratischen Herausforderern? Nach letzten Umfragen liegt er mit 1,6% hauchdünn hinter Obama; Hillary Clinton würde nach derzeitigem Stand sogar gegen den „Mac“ verlieren. Letzte interne Umfragen des Republican National Committee sehen John McCain sogar mit 6 Prozent vor Obama und 11 Prozent vor Clinton. Die Antwort liegt in der Kandidatenzentriertheit des politischen Systems. Der Fokus auf Personen statt Parteien hilft McCain, die strukturelle Krise der Republikanischen Partei auszugleichen. Er schafft ihm den nötigen Spielraum, die Wähler der Mitte mit einer Aura des unabhängigen Politikers anzusprechen, als eine Art personifizierte Synthese aus moderat-konservativem Basisdenken und kritischem Bewusstsein gegenüber der abgewirtschafteten Bush-Regierung. Personen können schneller vergessen machen als Parteistrukturen. Luft wird dünner für HillaryDonnerstag, 10. April 2008
Schlechte Nachrichten ist die Clinton-Kampagne mittlerweile gewöhnt. Doch was die Umfrage der Quinnipiac-Universität zu Tage brachte, geht ans Eingemachte. Hillary Clintons Vorsprung in Pennsylvania schmilzt wie das Packeis am Nordpol. Sie liegt derzeit nur noch mit 6 Prozentpunkten vor Barack Obama, also knapp an der Grenze zum psychologisch wichtigen statistischen Fehlerbereich (margin of error). Clinton kommt auf 50%, Obama auf 44%. Noch beunruhigender für Clinton: Obama schafft es erstmals, substantiell in die Wählerhochburgen der Senatorin einzudringen. Bei weiblichen Wählern liegt er nur noch 13 Punkte hinten, hier hat er vier Punkte innerhalb einer Woche aufgeholt.
Setzt sich dieser Trend fort, dann wird es für Clinton schwerer, ihr Durchhalten zu rechtfertigen. Sie braucht einen überzeugenden Sieg in Pennsylvania. Ansonsten wird sie von einer Welle von Forderungen nach einem Verzicht auf ihre Kandidatur überrollt werden. Clinton weiß, dass es um alles oder nichts geht. Deshalb startete sie (trotz knapper Kasse) kürzlich das, was die Amerikaner einen „media blitz“ nennen, einen intensiven TV-Wahlkampf mit einer Reihe von neuen Wahlkampfspots. Hier ein Spot mit Pennsylvanias politischem Urgestein, Gouverneur Ed Rendell:
Blogeintrag von Maik Bohne
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11:12
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