UmfrageWer wird die Präsidentsschaftswahl gewinnen?
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Edwards für ObamaFreitag, 16. Mai 2008
Eigentlich wollte Hillary Clinton den Tag nach ihrem Sieg in West Virginia nutzen, um ihre Partei mit intensiver Medienarbeit davon zu überzeugen, dass ihre Kandidatur noch Chancen hat. Ihr Sieg in West Virginia mit 41 Prozentpunkten hatte ihr wieder Rückenwind im Vorwahlkampf gegen Barack Obama gegeben. Dieser Wind verkümmerte aber zu einem lauen Lüftchen, denn die Medien stürzten sich auf ein Ereignis, das viele Meilen von Washington, DC entfernt stattfand, im Chrysler-Werk in Grand Rapids, Michigan.
Hier trat Obama auf, um gutes Wetter bei weißen Arbeitern zu machen, sprich: bei seiner elektoralen Problemgruppe. Überraschend präsentierte er den 12.000 Besuchern einen neuen Unterstützer, der lange Zeit sein Rivale um die demokratische Kandidatur gewesen war: John Edwards. Clinton und Obama hatten sich intensiv bemüht, Edwards zu einer öffentlichen Unterstützungsbekundung für ihre Kandidatur zu überreden. Beide hatten sogar Hof gehalten in seinem Haus in North Carolina. Die Zeit des Sich-Zierens endete am Mittwoch mit dem Endorsement von John Edwards für Barack Obama. In seiner Rede pries Edwards den jungen Senator aus Illinois für seine Qualität, Amerika zusammenbringen zu können. O-Ton Edwards: “There is one man who knows in his heart that it is time to create one America — not two — and that man is Barack Obama”. Und dann folgte ein Satz, der Hillary Clinton sicher erstarren ließ: “ "The reason I am here tonight is that the voters have made their choice, and so have I." Ein klareres Signal an die Ex-First-Lady konnte Edwards nicht senden. Dennoch hatte er für die Senatorin auch Komplimente im Gepäck. Er lobte sie für ihre Beharrlichkeit und ihren Dienst für Amerika. Das war sicherlich auch ein Tribut an seine Frau Elizabeth, die sich intern für Hillary Clinton ausspricht und deshalb auch nicht mit nach Michigan gekommen war. Was bedeutet Edwards´ Endorsement für Obama? Zwei Dinge: Erstens wird John Edwards helfen, Obama mehr Glaubwürdigkeit bei weißen, ökonomisch benachteiligten Wählern zu verschaffen. Edwards war angetreten mit den Kernthemen Armut und universeller Krankenversicherung, die er mit populistischen Untertönen mischte. Er kam damit gut an bei Arbeitern und der unteren Mittelschicht. Das sah man zuletzt bei den Vorwahlen in West Virginia, bei der er sieben Prozent der Wähler gewann, ohne überhaupt noch im Rennen zu sein. Zweitens sendet Edwards öffentliche Unterstützung ein Zeichen an das Parteiestablishment, das heißt: „Es ist Zeit, sich hinter Barack Obama zu sammeln! Der Vorwahlkampf ist faktisch zu Ende.“
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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Die zweite HillaryDonnerstag, 15. Mai 2008
Für alle die, die Hillary Clinton im Rennen um die US-Präsidentschaft schon aufgegeben haben, hier eine tröstliche Nachricht: Es gibt sie gleich zweimal. In der Sendung „Saturday Night Live“ trat Amy Poehler in der Rolle von Hillary Clinton auf. In ihrer Parodie nahm sie optisch Bezug auf Hillary Clintons erstes Video-Podcast „I’m in“, mit dem Clinton im Januar 2007 ihre Kandidatur bekannt gab.
In ihrer Ansprache an die Nation erklärte sie, warum sie die bessere Präsidentin ist: erstens sei sie eine schlechte Verliererin, die sich im Falle der Nominierung Obamas weigern würde, seinen Wahlkampf zu unterstützen. Zweitens seien ihre Unterstützer Rassisten, die Obama im November nicht wählen würden, sollte er der Präsidentschaftskandidat werden. Mit der Pointe über die rassistischen Wähler hat Amy Poehler bei den Amerikanern einen wunden Punkt getroffen. Allein auf der Website der Huffington Post haben über 1000 Leser einen Blogkommentar zu diesem Thema hinterlassen. Sie führen eine regelrechte Debatte über Rassismus im Wahlkampf. Hier zwei Beispiele: „LOVE IT!! If even the liberal Hollywood elite has turned on the Clinton brand, it means we on the rabid left have won!! So we send Obama, with barely one year of national experience, surrounded by racists, crooks and flag stomping bombers, to fight it out in the general election. WE ROCK!! YES WE CAN! YES WE CAN!! BHO '08!!” "Just because someone doesn't vote for Barack Obama doesn't make him a racist! What's gotten into this country? Obama is not a saint because he is African-American. He is subject to the same scrutiny, as any other presidential candidate. He has been critical of Senator Clinton, along the campaign trail and even ridiculed her a few times. Give me a break! Clinton is winning all the major blue states, which the Democrats must win in November to take back the White House.” Amy Poehler trat bereits am 1. März 2008 bei „Saturday Night Live“ auf und traf dort auf Hillary Clinton, die durchaus Humor bewies und ihre Parodistin schätzt: „I simply adore Amy's impression of me."
Sieg für die MoralDonnerstag, 15. Mai 2008
Hillary Clinton hat den erwarteten Erfolg in West Virginia eingefahren. Sie schlug Barack Obama deutlich mit 41 Prozentpunkten Vorsprung (67-26%). Ein Sieg für die Moral der Clinton-Kampagne, mehr aber auch nicht. Denn trotz des guten Abschneidens im Mountain State hat die Ex-First Lady kaum noch Chancen auf die Nominierung der Demokraten. Roger Simon fragte in einem Kommentar auf Politico.com sogar schon überspitzt: „Hillary Wins – Does Anybody Care?“ In der Tat wird erwartet, dass sich Barack Obama bereits am 20. Mai zum faktischen Sieger der Demokraten erklären wird, wenn er (seinen Rechnungen zufolge) nach den Vorwahlen in Kentucky und Oregon uneinholbar bei den „pledged delegates“ vorne liegt.
Auch ein Blick in Obamas Terminkalender macht deutlich, dass seine Aufmerksamkeit hauptsächlich John McCain gilt. Nur sporadisch machte er in West Virginia Vorwahlkampf. Seine Kampagne führte ihn stattdessen nach Missouri, einem der wahrscheinlichsten „battleground states“ im November. In den nächsten Tagen wird er zudem Michigan und Florida bereisen, Staaten also, in denen er aufgrund von Restriktionen der Bundespartei noch nicht wahlkämpfen durfte, die aber für einen Sieg gegen John McCain unverzichtbar sind. Wir dürfen uns also allmählich mit einem Duell Obama-McCain anfreunden. Für diesen Zweikampf sind die Zahlen aus West Virginia allerdings nicht gerade erbaulich für Obama. Sein Problem mit weißen Arbeitern und Angehörigen der unteren Mittelschicht trat auch gestern wieder eklatant zu Tage. Er bekam dort kein Bein auf die Erde mit bodenständigen, ökonomisch benachteiligten Demokraten. Mit einer Klientel also, die im Wahlforscherjargon gemeinhin als „Reagan Democrats“ bekannt ist, weil sie trotz wirtschaftlich unsicherem Status zur kulturell konservativen Philosophie der Republikaner neigt. Auch zeigten die Nachwahlbefragungen in West Virginia, dass fast jeder fünfte Wähler offen angab, dass Obamas Hautfarbe ein entscheidendes Kriterium bei der Entscheidungsfindung war. Über 80% dieser Wähler stimmten für Clinton. Obama ist einmal mehr vor Augen geführt worden, dass er in den nächsten Wochen und Monaten viel zu tun hat, um die demokratische Basis hinter sich zu bringen. Drei Brücken muss er unbedingt schlagen. Erstens zwischen schwarz und weiß, zweitens zwischen jung und alt, drittens zwischen männlich und weiblich. Neueste nationale Umfragen belegen allerdings die elektorale Anziehungskraft Obamas. In der jüngsten Washington Post/ABC-Poll liegt er mit 51 zu 44 Prozentpunkten vor John McCain. In fast allen Landesteilen führt er deutlich gegen den „Mac“, selbst im Süden der USA, der republikanischen Hochburg schlechthin, liegt er nur 4 Punkte hinten.
Blogeintrag von Maik Bohne
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Muttertag ist WahlkampftagDienstag, 13. Mai 2008
Auch John McCain weiß, was die Herzen der Nation rührt. In einem YouTube-Video sehen wir Johnny (71) und seine Mutter Roberta McCain (96) im Zwiegespräch. Es ist schwer zu sagen, wer von beiden mehr militärische Härte ausstrahlt. Roberta McCain informiert uns in strengem Ton über Johnnys hervorstechendste Eigenschaften: „Er war das süßeste und hübscheste Kind, das ich je gesehen habe. Er wird ein wunderbarer Präsident sein.“ Untermalt wird die Szene von einer Kinderfilmmelodie, die auch Walt Disney ausgewählt hätte. Zum Abschluss sehen wir den Schriftzug „Happy Mother’s Day from the McCain Family“ und hören den bekannten Satz „I am John McCain and I approve this message” mit dem Zusatz: …“and my Mom does too.“
Bei Familie Clinton wird der Muttertag weniger rührselig und eher pragmatisch begangen. Vor wenigen Tagen lud Tochter Chelsea ein, mit ihr und Hillary Clinton Muttertag zu feiern. Mit einer Spende von 100 – 1.000$ konnte man die „Hillary for President“ – Kampagne unterstützen und den Tag mit den Clintons im einem Hotel in New York verbringen. Für 5000 $ gab es sogar ein gemeinsames Foto mit der möglichen zukünftigen Präsidentin der Vereinigten Staaten. Nur Barack Obama verzichtete auf Zeremonien zum Muttertag. Stattdessen erinnert ein Blogbeitrag auf seiner Webseite daran, die Mütter anzurufen und verweist auf einen Artikel über Barack Obamas Mutter Stanley Ann Dunham Soetoro, der vor wenigen Wochen in der New York Times erschien.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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15:21
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Ist Clintons Kampf zu Ende?Freitag, 9. Mai 2008
Glaubt man George Stephanopoulos, dem ehemaligen Wahlkampfhelfer von Bill Clinton und derzeitigen Moderator bei ABC News, dann ist das Rennen um die demokratische Nominierung vorbei. Gestern sagte er auf seinem Heimatsender kurz und trocken: „The nomination fight is over!“. Auch wenn sich Hillary Clinton demonstrativ optimistisch gibt („I am in it until there is a nominee“), so erhöht der Ausgang der Vorwahlen in Indiana und North Carolina den Druck enorm, aus dem Rennen auszusteigen. Um die Dynamik des Vorwahlkampfes nachhaltig zu ändern, hätte sie in Indiana deutlich gewinnen und in North Carolina (zumindest) knapp verlieren müssen. Das war nicht der Fall. Sicher: Es ist noch zu früh, einen endgültigen Abgesang auf Hillary Clinton anzustimmen. Deutlich wird aber, dass sie drei große Probleme hat, die sich kaum überwinden lassen.
1.) Geld Wie gestern bekannt wurde, hat Hillary Clinton im Laufe des Aprils mehr als 6 Millionen Dollar aus ihrem eigenen Vermögen in die Kampagne investiert. Das macht insgesamt schon mehr $11 Millionen, die Hillary und Bill in die Familienwahlkampfkasse geschossen haben. Clintons Kampagne wandelt finanziell am Abgrund. Ihr Online-Fundraising hatte nach dem Sieg in Pennsylvania zwar zugelegt, ähnliches ist aber nach dem durchschnittlichen Abschneiden am Dienstag nicht zu erwarten. Clinton hat ihre Geldgeber in den vergangenen Monaten bis auf den letzten Dollar ausgequetscht, ohne die Dynamik des Rennens nachhaltig zu ändern. Das desillusioniert ihre finanziellen Unterstützer. 2.) Mathematik Hillary Clinton kann es drehen und wenden, wie sie will. Die Mathematik spricht gegen sie. Obama liegt nach Rechnungen der New York Times mit 168 Delegiertenstimmen vorne. Selbst wenn die Delegierten aus Florida und Michigan auf dem Parteitag gezählt werden würden, wird sie nicht mehr an Barack Obama vorbeiziehen können. Das akzeptieren inzwischen auch engere Mitarbeiter von Hillary Clinton hinter vorgehaltener Hand. 3.) Superdelegierte Clintons einzige Chance sind deshalb die Superdelegierten, die sich qua Amt unabhängig vom Wählervotum für einen der beiden Kandidaten entscheiden dürfen. Hillary betreibt intensives Parteiestablishment-Lobbying. Gestern traf sie sich in Washington mit bisher unentschiedenen Superdelegierten, um sie davon zu überzeugen, nicht ins Obama-Lager zu wechseln. Sie konnte aber nicht verhindern, dass einige gewichtige Parteigranden ihre Loyalität zu Hillary Clinton aufkündigten. Unter anderem George McGovern, ehemaliger Präsidentschaftskandidat der Demokraten 1972, sowie der Vorsitzende der Demokratischen Partei in North Carolina, Jerry Meek. Wir werden in den nächsten Tagen sehen, dass sich immer mehr Superdelegierte in Richtung Obama bewegen werden. Hillary Clinton begann ihre Kampagne mit einem selbstbewussten „I´m In To Win!“. Nun wird es wohl eher heißen: „I am To Quit“. Advantage ObamaMittwoch, 7. Mai 2008
Barack Obama hat im Rennen um die Kandidatur der Demokraten einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht. Hillary Clinton brauchte überzeugende Resultate, die sie nicht liefern konnte. Ein hauchdünner Sieg in Indiana (51-49%) und eine Niederlage in North Carolina (42-56%) reichten nicht aus, um dem Vorwahlkampf eine clintonsche Wendung zu geben. Der Vorteil liegt nach diesem Abend eindeutig bei Obama. In einem Q&A wollen wir die wichtigsten Fragen des Tages beantworten.
Hat Barack Obama die Nominierung jetzt (endlich) sicher? Nein, das hat er noch nicht. Die absolute Mehrheit der Delegiertenstimmen konnte er nicht erreichen. Mit dem guten Abschneiden gestern stellte er aber die Weichen für einen endgültigen Sieg gegen Hillary. In North Carolina gewann Obama mit mehr als 200.000 Wählerstimmen Vorsprung, das ist beeindruckend. Zählt man sein gutes Resultat in Indiana hinzu, so besteht für Hillary Clinton mathematisch kaum noch die Chance, Obama in Form von Delegiertenstimmen und absoluten Wählerstimmen zu überholen. Die noch unentschiedenen Superdelegierten (ca. 275 von 796) werden sich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht gegen das Votum der Basis stellen. Wichtiger für Obama ist aber, dass er nach seinem härtesten Kampagnenmonat (Stichworte: Jeremiah Wright, Kleinstadtwähler-Schelte, Niederlage in Pennsylvania) zurück in der Erfolgsspur ist. Er hat den Wählern und (vor allem) dem Parteiestablishment gezeigt, dass er die Härte und Standhaftigkeit für den Hauptwahlkampf hat. Wie sieht die Zukunft für Hillary Clinton aus? Mit einem Wort: Düster. Hillary Clintons Team hatte sich Hoffnungen gemacht, dass sie in Indiana klar gewinnen und Obamas Umfragevorsprung in North Carolina deutlich verringern würde. Daraus wurde nichts. Ihre ganze Argumentation ist damit ins Wanken geraten, die da hieß: „Ich habe Momentum. Obama schwächelt. Ich bin die wahre Vertreterin der demokratischen Basis. Obama ist zu elitär und abgehoben, er hat keinen Zugang zum „kleinen Mann“. Zwar hat Hillary auch gestern wieder die weißen Wähler am Besten erreicht (vor allem weiße, ältere Frauen). Die Zweifel an Obama sind also berechtigt. Doch was am Ende zählt, sind die Konstruktionen von Sieg und Niederlage, Mikrodaten geraten da schnell in Vergessenheit. Auch wenn sie gestern Abend noch mit dem nötigen Zweckoptimismus erklärte: „We go full speed – on to the White House“, hat Hillary Clinton in der derzeitigen Konstellation kaum noch Chancen auf einen Sieg. Ihr einziger Pfad zur Nominierung ist es, das Spielfeld zu ändern, in dem sie darauf drängt, die Delegierten und Wählerstimmen aus Michigan und Florida vollständig zählen zu lassen. Da sie beide Staaten mit großem Abstand gewonnen hatte, könnte ihr das eine Art Momentum am Grünen Tisch verschaffen. Zur Information: Michigan und Florida hatten ihre Vorwahlen zeitlich unrechtmäßig nach vorne verlegt. Als Konsequenz strafte sie das Democratic National Committee (DNC) mit einem Ausschluss vom Parteitag. Es fand kein Wahlkampf in den beiden Staaten statt, Obama stand noch nicht einmal auf dem Wahlzettel in Michigan. Am 31.Mai tagt das Rules and Bylaws Committee (eine Art Parteischiedsgericht) des DNC in Washington, um eine Empfehlung über das Schicksal der Delegierten in Michigan und Florida abzugeben. Es sieht aber nicht danach aus, als wenn Clinton sich mit ihren Forderungen durchsetzen könnte. Wie geht es weiter? Sechs demokratische Vorwahlen stehen noch aus, bei denen allerdings nur 187 Delegiertenstimmen vergeben werden. Hillary Clinton kann nach derzeitigen Umfragen auf Siege in West Virginia (13. Mai) und Kentucky (20. Mai) spekulieren; Obama liegt hingegen in Oregon (20. Mai) vorn. Danach stimmen noch Puerto Rico (1. Juni) sowie Montana und South Dakota (3. Juni) ab. Dort ist das Rennen noch relativ offen. Alles Hin und Her nützt aber nichts: Hillary Clinton muss sich vorsichtig damit abfinden, dass sie (nach hartem Kampf) das Rennen gegen Barack Obama verloren hat. Hier Obamas Siegesrede, gehalten in Raleigh, North Carolina:
Blogeintrag von Maik Bohne
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Kampf um das HeartlandDienstag, 6. Mai 2008
Der nächste Tag der Entscheidung ist gekommen. Heute finden die demokratischen Vorwahlen in Indiana und North Carolina statt, in denen zusammen 187 Delegierte vergeben werden, so viele wie an keinem anderen Wahltag mehr bis zum Ende der Vorwahlsaison am 3. Juni.
Barack Obama und Hillary Clinton haben in den vergangenen Tagen verbissen um jedes noch so kleine Segment von Wählerstimmen gekämpft. Eine Wählergruppe stand dabei im Fokus der Aufmerksamkeit: weiße Arbeiter und Angehörige der unteren Mittelschicht. Um die Gunst dieser in den USA gern als „blue collar voters“ bezeichneten Klientel ist ein intensiver Wettstreit ausgebrochen. Hillary Clinton, in den 1990er Jahren noch als elitär und abgehoben portraitiert, geriert sich in den vergangenen Wochen immer mehr als einzige echte Arbeiterführerin im Wahlkampf. Sie gibt sich offen dem ökonomischen Populismus hin, indem sie gegen den Rat von Wirtschaftsexperten empfiehlt, die Benzin-Steuern den Sommer über auszusetzen, um den autofixierten Amerikanern eine schnelle Netto-Entlastung zu bescheren. Auf Wahlkampftouren geißelt Clinton hohe Studentenkreditraten als moderne Schuldknechtschaft und bezeichnet die Hypothenkrise als groß angelegte Manipulation der gierigen Finanzdienstleister. Sie führt immer öfter Wahlkampf an den Kultstätten des bodenständigen Amerikas (NASCAR Hall of Fame, Community Colleges, Pickup-Truck-Händler) und konstruiert Barack Obama als elitär und entrückt von der Lebenswirklichkeit des Durchschnittsamerikaners. Wie wir kürzlich berichteten, hat auch Barack Obama seinen Stil bodenständiger gemacht. Immer öfter betont er seine Herkunft aus kleinen Verhältnissen, erzählt von seiner Zeit als Sozialarbeiter im Süden Chicagos und den finanziellen Schwierigkeiten, die seine Familie hatte, als er noch nicht der Politstar (inkl. zweier millionenschwerer Buchverträge) war, der er heute ist. Interessanterweise organisiert das Obama-Team weniger Massenveranstaltungen, die Zeit der schillernden Großkundgebungen scheint vorerst vorbei zu sein. Obama trifft Wähler in kleineren Settings, in Diners und Fabriken, auf Bauernhöfen oder bei Hausbesuchen in den Vororten von Indianapolis, um sich volkstümlicher und weniger abgehoben zu zeigen. Immer öfter sieht man ihn mit hoch gekrempelten Ärmeln und locker sitzendem Schlips. Auch seine Rhetorik ist weniger beladen mit blumigen Botschaften des Wandels und der Hoffnung, sondern geht gezielter ein auf die Ängste und Nöte der von der drohenden Rezession betroffenen Arbeiter- und Mittelschicht. Der Kampf um das Heartland bleibt spannend. Der wahrscheinlichste Ausgang der Vorwahlen: Barack Obama gewinnt North Carolina, Hillary Clinton setzt sich in Indiana durch. Diese Einschätzung unterfüttern die neuesten Umfragen in beiden Staaten. Fest steht auf jeden Fall, dass Clinton in Indiana gewinnen muss, wenn sie ihre Kampagne am Leben halten möchte. Aber diesen Druck ist die Steh-Auf-Frau des Vorwahlkampfes ja gewohnt. Hier gibt es den letzten Spin direkt von den Kandidaten, die brav ihre „Morning Media“ absolvierten:
Blogeintrag von Maik Bohne
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17:19
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Was passiert eigentlich auf Facebook?Dienstag, 6. Mai 2008Heute wurde ich von einem Freund eingeladen, Mitglied seiner Facebook-Gruppe zu werden und stellte fest, dass die Namen dieser Gruppen immer länger werden. Seit heute bin ich also Mitglied der Gruppe „ Americans Against a third Bush Term (a.k.a.) A McCain Presidency“, die nun 41 Unterstützer hat. Die Selbstdefinition der Gruppe beginnt mit dadaistisch anmutenden Wortspielen wie „... against a John Bush, George McCain ... John McCain presidency.“ Dann geht sie in populistische Klagen über die Benzinpreise über und endet mit dem ironischen Satz „Yeah John, we’re right where we wanna be.“ Wer sich zu dieser Gruppe hingezogen fühlt, hat verschiedene Möglichkeiten sich zu engagieren. Zum einen gibt es den Link, der dazu auffordert, weitere Freude in die Gruppe einzuladen, zum anderen die Chance, sich selbst mit Kommentaren einzubringen und ähnlich wie in einem Forum Diskussionen anzustoßen. Die "Americans Against a third Bush Term (a.k.a.) A McCain Presidency"-Gruppe hat bisher zwei Diskussionsbeiträge. Andere Beiträge können nur von dem Gruppen-Administrator gepostet werden. Die Rubrik "Recent News" beispielsweise informiert über John McCains Politik, die Bushs Steuerkürzungen für Reiche fortsetzen will, den Krieg im Irak weiterführen möchte und vieles mehr. Außerdem bezeugen Fotos die innige Freundschaft zwischen Bush und McCain, während die Applikation Video bislang ungenutzt beibt. Allerdings findet sich unter der Kategorie "Posted Items" ein YouTube-Video mit peinlichen Momenten McCains und unter anderen findet man dort einen satirisches Bild zu John Mc Cains Haltung zur Homoehe. Facebook bietet also beste Möglichkeiten, negative campaigning zu betreiben und viral zu verbreiten. Schauen wir uns doch einmal an, welche politischen Gruppen derzeit bei StudiVZ in Deutschland entstehen. Da wäre die Gruppe "Angela Merkel: Bundeskanzlerin der Herzen – wir lieben Dich" (2 Mitglieder) oder Anti-Gruppen wie "Wenn Kurt Beck Kanzler wird, wandere ich aus!" (46 Mitglieder). Niemand polarisiert jedoch so sehr wie Claudia Roth, um die sich sowohl ein Fanclub (183 Mitglieder) als auch die Gruppe "Ich hasse Claudia Roth" (448 Mitglieder) ranken. Außerdem häufen sich zu ihrer Person Geschmacklosigkeiten wie "Gott hasst Claudia Roth" (4 Mitglieder), "Burkapflicht für Claudia Roth" (38 Mitglieder) und "Ich bremse nicht für Claudia Roth" (69 Mitglieder). Die Gruppe "Ich war mit Guido Westerwelle in der Sauna" (7 Mitglieder) zeigt, dass sich nicht alle StudiVZ-Gruppen in die normativen Kategorien von Pro und Contra, von Kampagne und und negative campaigning einordnen lassen. Zur Wahlkampfkommunikation eignet sich StudiVZ ohnehin nur sehr eingeschränkt. Es gibt weder ein "Discussion Board", noch die Möglichkeit, Links oder Beiträge zu posten. Bei der Entscheidung zu einer Gruppenmitgliedschaft auf StudiVZ handelt sich demnach eher um das Abgeben eines Statements. Die einzigen aktiven Partizipationsmöglichkeiten bestehen in dem Einladen weiterer Gruppenmitglieder und dem Melden von Gruppen, die möglicherweise die Gefühle oder Moralvorstellungen der Teilnehmer verletzen. P.S.: Um die Gruppen anzuschauen, muss man sowohl im Fall von Facebook als auch bei StudiVZ einen eigenen Account haben.
Blogeintrag von Ute Pannen
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10:09
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Guerilla-Marketing hinter Obamas RückenDienstag, 6. Mai 2008
Wer vor einer Woche Obamas Rede in Indiana auf CNN verfolgt hat, dem mag aufgefallen sein, dass sich hinter dem Rücken des Kandidaten ein Meisterwerk der Schleichwerbung vollzogen hat.
Als Obama seine Rede nach der verlorenen Primary-Wahl von Pennsylvania hielt, waren hinter ihm drei junge Männer in T-Shirts der Marke Abercrombie & Fitch (A&F) zu sehen. Auf der Website fiveblogsbeforelunch wird gemutmaßt, dass drei Mitarbeiter von A&F sich extra aus Ohio auf den Weg gemacht haben, um perfektes Product Placement zu betreiben. Ein Punkt bleibt noch zu klären: Warum fiel niemandem in der CNN-Redaktion auf, dass der Markenname gleich drei Mal prominent plaziert wurde? Zumal die Amerikaner sich doch seit Janet Jacksons skandalösem Auftritt beim amerikanischen Superbowl (Stichwort: Nipplegate) vor Überraschungen schützen und selbst Live-Übertragungenen mit drei Sekunden Verzögerung ausstrahlen.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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09:43
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Brücken schlagen für ObamaFreitag, 2. Mai 2008Der Präsidentschaftswahlkampf findet nicht allein in den USA statt. Die Kampagnen von Barack Obama, Hillary Clinton und John McCain sind bemüht, Amerikaner weltweit in ihren Wahlkampf einzubeziehen. Der beliebteste Kandidat unter den amerikanischen Ex-Patriots: Barack Obama. Er gewann nicht nur die globale Vorwahl der Democrats Abroad mit 66 zu 33 Prozent, sondern nahm auch rekordverdächtige Summen von amerikanischen Bürgern im Ausland ein. Bisher konnte er über $1,4 Mio. an Spenden generieren. Hillary Clinton kam auf $556.000 Dollar, John McCain lediglich auf $127.000. Viele Amerikaner, die aufgrund von Arbeitsplatzwechseln, Militäreinsätzen oder Botschaftsarbeit im Ausland leben, organisieren zurzeit Veranstaltungen für die Kandidaten. Allein für Obama fanden im April große Events in Tokio, Peking und London statt. Eine neue Idee kommt nun von Franko-Amerikanerin Meredith Wheeler. Sie organisierte (ganz im Sinne der verbindenden Botschaft Obamas) einen Brückenschlag der besonderen Art. Im südfranzösischen Lautrec versammelten sich im März Obama-Unterstützer auf einer der malerischen Brücken des Ortes und riefen „Yes, We Span“. Die Idee verbreitete sich in ganz Europa. Brückentreffen fanden bisher u.a. in Paris (Pont Neuf) und in Instanbul (Bosporus-Brücke) statt. Kreative Geister haben sogar das französische Kinderlied „Sur le Pont D´Avignon“ umgedichtet in „Sur le Pont d´Avignon/ on y vote/ on y vote/ Obama“. Wer Lust auf einen obamaschen Brückenschlag in Berlin hat, der sollte sich am Samstag, 3. Mai um 15:30 Uhr auf der Oberbaumbrücke einfinden. Hier schon einmal ein Video aus Frankreich, dem Mutterland des Obama Bridge Project: Obama gibt sich bodenständigMittwoch, 30. April 2008
Die vergangenen Vorwahlen in Texas, Ohio und Pennsylvania haben es gezeigt. Barack Obama hat Probleme, (weiße) Wähler aus der unteren Mittelschicht und der Arbeiterschaft an sich zu binden. Seine blumige Rhetorik des Wandels scheint bei den ökonomisch Benachteiligten in Zeiten einer drohenden Rezession nicht richtig zu verfangen.
Die nicht enden wollende Kontroverse um den umstrittenen Pastor Jeremiah Wright, Obamas Aussagen über frustrierte Kleinstädter und sein furchtbar unsportlicher Bowling-Auftritt haben diese Kluft sicher nicht gerade verkleinert. Paradox ist die Lage schon: Obama führt eine der basisorientiertesten, lebensnahesten Kampagnen der Neuzeit, gilt aber dennoch als elitär und entrückt vom normalen Amerikaner, der gerne in Form von Jim, Joe oder Cindy durch den Blätterwald gejagt wird. Politico.com spekulierte sogar schon darüber, ob Obama zu intelligent für die breite Wählerschar sei.
Obamas Reaktion: Zusammen mit seinem Team hat er in jüngsten Strategiesitzungen beschlossen, seine Herkunft wieder stärker in den Mittelpunkt der Wahlkampfreden zu stellen. Sein Aufwachsen in kleinen Verhältnissen bei seiner allein erziehenden Mutter in Kansas und seine Zeit als Sozialarbeiter in Chicago will Obama rhetorisch mit einer populistischeren Wirtschaftsbotschaft verbinden. Zudem gibt er sich im Vorwahlkampf in Indiana volksnäher und bodenständiger als bisher. Nach einem Wahlkampfauftritt im ländlichen Kokomo (Indiana) spielte er am Freitag publikumswirksam 3-on-3-Basketball. Im sportverrückten Indiana war ihm damit ein Beitrag in den lokalen Abendnachrichten sicher. Zudem trat Obama am Wochenende zum ersten Mal in der Sonntagstalkshow des Nachrichtensenders Fox News auf, die auch unter weißen Arbeitern beliebt ist. Dort versprach er dem Gastgeber Chris Wallace eindringlich, härter für die Stimmen der „blue-collar voters“ zu kämpfen. Nachdem er während einer Pressekonferenz an einer Tankstelle irgendwo in Indiana die zu hohen Benzinpreise kritisiert hatte, bekannte er kürzlich sogar, nur fünf Anzüge zu besitzen, die er im Wechsel trage. Nur fünf Anzüge… Ob diese Form des Stilwechsels bei den bodenständigen Wählern in Indiana ankommt, bleibt fraglich. Apropos Benzinpreise: Im Rennen um die Zustimmung des „kleinen Mannes“ hat Hillary Clinton gerade eine neue Sau durch das Vorwahldorf getrieben. Sie schlug (genauso wie John McCain) vor, die Benzinsteuern den Sommer über auszusetzen. Obama lehnt dies ab, aus ökologischen und fiskalischen Gründen. Das ist rational und aller Ehren wert, wird dem autofixierten Durchschnittsamerikaner aber sicher nicht ganz einleuchten. Populist zu sein, ist schwerer als gedacht! Spuren der MachtDienstag, 29. April 2008
Wie die Kandidaten um das US-Präsidentschaftsamt nach 4 Jahren in dem stressigsten Job des Landes aussehen, zeigen die Gurus von PopPhoto. Sie haben die Fotos von John McCain, Barack Obama und Hillary Clinton digital altern lassen. Mit verschiedenen Fotoshop-Funktionen wurden ihnen graue Haare, tiefe Falten und Altersflecken zugefügt. Die Lippen wurden dünner und die Wangen fielen ein. Die Huffington Post berichtet, dass selbst das digitale Altern Zeit kostet: an jedem der Bilder haben die Grafiker 4 Stunden gearbeitet.
Auch die deutsche Fotografin Herlinde Koelbl zeigt Spuren der Macht. Ihre Fotoserie, die in den letzten Jahren unter anderem im Deutschen Historischen Museum und im Kunstraum des Deutschen Bundestages zu sehen war, verfolgte deutsche Politiker in Echtzeit. Eines steht fest: Die Politik lässt Menschen altern, mehr als jeder andere Beruf. Joschka Fischer 1991: „Heute bin ich ein alter Kämpfer im Katzenrevier. Zerzaust, zerrupft und fülliger – aber mit jeder Menge Erfahrung.“
Blogeintrag von Ute Pannen
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17:48
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Die twitternde KlasseMontag, 28. April 2008
Der schnellste Weg, sich über den neusten Stand im US-Wahlkampf zu informieren, ist nicht mehr das Fernsehen, sondern Twitter, eine Art „Micro-Blog“. Kurznachrichten mit weniger als 140 Zeichen, sogenannte Tweets, werden über die Twitter-Seite ins Internet und aufs Handy gesendet. Die New York Times spricht von „einem der am schnellsten wachsenden Phänomene im Internet.“
Für gewöhnlich enthalten Tweets Informationen darüber, was die Menschen gerade tun. Aber ein Teil der Twitter-Gemeinde tauscht sich auch über den aktuellen Stand im US-Wahlkampf aus. Während am Dienstag der Pennsylvania-Wahl ein Großteil der Bevölkerung im Fernsehen Chris Matthews oder Tim Russert sah, um sich über die Wahl zu informieren, haben die Twitter-Nutzer die Ergebnisse z.B. von Campaign2008 oder ElectionJournal erhalten. Der Techpresident-Blogger Joshua Levy schreibt: „Für mich war die Wahl klar, entweder ich langweile mich mit den Fernseh-Moderatoren zu Tode [...] oder ich tauche in den Twitterkanal ein und erhalte die Statistiken vor allen anderen [...].“ Sein Kollege Micah Sifry betrachtet das politische Twittern eher wie ein Spiel: „Es ist ein Ort, an dem wir digitale Kügelchen wie durch ein Spuckrohr aus der letzten Reihe des elektronischen Klassenzimmers schießen.“ Natürlich twittern auch (zumindest die demokratischen) Präsidentschafts-Kandidaten, allen voran Barack Obama, der stets den ersten Platz besetzt, wenn es um Grassroots-Mobilisation geht. Aber auch Hillary Clinton hält ihre „Follower“ auf dem Laufenden. Und bei Politweets kann man nachverfolgen, was alle Twitterer über die Kandidaten beider Parteien schreiben: Wahlanalyse mal andersFreitag, 25. April 2008
Meine Analyse der Vorwahlen in Pennsylvania kommt heute - statt Text - in Form zweier Videos. Im Sat.1-Frühstücksfernsehen gebe ich eine zeitnahe Einschätzung des Wahlausgangs ab:
Am Nachmittag dann habe ich ein ausführlicheres Interview bei n-tv gegeben, in dem es vor allem um das Obamamentum geht: Clintons Kasse klingeltDonnerstag, 24. April 2008![]() In den ersten 24 Stunden nach ihrem Vorwahlsieg in Pennsylvania hat Hillary Clinton mehr als 10 Millionen Dollar an Spenden über das Internet eingenommen. Das ist Rekord für die Senatorin. Direkt nach ihren Erfolgen am Super Tuesday und den Vorwahlen in Texas und Ohio hatte sie lediglich zwischen drei und vier Millionen Cash generieren können. Ermutigend für Clinton: Sie war in der Lage, ihre Spenderbasis substantiell zu erweitern, indem sie allein gestern über 50.000 neue (Klein-)Spender über das Internet für sich gewann. Hilfreich war sicherlich, dass sie während ihrer Siegerrede gestern in Philadelphia explizit zum Besuch ihrer Fundraising-Website aufgerufen hatte.
Hillary Clinton kann frisches Geld sehr gut gebrauchen. In den vergangenen Tagen konnte man immer öfter lesen, dass ihre Kampagne hoch verschuldet ist. In der Tat startete sie in den April mit $800,000 im Minus und hat weiterhin Außenstände von knapp $10 Mio., u.a. $4,5 Mio. bei der Firma ihres ehemaligen Chefstrategen Mark Penn (Penn Schoen Berland and Associates), $528.000 bei ihrer Medienberaterin Mandy Grunwald und $956.000 bei ihrer Direct-Mail-Firma MSHC Partners. Auch die nächsten Vorwahlkämpfe in Indiana, North Carolina und Kentucky werden Unsummen von Geld verschlingen. Allein in Indiana müssen Clinton und Obama in sechs großen TV-Märkten Spots schalten, einer davon ist der teure Fernsehmarkt in Chicago, von dem aus man große Teile der Wähler im Hoosier State erreicht. Geld wird in den USA als die Muttermilch der Politik bezeichnet. Wie aber die Erfolge der unterfinanzierten John McCain und Hillary Clinton gezeigt haben, ist Geld nicht alles. Obama investierte in Pennsylvania extrem viele Ressourcen. Nach Angaben der Campaign Media Analysis Group (CMAG) gab er allein doppelt so viel Geld für TV-Spots aus wie Clinton ($10 Mio. zu $5 Mio.), nur um von ihr mit 10 Prozentpunkten Abstand geschlagen zu werden. Politische Junkies können sich schon einmal den 6. Mai rot im Kalender anstreichen. Dann findet die nächste Entscheidungswahl in Indiana statt. Gewinnt Obama dort, dann hat er die Chance, Clintons Momentum nachhaltig zu stoppen. Falls aber Hillary den Staat für sich entscheidet, werden die Zweifel an Barack Obamas Kandidatur noch größer und lauter. „Can he close the deal?“ Wir sind gespannt.
Blogeintrag von Kerstin Plehwe
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15:29
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