UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Demokraten: This race is Hillary's to lose…Freitag, 28. Dezember 2007Die Zerstrittenheit während des demokratischen Vorwahlkampfes ist legendär. Im Jahr 1972 schlug Senator George McGovern den früheren Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey auf dem Parteitag; 1976 sicherte sich der Gouverneur von Georgia, Jimmy Carter, die Nominierung im Juni; 1980 forderte Edward M. Kennedy den amtierenden Präsidenten Carter heraus und unterlag erst auf dem Parteitag; 1984 trugen der frühere Vizepräsident Walter Mondale und der Ex-Senator Gary Hart einen langwierigen Vorwahlkampf aus und auch Bill Clinton kämpfte bis in das späte Frühjahr gegen Paul Tsongas und Jerry Brown. Die erneute Nominierung von Bill Clinton stand 1996 nicht zur Disposition. Al Gore sah sich im Jahr 2000 einer hartnäckigen Herausforderung von Bill Bradley gegenüber. Der amerikanische Komödiant Will Rogers fasste das Verhalten und den Zustand der Partei so zusammen: „I belong to no organized party. I’m a Democrat.“ Entgegen der historischen Vorbilder sah es lange Zeit nach einem sicheren Rennen für Hillary Clinton aus. Doch eine ziemlich schwache Strategie, die auf ihre politische Erfahrenheit setzte, die Überbetonung und zu starke Integration ihres Mannes Bill Clinton in den Wahlkampf und das Charisma von Barack Obama sorgen für eine knappe Entscheidung zwischen den Kandidaten in Iowa und New Hampshire. Zeitweise führte Obama in den beiden Bundesstaaten in den Umfragen. Zum Jahreswechsel liegen er und Clinton Kopf-an-Kopf in den ersten Vorwahl-Staaten. Zudem holt Edwards in Iowa beträchtlich auf. Schon 2004 schnitt er dort sehr gut ab. Gewinnt Obama Iowa, könnte Clintons Vorsprung in den nationalen Umfragen von teilweise bis zu 20 Prozentpunkten schnell schrumpfen. Die demokratische Entscheidung ist noch nicht gefallen – zumal in den folgenden Bundesstaaten die Kandidatur eines Afro-Amerikaners weit größere Folgen für die Mobilisierung innerhalb der Wählerschaften haben wird, als im kleinen überwiegend weiß geprägten Iowa. Andererseits bringt Clinton Geld, Bekanntheit und eine starke Organisation mit, um die Vorwahlen zu gewinnen. Daher gilt: This race is Hillary’s to lose. Tipp für Iowa: 1.Clinton, 2. Obama, 3. Edwards
Blogeintrag von Mario Voigt
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Republikaner: All is different…Donnerstag, 27. Dezember 2007
Traditionell sind die Republikaner die geordnete Organisation des amerikanischen Parteienwesens: Frühzeitig bildet sich ein Kandidat heraus und wird von einem Großteil der Partei unterstützt – so war es bei George H. W. Bush 1988 und 1992 (obwohl sich Pat Buchanan lange Zeit als Außenseiterkandidat profilierte), bei Bob Dole 1996 und bei George W. Bush. Der spätere Präsident hatte 2000 zwar heftig gegen John McCain zu kämpfen, aber er war schon frühzeitig der designierte Spitzenkandidat. 2004 kam es nicht mal zu einer Herausforderung.
Angesichts dessen überrascht die momentane Ausgangslage im republikanischen Lager. Tatsächlich konkurrieren noch mindestens fünf Kandidaten um den Gesamtsieg - Mitt Romney, Rudy Giuliani, Fred Thompson, Mike Huckabee und John McCain; allerdings mit unterschiedlichen Chancen. Ihr gemeinsames Hauptziel ist es, die eigene Ausstrahlung, die Finanzen und das „Momentum“ bis zum 5. Februar zu steigern – dem „Super Tuesday“, wo in 22 Bundesstaaten republikanische Delegierte gewählt werden. Die Strategie des früheren Gouverneurs von Massachusetts, Mitt Romney, lag in der Profilierung in den frühen Vorwahlstaaten, um damit in den späteren Staaten Attraktivität und Bekanntheit zu gewinnen. Daher investierte er überproportional viel Geld und Zeit in Iowa und New Hampshire. Er muss wie kein anderer der Kandidaten den Iowa Caucus gewinnen, um für die erste Primary in New Hampshire weiter vorn zu bleiben. Glückt es ihm, mindestens einen der beiden Staaten zu gewinnen, wird er der designierte Spitzenkandidat sein, wenn es eine Woche später in Michigan weiter geht. Momentan dominiert der frühere Gouverneur von Arkansas, Mike Huckabee, die Schlagzeilen. Seine Umfragewerte steigen national an und in Iowa liegt er knapp vorn. Ein Sieg in Iowa gibt ihm einen Freifahrtsschein für den Wahlgang in New Hampshire, wo niemand erwartet, dass ein früherer Baptistenpfarrer erfolgreich abschneidet. Zudem benötigt er frisches Geld aus Spendeneinnahmen, die nur nach einem Sieg fließen. Sein Lackmustest wird erst die Vorwahl in South Carolina (22. Januar), wo er beweisen muss, wie er als Südstaatler gesehen wird. Trotz seiner Führung in den nationalen Umfragen verlagerte Rudy Giuliani seine Hauptaktivitäten auf die größeren Staaten wie Michigan und Florida. Er vertraut auf seinen hohen Bekanntheitsgrad in Iowa und New Hampshire, um dort respektabel abzuschneiden. Dennoch kämpft er gegen die historischen Erfahrungen – ohne ein starkes Abschneiden in den beiden frühen Staaten ist noch niemand Kandidat seiner Partei geworden. Neben Huckabee ist John McCain überraschend in das Feld der Kandidaten zurückgekehrt. Nachdem seine Kampagne im Herbst abgeschrieben worden war, beginnt er mit seinem moderaten Image und seinen inhaltlichen Vorschläge (bspw. Irak-Krieg) zu punkten. Mögliche Außenseiterchancen hat auch Fred Thompson. Tipp für Iowa: 1. Romney, 2. Huckabee, 3. McCain
Blogeintrag von Mario Voigt
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Ron Paul, der Sechs-Millionen-Dollar-MannDienstag, 18. Dezember 2007Ron Pauls Mannschaft hat die Geldmaschine angeworfen. Dem Kampagnenteam gelang jetzt das Unglaubliche: Innerhalb von 24 Stunden sammelte es 6 Millionen US-Dollar ein. Damit hat das Team die eigens aufgestellte Rekordmarke aus dem November geknackt: Vor einem Monat flossen an einem Tag insgesamt 4,2 Millionen US-Dollar auf das Wahlkampfkonto des Texaners. Clinton und Richardson im Paket?Donnerstag, 13. Dezember 2007Hillary Clinton ist noch immer die Favoritin auf die Nominierung durch die Demokraten. Aber wer wird sie begleiten, wenn sie die Vorausscheidung gewinnt? Der Political Insider hat Governeur Bill Richardson im Visier. “Richardson has been careful not to be too critical of Clinton in his campaign, and many Democrats envision a Clinton-Richardson ticket. Perhaps Clinton was telling Richardson to stay the course, wait a few months, and become the number two on a Clinton-headed ticket.”Studenten stehen auf Obama und UmweltschutzMittwoch, 12. Dezember 2007Barack Obama gibt sich selbst nicht nur jugendlich – Besuche bei „Saturday Night Live“, Clips auf YouTube, eigenes Profil auf Facebook und MySpace sprechen dafür – Obama hat bei den jungen Wähler auch die größten Erfolgsaussichten. Das ist das Ergebnis von Online-Interviews, die eine studentische Projektgruppe der American University geführt haben. 27 Prozent der Studenten haben in einer offenen Frage für Obama votiert, Hillary Clinton kam auf 18 Prozent. Für die Republikaner können sich die Studenten weit weniger begeistern: 6 Prozent würden Rudy Giuliani wählen, 5 Prozent Mike Huckabee. Die Interviews brachten noch mehr interessante Aspekte zu Tage:
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Iowa: Huckabee und Obama vornDienstag, 11. Dezember 2007Die Stimmung in New Hamphire und Iowa hat sich einen Monat vor den Vorwahlen in beiden Lagern gedreht. Bei den Republikanern profitiert Mike Huckabee von seinem guten Auftritt bei der YouTube-CNN-Debatte der Republikaner vergangene Woche. Er hat in Iowa bei der jüngsten Rasmussen-Umfrage mit 28 % der eigenen Anhänger die Nase knapp vorn. Mitt Romney kommt bei der Umfrage als Zweiter mit 25 % ins Ziel. Rudy Giuliani erreicht lediglich 12 % Unterstützung im eigenen Lager. Das Des Moines Register sieht Huckabee noch deutlicher vorn (29 % gegenüber 24 % für Romney). Eine Umfrage von Strategic Vision hat Romney noch leicht vorne mit 26 % vor Huckabee (24 %). In New Hampshire ist Romney weiter klar vorne. Auch dort hat Rasmussen neue Zahlen parat. Romney kommt auf 34 % Unterstützung bei republikanischen Wählern, Giuliani und McCain auf jeweils 15 %, Huckabee auf 14 %. Auf Seiten der Demokraten verliert Hillary Clinton ihren großen Vorsprung in Iowa, Barack Obama holt mächtig auf. Ob Obama in der Gunst vielleicht sogar vorne liegt, das mögen selbst Experten wie Mark Blumenthal von pollster.com nicht zu beantworten. Allerdings zeige alles in diese Richtung: “Has Barack Obama "moved ahead" of Hillary Clinton? Neither our chart, this "apples-to-apples" average nor any of the polls individually (if we consider sampling error), shows that yet, but the trend is clearly moving in his direction.” Jüngste Umfragen von der American Research Group bzw. der Des Moines Register (Obama 27% bzw. 28%, Clinton 25%, Edwards 23%) zeigen, dass Clinton in Iowa wird bangen müssen. Allerdings fällt Obamas Hauptaugenmerk weiterhin auf den „Großkampftag“ am 5. Februar. Dort werden die Ressourcen zusammengezogen, weiß Political Wire zu berichten: „Bucking the notion that the Democratic nomination will be decided in the early voting states, the Washington Post says Sen. Barack Obama is building campaign operations in state's that hold primaries on February 5th. (…) "To date, Obama has 19 offices in 13 states where Feb. 5 primaries are scheduled... Clinton, by contrast, has five total offices currently open in Feb. 5 states."
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Huckabee: NIE gehört?Dienstag, 11. Dezember 2007
Das große Thema der vergangenen Tage – auch im US-amerikanischen Wahlkampf – war der US-Geheimdienstbericht (NIE Report) zum militärischen Atomprogramm des Iran, das dieser 2003 aufgegeben haben soll. Präsident George W. Bush gerät damit weiter unter Druck, und die Demokraten haben nun neue Munition bekommen, die militärischen Abenteuer der Regierung zu kritisieren. Auf der anderen Seite versucht sich manch ein republikanischer Kandidat in der Rechtfertigung des bisher Geschehenen – schließlich, so der CIA-Bericht, habe der Iran ein militärisches Atomprogramm betrieben, bis der internationale Druck Teheran 2003 veranlasst hat, sich davon zu verabschieden. Der eigene Kurs habe also funktioniert.
Doch bringt das frische Thema so kurz vor den Vorwahlen so manchen Wahlkämpfer aus dem Rhythmus. Den Republikaner Mike Huckabee etwa hatte es hinterrücks erwischt: In einem Interview in Des Moines wusste er noch Tags darauf gar nicht, was der NIE Report ist, geschweige denn hatte er eine vernünftige Antwort auf die neue Nachrichtenlage parat. Hier der Auszug des Gesprächs: “My colleague David Paul Kuhn attended an on-the-record dinner with Mike Huckabee and a group of reporters tonight in Des Moines. The transcript speaks for itself: Kuhn: I don’t know to what extent you have been briefed or been able to take a look at the NIE report that came out yesterday ... Huckabee: I’m sorry? Kuhn: The NIE report, the National Intelligence Estimate on Iran. Have you been briefed or been able to take a look at it — Huckabee: No. Kuhn: Have you heard of the finding? Huckabee: No.” Tags darauf machte Huckabee alle außer sich dafür verantwortlich, dass er den NIE Report nicht kannte – den engen Zeitplan, die vielen Auftritte und wohl auch seine Mannschaft. Huckabee: “I had been up about 20 hours at that time, and I had not even so much as had the opportunity to look at a newspaper. We were literally going from early in the morning until late that night and talking to guys like you. And so I had not had an opportunity to be briefed on it. There are going to be times out there on the campaign trail, Wolf — you've been on the trail, you know — that candidates are literally driven from one event to the next. And it would have been nice had someone been able to first say here's some things that are going on, that are taking place. That didn't happen. It's going to happen again.”
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GOP meets YouTube: Huckabee punktet, CNN kontert KritikMittwoch, 5. Dezember 2007Im August hatten die demokratischen Kandidaten das zweifelhafte Vergnügen der YouTube via CNN-Debatte. Letzten Mittwoch in St. Petersburg in Florida waren nun acht Bewerber der Republikaner dran, vom Sender CNN aus vielen tausend Einreichungen ausgewählte Fragen der YouTube-Nutzer im Fernsehen zu beantworten. (…) “It’s interesting to see our critics really focusing on the questioners, but not really focusing on the questions. You haven’t heard them say that these were not useful questions.””
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Geiseln im Wahlkampfbüro und Blogger-AufruhrDienstag, 4. Dezember 2007
Nach dem Schock in Rochester (New Hampshire), wo ein psychisch kranker Mann am vergangenen Wochenende Mitarbeiter im Wahlkampfbüro von Hillary Clinton als Geiseln nahm, überhitzten sich auch die Gemüter der Blogger aus beiden Lagern. Das liberale Blog „Crooks& Liars“ postete Kommentare von republikanischen Anhängern, die hinter der Geiselnahme im umkämpften New Hampshire eine Auftragsaktion der Clinton-Mannschaft wähnten. Auch in der Blogosphäre geht es also mittlerweile weit unter die Gürtellinie. Zum Glück kamen die Geiseln unverletzt frei.
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