UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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The Race is onFreitag, 31. August 2007
Auf der republikanischen Seite ist Bewegung. Nachdem weder Giuliani, McCain noch Romney sich voneinander absetzen konnten, bekommen sie Anfang September Konkurrenz. Fred Thompson, der ehemalige Senator und Fernsehstar der Serie "Law and Order", wird am 6. September seine Kandidatur bekannt geben. Die Bekanntgabe wird über die Internetseite www.imwithfred.com erfolgen. Danach bricht er zu einer fünftägigen Bustour durch Iowa, New Hampshire und South Carolina auf. Thompson führt in den Umfragen das Feld der potentiellen Präsidentschaftskandidaten an.
Auch Newt Gingrich erneuert sein Versprechen, die USA zu reformieren. Mit dem Projekt American Solutions versucht er, eine Grassrootsbewegung der Ideen aufzubauen. The Race is on. Vorwahlen: Floridas Demokraten gehen auf KonfrontationskursMittwoch, 29. August 2007
Es gibt weiter Streit um rund um die Termine zu den Vorwahlen: So wollen die Demokraten in Florida (FDP) den Termin für ihre Primaries entgegen der Parteilinie des maßgeblichen Democratic National Committee (DNC) auf den 29. Januar vorverlegen. Das DNC fordert als Termin den 5. Februar, der ursprünglich beschlossen wurde. Die Demokraten hatten schließlich im vergangenen Jahr abgestimmt, lediglich vier Staaten – Iowa, Nevada, New Hampshire and South Carolina — zu ermöglichen, vor dem 5. Februar abzustimmen.
Die Parteispitze droht derweil mit Sanktionen, die jedoch die Demokraten aus Florida nicht zu beeindrucken scheinen, wie auch Marc Ambinder von The Atlantic schreibt. Das DNC droht damit, die Hälfte der (oder sogar die gesamte) Florida-Delegation von der Democratic National Convention auszuschließen. Die FDP ist jedoch der Überzeugung, dass die Delegierten im schlimmsten Falle nach der Festlegung auf einen Kandidaten nachnominiert werden. “Florida Democrats act as if they're not worried about the DNC penalty. They believe that the eventual nominee will restore its delegation to full strength as the convention begins. They therefore conclude that presidential candidates will contest the state as if the DNC had done nothing.” Es geht schließlich nicht nur um einen Termin und eine Verschiebung um eine Woche, sondern um die Frage, ob die Vorwahlen von Bedeutung für die Präsidentschafts-Kandidaten und damit für die Medien werden. „Amerika, schaust du auf uns, oder sind wir nur einer unter vielen?“ Das ist die Frage, die Floridas Demokraten derzeit umtreibt. Schließlich sollen laut Plan 20 Staaten ihre Vorwahlen am 5. Februar abhalten, am 29. Januar dagegen ist der Kalender noch frei. Für ihr Ziel scheint die FDP sogar bereit, ihre eigenen Delegierten zu opfern: Schließlich wird das offizielle Zeitfenster zur Bestimmung ihrer Delegierten für den Nominierungskongress im nächsten Sommer in Denver erst an besagtem 5. Februar geöffnet. Es könnte daher gut sein, dass die Vorwahlen von Florida keine richtigen Wahlen werden, sondern lediglich ein Schaulaufen der Präsidentschaftskandidaten, falls diese dann überhaupt noch nach Florida kommen wollen. The Politico hat die Situation und ein mögliches Szenario gut zusammengefasst: „Florida has 30 days to comply with the party’s decision to push its primary back. The most likely outcome is that Florida will proceed with Republican and Democratic primaries on Jan. 29 but that the Democratic contest will be only a “beauty contest” with no delegates awarded. Florida Democrats could then hope that their delegates will be restored after tempers cool - and a nominee is decided - later in 2008. While clear frustration was voiced on both sides Saturday, the party sanctions might end up satisfying everybody. Most importantly, the presidential candidates could still campaign in Florida, even though they wouldn’t get delegates. And because the media concentrate mostly on the beauty contest anyway, the winner of Florida would still get an early boost in the process. This especially benefits Hillary Rodham Clinton and Barack Obama, who have the money to heavily campaign in states like Florida where television time is expensive.” Die demokratische NetzherrschaftDienstag, 28. August 2007
Das Fundraising im Internet ist klar in der Hand der Demokraten. Mit ihrer Akquise-Maschine ActBlue hat das demokratische Lager gezeigt, wie modernes Online-Campaigning in Punkto Geldsammeln erfolgreich sein kann. Seit ihrem Start nach der Wahl 2004 haben Wähler bei ActBlue mehr als 26 Millionen US-Dollar gespendet.
Klar, dass das republikanische Lager derzeit mit allen Mitteln versucht, den Erfolg von ActBlue zu kopieren und beim Sammeln von kleinen Spenden online nachzuziehen. Die neuesten Konkurrenten heißen Rightroots, Big Red Tent – und in Bälde kommt Slatecard.com hinzu. Das große Plus von ActBlue, dass Unterstützer der Demokraten auf einer Plattform für jeden Kandidaten der Blues spenden können, wollen die neuen nachahmen, berichtet The Politico. “All three will allow visitors to their websites to contribute to Republican candidates running for federal offices, plus, in Rightroots’ case, a few who aren’t - namely might-be presidential candidates Fred Thompson, Newt Gingrich and Chuck Hagel. The committees will forward contributions to the candidates’ official committees, sort of like an e-bundler, and will also solicit contributions to pay for their own operations.” Big Red Tent, erst seit kurzem online, will gar noch stärker auf den Community-Faktor setzen. „Big Red Tent, which launched earlier this month, puts more emphasis on the community approach, requiring a vote of its users before candidates can be included on the site.” Slatecard will noch stärker auf die thematischen Interessen der Spender eingehen, damit das Geld zu dem Kandidaten fließt, dessen Positionen man teilt: “David All, one of the creators of Slatecard, said his site will launch this fall and feature a system allowing donors to “tag” candidates based on their stances on issues. The features of the respective sites will determine which becomes most popular, he predicted, adding that “the competition in this space is a good thing which will help ensure a solid platform.”” Im Grunde wird auch das an der Vorherrschaft der Demokraten im Internet nichts ändern. Ihre Unterstützer sind web-affiner und haben mit ihren zahlreichen Weblogs eine schlagkräftige Gegenmacht zur medialen Dauerberieselung aus dem Weißen Haus aufgebaut. Diese These stützen auch Isaac Wood und Larry Sabato vom Center of Politics der University of Virginia. Sie nennen es “The Power of Netroots”. “The bottom line, for the 2008 election season at least, is that the Democrats will have home-field advantage on the web. The netroots have built a formidable organization of websites, ranging from Daily Kos to Act Blue, with liberal havens like MoveOn.org and MyDD along the way.” Spannend wird die Frage bleiben, wie wichtig die Online-Komponente im Wahlkampf insgesamt werden wird – und welche Aspekte besonders bedeutsam werden: Mobilisierung, Fundraising oder Meinungsbildung? Clinton-Stratege veröffentlicht „Microtrends“Montag, 27. August 2007Welche Zielgruppen Hillary Clinton bei ihrem Wahlkampf vor allem im Blick hat, verrät vermutlich schon bald das neue Buch ihres Chefstrategen Mark Penn. Anfang September soll „Microtrends: The Small Forces Behind Tomorrow's Big Changes“ auf den Buchmarkt kommen. Darin benennt Penn laut Political Wire mehrere neue Typen von US-Bürgern und damit auch potenziellen Wählern. Als da wären etwa:
Huckabee unter dem RadarFreitag, 24. August 2007![]() Der Wahlkampf hat auch überraschende Momente parat: Über das überraschend gute Ergebnis von Mike Huckabee bei den Ames Straw Polls, wo Huckabee Zweiter wurde, diskutieren derzeit viele Experten in Washington. Des Rätsels Lösung: Huckabee hat eine heimliche Allianz mit der schlagkräftigen Organisation FairTax. Die stellte die Busse für Ames bereit, die Huckabee nicht hatte. Sie holte die Stimmen rein, die Huckabee nicht reinholen konnte. Taegan Goddard nennt sie Huckabees „Under-the-radar Organization“ und hat auch das passende Zitat von Huckabee zur Ames Straw Poll parat.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Leaving Las Vegas – und auch den Rest NevadasDienstag, 21. August 2007
Die terminlichen Änderungen für die Vorwahlen Anfang 2008 haben die Wahlkämpfer in Aufruhr versetzt. Nachdem bekannt wurde, dass einige Staaten ihre Abstimmungen vorziehen werden und Iowa schon Anfang Januar zum Showdown einlädt, haben die Kampagnenteams ihre Taktik noch einmal überarbeitet. So wird sich das Team von Demokrat John Edwards entgegen der ursprünglichen Planung auf Iowa konzentrieren, um dort gleich zu Beginn ein gutes Ergebnis erzielen zu können.
John Edwards "is staking his campaign on winning Iowa's first-in-the-nation caucus, even at the cost of stinting on the next big test in New Hampshire," berichtet der Boston Globe. Dieser taktische Umschwung wird schon seit Ende letzter Woche umgesetzt. "Edwards yesterday began a bus tour that will snake through Iowa's cities and towns for seven days - just a week after a two-day swing - packed with stops that will let him exploit his down-home style to win over Iowans. He has campaigned here more than twice as much as he has in New Hampshire, where his folksy demeanor does not seem to connect as well with flinty New Englanders. So far, his Iowa gamble is paying some dividends in the polls, but it is hardly a safe bet." Die Neuorientierung Edwards’ geht zu Lasten Nevadas. Dort wird der Kandidat Ressourcen abziehen, schreibt die Nachrichtenagentur AP. "Presidential hopeful John Edwards is moving staff out of Nevada to focus on other early voting states as he deals with limited resources and uncertainty about the Western state's prominence in deciding the Democratic nomination. The Edwards campaign said Wednesday that the Nevada staffers were being relocated to New Hampshire, South Carolina and in particular Iowa, where he is hoping a victory will propel him to the nomination. The campaign would not disclose how many staffers were being moved and neither would Edwards in a telephone interview. " Barack Obamas Team reagierte auf die Verschiebungen mit der Ankündigung, mögliche zusätzliche Termine im Herbst nun doch nicht bestreiten zu wollen. Auch politische Beobachter empfinden die neue Konstellation durch die vorgezogenen Vorwahlen als besondere Herausforderung, so zum Beispiel Meinungsforscher Peter Hart. Er bezeichnet das Vorziehen der Vorwahlen als das wichtigste politische Vorkommnis in den vergangenen Monaten. Eine mögliche Iowa-Vorwahl kurz vor Weihnachten würde auch die Umfrageinstitute vor große Schwierigkeiten stellen. "From his point of view, it changes the entire rhythm of the political cycle in a way that cannot be fully appreciated, maybe not until after the nominating contests are over. (…) Perhaps most significant of all is that no one will know who's up and who's down right before Iowa. No self-respecting polling company, he says, does polling between the 20th and 25th of December. So we very well might have no idea how Iowa will break until after the results are in." Andere sehen in der Verkürzung der Zeit bis Iowa einen Vorteil für die "Reichen & Schönen", und vor allem ein Nachteil für die Kandidaten, die auf die Kraft der Grass-Roots, also der gut organisierten Basis setzen. Das meint der frühere Reagan-Wahlkämpfer Gary Bauer in der Washington Times. "Former Reagan aide Gary Bauer shares the view of many political professionals who say the chief beneficiaries of the hurry-up primary schedule are the wealthy, the well-known and the well-connected: Hollywood and Wall Street are stomping all over Main Street. (…) ‚Front-loading the primaries is a terrible negative for the conservative grass roots of the GOP’, said Mr. Bauer, who sought the Republican presidential nomination in 2000 and is chairman of the Campaign for Working Families. ‘It virtually guarantees that the candidate who can raise money early ... the establishment candidate or the independently wealthy, will prevail. Conservative grass-roots rebellions will be harder, if not impossible, to put together.’ Im selben Artikel gibt Marsha Blackburn, Republikanerin aus Tennessee, eine pessimistische Sicht auf die Zeit nach den frühen Vorwahlen aus. Das Wahlvolk sei vermutlich bis zum Tag der Abrechnung im November des Wahlkampfes überdrüssig, glaubt sie. "The problem with the front-loading is that the nominee is decided very early in the cycle and people tend to lose interest prior to election day," Mrs. Blackburn says. "I personally think the public is well served by having the time to get to know a candidate's philosophy of life and politics. Engaging in the process serves both the public and the candidate well." Rove nimmt seinen HutMontag, 20. August 2007
Chefstratege Karl Rove verlässt die Machtzentrale. Der Bush-Berater hat vergangene Woche in einem Interview mit dem Wall Street Journal seinen Rücktritt als stellvertretender Stabschef im Weißen Haus zum 31. August angekündigt. Ersatz gibt es wohl schon: Ed Gillespie, ehemaliger Lobbyist und Vorsitzender des Republican National Comittee, soll die Lücke füllen, die „Bushs Brain“ hinterlässt.
Rove nannte überwiegend familiäre Gründe für sein Ausscheiden. Den Ausschlag zum Rücktritt habe eine Erklärung von Stabschef Joshua Bolten gegeben, wonach alle ranghohen Bush-Mitarbeiter bis zum Ende der Regierungszeit Bushs im Januar 2009 im Amt bleiben müssten, wenn sie nicht bis Ende August zurückträten. Während seiner Arbeit im Weißen Haus war Rove durch gleich mehrere politische Affären ins Zwielicht geraten. Erst Anfang August verhinderte Bush im Streit um die Entlassung von US-Bundesanwälten eine Aussage Roves vor dem Senat mit Verweis auf seine präsidentiellen Vorrechte. Zuvor war in Washington lange über Roves mögliche Rolle in der Affäre um die Enttarnung der CIA-Agentin Valerie Plame spekuliert worden. Die Preisgabe ihres Namens deuteten viele als Racheakt an deren Ehemann Joseph Wilson, der Bush im Streit um den Irak-Krieg angegriffen hatte. Auch soll Rohe in die so genannte "Swiftboat-Affäre" um Herausforderer John Kerry im 2004er-Wahlkampf involviert gewesen sein, behaupten seine Gegner. Kritik an Rove gab und gibt es auch aus den eigenen Reihen zu Genüge. Ein Berater in politischer Verantwortung, das passe nicht, hieß es häufig in Washington: "It is dangerous to put political consultants in charge of policy," said former Texas Republican Party chairman Thomas W. Pauken, a longtime Rove critic. "The combination of big-government conservatism and the extraordinary neoconservative influence on foreign policy has been devastating." Die taz fasst in einem Abgesang auf "Bushs Gehirn" die Rolle des Texaners für den Präsidenten zusammen: "Rove ist 56 Jahre alt, hat zweimal geheiratet und einen Sohn. Seine politische Karriere begann er 1970 mit 19 Jahren, als er gefälschte Wahlaufrufe der Demokraten verteilte. Seit damals unterhält er enge Kontakte zur Bush-Familie. Er gilt als Architekt der Wahlsiege von Bush senior und junior. George W. Bush verhalf er zu allen seinen Wahlsiegen: zweimal zum Gouverneur von Texas, 1999 mit Hilfe einer Schmutzkampagne gegen Senator John McCain zum republikanischen Kandidaten und schließlich - mit entsprechenden Kampagnen gegen den demokratischen Herausforderer und Vietnamveteranen John Kerry - zweimal zum Präsidenten. Rove erdachte auch die Strategie, auf die christlich-konservativen Wähler zu setzen. Rove war stets mehr als ein Wahlkampfmanager - er war und ist ein überzeugter konservativer Ideologe. Für Bush kann er jetzt keinen Wahlkampf mehr machen." Weitere interessante Schnipsel zum Abgang von Karl Rove gibt es hier, hier, hier, hier und hier. Vermutlich wird Rove auch in Bälde ein Buch über seine Arbeit im Weißen Haus herausbringen. Material sollte er ja genug haben. Florida 2000, Ohio 2004, Kalifornien 2008?Mittwoch, 15. August 2007
Nach Florida 2000 und Ohio 2004 könnte Kalifornien im kommenden Jahr die Wahl zu Gunsten der Republikaner entscheiden – und das schon vor dem Wahltag! Denn ein pfiffiger Rechtsanwalt aus Sacramento, Thomas Hiltachk, der auch schon für Governeur Schwarzenegger arbeitete, schlägt eine Wahlrechtsreform für den Staat Kalifornien ins Spiel vor. Das berichtet die Washington Times. Demnach sollen die 55 Stimmen nicht alleinig an den Wahlsieger im Bundesstaat gehen, sondern lediglich derer 2. Die restlichen 53 sollen nach den Stimmenverhältnissen in den Bezirken aufgeteilt werden. Demnach wäre die traditionelle Maxime „The Winner takes it all“ hinfällig. Aus demokratietheoretischer Perspektive klingt das durchaus sinnvoll und würde sich als Modell für alle Bundesstaaten empfehlen. Schließlich bedeutet eine solche Reform, dass sich die Kandidaten auch in den „sicher geglaubten Staaten“ für ihre Stimmen engagieren müssten. Die perfide Konzentration auf Battleground States würde abnehmen. Aber die Demokraten sind sauer, haben sie doch nachgerechnet: Wenn Kaliforniens Stimmen anteilig verteilt werden, geraten sie deutlich ins Hintertreffen, haben sie doch bei den letzten Wahlen die gesamten 55 Stimmen eingeheimst. Den Republikanern traut man durchaus 20 bis 22 Stimmen zu, das entspräche dem Gewinn eines kleinen Bundesstaats und würde das Rennen ums Präsidentenamt wieder offen gestalten. Für die Demokraten gilt es also, die Umsetzung des Vorschlags mit aller Macht zu verhindern.
Ames Straw Poll: Romney gewinnt, Thompson steigt ausDienstag, 14. August 2007
„Der Weg ins Weiße Haus führt für Republikaner durch die Schweineställe von Iowa“, so analysierte SPIEGEL Online am Wochenende treffend. Während der Iowa State Fair in Ames, einer Kleinstadt nördlich der Kapitale Des Moines, findet im Jahr vor der Wahl immer die Ames Straw Poll statt. Die republikanischen Kandidaten sind zu Gast, um eifrig Hände zu schütteln; wenn auch nicht alle – Rudy Giuliani zum Beispiel ließ diese Gelegenheit aus. Was das Ganze zum Politspektakel macht? Den Anhängern der GOP stehen pro Kandidat je ein großes Glas bereit, in das sie ein Maiskorn stecken können – um ihre voraussichtliche Wahlentscheidung zu zeigen. Eine Umfrage der besonderen Art also.
Für Mitt Romney ging dieses Schaulaufen und Kaffeesatzlesen gut aus. Er lag nach der letzten Zählung klar vorne. Überraschend als Zweiter kam Mike Huckabee ins Ziel, der bis dato noch nicht mal ausreichend Geld sammelte, um sich einen Wahlkampfbus leisten zu können. Für Der SPIEGEL-Bericht gibt die Stimmung zwischen Barbecue, Kuhställen und Streichelzoos gut wieder. Zum Hintergrund: Iowa ist auch die erste Station im parteiinternen Nominierungsmarathon – daher für die Parteien eine wichtige Standortbestimmung. Und die wird vermutlich früher als je zuvor in einem Wahljahr kommen, vielleicht sogar schon Ende dieses Jahres. Schließlich streiten sich die Staaten wie noch nie um einen günstigen Platz in der Berichterstattung zu den Vorwahlen. Nun hat South Carolina angekündigt, seinen Termin für die Primaries auf den 19. Januar vorzuverlegen. Das bringt die beiden Staaten Iowa und New Hampshire in Zugzwang, die seit Jahrzehnten eifersüchtig darüber wachen, den Startschuss zu dem Auswahlverfahren geben zu können. Ein NZZ-Beitrag fasst die Lage sehr verständlich zusammen. „New Hampshire hat sogar im Gesetz verankert, dass es seine Primärwahlen mindestens eine Woche vor dem nächsten derartigen Urnengang abhalten muss. Der kleine Staat in Neuengland duldet auf dem Wahlkalender nur noch Iowa vor sich, das keine Primärwahlen veranstaltet, sondern seine Delegierten in Caucuses bestimmt. Diese finden jeweils acht Tage früher statt. Beide Staaten haben stets klargemacht, dass sie ihre Vorrangstellung verteidigen wollen und ihre Daten notfalls vorverschieben werden. Wahlversammlungen in Iowa am 4. Januar, so früh wie noch nie, rücken deshalb in den Bereich des Möglichen. Doch eine Wahlkampagne über Neujahr scheint wenig praktikabel. Ebenso gut denkbar ist deshalb, dass Iowa seine Caucuses auf die Vorweihnachtszeit verlegt.“
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Urban America's MomentFreitag, 10. August 2007
In einer interessanten Analyse hat David S. Broder von der Washington Post einen klaren Fokus der Themen im demokratischen Wahlkampf ausgemacht. Im Vergleich zum Wahlkampf 2004 ist dies nun „Urban Americas Moment“, also der Moment des städtischen Amerikas, so Broder. Das zeige sich zum Beispiel an dem von allen Demokraten favorisierten Thema Armutsbekämpfung.
“With a batch of big-state primaries looming on Feb. 5, after the preliminaries in four contests where rural, small-town and suburban voters dominate, Hillary Rodham Clinton, Barack Obama and John Edwards are focusing on problems of poverty and programs to help blighted neighborhoods. Such problems are not unknown in Iowa, Nevada, New Hampshire or South Carolina, where the primary and caucus trail begins, but they are far larger in California, Illinois, Missouri, New Jersey and New York -- all of which vote on Feb. 5. That is one reason urban issues have come to the fore.” Jeder der Kandidaten habe diese Probleme in den vergangenen Wochen verstärkt angesprochen. Die Vorschläge seien zwar allesamt ähnlich, doch für die Städte selbst sei ihre Thematisierung bereits ein Gewinn. “They offer similar proposals -- raising the minimum wage, expanding the earned-income tax credit, new subsidies for housing, easier access to college and job training, and a health-care system that insures every family. What counts most, though, are not the specific items they are offering but the awareness they show of the constituency and the problems -- and the commitment to make urban America a serious part of the governing agenda. The cities have been waiting a long time for such attention.” Strategien zum IrakkriegMittwoch, 8. August 2007Die Außenpolitik – speziell der Irak-Krieg und der Kampf gegen den Terrorismus – wird das bestimmende Thema des Wahlkampfs, glaubt man den politischen Experten in Washington. L.A.-Times Korrespondent Doyle McManus glaubt jedoch, dass die Geschichte nicht eindeutig zu Gunsten der Demokraten ausgehen wird. Die Ausgangslage gestaltet sich schließlich für die Kandidaten beider Lager als heikel. Während die einen nur vom Irak und nicht von al-Qaida reden, tun es die anderen genau umgekehrt. “The Democrats all want to talk about getting out of Iraq, but not so much about Al Qaeda or terrorism. The Republicans all want to talk about terrorism, but not so much about Iraq. Although fireworks erupted last week among the leading Democratic candidates, those differences are narrow compared with the chasm between the two parties' worldviews, one focused on battling the threat of radical Islam, the other on ending the war. The problem each party faces, polls show, is that most Americans want answers to both questions, not just one or the other.” Schaut man sich die Umfragen im Detail an, wird klar, in welchem Dilemma die republikanischen Kandidaten beim Thema Irakkrieg stecken, denn während die Mehrheit der Wähler den Krieg beenden wollen, ist die Mehrheit der republikanischen Anhänger für eine Fortführung des Krieges: “The Republicans face a dilemma: Most of the people likely to vote in GOP primaries want to continue fighting the war in Iraq, but a big majority in the general-election electorate does not. A Los Angeles Times/Bloomberg poll in June found that 67% of Republicans still approve of the way Bush is pursuing the war, compared with 26% of independents and 9% of Democrats. The responses indicated that 31% of voters in the country as a whole favored Bush's approach.” Die Demokraten ihrerseits wollen das Thema nun von oberster Stelle aus pushen. So haben die Spitzengremien der Partei den „Month of Action on Iraq“ ausgerufen. Das Ganze startete mit einem landsweiten TV-Werbespot. Bitte klicken Sie auf das Bild, um zur Website der Demokraten weitergeleitet zu werden. Dort können Sie das Video ansehen.Die Jugend wählt demokratischMontag, 6. August 2007
Die Demokraten sehen sich nun auch bei der Jugend klar im Aufwind. Das bestätigte ihnen jetzt das parteinahe Beratungsinstitut "Democracy Corps". In einer Befragung junger Wähler äußerten sich diese weitgehend ablehnend gegenüber der republikanischen Partei.
"Young people react with hostility to the Republicans on almost every measure and Republicans and younger voters disagree on almost every major issue of the day." Im passenden Artikel des Policital Wire gibt es zwei Links zur Studie. YouTube via CNN: Gewinner oder Verlierer?Donnerstag, 2. August 2007
YouTube via CNN, so lautete am Montagabend vergangener Woche der große Versuch, die politische Debatte vom Internet ins TV zu holen. Die Demokratischen Kandidaten machten den Auftakt zur Premiere eines neuen Formates: Fragen der YouTube-Nutzer wurden ihnen ins TV-Studio eingespielt, und Clinton, Obama und Co. Rede und Antwort stehen. Über die neuen Gehversuche in Sachen Interaktivität via YouTube im amerikanischen Wahlkampf hatten wir bereits berichtet (hier, hier, hier und hier).
Die Bewertung der von CNN als „historisch“ bezeichneten Debatte fiel derweil unterschiedlich aus: Der frühere Präsidentenberater David Gergen sagte: „Klarer Gewinner (der Debatte) war das Format.“ Da die Fragen schwer vorauszuberechnen gewesen seien, hätten sich die Kandidaten kaum vorbereiten können – so auch die dazu passende Überschrift auf SPIEGEL Online. Telepolis ging mit dem neuen Event härter ins Gericht und verweist auf einen Kommentar, der es besser wissen muss: Jeff Jarvis. Er sei schmerzlich enttäuscht, schreibt Jarvis in seinem Blog "prezvid", das er Anfang des Jahres eigens für die YouTubeCampaign 2008 gegründet hat. „Was Jarvis besonders kritisiert, wurde im Vorfeld schon von Skeptikern als Hindernis bewertet: Dass CNN die redaktionelle Auswahl über die Fragen hatte. (...) Aus knapp 3000 Fragen wählte der Sender ganze 39 aus – nach Kriterien, die weitgehend im Dunkeln blieben.“ Sein Fazit also: Klarer Verlierer ist das Format. Immerhin bekommt CNN eine zweite Chance, wenn sich die Bewerber der Republikaner den Fragen der YouTube-Gemeinde stellen. Ihre Veranstaltung ist für den 17. September im US-Bundesstaat Florida vorgesehen. Umfrage III: Clinton und Obama weiter vornDonnerstag, 2. August 2007Ein weiterer Monat ist vergangen, und pünktlich zum Monatsanfang kommen hier die monatlichen Ergebnisse unserer Blog-Umfrage zur amerikanischen Präsidentschaftswahl: Immer noch liefern sich Hillary Clinton und Barack Obama ein Duell um die Spitzenposition. Hillary Clinton hat im Vergleich zum Vormonat zwei Prozentpunkte verloren. Barack Obama konnte einen Prozentpunkt hinzugewinnen, der republikanische Verfolger Ron Paul sogar zwei Punkte. Die weiteren Präsidentschaftsanwärter liegen weit hinter den Spitzenkandidaten: Mitt Romney, der nicht offiziell kandidierende Al Gore und Rudy Giuliani erhalten von unseren Bloggern jeweils 7% der Stimmen. Die Wertung im Überblick: 1. Hillary Clinton 33% (-2) 2. Barack Obama 21% (+1) 3. Ron Paul 19% (+2) 4. Mitt Romney 7% (-3) 4. Al Gore 7% (+1) 4. Rudy Giuliani 7% (-1) 7. Fred Thompson 5% (+2) 8. John Edwards 4% (+-0) 9. Joe Biden 2% (+1) 10. John McCain 1% (+1) Wie immer sind wir gespannt auf Ihre Meinung zu unserer Umfrage! Bloggen und wählen Sie einfach mit.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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